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Montagsfrage: Ehrenamtliches Buch-Engagement?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es hat begonnen. Ich habe den ersten Schritt gewagt. Am Wochenende habe ich Webspace angemietet und damit den Prozess für Umzug und Umgestaltung meines Blogs eingeleitet. Ich weiß mittlerweile ziemlich genau, wie der neue, frische, grundüberarbeitete wortmagieblog aussehen soll. Wahrscheinlich macht das sonst niemand in der Blogsphäre, aber da ich seit Jahren beruflich mit Content Management Systemen arbeite und weiß, wie wichtig es ist, genau zu visualisieren, welche Elemente eine Website enthalten soll, habe ich mich hingesetzt und die Layouts für Seiten und Standardbeiträge entworfen. Schriftlich. Mit Papier, Lineal und Stift. Deshalb habe ich jetzt seitenweise Designs, an denen ich mich orientieren kann und die maßgeblich bestimmen werden, für welchen Pagebuilder ich mich entscheide. Es wird vermutlich auf Avada hinauslaufen. Für einen Buchblog ist das eigentlich ein bisschen Overkill, weil Avada eine Komplettlösung darstellt und zahlreiche Elemente enthält, die ich nie brauchen werde (zum Beispiel die Möglichkeit, ein Shopsystem zu integrieren), aber ich habe es einfach satt, mich nicht austoben und frei mit Design- und Layout-Elementen experimentieren zu können. Ich will auch nicht für jede Kleinigkeit ein eigenes Plugin installieren müssen, in der Hoffnung, überhaupt eines zu finden, das die gewünschte Funktion erfüllt und mit meinem Theme kompatibel ist. Außerdem sehe ich Avada als eine Investition in die Zukunft, denn wenn ich eines Tages noch einmal auf den Trichter komme, den wortmagieblog umzugestalten, sind mir mit diesem umfangreichen Baukasten wenig Grenzen gesetzt.

Ach, ich bin so aufgeregt und freue mich so sehr darauf, meinen Blog neu aufzuziehen, dass ich fast vergessen könnte, dass wir noch immer keine Küche haben. Aber eben nur fast. Angeblich soll diese Woche endlich der heiß ersehnte Anruf zum Liefertermin kommen. Falls ich bis Mittwoch nichts gehört habe, soll ich noch mal anrufen. Wir werden sehen.

Bis zum Wochenende muss die Mission „Neuer wortmagieblog“ aus Zeitgründen erst einmal ruhen, aber vielleicht ist das ganz gut so. Sonst würde ich den normalen Blogalltag garantiert sträflich vernachlässigen 😉 Den Wochenstart zelebrieren wir heute deshalb wie gewohnt mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Hast du dich schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher/Lesen engagiert?

Yey, das ist meine Frage! 😀 Dementsprechend sollte sie schnell beantwortet sein, denn ich habe mir über das Thema bereits häufig Gedanken gemacht.

Bisher habe ich mich noch nie ehrenamtlich im Bereich Bücher und Lesen engagiert. Das ist einer der Gründe, warum ich diese Frage gestellt habe, denn mich interessiert sehr, wie das in der Praxis so abläuft und welche Angebote und Möglichkeiten es gibt. Ich hoffe, dass ihr mich erleuchten könnt. 😉 Ich würde mich nämlich gern ehrenamtlich engagieren, weil ich die Liebe zu Büchern, mit der ich aufgewachsen bin, weitergeben möchte. Lesen hat so viele positive Nebeneffekte und ist eine so wunderbare Art und Weise, sich zu beschäftigen, dass ich die Vorstellung, dass es da draußen zum Beispiel Kinder gibt, denen nie vorgelesen wird, ganz schrecklich finde.

Für mich käme deshalb das Projekt Berliner Lesepaten in Frage. Hier mal ein Auszug der Website, in dem kurz erklärt wird, was Lesepat_innen tun:

„Die Lesepaten setzen sich parallel zum Unterricht mit einzelnen Kindern oder in Gruppen zusammen. Sie lassen sich Texte vorlesen oder lesen selbst vor. Die Lehrkräfte entscheiden über Inhalt, Art und Umfang der Unterstützung. In Kitas betrachten die Paten mit den Kindern Bilderbücher und unterstützen ihre Sprachentwicklung. In Sekundarschulen erschließen sie mit Jugendlichen Fachtexte, u.a. in Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Lesepaten bewerten nicht und sind daher starke Partner für ihre Schützlinge.“

In meinen Ohren klingt das großartig. Was hingegen nicht so großartig klingt, ist der Zeitaufwand. Da liegt der Hase für mich im Pfeffer. Denn jede Woche ein- bis zweimal für zwei bis drei Stunden Kitas und Schulen zu unterstützen, erscheint mir aktuell einfach nicht machbar. Ich verstehe, dass es wichtig ist, eine gewisse Regelmäßigkeit zu pflegen, damit sich eine Vertrauensbasis entwickeln kann, aber ich wüsste derzeit nicht, wie ich das in meinen Wochenplan integrieren könnte. Sicher gibt es immer Mittel und Wege, doch ich bin nicht überzeugt, dass es gut für mich wäre, mir diese zusätzliche Anfordrung jetzt aufzubürden.

Ich hoffe sehr, dass sich das ändert, sobald ich wirklich in meinem noch recht neuen Tagesablauf angekommen bin. Der neue Job bietet mir eine Planbarkeit, die ich noch nie hatte. Wenn ich gelernt habe, diese Planbarkeit effektiv zu nutzen, kann ich mir durchaus vorstellen, mich anzumelden. Mit dem Schichtdienst war das bisher nicht möglich, aber jetzt sehe ich einen Silberstreif am Horizont. Irgendwann werde ich Lesepatin. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber eines Tages. So Corona will.

Habt ihr Erfahrungen mit ehrenamtlichem Engagement im Bereich Bücher und Lesen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen spannenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Laini Taylor – Muse of Nightmares

Die Dilogie „Strange the Dreamer“ von Laini Taylor war ursprünglich als Einzelband vorgesehen. Acht Monate, nachdem sie mit dem Schreiben begonnen hatte, konnte sie die kleine Stimme in ihrem Kopf, die ihr zuflüsterte, dass die Geschichte zu groß war und in einen 1.000-Seiten-Wälzer auszuarten drohte, jedoch nicht mehr ignorieren. Glücklicherweise waren sowohl ihre Agentin als auch ihr Verlag einverstanden, das Projekt zu splitten. Als Einzelband wäre es vielleicht unter dem Titel des zweiten Bandes „Muse of Nightmares“ erschienen – die Idee einer Muse der Albträume war vor über 20 Jahren nämlich der erste Lebensfunke dieser zauberhaften Geschichte.

Sarai erkannte vor langer Zeit, dass der prächtige Palast hoch über Weep, in dem sie mit ihren Geschwistern lebt, ein goldener Käfig ist. Ihr Gefängnis zu verlassen, schien unmöglich. Erst als ihr Lazlo Strange begegnete, schöpfte sie Hoffnung. In seinen Träumen verliebten sie sich und kosteten von der Freiheit, nach der sich Sarai so lange sehnte. Wenig später, im Chaos der furchtbaren Tragödie, die den Palast der Mesarthim und ganz Weep erschütterte, offenbarte sich Lazlo als der Lichtblick, an den sie und ihre Geschwister nicht mehr zu glauben wagten. Er könnte ihre Familie befreien. Nur Minya weigert sich, Weep den Rücken zu kehren. Zerfressen von Hass lechzt sie nach Rache und wird nicht ruhen, bis jeder Mann, jede Frau und jedes Kind der Stadt für das Unrecht bezahlt, das sie ihr und ihresgleichen antaten. Will Sarai die Fesseln der Vergangenheit ablegen, muss sie die Person, der sie ihr Leben verdankt, verraten. Sie muss Minya an den Ort locken, an dem sie eine Göttin ist: In das Reich der Träume. Doch Minyas Erinnerungen sind dunkel und schmerzhaft und nicht einmal die Muse der Albträume weiß, ob sie ertragen kann, was sie in ihrem Geist sehen wird …

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Montagsfrage: Abbruchstrategie?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es gibt Neuigkeiten von der Küche. Nachdem letzten Montag natürlich niemand bei mir angerufen hat, um einen Liefertermin zu vereinbaren, habe ich am Dienstag noch einmal mit dem Händler telefoniert. Der Herr am anderen Ende war deutlich hilfreicher als seine Kollegin zuvor. Er erklärte mir, dass das Problem nicht darin besteht, dass die Montagefirma nicht fertig wird, wie sie behauptet hatte, sondern dass ein paar Teile noch gar nicht angekommen sind. Er wird uns auf dem Laufenden halten, schätzt allerdings, dass eine Lieferung erst Mitte Februar realistisch ist. So blöd das ist, jetzt haben wir zumindest eine Vorstellung davon, wie lange es noch dauert, bis die Küche endlich da ist. Bis dahin müssen wir uns irgendwie durchschlagen. Den alten Herd hat der Lieblingsmensch wieder angeschlossen, damit wir hin und wieder doch frisch kochen können. Unsere eingefrorenen Portionen haben wir nämlich so gut wie aufgebraucht und wenn ich ehrlich bin, kann ich diese Gerichte mittlerweile auch nicht mehr sehen, geschweige denn essen. Ich hoffe so sehr, dass dieses Elend wirklich bald ein Ende hat. Es stinkt mir gewaltig, wie unflexibel wir aktuell sind und dass ich nicht einfach kochen kann, worauf ich Lust habe, weil ich immer bedenken muss, dass wir kaum Platz für Vorbereitungen haben und der Großteil unserer Küchenausstattung in Kisten verpackt ist. Ich will endlich wieder Ordnung in meinem Haushalt!

Wir werden sehen, wie viele Montagsfragen ich noch beantworten muss, bis die Küche kommt. Heute wüsste Antonia von Lauter&Leise gern folgendes:

Auf welcher Grundlage entscheidest du, ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Oder quälst du dich durch jedes Buch?

Ich gehöre tatsächlich zu der verrückten Spezies, die jedes Buch zu Ende liest, egal, wie furchtbar, langweilig oder anstrengend es ist. Ich weiß, dass es viele Argumente gibt, genau das nicht zu tun und das populärste darunter ist sicher, wie viel kostenbare Lesezeit man spart, wenn man Bücher, die nicht gefallen, abbricht. Sehe ich auch ein. Wirklich. Die Argumente dafür, jedes Buch zu vollenden, wiegen für mich nur schwerer.

Ich könnte jetzt mit all den intellektuellen Gründen beginnen, die aus meiner Sicht dafür sprechen, Bücher grundsätzlich zu Ende zu lesen. Sie haben alle ihre Gültigkeit, aber im Endeffekt weiß ich, dass der für mich stärkste Faktor mein persönliches Befinden ist. Deshalb möchte ich mutig sein und mich outen: Ich fühle mich einfach schlecht, wenn ich mir vorstelle, ein Buch abzubrechen. Ich war noch nie sehr gut darin, Dinge zu beenden. Schon in meiner Kindheit stellte sich heraus, dass ich dazu neige, hundert Dinge anzufangen und nichts zu Ende zu bringen. Diese Tendenz ist nie wirklich verschwunden. Motivation ist für mich stets stark interessengebunden, sobald mich irgendetwas langweilt oder nicht mehr interessiert, habe ich auch keine Motivation mehr, ein angefangenes Projekt zu beenden.

Nur bei Büchern war das nie so, beziehungsweise höchstens sehr sehr sehr selten. Ich kann die Bücher, die ich in meinem Leben zu lesen begonnen und abgebrochen habe, mutmaßlich an einer Hand abzählen und da wäre Lektüre, die ich aus pädagogischen Umständen heraus lesen sollte, bereits drin. Ich bin mir nicht sicher, warum das so ist, warum Bücher die große Ausnahme sind. Ich vermute, dass ich für Geschichten beinahe zwanghafte Neugier und Verpflichtungsempfindungen entwickle. Selbst wenn ich rational nicht daran glaube, dass ein schlechtes Buch plötzlich gut wird, existiert da eine äußerst penetrante Stimme in meinem Kopf, die jedes Mal flüstert: „Und was, wenn doch? Willst du das verpassen?“ Nein, will ich nicht. Auf keinen Fall. Außerdem bereitet mir bereits der Gedanke daran, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, Scham. Ja, Scham. Ich schäme mich schon dafür, dass ich sowas überhaupt denke. Möglicherweise liegt das daran, dass ich mir oft anhören musste, wie verwerflich es ist, dass ich offenbar nichts abschließen kann. Vermischt mit meiner Angst, etwas zu verpassen, bildet sich daraus eine brodelnde, toxische Suppe negativer Gefühle, die ich einfach nicht ertrage. Lieber setze ich mich mieser Literatur aus, als diese Emotionen auszuhalten. Natürlich könnte ich mir nun vornehmen, daran zu arbeiten, diese Empfindungen gar nicht mehr entstehen zu lassen. Da kommen die intellektuellen Gründe ins Spiel.

Als Rezensentin wüsste ich nicht, was ich mit einem abgebrochenen Buch anfangen sollte. Ich finde, es steht mir nicht zu, über ein Werk zu urteilen, dass ich nicht einmal zu Ende gelesen habe. Mir ist bewusst, dass einige meiner lieben Kolleg_innen in solchen Fällen Abbruchberichte schreiben und erklären, wieso sie es nicht beenden, aber ich hätte auch im Rahmen dieser Option das Gefühl, keine fundierte Einschätzung abgeben zu können. Und wer weiß, vielleicht verpasse ich ja wirklich die große Wende, durch die alles einen Sinn ergibt und kann diese dann nicht lobend erwähnen. So selten das ist, es ist bereits vorgekommen, dass mich ein Buch mit einem schwachen Anfang am Ende doch überzeugte.

Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass die Lektüre eines richtig furchtbaren Buches ein köstlicher Spaß sein kann. Es ist hochamüsant, sich über schlechte Handlungskonstrukte, Stereotypen und alberne Dialoge aufzuregen. Young Adult – Literatur eignet sich dafür besonders gut. Habe ich erst mal begriffen, dass nicht die geringste Chance besteht, dass es noch irgendwie besser wird und sich die Geschichte rettet, kann ich es sehr genießen, mich zu echauffieren. Besonders gern schreie ich das Buch dann buchstäblich an und erkläre dem Lieblingsmenschen anschließend, was das Problem ist. Zusammen haben wir schon Tränen gelacht, weil sich Charaktere in meinen Büchern völlig unrealistisch oder daneben benommen haben. Auch an Verrissen kann ich außerordentliche Freude haben, obwohl ich mich immer bemühe, nicht beleidigend zu werden und ein Mindestmaß an Respekt zu wahren. Schließlich weiß ich, dass diese Geschichte jemandem so viel bedeutete, dass er oder sie sie aufschrieb, was mich direkt zum nächsten Punkt bringt.

Meiner Meinung nach ist es ein Zeichen des Respekts gegenüber Schriftsteller_innen, Bücher zu Ende zu lesen. In jeder Geschichte steckt unheimlich viel Zeit und Arbeit. Wenn sich eine Person schon so viel Mühe macht, um mich zu unterhalten, kann ich zumindest auch das Sitzfleisch aufbringen, ihr bis zur letzten Seite die Chance zu geben, genau dieses Ziel zu erreichen. Gelingt es ihr nicht, schade, aber ich kann wenigstens guten Gewissens behaupten, dass ich es versucht habe und kann genau begründen, woran es haperte, weil ich jede Entwicklung der Geschichte miterlebte.

Ich verstehe jede und jeden, der oder die dieses Thema anders betrachtet als ich. Ich beneide auch alle, die sich nicht mit einem Potpourri quälender Emotionen herumschlagen müssen, sobald sie mit dem Gedanken spielen, ein Buch abzubrechen. ich fände es schön, die Wahl zu haben. Ob ich mich wirklich anders verhalten würde, hätte ich nicht sofort ein schlechtes Gewissen, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Wahrscheinlich wären die intellektuellen Gründe für mich noch immer schwerwiegend genug, um weiterhin jedes Buch zu beenden.

Wie entscheidet ihr, dass ihr ein Buch abbrecht, falls ihr das überhaupt tut?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen vielversprechenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jahresrückblick 2020: Ein Buchjahr zwischen Pandemie, radikalen Veränderungen und Wertschätzung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist ein weiteres Mal vollbracht, ein weiteres Mal habe ich das Kunststück bewerkstelligt: Mein Jahresrückblick 2020 ist innerhalb des ersten Monats des neuen Jahres online! Ich stelle fest, dass ich mittlerweile eine gewisse Routiniertheit entwickelt habe und mir die Zusammenstellung deutlich schneller und leichter gelingt. Obwohl ich für die Ausgabe 2020 ein paar Änderungen vorgenommen habe, weiß ich, worauf es ankommt und halte mich nicht mehr ewig an Kleinigkeiten auf. Dank dieser Vertrautheit mit dem Prozess können wir heute gemeinsam auf meine vergangenen 12 Monate literarisch zurückblicken – wie gewohnt umfangreich, detailliert und gespickt mit Zahlen.

Um mein Lesejahr 2020 angemessen zu resümieren, habe ich die zweigeteilte Struktur, die sich in den letzten Jahren bewährt hat, beibehalten. Der erste Part befasst sich mit den reinen Fakten meines Leseverhaltens. Alle Aspekte, die sich in Zahlen wiedergeben lassen, habe ich statistisch ausgewertet, in Diagramme verwandelt und daraus Infografiken erstellt. Dafür habe ich dieses Jahr zum ersten Mal wirklich mit Excel gearbeitet (statt mit handschriftlichen Notizen und einem Taschenrechner) und habe darüber hinaus nur sehr begrenzt auf Piktochart zurückgegriffen. Die Online-Software zur Kreation von Infografiken hat mir in den vergangenen Jahren gute Dienste geleistet, aber mittlerweile sind die grafischen Darstellungsoptionen für mich zu eingeschränkt. Stattdessen habe ich die meisten Grafiken frei Hand mithilfe eines Grafikprogramms und die Diagramme mithilfe von Word entworfen. Ich bin ziemlich stolz darauf, wie weit sich meine grafischen Fähigkeiten verbessert haben, sodass ich die hilfreiche Krücke, die Piktochart lange Zeit darstellte, nun nicht mehr brauche.

Dieses Jahr habe ich Infografiken zu acht verschiedenen Kategorien erstellt, nach denen ich mein Leseverhalten analysiert habe. Ich werde euch jede Folie einzeln präsentieren und anschließend eine Einordnung vornehmen, um herauszufinden, wie sich diese Zahlen in meine bisherige Lesekarriere einreihen. Ich werde kommentieren, interpretieren und bewerten, damit ihr genau versteht, was diese Statistiken für mich konkret bedeuten. Falls ihr Schwierigkeiten habt, die Schrift zu lesen, könnt ihr jede Folie anklicken, dann öffnet sie sich größer in einem neuen Tab. Wie bereits angedeutet, gibt es dieses Jahr jedoch ein paar Veränderungen, die die Kategorien betreffen und mir notwendig erschienen.

Ich habe auf die Auswertung meiner Rezensionsquote verzichtet, weil ich denke, dass dieser Prozentsatz 2020 nicht realistisch widerspiegelt. Ich weiß, dass ich vom vergangenen Jahr noch einen riesigen Stapel ausstehender Rezensionen abzuarbeiten habe, weil ich das Frühjahr fast ausschließlich mit meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ verbrachte. In der Rezensionsquote wären diese Beiträge und die viele Arbeit, die ich dafür aufgewendet habe, nicht abgebildet, deshalb empfinde ich sie für 2020 als nicht aussagekräftig. Vielleicht wird es diese Auswertung für 2021 wieder geben, das weiß ich noch nicht, aber in diesem Jahr schenken wir uns diese Zahl, die ohnehin recht deprimierend ausfallen würde.

Die Kategorie „Sprachenverteilung“, die in der Vergangenheit analysierte, wie viele Bücher ich in englischer und deutscher Sprache gelesen habe, habe ich komplett gestrichen. Ich halte sie für überflüssig, da ich seit einigen Jahren grundsätzlich alle Bücher, die im Original in Englisch erscheinen, auch im Original lese. Es erscheint mir nicht mehr wichtig, wie hoch der Anteil englischer und deutscher Werke nun ist, denn das sagt nichts mehr über mich aus. Mein Englisch hat sich so weit entwickelt, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, ob ich ein Buch lieber übersetzt in meiner Muttersprache lesen sollte. Ebenso habe ich die merkwürdige Annahme, es gäbe eine Konkurrenz zwischen deutschen und englischen Büchern, endlich vollständig abgelegt. Ich behandle sie gleichwertig und habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich häufiger zu englischen Büchern greife. Ich lebe vollkommene literarische Zweisprachigkeit und bin damit sehr zufrieden – es besteht kein Grund mehr, diese Harmonie zu untersuchen.

Außerdem habe ich wie angekündigt die Kategorie „Autor_innen“ neu aufgezogen. Bisher habe ich hierfür stets das Verhältnis von Autoren zu Autorinnen in meiner Lektüreauswahl analysiert, aber diese binäre Einteilung ist meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Erstens zeichnet sich bei mir seit Jahren der Trend ab, dass ich überwiegend zu Büchern greife, auf deren Covern ein männlicher Name prangt. Zweitens finde ich, dass die traditionelle Geschlechtereinteilung nach Männern und Frauen heutzutage gefährlich exkludierend ist. Das Risiko, jemanden zu verletzen, weil ich dieser Person beiläufig eine Binarität aufzwinge, der sie sich selbst vielleicht nicht zugehörig fühlt, ist mir einfach zu groß. Offenheit und Toleranz, immer und überall, im Großen wie im Kleinen.

Nach diesem Ausflug in das aufregende, exotische Land statistischer Zahlen gehen wir zum gemütlichen Teil über. Im zweiten Part des Jahresrückblicks lasse ich 2020 emotional an mir vorüberziehen und beantworte 30 Fragen, die Martina Bookaholics bis 2016 als Formular auf ihrem Blog anbot. Sie selbst verzichtet seit einigen Jahren auf diese kleine Tradition, aber da ich finde, dass die Fragen eine ideale Möglichkeit sind, mein Buchjahr unter emotionalen Aspekten zu resümieren, erhalte ich sie hier am Leben und werde mich ihnen auch für 2020 erneut stellen!

Seid ihr bereit, noch einmal in das seltsame Jahr 2020 abzutauchen? Dann macht es euch bequem, folgt mir in die gar nicht so lang zurückliegende Vergangenheit und lasst euch erzählen, wie 2020 für mich literarisch war!

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Verfasst von - 19. Januar 2021 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Lieber Mini als Maxi?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Lieferung der Küche verzögert sich. Natürlich. Ich habe vorletzte Woche Freitag beim Händler angerufen, weil wir immer noch keinen Termin hatten. Angeblich wurden unsere Möbel letzte Woche fertiggestellt. Theoretisch sollte ich heute einen Anruf von der Montagefirma erhalten, um die Lieferung abzusprechen. Je nachdem, wie deren Kapazitäten aussehen, kann es sein, dass die Küche erst nächste Woche kommt. Großartig. Ich weiß, zwei Wochen Verzögerung sind in der aktuellen Situation vergleichsweise gering, aber ich ärgere mich trotzdem. Nicht nur, weil wir dann einen Monat aus Kisten gelebt haben und uns nur sehr eingeschränkt ernähren konnten, sondern vor allem, weil wir von der Verzögerung gar nicht erfahren hätten, hätte ich nicht angerufen. Als wir die Küche geplant und beauftragt haben, wurde ein Wunschtermin für letzte Woche vereinbart. Mir ist durchaus bewusst, dass für den Händler keine Verbindlichkeit besteht, diesen einzuhalten, doch sie hätten uns zumindest rechtzeitig Bescheid geben können, dass es länger dauert. Dann hätten wir nämlich anders planen und den Abbau der alten Küche sowie die baulichen Vorbereitungen verschieben können. Ich finde es nicht sehr kundenfreundlich, dass sie uns nicht informiert und auf dem Laufenden gehalten haben. Das fuchst mich, schließlich haben wir ihnen bereits eine Menge Geld überlassen.

Glücklicherweise habe ich heute allerdings auch gute Nachrichten: Der Jahresrückblick 2020 geht morgen online! Ein Tusch bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich neben der Arbeit so fleißig daran geschraubt habe und zügig fertig geworden bin. Euch erwarten wieder einmal eine Menge Zahlen, noch mehr Buch-Schwärmerei und ein paar Erkenntnisse, die sogar mich überrascht haben. Schaut morgen auf jeden Fall vorbei, wenn ihr wissen wollt, wie mein Lesejahr 2020 war!

Vor meiner ausführlichen Jahresstatistik steht heute aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise an, denn die lasse ich natürlich nicht ausfallen!

Sind Buch-Adaptionen in der Form von Mini-Serien vielleicht besser als Buch-Adaptionen in der Form von Filmen?

Komme ich heute durch mit „Ist mir egal“? Nein? Na gut, okay, dann etwas ausführlicher.
Mich interessieren Verfilmungen nicht. Es gibt selbstverständlich ein paar wenige Ausnahmen, aber normalerweise sehe ich einfach nicht ein, wieso ich mir Zeit für eine Geschichte nehmen soll, die ich entweder schon kenne oder die ich im Original, also als Buch, kennenlernen möchte. Das Buch ist meist ohnehin wesentlich besser. Mir ist schon klar, dass viele Menschen dankbar dafür sind, wenn ein Buch verfilmt wird, weil sie es dann nicht lesen müssen und ich sehe ein, dass einige Bücher die zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen, um die wichtige Botschaft, die sie vermitteln, einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, zum Beispiel „The Hate U Give“ von Angie Thomas. Aber ich persönlich kann mit Verfilmungen wirklich wenig anfangen und darum ist mir auch egal, wie Bücher nun adaptiert werden, ob als Film oder als Serie.

Grundsätzlich erkenne ich die Vorteile einer Adaption als Serie, weil eine komplexe Geschichte eben nicht auf zwei bis drei Stunden zusammengestrichen werden muss, doch meiner Erfahrung nach führt das oft dazu, dass sich die Drehbuchschreiber_innen massive Freiheiten erlauben. Man denke an „True Blood“ und „American Gods“. Wird die Quintessenz einer Geschichte verfälscht, ärgert mich das, weshalb ich auch um Serien-Adaptionen für gewöhnlich einen weiten Bogen mache. Darum ist mir völlig schnuppe, ob es sich bei der Adaption um eine (Mini-)Serie oder einen Film handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir sowohl das eine wie auch das andere ansehe, ist verschwindend gering.

Zieht ihr die Adaption eines Buches als Serie der Adaption als Film vor?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen produktiven Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesevorsätze 2021?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Puh. Hinter mir liegt ein anstrengendes Wochenende. Wir haben unsere Küche in eine Baustelle verwandelt. Es war laut und schmutzig, der feine Baustaub klebte echt überall. Aber jetzt ist der Raum leer und fertig vorbereitet für die neuen Küchenmöbel. Heute hat der Lieblingsmensch noch gestrichen, während ich im Wohnzimmer im Home Office saß, und morgen kommt der Elektriker. Danach heißt es warten. Wir haben leider noch immer keinen Termin. Theoretisch sollte die neue Küche irgendwann nächste Woche eingebaut werden. Vorsichtshalber haben wir unseren alten Herd noch behalten und nicht in den Keller gebracht, für den Fall, dass sich die Lieferung doch verzögert. Ich versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt, denn ewig halten unsere vorgekochten Vorräte natürlich nicht. 😉

Heute ist der erste Montag des neuen Jahres, den wir selbstverständlich mit der wöchentlichen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise zelebrieren.

Was sind deine Lesevorsätze für 2021?

Abgesehen davon, dass ich mir wieder 85 Bücher als Leseziel gesetzt habe und meine Challenges so erfolgreich wie möglich abschließen möchte? Nein. Es ist die alte Leier: Ich brauche ein paar lockere Ziele, weil sie meinem Leseverhalten Struktur geben, aber es handelt sich dabei lediglich um Richtwerte. Pi mal Daumen – Kalkulationen. Es ist nicht schlimm, wenn ich diese Ziele nicht erfülle. Mir geht es nicht darum, mir am Ende des Jahres auf die Schulter klopfen zu können. Es geht darum, ein Hilfmittel zu haben, um meinen literarischen Weg durch das Jahr ein bisschen besser steuern zu können und durch das Lesebingo sowie die Motto Challenge auch mal Büchern eine Chance zu geben, die sonst vielleicht weiterhin auf meinem SuB einstauben würden. Lege ich am Anfang des Jahres eine Anzahl Bücher fest, die ich lesen möchte, unterstützt mich das außerdem bei meinem Jahresrückblick. Dadurch kann ich leichter reflektieren, wie das Jahr für mich lief, wann ich mich gut konzentrieren konnte, wann nicht und welche Gründe dafür verantwortlich sind. Deshalb entscheide ich mich immer für dieselbe Zahl. Es sind immer 85 Bücher, die ich mal erreiche und mal nicht. Erreiche ich sie nicht, heißt das, mir ist irgendetwas dazwischen gekommen und ich glaube, es lohnt sich, herauszufinden, was das war, um mich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Für mich sind Leseziele also keine Übung in Ehrgeiz – sie sind eine Übung in Selbstliebe.

Habt ihr euch Leseziele für 2021 gesetzt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Neujahrsgrüße, Blogausblick und Gewinnauslosung

Frohes Neues ihr Lieben! 😀

Heute ist der erste Tag des neuen Jahres 2021. Seid ehrlich, fühlt es sich für euch nach Neujahr an? Für mich nicht. Ich empfinde den Jahreswechsel dieses Mal als äußerst unzeremoniell und unatmosphärisch. Einerseits liegt das an den Corona-Einschränkungen. Gestern Vormittag sind der Lieblingsmensch und ich zur Post marschiert, über die normalerweise sehr belebte Hermannstraße, eine der zentralen Verkehrsadern in unserem Bezirk. Neukölln liebt Silvester, eigentlich bricht hier jedes Jahr schon Tage vor dem 31.12. ein Kleinkrieg mit Böllern aus. Dieses Jahr… Nichts. Es war still. Grundsätzlich begrüße ich ein Böllerverbot, sowohl was den Verkauf als auch das Zünden betrifft, weil ich dieser Tradition ausschließlich negative Aspekte abgewinnen kann. Es ist umweltschädlich, es ist gefährlich, es ist teuer, es bereitet der Berliner Stadtreinigung und den Berliner Krankenhäusern große Probleme und wie sehr Tiere aller Art unter dem Lärm leiden, ist allgemein bekannt (Chilli hatte übrigens nie Angst davor, wofür ich sehr dankbar war). Ich finde, man sollte ganz normalen Durchschnittsbürger_innen ohne entsprechende Schulung nicht erlauben, mit Sprengstoff herumzuspielen. Allerdings kann ich nicht leugnen, dass die Stimmung am Silvestertag nicht dieselbe war. Ich bin mir nicht sicher, ob das nun dem Böllerverbot zuzuschreiben ist oder den strengen Kontaktbeschränkungen, die lediglich fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubten, aber ich habe deutlich wahrgenommen, dass die gewohnte Atmosphäre aus Vorfreude, Aufregung und Anspannung fehlte, die Silvester sonst auszeichnet. Das erschien mir schon irgendwie traurig. Ich fand es auch traurig, dass wir unsere Freunde nur über einen Zoom-Call sehen konnten, was wirklich kein echter Ersatz für ein physisches Silvestertreffen ist. Es wollte nicht dieselbe Ausgelassenheit aufkommen.

Andererseits ist meine fehlende Neujahrsstimmung aber auch unsere eigene Schuld. Durch die Vorbereitungen für unsere neue Küche, die hoffentlich in etwa zwei Wochen hier eintrifft, habe ich derzeit einfach andere Prioritäten als den Jahreswechsel. Im Verlauf der vergangenen Woche habe ich im Akkord gekocht, um für uns Mahlzeiten zuzubereiten, die wir dann nur noch aus dem Froster holen und in der Mikrowelle auftauen müssen. Danach mussten wir alle Schränke ausräumen, alles Küchenzubehör sichten, aussortieren und in Kisten verpacken, was übrig blieb. Ich habe eine große Bestellung für alles aufgegeben, was wir neu kaufen wollen. Das Zeug trifft hier jetzt Stück für Stück ein (ich werde mit Mails der DHL bombardiert). Heute bauen wir die leeren Schränke ab und bringen die Möbel in den Keller, damit wir sie irgendwann, nachdem die Küche steht, auf den Wertstoffhof fahren können. Morgen und übermorgen kommt mein Schwiegerpapa und verlegt neuen Boden, neue Kabel und baut Steckdosen ein. Montag will der Lieblingsmensch mit dem Streichen anfangen. Am Dienstag kommt ein Elektriker, um die Kabel fachgerecht anzuschließen. Und dann müssen wir eigentlich nur noch auf die Küche warten. Ihr seht, es ist viel zu tun, daher überrascht es mich nicht, dass der Jahreswechsel ein bisschen untergeht.

Trotzdem möchte ich meinen traditionellen Neujahrsgruß nicht ausfallen lassen, euch heute an meinen Blogplänen für 2021 teilhaben lassen und natürlich auch die Gewinnauslosung von Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge 2020 vornehmen!

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Terry Pratchett – Schweinsgalopp

In Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ gibt es kein Weihnachten. Das Weihnachtsfest wie wir es kennen kann dort nicht stattfinden, weil die damit verbundene christliche Mythologie auf der Scheibenwelt gänzlich unbekannt ist. Allerdings sind viele der Bräuche, die wir bis heute anlässlich von Weihnachten und Silvester praktizieren, deutlich älter als das Christentum. Deshalb hatte Pratchett keinerlei Hemmungen, mithilfe dieser Traditionen für den 20. Band „Schweinsgalopp“ eine Scheibenwelt-Variante von Weihnachten zu entwickeln, die natürlich etwas anders ausfällt. Weihnachten feiert man nicht dort nicht vom 24. bis 26. Dezember, man feiert es an Silvester und Kinder werden nicht vom Weihnachtsmann besucht, sondern vom Schneevater. Bisher jedenfalls…

Überall auf der Scheibenwelt feiert man Silvester. Zum Jahreswechsel wird dekorativ geschmückt, Familien kommen zusammen und alle Kinder warten ungeduldig auf den Schneevater. Eingehüllt in einen roten Mantel fliegt der Schneevater in seinem von vier mächtigen Ebern gezogenen Schlitten durch die Silvesternacht, besucht jedes Haus und belohnt brave Kinder mit Geschenken. Doch dieses Jahr ist das Fest bedroht. Der Schneevater ist verschwunden. Der Glaube an ihn erlischt. Das resultierende Glaubensvakuum erweckt zahllose Mini-Gottheiten zum Leben, die niemand braucht und die jede Menge Ärger verursachen. Ein Ersatz muss her. Da niemand sonst den Job übernehmen kann, springt Tod ein. Sein Kostüm sitzt zwar nicht richtig und mit dem fröhlichen Lachen hat er so seine Probleme, aber Geschenke zu verteilen gelingt ihm erstaunlich gut. Währenddessen versucht seine überaus vernünftige Enkelin Susanne herauszufinden, was mit dem echten Schneevater passiert ist. Wo ist er? Wurde er entführt? Und was hat eigentlich die Zahnfee mit seinem Verschwinden zu tun?

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Verfasst von - 31. Dezember 2020 in Fantasy, High Fantasy, Humor, Rezension

 

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Montagsfrage: Lesehighlight 2020?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Uiuiui, die letzte Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise im Jahr 2020. Nächste Woche haben wir schon 2021. Ich bin fest entschlossen, die letzten Tage des Jahres zu genießen und gleichzeitig effektiv zu nutzen, denn so langsam müssen wir uns auf die neue Küche vorbereiten, die in der zweiten Januar-Woche eintreffen soll. An diesem Wochenende, also direkt nach Neujahr, wird mein Schwiegerpapa die notwendigen Baumaßnahmen umsetzen. Bis dahin muss die Küche soweit wie möglich leer sein. Deshalb werde ich diese Woche einerseits vorkochen, was das Zeug hält und andererseits alle Küchenutensilien aussortieren und das Zeug, das übrig bleibt, in Kartons verpacken. Ein bisschen graut es mir ja davor. Ich wage nicht, vorherzusagen, wie viel unnützer Kram sich angesammelt hat. An Neujahr räumen wir dann alle Möbel aus. So richtig geruhsam kann ich das Jahr 2020 also nicht ausklingen lassen, aber ich hoffe, dass ich trotzdem Zeit finde, den Blog angemessen ins neue Jahr zu schicken, den Jahresrückblick anzufangen und mich für Challenges anzumelden.

An dieser Stelle möchte ich dreist ein bisschen Eigenwerbung einfließen lassen, denn gestern habe ich die neuste Ausgabe von Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge veröffentlicht! Ihr könnt euch ab sofort anmelden und ich lade euch herzlich ein, auch 2021 gemeinsam mit mir 30 zweifelhafte Aufgaben in den Genres High und Low Fantasy zu erfüllen! Ganz am Ende des heutigen Beitrags habe ich das Logo für euch verlinkt, klickt ihr da drauf, gelangt ihr zu meiner Challenge-Seite, auf der ihr alles wichtige erfahrt. Ich hoffe auf rege Beteiligung!

Nun wollen wir aber mal schauen, was Antonia anlässlich der letzten Montagsfrage des Jahres von uns wissen möchte:

Was war dein Lesehighlight 2020?

Da mich in Gedanken bereits mein literarischer Jahresrückblick beschäftigt, habe ich über diese Frage schon nachgedacht. Aktuell stehen auf meiner Liste der 5-Sterne-Bewertungen ganze 11 Bücher, was für mich tatsächlich recht viel ist. Die Auswahl ist also vergleichsweise vielfältig. Trotzdem fällt es mir dieses Jahr sehr leicht, mich für ein Highlight zu entscheiden, denn eines dieser Bücher hatte den mit Abstand größten Einfluss auf mich. Das war „The Fault in Our Stars“ von John Green.

„The Fault in Our Stars“ ist ein massiv gehypter Young Adult – Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ bekannt wurde. Es geht um die unheilbar krebskranke Hazel, die seit ihrer Kindheit gegen den Tod kämpft und sich nach ihrer Begegnung in einer Selbsthilfegruppe in den hinreißenden Augsutus Waters verliebt. Mehr will und muss ich sicher nicht verraten, weil das Buch wirklich extrem populär ist und sogar verfilmt wurde.

Unter normalen Umständen hätte mich diese Geschichte wahrscheinlich nicht hinter dem Ofen hervorgelockt. Ich denke schon, dass sie mir gefallen hätte, aber ich schätze, dass ich sie recht kitschig und ein bisschen berechenbar gefunden hätte. Fünf Sterne hätte ich vermutlich nicht vergeben. Allerdings waren die Umstände für mich nicht normal, als ich das Buch Ende März 2020 las. Ende März 2020 war meine Hündin Chilli seit sechs Monaten tot. Diese Erfahrung bestimmte die Lektüre für mich. Weil ich Chilli sechs Monate zuvor nach einem rasanten, fatalen Krankheitsverlauf auf ihre letzte Reise schicken musste, war „The Fault in Our Stars“ genau das Buch, das ich zu diesem Zeitpunkt brauchte – obwohl ich das nicht wusste, als ich es aus dem Regal zog.

Die schonungslose, entwaffnende Ehrlichkeit und Tabulosigkeit, mit der John Green das Schicksal seiner Protagonsitin Hazel schildert, berührte mich tief in meiner geschundenen Seele. Ich war damals gerade aus dem Allergröbsten heraus, musste nicht mehr ständig weinen und fing an, zu reflektieren, was Chilli und mir eigentlich passiert war. Das Buch half mir dabei. Die Parallelen zwischen dem, was Hazel erlebt und dem, was ich mit Chilli erlebt hatte, waren beinahe unheimlich. All die hässlichen Seiten des Kampfes gegen eine Krankheit und das Sterben, die unschöne Fratze von Trauer und Verzweiflung, waren Stationen, in denen ich mich wiedererkannte und John Greens Beschreibungen fassten vieles in Worte, was ich bis dahin nicht ausformulieren konnte. Ich fühlte mich in einem Ausmaß verstanden, auf das ich nicht zu hoffen gewagt hatte. Es war, als würde der Roman legitimieren, was ich empfand und nahm mir damit eine große Last von den Schultern.

Ich denke, „The Fault in Our Stars“ fand seinen Weg nicht zufällig zu exakt diesem Zeitpunkt in meine Hände. Ich denke, es wurde mir geschickt. Vielleicht vom Universum, vielleicht von Chilli. Egal, wer dafür verantwortlich war, ich bin bis heute unendlich dankbar für diese Intervention. Es gab 2020 kein Buch, das wertvoller für mich war, denn kein anderes Buch unterstützte mich auf dieselbe Weise bei meinem Trauerprozess.

Falls ihr wissen wollt, wie ich diese spezielle Leseerfahrung im Nachhinein reflektierte, lege ich euch meine Rezension dazu ans Herz, die die persönlichste und intimste Besprechung ist, die ich seit langer Zeit veröffentlicht habe. Ihr findet sie HIER

Welches Buch war euer Jahreshighlight 2020?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare! Da wir uns dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr lesen, wünsche ich euch allen einen wunderbaren, sicheren Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass ihr den Jahreswechsel trotz Corona gebührend zelebrieren könnt!

Bevor ich mich verabschiede, hier nun noch wie versprochen das Logo zu meiner Challenge, schaut vorbei und meldet euch an!

Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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[Ankündigung] Sie fürchten weder Tod noch Teufel: Wortmagie’s makabre High Fantasy Challenge 2021

Kürzlich in einer schummrigen kleinen Schenke…

«Hast du es schon gehört? Sie reiten wieder.»

«Wer, Sie

«Na Sie

«Und wenn du es noch fünf Mal wiederholst, ich weiß trotzdem nicht, wen du meinst!»

«Hast du die letzten Jahre unter einem Stein verbracht? Ich meine natürlich diese seltsame Truppe, die regelmäßig auszieht, um Abenteuer zu erleben!»

«Ach so. Die. Dann ist es wohl wieder soweit.

«Scheinbar schon. Man sagt, sie werden von einer Frau angeführt.»

«Von einer Frau? Die Zeiten haben sich wirklich gewandelt.»

«Wem sagst du das? Es heißt, sie scharrt nur die mutigsten und tapfersten Kämpfer und Kämpferinnen um sich, die weder Tod noch Teufel fürchten. Die müssen verrückt sein, sich der anzuschließen.»

«Also ich finde das gar nicht so verrückt.»

«Nein? Was ist bitte vernünftig daran, die Gefahr zu suchen, Monster zu jagen und sich den Hintern im Sattel wundzuscheuern? Schlechtes Essen, kein Dach über dem Kopf und ständig Blut an den Händen? Ich kann mir Schöneres vorstellen.»

«Klar, ein einfaches Leben ist das nicht. Aber denk doch mal an den Ruhm! Paraden und Empfänge, Glanz und Glorie, Bewunderer soweit das Auge reicht! Die müssen ihr Bier bestimmt nie selbst zahlen. Übrigens, mein Krug ist leer. Außerdem habe ich gehört, dass die Anführerin denjenigen von ihnen reich entlohnt, der die meisten Heldentaten innerhalb eines Jahres vollbringt.»

«Wirt, noch einen Halben für meinen guten Freund hier! Ja, das habe ich auch gehört. Soll sich richtig lohnen, die zu beeindrucken.»

«Eben. Und langweilig wird denen garantiert auch nie.»

«Sicher nicht. Ist schon was anderes, als sich tagein tagaus um das Vieh und die Felder zu kümmern.»

Sie trinken eine Weile in kamaradschaftlicher Stille und hängen ihren Gedanken nach.

«Ich habe noch das Schwert meines Großvaters.»

«Das alte Ding? Damit kannst du doch nicht mal Käse schneiden!»

«Na und ob! Ich habe es immer scharf gehalten, Großvater zu Ehren.»

«Ja, und?»

«Ich überlege… Weißt du, ich hab gehört, sie ist in der Stadt.»

«Wer?»

«Die Anführerin! Ich hab gehört, sie rekrutiert.»

«Du willst dich ihr vorstellen? Jetzt ist es passiert: Du hast den Verstand verloren!»

«Habe ich nicht! Ich hab es satt, jeden Tag dieselben Handgriffe zu machen, dieselben Hektar Land zu sehen und nie etwas Größeres zu vollbringen, als Mist zu schaufeln! Ich will die Welt sehen!»

«Na ja, eine Reise wäre schon nett.»

«Hängt bei dir nicht auch noch die Axt deines Onkels an der Wand?»

«Natürlich hab ich die noch. Das Einzige, was er hinterlassen hat.»

Erneut trinken sie in Stille.

«Also, was sagst du?»

«Wozu?»

«Meine Güte, du bist heute aber auch schwer von Begriff! Lass uns ihre Unterkunft aufsuchen!»

«Du willst dich ihr wirklich vorstellen?»

«Ja! Was hab ich schon zu verlieren? Auf dem Hof erfülle ich sowieso nur Hilfarbeiten und meine Mutter piesackt mich oft genug, ich soll mir endlich eine Arbeit suchen und ausziehen.»

«Deiner Mutter möchte ich nicht allein im Dunkeln begegnen, wenn sie schlecht gelaunt ist.»

«Siehst du! Und dich hält hier doch auch nichts!»

«Nicht wirklich…»

«Na dann los, holen wir die Waffen und überzeugen sie davon, uns mitzunehmen!»

Er knallt den Bierkrug auf den Tresen, dass es nur so spritzt und springt auf.

«Na gut, na gut. Ich kann dich ja schlecht allein gehen lassen, du spießt dich noch selbst mit dem Schwert auf.»

Schwerfällig rutscht er von seinem Stuhl.

«Zu deiner Information: Ich übe mit dem Schwert, seit ich laufen kann!»

«Ja ja, du bist ein Meister-Fechter. Wenn du nicht gerade Mist schaufelst.»

«Du wirst sehen, wir werden uns einen Namen machen und in die Geschichte eingehen!»

«Warte mal ab, bis du den ersten Drachen siehst. Dann kannst du froh sein, wenn du dich überhaupt noch an deinen Namen erinnerst!»

«Als könntest du einen Drachen von einer Kuh unterscheiden!»

Zankend verlassen sie die Schenke. In einer dunklen Ecke sitzt eine Gestalt, die ihr Gespräch belauscht hat. Es ist eine Frau. Wenn sie sich bewegt, schimmert unter ihrem langen Umhang das Metall einer gut gepflegten Rüstung hervor. Ihr Gesicht liegt im Schatten ihrer Kapuze. Doch fast scheint es, als würde ein Lächeln ihren Mund umspielen…

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6 Kommentare

Verfasst von - 27. Dezember 2020 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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