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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich habe gestern Abend mit „Dämon, Dämon an der Wand“ (Die Todesengel #4) von Jim C. Hines begonnen und befinde mich auf Seite 46 von 446.

Dämon Dämon an der Wand

 

Ihre Haut ist weiß wie Schnee, ihre Lippen sind rot wie Blut, ihr Haar ist schwarz wie Ebenholz. Ihr Name ist Schneewittchen … und sie arbeitet für den königlichen Geheimdienst als Expertin für Spiegelmagie. Doch eines Tages macht Schnee beim Zaubern einen Fehler und zerbricht ihren Spiegel. Ein bösartiger Dämon wird freigesetzt. Seine Magie verzerrt die Wirklichkeit, lässt sie hässlich und grauenvoll erscheinen. Und auch Schnee fällt unter seinen Bann. Nur gut, dass sie Freundinnen hat, die in solchen Situationen ganz unprinzessinnenhaft durchgreifen.“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Talia stand im Schatten hinter Danielle und ließ die gemurmelten Tischgespräche an sich vorbeirauschen.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Dämon, Dämon an der Wand“ ist der vorerst letzte Band aus der Reihe „Die Todesengel“ von Jim C. Hines. Ich hoffe so, so sehr, dass er eines Tages noch einmal zu dieser grandiosen Idee zurückkehrt und weiter schreibt. Es gäbe noch so viele Märchenfiguren, die die Verantwortung für ihre eigene Geschichte verdienen (was Jim C. Hines‘ erklärtes Anliegen ist, kann man im Nachwort zu „Dämon, Dämon an der Wand“ nachlesen).
Jetzt bin ich aber erst mal sehr gespannt, was mich im vierten Band erwartet. In diesem übernimmt wohl Schnee die Hauptrolle. Ich weiß zwar schon einiges über ihre Vergangenheit, aber bisher sind das alles mehr Fakten und Tatsachen, ohne emotionale Ebene. Ich freue mich auf das Buch.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Reihe am Stück auslese, doch irgendwie ist es im Augenblick genau die richtige Art von Lektüre. Fantasievoll, witzig, leicht und locker, mit einer gehörigen Portion Action zwischendurch. Herrlich, um abzuschalten.

4. Wenn du den Rest deines Lebens nur noch ein Genre lesen dürftest, welches wäre das und warum?

Fantasy. Auf immer und ewig Fantasy. Die Fantasy-Literatur ist meine große Buchliebe. Ich habe mit ihr angefangen und ich hoffe, dass das letzte Buch vor meinem Tod auch Fantasy sein wird. Es gibt mindestens eine Million Gründe, warum ich dieses Genre aus tiefstem Herzen liebe und mit jedem neuen Fantasy-Schmöker kommen neue Gründe hinzu.
Es ist vielseitig, es ist wandelbar, es ist überraschend, es ist magisch, es ist spannend, es ist bunt, es bringt mich zum Lachen und zum Weinen (manchmal innerhalb weniger Seiten). Ich glaube, es gibt kein anderes Genre, das so viele Möglichkeiten bietet wie die Fantasy, weil man sie mit jedem anderen Genre kombinieren kann. Die Fantasy kennt keine Grenzen und folgt nur sehr wenigen Regeln. Alles ist erlaubt, jeder noch so abwegige Gedanke kann zu einer wundervollen Geschichte gesponnen werden. Ich könnte ein ganzes Jahr nur Fantasy lesen und würde mich vermutlich doch nie langweilen und hätte auch nie das Gefühl, bereits alles zu kennen. Und was es nicht alles an Subgenres gibt! High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Humoristische Fantasy, Dark Fantasy (ich nenne das in der Regel einfach „Horror“ :D), Kunstmärchen, Science Fantasy, Animal Fantasy und und und. Die Auswahl ist riesig; für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die verrücktesten und faszinierendsten Ideen sind mir in der Fantasy begegnet.
Mit keinem anderen Genre kann ich die Realität so vollständig vergessen und mich einfach fallen lassen. Ich liebe sie dafür, dass sie mich daran glauben lässt, dass die Wirklichkeit mehr zu bieten hat, als ich mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Sie hält das Kind in mir am Leben. Mein Herz wird für immer der Fantasy gehören. Angenommen, ich könnte tatsächlich nie wieder ein anderes Genre lesen? Das würde mir nur ein Schulterzucken entlocken. Okay. Kein Problem. 😀

Welches Buch lest ihr im Moment und für welches Genre würdet ihr euch entscheiden, wenn ihr für den Rest eures Lebens nur noch dieses eine lesen dürftet?

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten und Kommentare, glaube aber, dass ich mit meiner Liebe zur Fantasy nicht allein dastehe. 😉 Ich wünsche euch allen einen tollen Dienstag!
Alles Liebe,
Elli

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Verfasst von - September 1, 2015 in Uncategorized

 

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Montagsfrage: Lieblingsbuchpärchen?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ach, die nächste Woche soll schon wieder so warm werden. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mittlerweile die Nase voll vom Sommer. Reicht mir. Jetzt darf Herbst werden. Ich brauche wirklich keine 30°, um mich wohl zu fühlen und mir fehlen meine kuschligen Pullis. Unglücklicherweise muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden, bis es wieder kühler wird. Bis dahin muss ich die Zeit irgendwie rumkriegen und das Bloggen hilft mir dabei. 😀 Heute steht wieder einmal die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja an:

Welche Figuren sind eines deiner Lieblingsbuchpärchen?

Da muss ich nicht lange überlegen: Todd und Viola aus der Chaos Walking – Trilogie von Patrick Ness. Ihre Beziehung ist etwas ganz Besonderes, weil sie erst vergleichsweise spät ein Paar werden. Davor sind sie Freunde. Sie lernen sich richtig kennen, geben ihrer Verbindung zueinander die Chance, zu wachsen und sich zu entwickeln. Sie würden für einander sterben, bevor sie sich das erste Mal küssen. Es war wundervoll, zu beobachten, wie sie sich langsam in einander verlieben, zart und unschuldig. Ich hatte das Gefühl, dass ihre Beziehung wirklich ein Fundament besitzt, im Gegensatz zu all den YA-Pärchen, die sich Knall auf Fall und Hals über Kopf in einander verlieben. Ihre Liebe wächst, trotz der furchtbaren Umstände und all der Herausforderungen, die sie überwinden müssen. Natürlich gibt es auch zwischen ihnen Probleme und Hindernisse, aber es fehlt dieses spezielle, oft enervierende Drama, das Teenager-Beziehungen in YA-Dystopien sonst auszeichnet. Kein Liebesdreieck. Sie sind wirklich für einander da und können sich aufeinander verlassen. Tief in ihrem Inneren wissen sie immer, wohin ihr Herz gehört, völlig egal, wie weit sie von den Umständen und anderen Menschen auseinander getrieben werden. Irgendwie hat ihre Liebe mehr Substanz als bei anderen YA-Pärchen. Es erschien mir so logisch, natürlich und selbstverständlich, dass sie früher oder später mehr als Freunde sein werden und zwar nicht, weil es vorhersehbar wäre, sondern weil sie einfach zusammen gehören. Mehr als June und Day, Cassia und Ky, Lena und Alex, Tris und Four. Im Vergleich zu Todd und Viola wirken all diese Beziehungen blass und oberflächlich; bei keinem anderen Paar hatte ich so sehr das Gefühl, dass sie zwei Teile von etwas Größerem, Schöneren sind. Sie sind eigenständige, unabhängige Individuen – aber sie vervollständigen einander.
Oh mein Gott, gleich heule ich los, also belasse ich es jetzt dabei.

Welches Buchpärchen ist euer liebstes und warum?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - August 10, 2015 in Uncategorized

 

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03. 11. 2014 – Montagsfrage: Schon mal gedrückt?

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Hallo ihr Lieben! 🙂
Endlich eine neue Woche. Die letzte war unglaublich anstrengend, also hoffe ich, dass diese wieder etwas entspannter wird und ich dementsprechend auch zum Bloggen komme. Natürlich war ich nicht gänzlich untätig, ich arbeite fleißig an den Rezensionen zu „Das Geheimnis der Großen Schwerter“. Allerdings ist das keine leichte Aufgabe.
Außerdem werde ich die Rezensionen zu „The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry“ und „The Love Song of Miss Queenie Hennessy“, welches ich als nächstes lesen werde, vorziehen. Letzteres habe ich nämlich bei Blog dein Buch gewonnen und möchte es noch innerhalb der 4-wöchigen Frist rezensieren.
Doch heute ist erst mal Montag und damit Zeit für die Montagsfrage von Nina aka Libromanie:

Habt ihr euch schon mal vor einem Buch gedrückt, obwohl ihr es eigentlich lesen wolltet?

Ja, schon. Wobei sich mir die Frage stellt, wie „sich drücken“ in Bezug auf Bücher definiert ist. Ist es drücken, wenn ich den „Ulysses“ immer wieder anfange und nach einigen Seiten zurück ins Regal stelle, weil ich merke, dass ich noch nicht bereit bin? Ich finde nicht. Ich glaube, für jedes Buch, das man lesen möchte, gibt es den richtigen Zeitpunkt und je anspruchsvoller ein Buch ist, desto wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Dazu gehört eben manchmal auch, jahrelang auf diesen Zeitpunkt zu warten. Das empfinde ich dann aber nicht als drücken.
In anderen Fällen ist es aber eindeutig drücken. So erging es mir nämlich mit „Das Geheimnis der Großen Schwerter“. Den ersten Band habe ich ja bereits im Juni gelesen. Ich fand ihn recht gut, doch auch ziemlich langatmig und schwerfällig. Diese beiden Punkte waren es, die mich dazu brachten, mit dem Weiterlesen vier Monate zu warten. Ich wollte die Geschichte weiter verfolgen, war aber demotiviert, weil ich wusste, dass sich Tad Williams‘ Saga nicht so einfach weg liest.
Für mich spielt das im Grunde keine Rolle. Denn was wirklich zählt, ist, dass ich früher oder später meinen inneren Schweinehund überwinde und mich doch einem bestimmten Buch widme. 😉

Wie ist es bei euch? Drückt ihr euch manchmal vor einer Lektüre?

Ich freue mich wie immer über eure Meinungen und Kommentare!

 

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23. 09. 2014 – Banned Books Week 2014

banned books week 2014

Heute bin ich über einen Beitrag von Yvo auf ihrem Blog It’s All About Books gestolpert, der mich ziemlich nachdenklich hat werden lassen. Ihr Beitrag ist von einer Initiative inspiriert, die sich „Banned Books Week 2014“ nennt und von der American Library Association ins Leben gerufen wurde. Die ALA kämpft für intellektuelle Freiheit, die ihrer Meinung nach in den USA bis heute regelmäßig eingeschränkt wird, indem Bücher und Publikationen verboten oder angezeigt werden können. Angezeigt, das bedeutet, dass Eltern einen Antrag stellen können, um ein Buch verbieten zu lassen, wenn sie überzeugt sind, die Lektüre sei unpassend für ihre Kinder. Kommt so ein Antrag durch, was glücklicherweise nur selten der Fall ist, wird das betreffende Buch aus Bibliotheken entfernt und der Zugang dementsprechend verhindert.
ALA veröffentlicht Zahlen zu diesen Anträgen. Sie machen sichtbar, welche Bücher aufgrund welcher Vorbehalte wie oft angezeigt werden und welche Bücher sogar verboten werden. In der Dekade von 2000 bis 2009 waren das laut ALA 5.099 Anträge, davon

  • 1.577 Anzeigen wegen „sexueller Freizügigkeit“
  • 1.291 Anzeigen wegen „anstößiger Sprache“
  • 989 Anzeigen, weil das Material „unpassend für die Altersgruppe“ sei
  • 619 Anzeigen wegen „Gewalt“‚
  • 361 Anzeigen wegen „Homosexualität“
  • 274 Anzeigen wegen „okkulten“ oder „satanistischen“ Themen
  • 291 Anzeigen wegen den vermittelten „religiösen Ansichten“
  • 119 Anzeigen, weil sich das Material „gegen die Familie“ richte

Die ersten vier Punkte scheinen recht logische Gründe zu sein, um ein Buch für Kids verbieten zu lassen, oder? Das Problem daran ist, dass jeder Mensch diese Punkte unterschiedlich streng interpretiert. Werfen wir mal einen Blick auf die Top 10 der angezeigten Bücher im Jahr 2013:

  1. „Captain Underpants“ (Reihe), von Dav Pilkey
    Gründe: anstößige Sprache, unpassend für die Altersgruppe, Gewalt
  2. „The Bluest Eye“, von Toni Morrison
    Gründe: anstößige Sprache, sexuelle Freizügigkeit, unpassend für die Altersgruppe, Gewalt
  3. „The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian, von Sherman Alexie
    Gründe: Drogen/Alkohol/Rauchen, Rassismus, anstößige Sprache, sexuelle Freizügigkeit, unpassend für die Altersgruppe
  4. „Fifty Shades of Grey“, von E.L. James
    Gründe: Nacktheit, anstößige Sprache, religiöse Ansichten, sexuelle Freizügigkeit, unpassend für die Altersgruppe
  5. „The Hunger Games“, von Suzanne Collins
    Gründe: religiöse Ansichten, unpassend für die Altersgruppe
  6. „A Bad Boy Can Be Good for A Girl“, von Tanya Lee Stone
    Gründe: Drogen/Alkohol/Rauchen, Nacktheit, anstößige Sprache, sexuelle Freizügigkeit
  7. „Looking for Alaska“, von John Green
    Gründe: Drogen/Alkohol/Rauchen, sexuelle Freizügigkeit, unpassend für die Altersgruppe
  8. „The Perks of Being a Wallflower“, von Stephen Chbosky
    Gründe: Drogen/Alkohol/Rauchen, Homosexualität, sexuelle Freizügigkeit, unpassend für die Altersgruppe
  9. „Bless Me Ultima“, von Rudolfo Anaya
    Gründe: Okkultes/Satanismus, anstößige Sprache, religiöse Ansichten, sexuelle Freizügigkeit
  10. „Bone“ (Reihe), von Jeff Smith
    Gründe: politische Ansichten, Rassismus, Gewalt

Nehmt euch ruhig mal die Zeit, euch diese 10 literarischen Werke anzusehen. Mir hat eine kurze Recherche nämlich gezeigt, dass ich den Großteil der Anzeigen als unbegründet und überempfindlich einschätze. „The Hunger Games“, von Suzanne Collins vermittelt religiöse Ansichten? Ich kann mich nicht erinnern, dass mir etwas in der Art aufgefallen wäre. „The Bluest Eye“ – Toni Morrison WOLLTE schockieren. Es geht schließlich um realen Rassismus in den 40er Jahren.
Aber gut, vielleicht findet ihr diese Auswahl noch irgendwie nachvollziehbar. Schauen wir uns mal ein paar Titel an, die von 2000 bis 2009 verboten oder angezeigt wurden:

  • „Harry Potter“ (Reihe) von J.K. Rowling
  • „The Adventures of Huckleberry Finn“ von Mark Twain
  • „The Color Purple“ von Alice Walker
  • „Catcher in the Rye“ von J.D. Salinger
  • „To Kill A Mockingbird“ von Harper Lee
  • „Beloved“ von Toni Morrison
  • „Brave New World“ von Aldous Huxley
  • „Slaughterhouse-Five“ von Kurt Vonnegut
  • „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury
  • A Prayer for Owen Meany“ von John Irving
  • „Goosebumps“ (Reihe) von R.L. Stine

Wenn ihr die komplette Liste sehen möchtet, klickt HIER. Mich haben gerade diese Bücher sehr überrascht, weil sie erstens zu großen Teilen in den Bestenlisten dieser Welt auftauchen (siehe Let’s talk about…) und zweitens… ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll, es erscheint mir einfach unglaublich ignorant, diese Bücher verbieten zu wollen. Gerade „Slaughterhouse-Five“ von Kurt Vonnegut ist ein so wichtiges und trauriges Buch, ein so deutliches Statement gegen Krieg, dass es mich schmerzt, zu sehen, dass es Menschen gibt, die nicht wollen, dass es gelesen wird. Und die „Gänsehaut“ – Serie von R.L. Stine? Also mal ehrlich, ich habe diese Grusel-Romane als Kind gelesen (so mit 12, 13) und hatte viel Spaß daran. Geschadet hat es mir meiner Meinung nach nicht.
Wenn ich mir diese Auflistungen ansehe, bin ich sehr froh, dass es die ALA gibt. Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für die Freiheit des geschriebenen Wortes einsetzen. Danke.

Die Frage, die sich mir aufdrängte, ist die nach der Situation in Deutschland. Sicher habt ihr, wie auch ich, bereits vom sogenannten Index gehört. Bei uns kümmert sich die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien um die Indizierung von Büchern, eine Unterabteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ich habe versucht, mir diese Indexliste anzusehen. Das ist allerdings nicht so einfach, weil nur ein Teil selbiger überhaupt veröffentlicht wird und dieser öffentliche Teil ebenfalls aus rechtlichen Gründen nicht einfach publiziert werden kann. Möchte man den Index zu Rate ziehen, muss man die offizielle Veröffentlichung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kaufen. Ja, die verdienen Geld mit diesen Informationen.
Kurz gesagt: es gibt in Deutschland einen Index, den man aber nicht problemlos einsehen kann.
Auch hier können Anträge zum Verbot bestimmter Medien gestellt werden, das beinhaltet Bücher, Filme, Musik und Spiele. Indiziert bedeutet in der Regel erst einmal nur, dass diese Medien jugendgefährdend sind und deswegen nur an volljährige Bürger verkauft werden dürfen, Stichwort FSK 18. Mir ist das sogar schon passiert, dass ich ein PS3-Spiel kaufen wollte und dafür meinen Ausweis vorlegen musste. Es gibt allerdings auch Medien, die überhaupt nicht verkauft oder erworben werden dürfen, meist, wenn eine Straftat wie Volksverhetzung vorliegt.
Eine Indizierung ist für 25 Jahre gültig, danach muss das Medium aus dem Index gelöscht und gegebenenfalls neu geprüft werden.
Das klingt alles erst mal sehr typisch deutsch. Bürokratisch eben. Aber lasst das mal sacken. Deutsche Bürger sollen Geld dafür bezahlen, den Index einsehen zu können.
Für indizierte Medien besteht darüber hinaus ein absolutes Werbeverbot. Der Versandhandel ist strengen Auflagen unterworfen was den Verkauf dieser Medien angeht. Daraus ergibt sich eine Situation, in der eigentlich niemand richtig erfährt, was indiziert ist und was nicht. Eine Debatte hinsichtlich der Angemessenheit einer Indizierung wird dementsprechend massiv erschwert. Es ist die alte Frage: wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure? Uns wird von oben vorgegeben, was angeblich jugendgefährdend ist. Das ist nicht sehr demokratisch, wenn ihr mich fragt. Obwohl der Verbotsmechanismus bei uns in meinen Augen objektiver abläuft als in den USA, halte ich ihn für unzureichend. Natürlich habe ich nichts dagegen, dass Bücher verboten werden, die beispielsweise volksverhetzend sind. Eine Straftat ist und bleibt nun mal eine Straftat. Auch halte ich es nicht für falsch, den Zugang zu bestimmten Medien für Jugendliche zu erschweren oder unmöglich zu machen. Was mich stört, ist das Wie.

Wie seht ihr das? Was haltet ihr von Verboten und Indizierungen von Medien?

Findet ihr es richtig, wie die Mechanismen in Deutschland und den USA ablaufen? Würdet ihr daran etwas verändern? Empfindet ihr es als Zensur?

 
 

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13. 07. 2014 – Argh, Prioritäten setzen!

Ich weiß, dass ihr das kennt. Ihr alle.
Es gibt Phasen im Leben, da muss man tun, was man eben tun muss und muss das, was man tun möchte, hinten anstellen. So geht es mir im Moment. Ich möchte lesen. Ich möchte bloggen. Ich möchte Fußball gucken. Ich möchte das schöne Wetter genießen. Das sind die Dinge, die ich tun möchte. Dummerweise bin ich vernünftig. nicht-lustig-schuleDeswegen setze ich Prioritäten und lerne stattdessen. Die Klausurenphase ist jedes Semester ein Akt enormer Willensanstrengung für mich. Selbstdisziplin vs. Sorglosigkeit. Zwei Titanen treffen auf einander. Ein Kampf auf Leben und Tod. Blut spritzt. Die Erde bebt. Am Ende triumphiert immer die Selbstdisziplin, aber die Sorglosigkeit gibt nicht so schnell auf. Heimlich ergaunert sie sich winzige Bröckchen Zeit. In der Bahn lesen statt zu lernen. Sie ist die große Verführerin, die mir schmutzig-süße Optionen ins Ohr flüstert, wenn die Selbstdisziplin gerade nicht guckt. Immer wieder lasse ich mich auf die Sorglosigkeit ein; wir werden Verbündete. Sie bringt mich dazu, mit der Selbstdisziplin zu verhandeln und kleine Freiräume zu schaffen. Tango mit meinem Belohnungssystem. „Wenn du auf der Hinfahrt lernst, darfst du auf der Rückfahrt lesen“. „Du lernst, bis das Fußballspiel anfängt“. „Vier Stunden, dann gibt es einen Schokoriegel und eine kleine Pause“.
Das ist Stress. Dieser ständige Kampf, dessen Schlachtfeld mein Kopf ist. Ich mache drei Kreuze, wenn das nächste Woche endlich vorbei ist. Und die Sorglosigkeit und ich Hand in Hand in den Sonnenuntergang reiten.

Also: gebt mir bis nächste Woche Zeit. Dann läuft hier wieder alles normal. Ich verfasse wieder fleißig Rezensionen und habe den Kopf frei für Buch-Gedanken. 😉
Wenn ihr mögt, könnt ihr euch hier gern über ähnliche Phasen eures Lebens auskotzen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. 🙂

 

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11. 07. 2014 – Nuyen ist abgehoben, Follet unheimlich & Kafka blöd: wie Vorurteile mein Leseverhalten beeinflussen

Am Montag dieser Woche habe ich auf Jules Blog Zroyas Papiergeflüster eine Rezension zu Jenny-Mai Nuyens Roman „Noir“ gelesen. Im Anschluss habe ich ihr via Kommentar erzählt, dass ich diese Autorin nie gelesen habe und auch nie lesen möchte, weil ich einmal ein Interview mit ihr bei TV Total gesehen habe. Dort erzählte sie, statt eines festen Partners (oder einer Partnerin) mehrere feste Musen zu haben. Auf die Frage, ob ihre Beziehung zu diesen Menschen platonischer Natur sei, konnte sie nicht antworten. Wer das Interview sehen möchte, einmal HIER klicken.
Ich bin ein rationaler Mensch. Dementsprechend war mein erster Gedanke „Meine Güte, wie abgehoben“. Für mich ist diese spirituell-esoterisch angehauchte Beschreibung ihrer Beziehung zu den Menschen, die sie inspirieren, einfach Quatsch. Ich fasste für mich den Beschluss, Jenny-Mai Nuyen nicht mal eine Chance geben zu wollen, weil ich mir dachte, dass diese gewollte Mystik, die sie in dem Interview durchscheinen ließ, sich sicherlich auch in ihren Büchern niederschlägt. Für sie reichen normale Inspirationsquellen offenbar nicht, nein, die Dame braucht direkt mal mehrere Musen. Pfff. Bei diesem Gedanken kann ich nur mit den Augen rollen. Nennt mich Frevlerin, nennt mich Zweiflerin, aber so empfinde ich nun einmal.

Jules Rezension zu „Noir“ erinnerte mich wieder an meine Meinung von Jenny-Mai Nuyen, an die ich ewig nicht gedacht habe. Ich habe mir die Zeit genommen, mir noch einmal das Interview anzusehen, um zu überprüfen, ob sich meine Einstellung geändert hat. Hat sie nicht. Ich bin ehrlich genug zu mir selbst, um meine Abneigung korrekt definieren zu können. Sie ist ein Vorurteil. Ich kenne Jenny-Mai Nuyen nicht persönlich, ich habe nie ein Buch von ihr gelesen. Das einzige, woran ich meine Meinung festmache, ist diese Antwort in einem Interview. Obwohl ich sonst sehr darauf achte und mir Mühe gebe, vorurteilsfrei durch mein Leben zu watscheln, schäme ich mich nicht für diese vorgefasste Meinung, weil ich nicht davon ausgehe, der Autorin damit irgendwie zu schaden.
Aber es brachte mich zu der Überlegung, ob es noch weitere AutorInnen oder Bücher gibt, die ich nicht lese, weil ich Vorurteile habe. Die Antwort lautet ganz klar: Ja. Die gibt es, massenhaft. Wenn es mir so geht, dachte ich weiter, vielleicht ergeht es meinen LeserInnen genauso.
Heute möchte ich also mit euch über Meinungen zu Büchern und AutorInnen sprechen, die eigentlich jeglicher Grundlage entbehren.

Welche Bücher und/oder AutorInnen meidet ihr, weil ihr einmal etwas gehört habt, dass euch abgeschreckt hat? Was war es, dass ihr gehört habt?

Mein Vorurteil von Jenny-Mai Nuyen kennt ihr nun bereits. Um euch Mut zu machen, zu euren Vorurteilen ebenso zu stehen wie ich, möchte ich euch noch zwei weitere Beispiele nennen.

Ich mache seit Jahren einen weiten Bogen um Ken Follet. Mal davon abgesehen, dass ich kein begeisterter Anhänger von historischen Romanen bin, traue ich dem Mann einfach nicht. „Die Säulen der Erde“ umfasst in der Taschenbuch-Ausgabe von Bastei Lübbe 1296 Seiten (amazon-Angabe). „Die Tore der Welt“ (ebenfalls als TB bei Bastei Lübbe) ist 1312 Seiten stark. Wie kann ein Mann zu fiktiven historischen Geschichten so viel zu sagen haben? Das ist mir unheimlich. Außerdem spielt hier natürlich wieder dieses populäre-Bücher-Phänomen rein. Meiner Empfindung nach findet die ganze Welt Ken Follet toll. So paradox es ist, eine kleine Stimme in mir sagt, dass ich seine Bücher genau deswegen nicht mögen würde. Ich WILL sie auch gar nicht mögen, eben weil alle anderen sie anscheinend gut finden.
Das gleiche galt lange für Stephen King. King schreibt in einem Tempo, als würde das Schicksal der modernen Welt davon abhängen. Ich war überzeugt, dass seine Bücher nicht gut sein können. Bis ich „ES“ las. Ich war einfach so neugierig auf das Buch, das meiner Mutter Albträume verschafft hat. Heute habe ich selbst eine kleine King-Sammlung im Regal. Ihr seht, auch wenn ich Vorurteile habe, siegt die Neugier, bin ich durchaus in der Lage, meine Meinung noch einmal zu überdenken und zu ändern.

Das nächste Vorurteil betrifft einen Autor, von dem ich tatsächlich schon ein Buch gelesen habe. Weil ich es musste: Schulliteratur. ich spreche von Franz Kafka. Wenn ihr die Diskussionsrunden zu den Bestenlisten verfolgt habt, werdet ihr gesehen haben, dass hinter den Büchern von Kafka immer das Symbol für „Niemals“ steht. Ich glaube, es war in der 11. Klasse, als wir „Die Verwandlung“ lesen mussten und uns mit Kafka als Autor genauer beschäftigt haben. Das heißt, wir haben auch ein paar der Briefe an seinen Vater gelesen. Obwohl ich fand, dass sich „Die Verwandlung“ flüssig und nicht sonderlich anspruchsvoll las, bin ich seitdem der festen Überzeugung, dass Kafka einfach einen Knall hatte und komplett überschätzt wird. Völlig beherrscht von seinen Vater-Komplexen; von einer dunklen, verdrehten Fantasie getrieben, die in mir keinerlei Lehren hinterlassen hat. Ich habe durch „Die Verwandlung“ nichts gelernt und ich finde es auch nicht wertvoll. Nicht jeder, der dringend eine tiefenpsychologische Behandlung bräuchte, schreibt auch herausragende Literatur.
Der vernünftige Teil meines Ichs sagt mir immer wieder, dass Kafka vermutlich durchaus eine Berechtigung hat, in den Bestenlisten dieser Welt aufzutauchen. Er sagt auch, dass ich in der 11. Klasse vielleicht noch nicht bereit für seine tiefere Symbolik war. Und dass „Die Verwandlung“ eventuell einfach das falsche Buch für eine Annäherung an ihn war. Aber der sture Teil meiner Persönlichkeit beharrt auf seiner Meinung. Der vernünftige Part wird schnell zum Schweigen gebracht, ohne groß zu argumentieren. „Kafka ist blöd. Basta“. Eines Tages wird die Vernunft möglicherweise über die Sturheit triumphieren. Aber bis dahin lebe ich weiter fröhlich mit meinem Vorurteil.

Nun seid ihr dran. Teilt eure Vorurteile mit mir, ich bin furchtbar neugierig! Wie immer soll dieser Beitrag nicht dazu dienen, sich gegenseitig anzugiften. Vorurteile hat man eben, das ist menschlich, dafür muss sich niemand schämen und niemand sollte sich angegriffen fühlen. 😉

 

 

 

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