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Archiv der Kategorie: Young Adult

Lauren Oliver – Vanishing Girls

2016-10-11-oliver-vanishing-girls

Langsam aber sicher mausert sich Lauren Oliver zu einer Autorin, der ich blind vertraue. Abgesehen von ihren Kinderbüchern habe ich bisher all ihre Veröffentlichungen gelesen und wurde nicht ein einziges Mal enttäuscht. Ich weiß, dass ich mit ihren Büchern im Grunde nichts falsch machen kann und denke nicht einmal mehr darüber nach, ob ich sie lesen möchte. So kam es, dass ich „Vanishing Girls“ auf meine Wunschliste setzte und kaufte, ohne jemals den Klappentext gelesen zu haben. Ich ging völlig unbelastet an das Buch heran. Ich vertraute Lauren Oliver, dass sie mich erneut überzeugen würde.

Betrachtet sich Dara im Spiegel, wird sie an den Unfall erinnert. Wann immer sie ihr von Narben entstelltes Gesicht sieht, überwältigt sie die Wut auf ihre Schwester Nick. Nick, die am Steuer saß. Nick, die das Unverzeihliche tat. Nick, die das heilige Band zwischen Schwestern verriet.
Betrachtet Nick alte Fotos, die sie und Dara gemeinsam zeigen, möchte sie angesichts der Ungerechtigkeit laut schreien. Es ist nicht fair, dass ihre Schwester sie mit Schweigen straft und so tut, als existiere sie nicht. Daras schwere Verletzungen sind nicht allein ihre Schuld. Schließlich war nicht sie es, die den Sicherheitsgurt löste.
Der Unfall riss einen tiefen Graben zwischen die beiden Schwestern. Doch Blut ist dicker als Wasser und als Dara an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, ist Nick fest entschlossen, sie zu finden. Sie ist überzeugt, dass eine Verbindung zu der 9-jährigen Madeline Snow besteht, die ebenfalls vermisst wird. Was ist mit Dara und Madeline passiert? Wurden sie entführt? Nick läuft die Zeit davon. Um ihre Schwester zu finden, muss sie sich ihren Erinnerungen an die Nacht stellen, die alles veränderte: die Nacht des Unfalls.

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Verfasst von - November 8, 2016 in Rezension, Thriller, Young Adult

 

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Cory Doctorow – Little Brother: Homeland

„Little Brother: Homeland“

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Reihe: Little Brother #2

Originaltitel: Little Brother: Homeland

Autor: Cory Doctorow

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 480 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453268830

Genre: Thriller > Young Adult & Realistische Fiktion > Politik

ausgelesen am: 26.04.2014

Bewertung:

Meine erste literarische Begegnung mit dem Autor Cory Doctorow war einer dieser Zufälle im Leben, für die man im Nachhinein sehr dankbar ist. Sein Roman „Little Brother“ fiel mir auf einem Grabbeltisch einer großen deutschen Buchhandlungskette in die Hände; ich klopfe mir bis heute selbst dafür auf die Schulter, dass ich mir ab und zu die Zeit nehme, solche Tische mit preisreduzierten Büchern systematisch stapelweise durchzusehen.
Cory Doctorow schreibt sehr moderne Romane, die sich eingängig und nachvollziehbar mit Themen wie Datenschutz, Netzsicherheit und Privatsphäre beschäftigen. In „Little Brother“ zeigt er, wie schnell sich eine Stadt in einen Überwachungsstaat verwandeln kann und dass es nur beherzte Individuen wie Marcus Yallow braucht, um sich dagegen zu wehren. „Little Brother: Homeland“ ist nun die Fortsetzung von Marcus‘ Geschichte.

Zwei Jahre nach den Ereignissen in San Francisco, die Marcus Yallow zu einer Berühmtheit in der Hackerszene gemacht haben, sieht das Leben des jungen Computerspezialisten weniger rosig aus als erwartet: er musste sein Studium abbrechen, findet einfach keinen Job und auch seine Eltern sind arbeitslos geworden. Trotzdem fährt er gemeinsam mit seiner Freundin Ange auf das Burning Man Festival. Es ist dieses Festival mitten in der Wüste, das seine Existenz sogleich verbessert als auch verkompliziert: zwar wird ihm endlich ein Job als Webmaster bei einem unabhängigen Kandidaten für die Senatorenwahl anboten; doch trifft er dort auch Masha wieder, die ihm einen USB – Stick mit hochsensiblen Regierungsdaten übergibt. Marcus muss nun entscheiden, was er mit den Daten anstellt; veröffentlicht er sie, riskiert er damit erneut seine Sicherheit und gleichzeitig seine neue Anstellung. Während er noch darüber grübelt, wie er die Wahrheit ans Licht bringen kann, ohne selbst abermals ins Fadenkreuz der Regierung zu geraten, wird ihm die Entscheidung abgenommen: sein Laptop und das Netzwerk, in dem er die Daten aufarbeiten wollte, werden gehackt und Unbekannte stellen die Informationen für jeden sichtbar ins Internet. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und Marcus muss wieder einmal einen Ausweg aus einer Situation finden, in der ihm sowohl die Regierung als auch wirtschaftliche Unternehmen auf den Fersen sind.

Ich bewundere Cory Doctorow zutiefst für seine Fähigkeit, komplizierte technische Vorgänge so zu erklären, dass sie im Grunde auch ein Laie verstehen kann. Er weckt in mir das Interesse und die Neugier für Programmierung und Hacking; er macht mich darauf aufmerksam, dass ich noch viel mehr für meine eigene Sicherheit im Netz tun kann und er vermittelt mir eine Ahnung davon, wie und wo ich anfangen kann, meine Kenntnisse zu erweitern. „Homeland“ führt den Aufruf des ersten Bandes „Little Brother“ nahtlos fort, sich für ein freies und offenes Netz einzusetzen. Der gesamte Roman strotzt nur so vor intelligenter Kritik an Regierung und Wirtschaft und demaskiert das amerikanische System schonungslos. In einer Zeit, in der wir uns in Deutschland mit den Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden und dem daraus resultierenden NSA – Skandal auseinander setzen müssen, verdeutlicht Cory Doctorow scharfsinnig, dass die Datensammelwut von Regierungen und Unternehmen das Symptom eines wesentlich größeren Problems ist. Wir müssen Einschnitte in unsere Privatsphäre nicht kommentarlos hinnehmen, wir können uns wehren. Diese Botschaft wird durch Doctorows äußerst sympathischen und lebensechten Protagonisten übertragen; Marcus ist eine wunderbar ausgearbeitete, runde Figur. Glaubhaft lässt der Autor ihn zwischen seinem Gewissen und seinen Ängsten stehen; er hadert mit der immensen Verantwortung, die er unfreiwillig trägt.
Darüber hinaus haben mich die Ausmaße der beschriebenen Demonstrationen regelrecht mitgerissen; ich bekam eine Gänsehaut, als ich mir vorstellte, wie es sein muss, mit hunderttausenden von Menschen gemeinsam für das gleiche Ziel auf die Straße zu gehen. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass ich das eines Tages selbst erleben darf.

„Little Brother: Homeland“ bekommt von mir ohne zu zögern fünf Sterne, weil der Roman mich wirklich berührt und auch beeinflusst hat. Es kommt nicht oft vor, dass ein Buch bleibende Spuren bei mir hinterlässt, die über simplen Unterhaltungswert hinausgehen, doch Cory Doctorows Thriller hat es geschafft. In meinen Augen ist es ein wichtiges Werk, das den Zeitgeist zielsicher erfasst und für die aktuellen Problematiken unserer modernen Gesellschaft sensibilisiert.
Ich möchte sowohl „Homeland“ als auch den Vorgänger „Little Brother“ allen meinen LeserInnen ans Herz legen, auch denjenigen, die mit Hardware und Software eigentlich nichts am Hut haben. Beide Romane sind tolle Einsteigerwerke in die faszinierende Welt der Programmierung, die von Cory Doctorow anhand einer spannenden und mitreißenden Handlung leicht verständlich dargestellt wird.

 

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Lauren Oliver – Panic

„Panic“

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Autor: Lauren Oliver

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 416

Verlag: HarperCollins

Sprache: Englisch

ISBN: 0062295144

Genre: Realistische Fiction > Young Adult & Thriller > Young Adult

ausgelesen am: 28.03.2014

Bewertung:

Lauren Oliver zählt zu meinen liebsten AutorInnen von Young Adult Romanen; ich verfolge ihr Schaffen recht aufmerksam. Meiner Auffassung nach kann sie sich unheimlich gut in die Gefühls- und Lebenswelten Jugendlicher hineinversetzen und diese den LeserInnen nachvollziehbar vermitteln. Bisher habe ich vier ihrer Romane mit Begeisterung gelesen: „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ („Before I Fall“), welcher sich mit dem Tod und der Nachhaltigkeit unserer Handlungen auseinander setzt, sowie ihre dystopische „Delirium“ – Trilogie, die international viel positive Kritik erhalten hat. Als ihr neustes Werk „Panic“ angekündigt wurde, war es für mich keine Frage, dass ich dieses sofort auf meine Wunschliste setzen musste.

Panic ist ein Spiel. Ein Spiel, das sich gelangweilte Jugendliche der Kleinstadt Carp im Bundesstaat New York irgendwann ausdachten, um den Sommer herum zu bekommen. Wann und wer, das weiß niemand mehr. Die Teilnehmer müssen verschiedene furchteinflößende und gefährliche Aufgaben bewältigen; der Sieger bekommt eine enorm hohe Geldsumme, für die das ganze Schuljahr über gesammelt wird. Jeder kann teilnehmen, oder zumindest jeder, der in der Abschlussklasse ist. Heather Nill wollte eigentlich nicht mitspielen. Es war eine Kurzschlussentscheidung. Für den Außenseiter Dodge Mason hingegen stand schon lange fest, dass er teilnehmen würde. Im Verlauf des Spiels, das Stück für Stück immer mehr außer Kontrolle gerät, müssen die beiden lernen, dass es weit mehr Gründe gibt, bei Panic mitzumachen, als nur den schnöden Mammon. Jeder hat Geheimnisse; Panic bringt diese ans Licht.

„Panic“ ist eine wunderbare Geschichte von Angst und Mut. Sie verdeutlicht einmal mehr aufs Neue, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern zu handeln, OBWOHL man Angst hat. Das Spiel Panic fungiert hierbei eigentlich nur als Katalysator für das Potential, dass in den Protagonisten des Romans sowieso schon vorhanden war. Es schafft den Rahmen, um Heather und Dodge zu zeigen, dass in ihnen mehr steckt, als sie bis dahin annahmen. Auf diese Weise ist „Panic“ auch ein Roman über das Erwachsenwerden, ein perfekter Vertreter der Initiationsliteratur.
Die Idee des Spiels an sich mochte ich wirklich sehr, da diese so vorstellbar und realistisch ist. Wer hat nicht schon einmal einen Sommer verbracht, in dem man einfach nichts zu tun hatte, außer in den Tag hinein zu leben und sich fürchterlich zu langweilen? Außerdem beschleunigt es Heathers und Dodges Entwicklung fesselnd und mitreißend; die Ungewissheit von Panic, die dauerhafte Anspannung der Teilnehmer überträgt sich auch auf den Leser und schürt die Neugier, wissen zu wollen, was die nächste Aufgabe ist, wer sie besteht, wer scheitert und somit rausfliegt. Es erscheint unausweichlich, denn die Mitspieler brauchen Panic aus ganz unterschiedlichen Motiven. Es füllt eine entscheidende Lücke in dem Gefüge der Kleinstadt Carp.
Müsste ich die Hauptfigur des Romans benennen, würde ich ohne zu zögern Heather auswählen. Obwohl Lauren Oliver ihre Geschichte abwechselnd aus Heathers und Dodges Perspektive erzählt, liegt der Fokus doch eher auf der jungen Frau und weniger auf dem undurchsichtigen Außenseiter. Zwar fühlte ich mich Dodge sehr nahe, doch Heather nimmt das ganze Buch über mehr Raum ein, was die Bindung an sie intensiver gestaltet. Sie gefielen mir trotzdem beide, waren sympathische Protagonisten, die gut ausgearbeitet sind. Das Ende des Romans empfand ich hinsichtlich Dodge jedoch als etwas enttäuschend, denn Heather steht erneut im Mittelpunkt und die LeserInnen erfahren nichts über seine Zukunft. Diese Fixierung auf Heather wirkte sich leider auch auf die Nebencharaktere aus, die ein wenig blass blieben und über die ich gern mehr erfahren hätte. Besonders Heathers beste Freundin Natalie, die gleichermaßen an Panic teilnimmt, hätte meines Erachtens nach mehr Aufmerksamkeit verdient. Sie verfolgt ebenfalls eigene Ziele und schreckt nicht vor der Manipulation ihrer Freunde zurück, um diese zu erreichen; ihre emotionale Motivation für dieses Verhalten hätte mich brennend interessiert.

Mit „Panic“ konnte Lauen Oliver meine Meinung von ihr als sehr einfühlsame Young Adult Autorin erneut bestätigen. Sie neigt dazu, ihre Protagonisten in Extremsituationen zu katapultieren und kombiniert diese mit den alltäglichen Problemen des Erwachsenwerdens. Diese Mischung ist es, die mich immer wieder überzeugt; zusätzlich zu ihrem flüssigen, packenden Schreibstil. Ich kann „Panic“ guten Gewissens an alle Freunde des Genres empfehlen.
Olivers nächster Roman „Rooms“ wird laut Beschreibung eine Lektüre für Erwachsene mit übernatürlichen Elementen sein. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Autorin schlagen wird, wenn sie sich an eine andere Zielgruppe wendet.

 

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