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Archiv der Kategorie: Young Adult

Antonia Michaelis – Der Märchenerzähler

Recherchiere ich Autor_innen für meine Rezensionen, freue ich mich immer, wenn ich in ihren Biografien und Interviews etwas finde, das mich mit ihnen verbindet. Bei Antonia Michaelis ist der Kitt zwischen uns allerdings so unwahrscheinlich, dass ich mir ungläubig die Augen rieb. In einem Interview wurde sie gefragt, ob sie sich noch an das erste Buch erinnere, das sie je gelesen habe. Sie antwortete, das wäre mit 5 Jahren ein Buch über drei kitschige kleine Katzen gewesen, die mit einem Wollknäuel spielten. Ich kenne das Buch! Es war auch eins meiner Kinderbücher! Zugegeben, ich weiß nicht, ob wir dasselbe Buch meinen, aber mir gefällt die Vorstellung. Glücklicherweise ist „Drei Kätzchen“ kein Hinweis auf die Qualität von Michaelis‘ eigenen Büchern. Sie überzeugte mich mit „Die Worte der Weißen Königin“ – nun wollte ich sie mit „Der Märchenerzähler“ erneut auf die Probe stellen.

Auf dem Schulhof kursieren über den polnischen Kurzwarenhändler die wildesten Gerüchte. Er schwänzt die Schule. Er lebt in einem Plattenbau. Er verkauft Drogen. Für Anna war ihr schweigsamer Mitschüler kaum mehr als ein verschwommener Schemen am Rande ihrer Wahrnehmung. Bis zu dem Tag, an dem sie die Puppe findet. Plötzlich erhält der polnische Kurzwarenhändler einen Namen. Er heißt Abel Tannatek und verfügt über eine magische Stimme. Er ist ein Märchenerzähler, der sich rührend um seine kleine Schwester Micha kümmert, für die er wundervolle Geschichten erfindet. Schon bald ist Anna von ihm verzaubert und entdeckt Gefühle, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Doch sie spürt auch, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Märchen nimmt eine beängstigende Wendung. Welche finsteren Geheimnisse verbirgt Abel? Tiefer und tiefer versinkt Anna in einem undurchsichtigen Strudel von Fantasie und Realität und erkennt, dass das Märchen vielleicht kein Happy End haben kann…

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Kody Keplinger – The DUFF

Im Mai 2017 erhielt ich über die Motto-Challenge eine Leseaufgabe, die für mich eine echte Herausforderung darstellte: ich sollte Liebesgeschichten lesen. Da ich Chic-Lit nicht mag, war ich erst mal ratlos. Enthielt mein Bücherregal überhaupt Bücher, die ich mir anrechnen durfte? Eine Recherche ergab, dass die Auswahl unerwartet groß ist, zumindest, wenn wir Liebesgeschichten nicht mit Liebesromanen gleichsetzen. „The DUFF“ von Kody Keplinger lag ziemlich genau ein Jahr auf meinem SuB. Die Challenge hat unter anderem den SuB-Abbau zum Ziel, also entschied ich, dass dieser Young Adult – Roman ein guter Einstieg in das neue Monatsmotto wäre.

DUFF. Designated Ugly Fat Friend. Diese unverschämte Beleidigung ließ Bianca Piper durchdrehen. Ihr war bewusst, dass sie ihren besten Freundinnen bezüglich ihres Aussehens nicht das Wasser reichen kann. Es war in Ordnung für sie, die Clevere zu sein, die gute Noten bekommt und auf ein unerschöpfliches Repertoire sarkastischer Bemerkungen zurückgreifen kann. Doch dass ausgerechnet Wesley Rush, der notorische Weiberheld der Schule, behauptete, sie sei in ihrer Clique das Mädchen, das die anderen besser aussehen lasse, weil sie selbst als dickes, hässliches Entlein durchginge, schlug dem Fass den Boden aus. Ihre Synapsen hatten einen Kurzschluss. Sie muss vorübergehend unzurechnungsfähig gewesen sein, denn sonst hätte sie sich niemals auf diese seltsame „Feindschaft mit Zusatzleistungen“ mit Wesley eingelassen. Nun ist es zu spät für Vernunft. Plötzlich sind Gefühle im Spiel, die weder Bianca noch Wesley erwarteten. Kann aus tiefer Abneigung tatsächlich Liebe werden?

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Lynn Weingarten – Wherever Nina Lies

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„Wherever Nina Lies“ von Lynn Weingarten ist ein weiteres Buch, das es dank des Lesebingos 2016 auf meinen Kindle schaffte. Ich wählte es für die Aufgabe „Lies ein Buch, in dem die Hauptfigur wie du heißt“ aus. Da ich einen seltenen polnischen Nachnamen trage, hatte ich keine Hoffnungen, die Aufgabe mit diesem erfüllen zu können. Also konzentrierte ich mich bei meiner Suche nach passender Lektüre auf meinen Spitznamen, unter dem mich alle Welt kennt. Ich war positiv überrascht, als sich herausstellte, dass Lynn Weingarten eine New York Times Bestsellerautorin ist, deren Roman „Suicide Notes From Beautiful Girls“ viel Zuspruch erhielt. Optimistisch, dass ich mit „Wherever Nina Lies“ nicht allzu falsch liegen könnte, begann ich die Lektüre und freute mich darauf, die Protagonistin Ellie kennenzulernen.

Ellies Leben ist aus dem Gleichgewicht. Seit ihre große Schwester Nina vor zwei Jahren spurlos verschwand und nicht einmal eine Nachricht für sie und ihre Mutter hinterließ, plagt sie die Frage, was mit ihr geschehen ist. Sie weiß, dass sie sich an jeden Strohhalm klammert, der sich ihr bietet und falsche Hoffnungen zerstörerisch sein können. Doch als sie in einem alten Buch auf eine Zeichnung von Nina stößt, ist sie fest überzeugt, dass ihr Fund kein Zufall ist. Es ist ein Zeichen. Ihre beste Freundin Amanda hält sie für verrückt, aber Ellie weiß einfach, dass Nina gefunden werden möchte. Hals über Kopf stürzt sie sich in eine verzweifelte Schnitzeljagd. Dankbar für jede Hilfe, die sie bekommen kann, zögert sie nicht, Unterstützung von Sean anzunehmen, obwohl sie ihn kaum kennt. Ihr gemeinsamer Road Trip deckt düstere Geheimnisse auf – ist Ellie wirklich bereit, die Wahrheit über Nina zu erfahren?

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Jeff Zentner – The Serpent King

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Jeff Zentners Weg zur Literatur war – zumindest meiner Meinung nach – etwas unkonventionell. Als er zu schreiben begann, hatte er sich seinen Berufswunsch nämlich bereits erfüllt: er ist Musiker. Als Gitarrist veröffentlichte er fünf Alben und arbeitete unter anderem mit Iggy Pop. Darüber hinaus ist er als Songwriter aktiv. Ich habe in seine Musik reingehört. Ein bisschen zu melancholisch für meinen Geschmack, aber der Einfluss der Südstaaten klingt deutlich heraus. Fakt ist, Jeff Zentner ist gut genug, um von seiner Musik leben zu können. Den Entschluss, ein Buch für Jugendliche zu schreiben, fasste er durch seine Arbeit im Tennessee Teen Rock Camp und im Southern Girls Rock Camp. Ihn fasziniert dieser Lebensabschnitt und ihn fasziniert die Art und Weise, wie Jugendliche Kunst erleben, wie sie an den Kunstwerken festhalten, die sie lieben. Er wollte ein Ziel für diese Hingabe erschaffen. Heraus kam „The Serpent King“.

Dill leidet seit Jahren unter seinem vollen Namen: Dillard Wayne Early Jr. Es ist der Name seines Vaters. Er ist der Sohn des Schlangenpriesters, über den sich ganz Forrestville, Tennessee, das Maul zerreißt. Seit sein Vater im Gefängnis sitzt, begleiten Dill die Tuscheleien auf Schritt und Tritt, mehr als je zuvor. Ohne seine Freunde Lydia und Travis wäre sein Leben unerträglich. Doch da nun ihr letztes gemeinsames Schuljahr anbricht und Lydia danach in New York aufs College gehen möchte, muss sich er damit auseinandersetzen, dass ihre kleine verschworene Gemeinschaft ein Ablaufdatum hat. Während Lydia plant, die Welt zu erobern und ihre Zukunft herbeisehnt, weiß er nicht einmal, ob er eine Zukunft hat. Zerrissen zwischen den Verpflichtungen gegenüber seiner Familie und seinen eigenen Wünschen ist er wie paralysiert von der Aussicht auf Veränderung. Dill muss sich entscheiden: wird er dem Druck seiner Wurzeln nachgeben, oder sich Flügel wachsen lassen?

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Verfasst von - 23. November 2016 in Realistische Fiktion, Rezension, Young Adult

 

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Ann Redisch Stampler – Afterparty

2016-02-21 - Stampler Afterparty

Los Angeles, die Stadt der Engel. Für Emma ist sie das Symbol eines Neuanfangs, denn sie hat die Nase voll davon, ein Engel zu sein. Sie war stets eine gute, pflichtbewusste Tochter, die ihren überfürsorglichen Vater niemals enttäuschte. Damit soll jetzt Schluss sein. Emma möchte leben, Fehler machen, Dummheiten begehen. Als Emma Siobhan kennenlernt, scheint ihre Verwandlung in greifbarer Nähe, denn sie ist alles, was Emma sich bisher nicht traute zu sein. Lügen, Alkohol, Partys, Drogen – Siobhan kennt keine Grenzen. Emma ist von ihrer neuen besten Freundin fasziniert und merkt nicht, dass sie am Abgrund entlang tänzelt. Ein ums andere Mal lässt sie sich auf Sibs Spielchen ein und riskiert mehr als nur ihre Tugendhaftigkeit. Erst als Dylan in ihr Leben tritt und Emma beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen, erkennt sie, dass ihre Freundschaft toxisch ist. Sie versucht, sich zurückzuziehen, doch vielleicht ist es dafür bereits zu spät. Denn in einem unbedachten Moment schloss Emma einen Pakt mit Siobhan. Einen Selbstmordpakt.

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Lilly Linder – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

2015-12-07 - Lindner Was fehlt wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner wurde berühmt durch die Veröffentlichung ihrer Biografie „Splitterfasernackt“ im Jahre 2011. Zugegebenermaßen ist dieses Buch an mir völlig vorbeigegangen. Der Name Lilly Lindner schob sich erst in mein Bewusstsein, als ihr neuster Roman „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ durch die Blogs tingelte und in höchsten Tönen gelobt wurde. Die Begeisterung der Blogger_innen war so groß, dass ich entschied, es lesen zu wollen, obwohl ich Bücher zum Thema psychische Erkrankungen mittlerweile eher meide. Was mich überzeugte, war, dass es sich bei diesem Buch um einen Briefroman handelt und Lindner die Perspektive einer Angehörigen einnimmt.

Für die 9-jährige Phoebe ist ihre große Schwester das Zentrum ihrer Welt. Niemand versteht sie so wie April. Doch nun ist April fort. Ihre Eltern haben sie in eine Klinik gebracht, weil sie krank ist. Phoebe versteht nicht, was Magersucht eigentlich bedeutet, aber sie spürt sehr genau, dass die Krankheit ihre Familie zerreißt. Allein mit Millionen Fragen tut sie das einzige, das ihr einfällt, um mit der Sehnsucht nach ihrer Schwester fertig zu werden: sie schreibt April Briefe. Obwohl sie niemals eine Antwort erhält, schickt sie fast täglich Worte hinaus in die Stille. Denn nur die Worte ermöglichen es Phoebe, die Leere, die April hinterlassen hat, einen kurzen Moment zu ertragen.

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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Realistische Fiktion, Young Adult

 

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Sara Farizan – If You Could Be Mine

2015-09-06 - Farizan If You Could Be Mine

„If You Could Be Mine“ ist ein weiteres Buch, das ich auf der Young Adult – Bestenliste des Rolling Stone entdeckte. Die Autorin Sara Farizan ist die Tochter iranischer Einwanderer, wurde allerdings in den USA geboren. Außerdem ist sie lesbisch. Normalerweise ist mir die sexuelle Orientierung von Autor_innen egal, doch in diesem Fall spielt sie eine wichtige Rolle, weil „If You Could Be Mine“ wohl nicht entstanden wäre, wäre Sara Farizan heterosexuell. Ihre iranischen Wurzeln bedeuten ihr viel, sie gehören zu ihrer Identität, daher kam sie nicht umhin, sich während der Zeit ihres Comingouts zu fragen, wie ihr Leben aussähe, wäre sie im Iran aufgewachsen und nicht in den USA. Ihr fehlte Literatur, die genau diese Frage behandelte – also entschied sie als Erwachsene, das Buch zu schreiben, dass sie sich als Teenager wünschte.

Seit sie sechs Jahre alt war, liebt Sahar Nasrin. Damals begriff sie noch nicht, was diese Liebe bedeutet. Sie wusste nicht, dass es verboten ist, ein anderes Mädchen zu lieben. Heute weiß sie, dass ihre Gefühle ihr Leben bedrohen. Denn im Iran wird Homosexualität noch immer mit der Todesstrafe geahndet. Sahar ist bereit, ihre Liebe geheim zu halten, sich stetig zu verstecken, nur um mit Nasrin zusammen sein zu können. Doch Nasrin sieht mit Sahar keine Zukunft, obwohl sie ihre Gefühle erwidert. Als sie sich mit einem Mann verlobt, bricht für Sahar eine Welt zusammen. Soll sie nur zusehen, während die Frau, die sie liebt, einen anderen heiratet? Verzweifelt fasst Sahar einen gefährlichen Entschluss. Homosexualität mag im Iran ein Todesurteil sein, Transsexualität ist es jedoch nicht. Ließe sie sich zu einem Mann operieren, könnte Sahar Nasrin sogar heiraten. Wird sie ihre eigene Identität für die Liebe opfern?

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Jennifer Brown – Hate List

„Hate List“

Hate List

Autor: Jennifer Brown

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 405

Verlag: Little, Brown Books for Young Readers

Sprache: Englisch

ISBN: 0316041459

Genre: Realistische Fiktion > Young Adult

ausgelesen am: 17.05.2015

Bewertung:

Amokläufe an Schulen üben eine morbide Faszination auf mich aus. Das mag seltsam klingen, aber so ist es. Nicht die Tat an sich, nicht die Opfer, sondern die psychischen Prozesse, die dazu führen, dass es überhaupt so weit kommen kann, faszinieren mich. Ich möchte einfach verstehen, wie ein junger Mensch so tief in die Verzweiflung und in den Hass getrieben werden kann, dass er/sie keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zu morden. Der lauten Tragödie, die SchülerInnen und LehrerInnen angetan wird, geht immer eine leise Tragödie voraus, die meist niemand bemerkt. Es gibt immer Anzeichen.
In „Hate List“ verschiebt die Autorin Jennifer Brown den Fokus von der Tat selbst auf das Danach. Was passiert mit denjenigen, die überleben?

Vor fünf Monaten hat ein einziger Schüler das Leben an der gesamten Garvin High für immer verändert: Nick Levil, der Shakespeare liebte und in all seinem Hass entschied, an diesem verhängnisvollen Tag im Mai in der Cafeteria das Feuer zu eröffnen. Er hinterließ Trauer, Schmerzen und die Liste. Die Liste, die Valeries Idee war und von der Nick seine Ziele aussuchte. Obwohl sie drei Jahre ein Paar waren, wusste Valerie nichts von Nicks furchtbaren Plänen. Sie war diejenige, die ihn aufhielt, einem Mädchen das Leben rettete und dafür selbst angeschossen wurde. Nick nahm sich das Leben – Valerie überlebte. Doch da die Liste eigentlich ihr gehörte, glaubt nicht nur die Polizei, dass sie in die Planung involviert war. Jetzt, fünf Monate später, muss sie sich dem Trümmerfeld stellen, das ihre große Liebe verursachte.

Ich empfehle euch, einen großen Becher Eis bereit zu stellen, wenn ihr „Hate List“ lesen möchtet. Dieses Buch ist so schmerzhaft, dass ihr einen Seelenschmeichler brauchen werdet. Ich habe es innerhalb eines Tages ausgelesen, weil es mich einfach nicht mehr losließ. Jennifer Brown schildert Valeries Kampf mit ihren eigenen Gefühlen und den Umständen unglaublich intensiv und sehr realistisch. Ich konnte mich hervorragend in sie hineinversetzen und baute eine starke, solide Verbindung zu ihr auf, sodass ich ihre widerstreitenden Emotionen verstehen und selbst spüren konnte. Brown lenkte meine Aufmerksamkeit auf das, was nach einem Amoklauf gern ausgeblendet und verteufelt wird: dass auch ein Amokläufer eine Familie hat und es Menschen gibt, die ihn lieben. So schrecklich Nicks Taten waren, Valerie kann ihre starken Gefühle für ihn nicht einfach ausschalten. Sie endeten nicht mit Nicks Morden, weil es für Val unmöglich ist, das Bild von ihrer großen Liebe mit dem Bild des Amokläufers in Einklang zu bringen. Der Nick, den sie noch immer liebt, hatte Hoffnungen, Träume, Pläne und eine Vergangenheit. Den Nick, der Amok lief, kannte sie nicht. Für sie sind es zwei völlig verschiedene Personen und es verletzt sie auf einer abstrakten Ebene, dass das ganze Land Nick zur Hölle wünscht. Natürlich ist es für sie auch nicht leicht, damit umzugehen, dass es Menschen gibt, die ihr die Schuld an der Tragödie geben und sich wünschen, dass sie sich ebenfalls erschossen hätte. Darunter sie selbst. Schreckliche Schuldgefühle plagen sie, weil sie nicht erkannte, welch düstere Gedanken Nick umtrieben und weil sie die Liste begann, die Nick offenbar dazu inspirierte, die Menschen zu erschießen, die ihnen beiden ihrer Meinung nach Unrecht taten. Während sie ihre furchtbaren Erlebnisse verarbeitet, beschäftigt sie sich viel mit der Frage, ob sie tief in ihrem Herzen wollte, dass diese Menschen sterben. Ob es mehr als nur eine Bewältigungstaktik für all ihre Wut war. Mir wurde dabei bewusst, wie leichtfertig Valerie vor dem Amoklauf mit dem Wort „Hass“ umging. Sie hat nie darüber nachgedacht, was die Aussage „Ich hasse dich“ wirklich bedeutet und verwendete sie viel zu schnell, um ihren Zorn auszudrücken. Wenn der Amoklauf neben Schmerz und Trauer noch einen weiteren Effekt hatte, dann den, dass zumindest einige der Überlebenden ihr Verhalten kritischer reflektieren. Das gilt für Val, aber auch für Jessica, diejenige, die Val vor einem tödlichen Schuss rettete. Vor diesem Tag im Mai war Jessica die typische verwöhnte Cheerleader-Zicke. Jetzt ist sie… anders. Immer noch sie selbst, aber eine bessere Version. Dass Val sie vor dem Tod bewahrte, änderte alles für sie. Ich mochte sie sehr, weil ich spüren konnte, wie sehr sie sich anstrengt, zu einem besseren Menschen zu werden. Sie reicht Val die Hand und hat großen Anteil daran, dass Val ins Leben zurück findet. Es ist schwer für sie, aber sie vergibt Val. Und sie vergibt auch Nick.
Nach so einer Tragödie brauchen die Wunden lange, um zu heilen, selbst wenn oberflächlich erneut Normalität herrscht. Doch Zeit und der unbedingte Wille, zu leben, können helfen, aus Chaos, Wut und Schmerz etwas zu erschaffen, das größer und besser ist als je zuvor. Weil eine Tragödie auch immer daran erinnert, wie kostbar das Leben ist. Vergebung ist wohl eine der schwierigsten Herausforderungen überhaupt. Wenn wir nur genauso leicht von Vergebung wie von Hass sprechen würden. Doch Valerie findet sie. Auch in dem Menschen, von dem sie es am wenigsten erwartete: sich selbst.

Ich finde „Hate List“ großartig. Traurig, tragisch und düster, aber auch hoffnungsvoll, mutig und stark. Ähnlich wie die Personen, die es behandelt, ist es auf der emotionalen Ebene sehr komplex. Jennifer Brown erinnert uns daran, dass selbst ein Amokläufer gute Eigenschaften haben kann und kein Mensch eindimensional ist. Es ist ein Buch, das Gänsehaut verursacht. Es ist ein Buch, das kräftig auf die Tränendrüse drückt, ohne es zu wollen. Einfach, indem es genau das zeigt, was das Leben außergewöhnlich und kompliziert zugleich macht: Gefühle. Rohe, ungefilterte Gefühle, die atemberaubend schön und unglaublich hässlich sein können. Freude, Schuld, Reue, Liebe, Schmerz, Hoffnung, Verlust – was Val fühlt, werdet auch ihr fühlen, wenn ihr euch auf „Hate List“ einlasst. Eine Achterbahn der Emotionen, die nach einem Becher Eis verlangt.

 
 

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Stephen Chbosky – The Perks of Being a Wallflower

„The Perks of Being a Wallflower“

The Perks of Being a Wallflower

Autor: Stephen Chbosky

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 231

Verlag: Simon & Schuster

Sprache: Englisch

ISBN: 147111614X

Genre: Realistische Fiktion > Young Adult

ausgelesen am: 08.05.2015

Bewertung:

„The Perks of Being a Wallflower” von Stephen Chbosky streifte lange Zeit immer wieder meine Aufmerksamkeit, bevor ich endlich entschied, es zu lesen. Ähnlich wie der Protagonist Charlie flog es sozusagen unter meinem Radar. Der endgültige Impuls, dieses Buch meiner Bibliothek hinzuzufügen, habe ich tatsächlich der Verfilmung „Vielleicht lieber morgen“ zu verdanken, denn ich wollte den Film nicht sehen, bevor ich das Buch kannte. Interessanterweise war Stephen Chbosky maßgeblich an der Produktion des Films beteiligt; er schrieb das Drehbuch und führte Regie. Bis heute ist „The Perks of Being a Wallflower” Chboskys einziger Roman. Er arbeitet in der Filmbranche als Drehbuchautor und Regisseur, hat aber meines Wissens nach nie wieder ein Buch geschrieben, was mich ein wenig wundert. Schließlich schaffte es „The Perks of Being a Wallflower” 1999 sogar auf die New York Times Bestsellerliste.

Charlie ist nicht populär. Er ist nicht beliebt. Er ist ein Mauerblümchen, jemand, der nur zusieht, während andere ihr Leben leben und genießen. Das war schon so, bevor sein bester Freund Michael Selbstmord beging. Jetzt, ohne Michael, ist Charlie ganz allein. Doch man sagt nicht umsonst, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Denn während er noch mit seinem Verlust kämpft, begegnet Charlie Sam und Patrick. Die Geschwister öffnen ihm ihre Herzen und fangen ihn auf, ziehen ihn weg von der Seitenlinie seiner Existenz und zeigen ihm, was es wirklich bedeutet, zu leben. Charlie betritt die unbekannte Welt der Dates, Partys und Familiendramen und merkt gar nicht, dass er auf dem besten Weg ist, erwachsen zu werden.

„The Perks of Being a Wallflower” ist ein wundervolles, berührendes Buch. Für mich kam es nur leider etwa 10 Jahre zu spät. Damit meine ich nicht, dass ich mit der Thematik des Erwachsenwerdens nichts mehr anfangen kann. Ich weiß diesen Briefroman auch heute noch durchaus zu schätzen. Aber ich bin überzeugt, das Buch hätte mir weit mehr geben können, hätte ich es mit 15, 16 Jahren gelesen. Es hätte meinen eigenen Selbstfindungsprozess unterstützt. Es hätte mir das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Ich bedauere dieses Versäumnis sehr, denn auch für mich war die Teenagerzeit nicht einfach. Ich wünschte, Charlie und ich hätten uns schon viel früher kennengelernt und wären gemeinsam erwachsen geworden. Von ihm hätte ich mich verstanden gefühlt, weil er ein so süßer, intelligenter und sensibler Junge ist. Vielleicht hätte ich mich sogar ein bisschen in ihn verknallt. Durch die Jahre und die Lebenserfahrung, die ich Charlie heute voraushabe, fiel es mir schwer, nicht ständig über seine psychische Verfassung nachzudenken. Diese spielt natürlich eine Rolle und ist einer der Gründe für sein Außenseiterdasein, aber es ist nicht fair, ihn darauf zu reduzieren. Ich musste mich anstrengen, ihn so zu nehmen, wie er eben ist und ihn nicht permanent zu analysieren. Trotzdem konnte ich es nicht völlig vermeiden, weil er, ungeachtet seiner positiven Eigenschaften, kein Charakter ist, in den ich mich mir nichts, dir nichts hineinversetzen konnte. Das lag daran, dass Charlie unglaublich distanziert ist. Gegenüber der Realität, anderen Menschen und sogar sich selbst. Er steht immer irgendwie außerhalb, schwebt über allem und wirkte auf mich häufig verträumt und nicht richtig präsent. Daraus resultierend ist er jedoch ein sehr aufmerksamer Beobachter. Er nimmt selbst nicht (immer) teil, aber er sieht Dinge. Er nimmt die Menschen um sich herum genau so wahr, wie sie wirklich sind. Das ist eine kostbare und beeindruckende Fähigkeit. So wenig er in Kontakt mit seinen eigenen Gefühlen steht, umso talentierter ist er darin, die Gefühle anderer zu lesen und zu deuten. Für Charlie existieren die Masken, die Menschen Tag für Tag aufsetzen, um den Schein zu wahren, nicht. Es ist nahezu paradox, wie empathisch er ist, angesichts dessen, dass er sich selbst meist nicht versteht. Ich habe mir sehr oft für ihn gewünscht, dass er nur einmal richtig in sich geht und seine Emotionen erkundet. Dass er herausfindet, wieso er tief in seinem Inneren so traurig und das Bedürfnis, mit jemandem zu reden, der ihn versteht, so stark ist, dass er Briefe an einen Fremden schreibt. Obwohl er neue Freunde findet, die er fast schon vergöttert, vertraut er niemandem von ihnen genug, um sein Herz auszuschütten. Auch mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Geschwistern kann er nicht reden, denn für sie spielt er nur eine untergeordnete Rolle. Charlie schreibt es nicht nieder, aber ich denke, er fühlt sich oft überflüssig und manchmal sogar unerwünscht.
All seiner sozialen Tollpatschigkeit zum Trotz erlebt Charlie eine wahrhafte Entwicklung, die so sanft und allmählich passiert, dass er sie selbst wohl kaum bemerkt. Es spricht stark für Stephen Chboskys schriftstellerisches Talent, dass sich diese Entwicklung auch auf mich übertrug. Mein Gefühl für Charlie veränderte sich. Den Großteil des Buches über empfand ich eine diffuse, beklemmende Traurigkeit; ich hatte das Gefühl, Charlie beschützen und an die Hand nehmen zu müssen. Am Ende des Romans hingegen hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, ihn gehen zu lassen, weil ich davon überzeugt war, dass er sein Leben meistern wird.

„The Perks of Being a Wallflower” macht seiner Kategorisierung als Young Adult – Roman alle Ehre. Selten habe ich einen Vertreter der Initiationsliteratur gelesen, der so perfekt auf Jugendliche und ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Natürlich kann man dieses Buch auch als erwachsener Mensch lesen; seine besondere Wirkung erzielt es meiner Meinung nach aber tatsächlich nur bei der Zielgruppe. Denn sich an seine Teenagerzeit zu erinnern ist etwas völlig anderes, als wie Charlie mittendrin zu stecken.

 
 

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Kelley York – Modern Monsters

„Modern Monsters“

Modern Monsters

Autor: Kelley York

Format: Kindle Edition

Seitenzahl: 352 Seiten (Print-Ausgabe)

Verlag: Entangled Teen

Sprache: Englisch

ASIN: B00P5TU4QG

Genre: Realistische Fiktion > Young Adult

ausgelesen am: 24.05.2015

Bewertung:

„Modern Monsters“ ist wieder mal eine ARC-Version, zur Abwechslung jedoch kein Debüt. Kelley York hat schon einige Bücher geschrieben, die alle überwiegend positive Bewertungen bei Goodreads erhalten haben. Sie nutzt den Young Adult-Bereich, um relativ unkonventionelle Ideen zu verarbeiten. Ihre Charaktere und Geschichten sind düster; sie thematisiert Probleme, die nicht gerade zum normalen Alltag von Jugendlichen gehören, sondern Extreme darstellen. Zu ihrem Repertoire gehören Selbstmord, Vergewaltigung und Mord, aber sie ist auch eine der wenigen AutorInnen des Genres, die Homosexualität ansprechen. In „Modern Monsters“ nimmt sie eine ungewöhnliche Perspektive ein: die eines jungen Mannes, der zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt wird.

Victor Howard fristete sein Leben im Schatten seines besten Freundes Brett. Brett ist der Beliebte, der Coole – Vic hingegen war derjenige, dessen Namen kaum jemand kannte. Jetzt kennt ihn jeder und das nur, weil er auf einer Party einem Mädchen half, dem es schlecht ging: Callie Wheeler. Denn Callie wurde vergewaltigt und das Letzte, woran sie sich erinnert, ist Vics Gesicht. Inmitten all der Anschuldigungen, Drohungen und Verdächtigungen fasst Vic einen Entschluss. Er wird nur dann wieder frei leben können, wenn er herausfindet, was auf der Party wirklich geschehen ist. Gemeinsam mit Callies bester Freundin Autumn begibt er sich auf die Suche nach dem Täter. Doch je näher er der Wahrheit kommt, desto mehr gerät sein Leben aus den Fugen, bis er nicht mehr weiß, ob er ihr gewachsen ist.

„Modern Monsters“ ist ein gutes Buch, das ist unbestritten. Es hat mich unterhalten und gefesselt. Ich bin jedoch der Meinung, dass Kelley York aus ihrer interessanten Idee noch weit mehr hätte herausholen können, wodurch das Buch nicht nur gut, sondern herausragend hätte werden können. Es wirkte ein bisschen, als hätte sie Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen. Das Thema, das sie gewählt hat, ist in sich selbst bereits brisant – vielleicht traute sie sich nicht, dessen volle Schwere zu entfalten und entschied sich deshalb, die Handlung eher seicht zu gestalten. Schon durch die Konstruktion des Charakters ihres Protagonisten Vic nahm sie der Geschichte einige Schärfe. Vic ist schüchtern, verständnisvoll und verzeihend. Er nimmt es Callie nicht ein einziges Mal übel, dass sie der Polizei seinen Namen nannte. Er ist so sensibel, dass mir als Leserin von Anfang an klar war, dass er nicht in der Lage gewesen wäre, Callie so etwas Schreckliches anzutun. Ich hätte gar nicht erleben müssen, wie Vic sich um das betrunkene Mädchen auf der Party kümmert, um davon überzeugt zu sein. Das macht ihn natürlich sehr sympathisch und liebenswert; man kann quasi nicht anders, als ihn zu mögen. Meiner Meinung nach schlachtete Kelley York das Klischee des missverstandenen, gehemmten Außenseiters jedoch zu sehr aus. Ich verstehe, dass es für York nicht einfach war, die richtige Balance zu finden. Einerseits sollen ihre LeserInnen mit Vic, dem zu Unrecht verdächtigten Protagonisten, mitfühlen und seine Entwicklung erleben. Andererseits sollen sie darüber aber nicht die Betroffene, also Callie, vergessen. Sie hat diese Herausforderung definitiv gut gemeistert, nichtsdestotrotz denke ich, die Thematik hätte davon profitiert, hätte sie Vic etwas ambivalenter charakterisiert. Mir hätte es besser gefallen, wenn ich eben nicht gewusst hätte, dass Vic Callie nicht vergewaltigt hat, sondern wenn er auch mich von seiner Unschuld hätte überzeugen müssen. Auf diese Weise hätte ich vermutlich auch nicht den Großteil des Buches über bereits geahnt, wer es tatsächlich war. Ich habe gern Recht, aber in diesem Fall fand ich die Antwort wirklich ein bisschen arg offensichtlich. Ebenso berechenbar war die Beziehung, die sich zwischen Vic und Autumn entwickelt. Sie sind selbstverständlich unheimlich süß zusammen; Autumn beflügelt Vic und zeigt ihm Facetten seines eigenen Ichs, die er vorher nicht kannte. Ohne sie hätte er diese ganze unglückliche Situation inmitten des starken Drucks von außen sicher nicht ausgehalten. So sehr ich ihm Glück, Freude und Liebe wünschte, finde ich trotzdem, dass Kelley York den Fokus zu sehr auf die Liebesgeschichte der beiden verschob. Das Buch sollte von dem Rattenschwanz handeln, den eine Vergewaltigung nicht nur für das Opfer nach sich zieht – nicht von einer Teenie-Liebelei. Plötzlich waren Vics Gefühle für Autumn viel wichtiger als seine Gefühle hinsichtlich der Beschuldigungen, denen er ausgesetzt ist. Kelley York hat die Hauptlinie ihres Romans aus den Augen verloren, was für mich letztendlich den Hauptkritikpunkt darstellt.

„Modern Monsters“ ist ein sehr moderner, mutiger Young Adult-Roman, der auf einer unheimlich spannenden Idee basiert. Trotz einiger Umsetzungsmängel hat mich Kelley York durchaus positiv überrascht und grundsätzlich überzeugt. Es gibt einfach nicht viele AutorInnen, die sich trauen, ein so schwieriges und zum Teil sicher auch tabuisiertes Thema anzusprechen. Wenn ihr Lust auf eine unkonventionelle Lektüre habt, die die düsteren Schattenseiten unserer Gesellschaft behandelt, liegt ihr mit „Modern Monsters“ genau richtig. Ich für meinen Teil werde mir Kelley Yorks andere Romane auf jeden Fall noch einmal intensiv ansehen, denn ich kann mir absolut vorstellen, weitere Bücher aus ihrer Feder zu lesen.

Vielen Dank an den Verlag Entangled Teen für diese ARC-Version!

 
 

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