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Archiv der Kategorie: Young Adult

Victoria Aveyard – Glass Sword

Am Ende ihrer Ausbildung zur Drehbuchautorin wagte Victoria Aveyard einen mutigen Schritt. Sie zog zu ihren Eltern zurück, um ein Buch zu schreiben. Kein Drehbuch, sondern einen Roman. Sie setzte alles auf diese eine Karte: „Red Queen“. Glücklicherweise fand sie für ihr Manuskript sofort eine Agentin, die es an HarperTeen verkaufte. Mit 25 stürmte sie die Bestsellerlisten. „Glass Sword“ ist der zweite Band der Reihe, der ebenso erfolgreich wie der Auftakt wurde.

Eine gerechte Welt – Mare Barrow glaubte, diesen Traum mit Maven zu teilen. Doch der Prinz betrog sie, die Scarlet Guard und seinen eigenen Bruder, Kronprinz Cal. Mit Hilfe seiner Mutter, Königin Elara, denunzierte er Cal als Mörder und brachte sich selbst auf den Thron. Nun sind Mare und Cal die meistgesuchten Personen in ganz Norta. Sie sind auf die Hilfe der Scarlet Guard angewiesen, werden allerdings nicht mit offenen Armen empfangen. Während Cal aggressives Misstrauen entgegenschlägt, wird Mare wie ein gefährlicher Freak behandelt. Niemand will ihr zuhören, als sie verlangt, Newbloods wie sie selbst vor König Maven zu schützen. Ihr bleibt keine andere Wahl, als auf eigene Faust nach ihnen zu suchen. Begleitet von Cal, ihrem Bruder Shade und ihrem besten Freund Kilorn versucht sie, Maven stets einen Schritt voraus zu sein, hunderte Morde zu verhindern und mit den Newbloods eine Armee aufzustellen. Aber ihre traumatischen Erlebnisse am Hof der Silvers haben Mare verändert und schon bald muss sie sich fragen, ob sie in dem Bestreben, ein Monster zu besiegen, selbst zum Monster wurde.

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Verfasst von - Februar 13, 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

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Leigh Bardugo – Shadow and Bone

Ich bin vermutlich die letzte, die „Shadow and Bone“ von Leigh Bardugo liest. Der Trilogieauftakt erschien 2012 und löste einen verrückten Hype aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich kaufte das Buch 2014, lies es dann aber drei Jahre warten. Nicht, weil es mich nicht mehr interessierte, sondern weil ich die Vorfreude darauf voll auskosten wollte. Die Aussicht auf ein High Fantasy – Universum, das vom zaristischen Russland inspiriert wurde, war einfach zu delikat, um kopfüber in die Geschichte zu stürzen.

Manchmal ändert ein einziger Moment alles. Seit Alina Starkov, Waise und mittelmäßige Kartografin beim Militär von Ravka, ihrem besten Freund Malyen und ihrem Trupp im Schatten-Spalt das Leben rettete, erkennt sie sich selbst kaum wieder. Als sie in der schwärenden Wunde tiefster Dunkelheit angegriffen wurden, brach etwas aus ihr hervor: eine Macht, von der sie nicht wusste, dass sie sie besitzt. Verwirrt und desorientiert wurde sie dem Dunklen vorgeführt, dem Anführer der Grischa, der magischen Elite des Landes. Er sandte sie in die Hauptstadt Os Alta und riss sie brutal aus ihrer Existenz. Nun wird Alina als Grischa ausgebildet, weit entfernt von Mal und allem, was ihr vertraut ist. Ihre Fähigkeiten sind selbst für eine Magierin einzigartig. Große Hoffnungen lasten auf ihren Schultern. Sie könnte Ravkas Kriege beenden. Sie könnte den Hunger in ihrem Land bekämpfen. Gemeinsam mit dem Dunklen könnte sie sogar den Spalt schließen. Aber kann sie dem Dunklen und ihren neuen Kräften überhaupt vertrauen, ohne Mal an ihrer Seite, der sie daran erinnert, wer sie ist?

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Verfasst von - August 29, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

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Marie Lu – The Midnight Star

2016-10-31-lu-the-midnight-star

Im Nachwort meiner Ausgabe von „The Midnight Star“, Finale der „The Young Elites“ – Trilogie, schreibt die Autorin Marie Lu, dass es ihr immer ein wenig peinlich ist, zuzugeben, dass die Protagonistin Adelina von ihr selbst inspiriert ist. Ich sehe dafür keinen Grund. Im Gegenteil, ich finde, sie sollte stolz darauf sein, dass sie ihre dunkle Seite anerkennt und akzeptiert. Wir alle tragen ein Biest in uns. Nur ist es dankenswerterweise nicht bei allen so ausgeprägt und lebendig wie bei Adelina. 😉

Adelina Amouteru hat all ihre Ziele erreicht. Sie ist die Königin von Kenettra. Sie befreite die malfettos. Ihre Streitmacht erobert in ihrem Namen zusätzliches Territorium. Die Inquisition folgt allein ihren Befehlen. Einzig die Liebe ihrer Schwester Violetta bleibt Adelina verwehrt. Seit sie aus dem Palast floh, ist Violetta verschwunden. Bis eines Tages ein Brief eintrifft und kaum verheilte Wunden aufreißt. Raffaele teilt Adelina mit, dass sich Violetta bei den Daggers aufhält. Sie liegt im Sterben. Ihre Kräfte zerreißen sie von innen. Raffaele erinnert Adelina an seine Theorie, dass die menschlichen Körper der Young Elites nicht für die göttliche Macht ihrer Fähigkeiten geschaffen sind. Er schlägt eine Allianz vor, um die Elites ein für alle Mal von ihrem Leiden zu erlösen. Adelina wittert eine Falle, doch sie kann nicht leugnen, dass auch ihre Fähigkeiten mehr und mehr außer Kontrolle geraten. Ihre Grausamkeit wächst von Tag zu Tag. Die Dunkelheit in ihrem Herzen flüstert ihr furchtbare Dinge zu, verhöhnt sie und quält sie selbst im Schlaf. Wird sie das Risiko eingehen, ihren Feinden zu vertrauen, um das Leben ihrer Schwester zu retten und sich selbst von den Stimmen zu befreien?

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Verfasst von - November 19, 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

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Marie Lu – The Rose Society

2016-05-07 - Lu The Rose Society

Seit ich den gleichnamigen Auftakt von Marie Lus neuster Trilogie „The Young Elites” im Mai 2015 voller Begeisterung gelesen habe, fieberte ich der Fortsetzung „The Rose Society“ entgegen. Diese erschien im Oktober 2015, ich versuchte jedoch, mich zurückzuhalten, weil ich wusste, dass das Finale „The Midnight Star“ erst ein Jahr später im Oktober 2016 veröffentlicht würde. Im Mai 2016 hielt ich es nicht länger aus. Ich musste einfach wissen, wie es mit Adelina und den Young Elites weitergeht.

Adelina Amouteru wurde verraten. Familie und Freunde ließen sie im Stich, ihre Verbündeten wandten sich von ihr ab, weil sie ihre ungezügelte Macht fürchten. Adelina schwört, Rache zu nehmen. Begleitet von ihrer kleinen Schwester Violetta flieht sie nach Merroutas, um Kenettras Inquisition unter Teren Santoro zu entkommen und andere malfettos zu finden, die ähnliche Kräfte wie sie selbst besitzen. Sie plant, ihre eigene Gesellschaft von Elites zu gründen und mit ihrer Hilfe sowohl die Inquisition als auch die Dagger Society zu zerschlagen. Sie alle werden büßen für das Leid, das Adelina erdulden musste. Sie alle werden vor ihr zittern. Sie alle werden den Tag bereuen, an dem sie die Weiße Wölfin herausforderten. In ihrem blinden Bestreben nach Macht und Vergeltung bemerkt Adelina nicht, dass ihre Fähigkeiten, die sich von Schmerz und Angst nähren, sie zu verschlingen drohen. Sie verliert die Kontrolle. Die Dunkelheit ist ein Teil ihrer Seele – wird sie sich ihren Einflüsterungen hingeben oder an dem Guten in sich festhalten?

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Sarah J. Maas – Throne of Glass

2016-02-07 - Maas Throne of Glass

Ich wäre von selbst wohl nicht auf die Idee gekommen, „Throne of Glass“ von Sarah J. Maas zu lesen. Dazu brauchte es die nachdrückliche Überredungskunst von Sarah vom Blog Büchermops. Es ist ihrer Schwärmerei geschuldet, dass das Buch bei mir einzog. Die Autorin war mir selbstverständlich bereits begegnet, denn ihre Märchenadaption „A Court of Thorns and Roses“ war letztes Jahr in aller Munde. Nichtsdestotrotz fehlte mir stets das letzte Fünkchen Motivation, um es mit ihren Büchern zu versuchen. Dieses fehlende Fünkchen lieferte mir Sarah. Passenderweise wurde Anfang Februar zu „Throne of Glass“ eine Leserunde auf Goodreads veranstaltet – der perfekte Anlass, mir diesen Roman vorzunehmen.

Celaena Sardothien ist die größte Assassine Adarlans – gefürchtet, gehasst, beneidet. Oder… Sie war es. Bis die Schergen des Königs sie gefangen nahmen und in die Salzminen Endoviers warfen. Dort sollte sie sterben. Doch sie überlebte. Ein Jahr ertrug sie die Schläge, die Dunkelheit, die Erniedrigung. Als sie eines Tages aus ihrer bedrückenden Routine gerissen wird, hätte sie niemals mit einem royalen Besuch gerechnet. Kronprinz Dorian Havilliard von Adarlan wünscht sie zu sehen. Begleitet vom Kommandant der Garde, Chaol Westfall, unterbreitet er Celaena ein Angebot, das sie unmöglich ausschlagen kann. Der Kronprinz bietet ihr die Freiheit an. Im Gegenzug erwartet er, dass sie ihn in einem Turnier seines Vaters repräsentiert, das einen königlichen Champion küren soll. Gewinnt sie, wird sie dem König vier Jahre lang dienen. Danach wäre sie frei. Verliert sie, wird Endovier ihr Schicksal sein. Celaena willigt ein und begleitet den Prinzen nach Rifthold. Hier wird sich ihre Zukunft entscheiden. Es warten jedoch nicht nur die Herausforderungen des Turniers auf sie. Hinter den Mauern der Burg aus Glas lauert das Böse…

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Marie Lu – The Young Elites

„The Young Elites“

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Reihe: The Young Elites #1

Autor: Marie Lu

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

Verlag: Penguin

Sprache: Englisch

ISBN: 0141361824

Genre: Fantasy > High Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 29.05.2015

Bewertung:

Adelina Amouteru soll sterben. Für den Mord an ihrem Vater wird die gnadenlose Inquisition der Krone Kenettras sie hinrichten. Dass es ein Unfall war, ausgelöst von einer fantastischen Fähigkeit, die jahrelang unentdeckt in ihr schlummerte, spielt keine Rolle, denn Adelina ist eine malfetto – eine Überlebende des Blutfiebers, das Kenettra vor über 10 Jahren heimsuchte. Am Tag ihrer Hinrichtung kommt jedoch alles anders. Noch während der Scheiterhaufen unter Adelinas Füßen brennt, bricht ihre Fähigkeit erneut aus ihr hervor und im Schutz des aufwallenden Chaos retten die Young Elites, malfettos mit ähnlichen Kräften wie Adelina selbst, sie aus den Händen der Inquisition. Die Young Elites nehmen Adelina bei sich auf und lehren sie, ihre Fähigkeit zu nutzen und zu kontrollieren. Schnell stellt sich heraus, dass sie mächtiger ist als alle Young Elites vor ihr. Doch ihr Talent ist tief mit der Dunkelheit in ihrem Herzen verbunden. Als sie zwischen die Fronten der Inquisition und der Young Elites gerät, muss sie sich entscheiden: wird sie die Düsternis bezähmen oder sich von ihr verschlingen lassen und es allen heimzahlen, die ihr je Unrecht taten?

„The Young Elites“ war in vielerlei Hinsicht anders, als ich erwartet hatte. Für einen Young Adult-Roman ist es unheimlich düster und entspricht keinesfalls den gängigen Klischees des Genres. Marie Lu zeigt in ihrem neusten Trilogieauftakt eine völlig andere Facette ihres Könnens und überzeugte mich auf diese Weise ein weiteres Mal von ihrem Talent als Schriftstellerin. Besonders gefiel mir, dass „The Young Elites“ inhaltlich überhaupt nicht mit ihrer vorangegangenen Legend-Trilogie vergleichbar ist. Strukturell finden sich natürlich diverse Gemeinsamkeiten, doch was die Handlung betrifft, liegen Welten zwischen ihnen. Lu entführt ihre LeserInnen in ein Setting, das den malerischen, romantischen Flair des Italiens der Renaissance versprüht. Denkt an Paläste, an Wein, an wunderschöne mediterrane Villen, an fließende Kleider – schon seid ihr mitten in Kenettra. Dieses Land ist nur ein kleiner Teil einer viel größeren Welt, über die ich wohl in den nächsten Bänden mehr erfahren werde. Eines weiß ich jedoch bereits jetzt: in allen Ländern gibt es malfettos; der Unterschied liegt lediglich darin, wie sie behandelt werden. In Kenettra sind sie der Abschaum der Gesellschaft. Gehasst, gemieden, ausgegrenzt. Die Menschen fürchten eben alles, was anders ist und die malfettos sind anders. Das Fieber entstellte viele mit schrecklichen Narben und veränderte ihre Genetik, sodass ihre Haare ungewöhnliche Farben aufweisen. Einige wenige haben darüber hinaus spezielle Gaben, die von Feuer- und Windbeherrschung über das Erschaffen von Illusionen bis hin zur Manipulation von Tieren reichen. Sie sind die Young Elites und verfolgen ganz eigene Pläne hinsichtlich der Zukunft Kenettras. Sie sind keine uneigennützigen SuperheldInnen, die zur Rettung aller malfettos eilen, die ungerecht oder grausam behandelt werden. Mir gefiel diese Darstellung, obwohl die Einstellung der Young Elites der Grund dafür ist, dass die Protagonistin Adelina ihnen niemals völlig vertraut. Adelina ist eine schwierige, nichtsdestotrotz aber extrem interessante Hauptfigur, weil sie ein völlig anderes Kaliber ist als die üblichen Heldinnen des Young Adult-Genres. In den Anmerkungen des Buches schreibt Marie Lu folgendes:

„[…] I didn’t want to tell a hero’s journey; I wanted to tell a villain’s.”

Ich empfinde Adelina zwar nicht als Bösewicht oder Schurkin der Geschichte, doch sie ist definitiv ein düsterer, bedrohlicher und zum Teil sogar beängstigender Charakter. Sie ist kalt, rachsüchtig, hasserfüllt und ambitioniert in einem Maße, das sie über Leichen gehen lässt. Ihre Fähigkeit ist sehr eng mit diesen Eigenschaften verbunden; sie nährt sich von starken Emotionen wie Hass, Furcht, Leidenschaft, Neugierde und Ehrgeiz. Demzufolge basiert ihre Macht auf der Dunkelheit ihres Charakters, weshalb sie eindeutig äußerst gefährlich ist. Ich möchte weder mit ihr befreundet noch mit ihr verfeindet sein, aber ich liebe Marie Lu dafür, dass sie sich entschied, die Geschichte einer Protagonistin zu erzählen, die so gar nichts mit der gutherzigen Rebellin von nebenan zu tun hat. Dadurch bekam einfach alles eine völlig neue Perspektive; sogar die Andeutung einer kleinen Liebesgeschichte erhielt einen finsteren Anstrich. Trotz aller Faszination für Adelina muss ich jedoch zugeben, dass sie mir zeitweise gehörig auf die Nerven ging. Als sie zwischen der Inquisition und den Young Elites steht, ist sie unfähig zu erkennen, wie sie die Situation leicht entschärfen könnte – ich hätte sie gern ein bisschen geschüttelt und ihr gesagt, was sie tun soll. Ihre Unentschlossenheit und Unsicherheit schlug sich meiner Meinung nach auch im Aufbau von „The Young Elites“ nieder; die ersten zwei Drittel empfand ich als eher unspektakulär und recht langsam, doch im letzten Drittel zog Marie Lu das Tempo an und es wurde unheimlich spannend und aufregend, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Ich bin beeindruckt und fasziniert von „The Young Elites“. Ich muss gestehen, eine so düstere Geschichte, die sich intensiv mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigt, hätte ich Marie Lu niemals zugetraut. Ich sehe so viel Potential in ihr, dass mir quasi der Kopf explodiert, wenn ich all die möglichen Handlungsstränge denke, die Lu aus diesem Trilogieauftakt spinnen könnte. Obwohl ich mit „The Young Elites“ strukturell ähnliche Probleme wie mit „Legend“ hatte, bin ich überzeugt, die Folgebände werden schlicht großartig sein. Tatsächlich kann ich mir sogar vorstellen, dass diese Trilogie als Gesamtwerk die Legend-Trilogie noch weit übertrifft. Danke Marie Lu für den Beweis, dass das Young Adult-Genre doch noch frischen Wind zu bieten hat!

 
 

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Victoria Aveyard – Red Queen

„Red Queen“

Red Queen

Reihe: Red Queen #1

Autor: Victoria Aveyard

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 388

Verlag: Harper Teen

Sprache: Englisch

ISBN: 0062362712

Genre: Fantasy > High Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 20.03.2015

Bewertung:

In Mare Barrows Welt spielt es keine Rolle, wer du bist. Alles was zählt, ist die Farbe deines Blutes. Mares Zukunftsaussichten sind düster, denn ihr Blut ist rot. Verzweifelt setzt sie alles auf eine Karte und bringt sich damit vor die Elite des Landes Norta: die Silvers, in deren Adern silbernes Blut fließt, das ihnen gottgleiche Fähigkeiten verleiht. Alles scheint verloren – bis etwas geschieht, das nicht nur Mare überrascht. Vor den Augen des Königs, in einem Augenblick höchster Gefahr, zeigt sich, dass auch sie eine besondere Fähigkeit hat. Der König kann nicht zulassen, dass jemand von ihrer Existenz erfährt. Er holt sie an seinen Hof, schreibt ihre Vergangenheit um und verlobt sie mit seinem Sohn Maven, Bruder des Kronprinzen Cal. Von nun an ist Mare in einer Welt gefangen, die sie verabscheut. Doch ihr goldener Käfig hat auch Vorteile: sie kann der Scarlet Guard helfen, der Revolutionsbewegung der Reds. Wird sie inmitten des Netzes aus Politik, Intrigen und Geheimnissen einen Weg finden, sich selbst treu zu bleiben?

Die Grundidee in „Red Queen“ konnte mich von Beginn an überzeugen, denn sie ist klassisch und doch originell. Die LeserInnen bekommen es mit einer gespaltenen Gesellschaft zu tun, die strikt in Ober- und Unterschicht unterteilt ist. Der entscheidende Faktor ist die Farbe des Blutes: rotes Blut verdammt zu einem Leben in Armut und Knechtschaft; silbernes Blut öffnet alle Türen und lässt Träume wahr werden. Victoria Aveyard gestaltete somit die ethnischen Konflikte unserer Realität neu und erschuf interessante, erfrischende Rahmenbedingungen für ihre Charaktere. Die Silvers faszinierten mich mit ihren speziellen Fähigkeiten ganz besonders, denn dadurch sind sie nicht nur gottgleich, sondern auch einfach SuperheldInnen. Eine Monarchie der X-Men. Leider ist die Monarchie von Natur aus ein ungerechtes System – Victoria Aveyard gab sich große Mühe, diesen Fakt herauszuarbeiten. Während die Silvers in Überfluss schwelgen, leben die Reds in menschenunwürdigen Ghettos und schuften von morgens bis abends für eine Elite, mit der sie sich nicht identifizieren können. Wer arbeitslos ist, wird zum Sterben an die Front geschickt; in einen Krieg, der schon seit 1.000 Jahren währt. Hier schoss Aveyard für meine Begriffe definitiv über das Ziel hinaus. Zwar ist „Red Queen“ ein Fantasy-Roman, doch ein 1.000-jähriger Krieg zeugt nicht gerade von übermäßigem politischem Verständnis. Ein Krieg ist unglaublich teuer. Norta wäre bereits seit Jahrhunderten pleite. Außerdem muss man sich die Frage stellen, wie hoch die Geburtenrate im Land ist, wenn die Regierung seit dieser langen Zeit permanent Reds an die Front schicken kann. Ich finde das unzureichend durchdacht und demzufolge unlogisch.
Auch Mare, Protagonistin und Ich-Erzählerin, wäre wohl in diesem unrealistischen Krieg geendet, hätte sich bei ihr nicht ebenfalls eine besondere Fähigkeit gezeigt. Ich fand diese Fähigkeit wirklich richtig cool, aber leider muss ich sagen, dass Mares positive Eigenschaften für mich damit auch schon enden. Wie sie Tag für Tag überlebt, ist mir ein Rätsel. Mare ist ganz groß darin, Pläne zu schmieden, doch ich hatte das ganze Buch über das Gefühl, das keiner davon jemals funktioniert. Das könnte daran liegen, dass sie meines Erachtens nach nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen ist. Ich will nicht sagen, dass sie dumm wäre; es ist eher so, dass sie keine besonders schnelle Auffassungsgabe hat. Außerdem ist ihr Charakter seltsam grob und roh, als hätte sie nie eine ordentliche Erziehung genossen. Sie urteilt schnell und extrem, ist unsensibel und verletzend ohne es zu merken und äußerst wankelmütig. Es ist sehr leicht, sie zu manipulieren. Ich empfand sie nicht als starke Heldin, vielmehr jammert sie oft und besteht nachdrücklich darauf, nichts zu können. Auch finde ich es einfach unglaubwürdig, dass sie das Leben bei den Silvers nicht mal ein bisschen genießt. Das Mädchen kommt aus der Gosse – jetzt wird sie mit Luxus überhäuft und weiß nicht mal das Essen zu schätzen? Tut mir leid, aber das kann ich mir nicht vorstellen. So gefestigt ist sie nicht.
Es wunderte mich nicht, dass Mare die Scarlet Guard unterstützt. Anfangs fand ich diese Revolutionsbewegung mitreißend und stand voll hinter ihrer Sache: Gerechtigkeit für die Reds. Doch je mehr ich die politische Situation Nortas verstand, desto gefährlicher und kurzsichtiger fand ich sie. Norta befindet sich im Krieg. Ein zusätzlicher Bürgerkrieg wäre eine Einladung an Feinde wie Verbündete, das Land in Stücke zu reißen. Die Trennung zwischen Silvers und Reds besteht auch in anderen Ländern; die sinnvollere Idee wäre also gewesen, sich mit den Reds anderer Länder zu verbünden, um die Silver-Elite nachhaltig zu entmachten. Nur so könnte wahrhaft eine Veränderung bewirkt werden.

Der Trilogieauftakt „Red Queen“ konnte mich leider nicht so begeistern, wie ich erwartet und gehofft hatte. Die größten Probleme hingen für mich einerseits mit der Protagonistin Mare zusammen, die ich nicht wirklich mochte und andererseits mit Victoria Aveyards mangelndem politischem Gespür. Die Geschichte weist in diesem Punkt gravierende logische Löcher auf. Die drei Sterne verdiente sich das Buch durch die wirklich tolle Grundidee und die saucoolen Superhelden-Fähigkeiten.
Ich möchte die Trilogie weiter verfolgen, einfach weil ich lange auf den ersten Band gewartet habe und nun auch wissen möchte, wie es weiter- bzw. ausgeht. Vielleicht entwickelt sich Mare in eine Richtung, mit der ich besser zurechtkomme. Außerdem deutete Victoria Aveyard einige interessante Perspektiven für die Nachfolgebände an.
„Red Queen“ ist ein durchschnittlicher YA-High Fantasy-Roman, den ich vor allem Fans von SuperheldInnen empfehlen kann. Ob Magneto, die menschliche Fackel oder der Hulk – unter den Silvers findet ihr eure Lieblinge. Und vielleicht auch unter den Reds?

 
 

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