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Ich schreibe über Bücher, erstelle Rezensionen und Empfehlungen. Ich veröffentliche meine Buch-Wunschliste und erkläre, warum mich dieses Buch anspricht und warum ich mich dagegen entscheide, ein anderes zu kaufen oder zu lesen.

[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem großen Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir Roberts Durchbruch als Pulp-Schriftsteller besprochen; heute widmen wir uns den vermutlich wichtigsten Ereignissen für seine professionelle Entwicklung. 1930 war ein entscheidendes Jahr für den jungen Texaner…

Robert E. Howard schrieb von Anfang an Literatur, die, wenn schon nicht explizit als Horror kategorisierbar, zumindest unheimlich, gruselig und/oder bedrohlich war. Bereits im August 1925, etwa ein Jahr nach seiner ersten Veröffentlichung bei Weird Tales, brachte das Magazin seine Geschichte „In the Forest of Villefère“, eine Werwolf-Erzählung in der Tradition französischer Volkssagen (Hat da jemand „Gévaudan“ gesagt?). Den Höhepunkt seines schauerlichen Schaffens erreichte er jedoch erst nach 1930, denn in diesem Jahr lernte er H.P. Lovecraft kennen.
Howard Phillips Lovecraft, der von 1890 bis 1937 lebte, war ein literarischer Gigant, dessen Namen man heute wohl niemandem mehr erklären muss. Sein Cthulhu Mythos ist Legende. In den 1930ern war er einer der Star-Autoren und Veteranen der Pulp Magazine, der von den Leser_innen verehrt wurde. Darüber hinaus war er der Kopf eines weiten literarischen Zirkels, der sich über die gesamten USA verteilte. Lovecrafts erhaltene Korrespondenz umfasst mehr als 100.000 Briefe, die er an hunderte von Menschen schrieb. Er liebte es, Bekanntschaften zu schließen und Kontakt zwischen seinen verschiedenen Bekanntschaften herzustellen. Heute würde man ihn wohl als Networker bezeichnen, eine Rolle, in der er aufging. Robert E. Howard wurde Teil dieses elitären Clubs, weil er es im Juni 1930 wagte, Lovecraft zu kritisieren.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 2)


Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem großen Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir begonnen, uns mit Roberts Biografie zu beschäftigen, dieses Kapitel führen wir heute weiter. Ende 1924 verzeichnete der junge, aufstrebende Autor seine ersten Verkäufe und platzierte Geschichten im Pulp Magazin Weird Tales. Nun hatte er Blut geleckt…

Angestachelt vom plötzlichen Erfolg seiner ersten Verkäufe schrieb Robert E. Howard ab 1925 fieberhaft und wie im Wahn, nicht selten 12 Stunden pro Tag. Es gibt Hinweise darauf, dass Hester ihn in der Verwirklichung seines Traums unterstützte; wie sein Vater auf die Schreiberei reagierte, ist hingegen nicht bekannt. Mark Finn mutmaßt, dass Isaac abwartete, wie viel Geld die Bemühungen seines Sohnes einbrachten. Robert lebte ja noch immer in ihrem Haus und steuerte zuerst nichts zum Auskommen der Familie bei. Er war permanent pleite, denn mehr als ein kleines Taschengeld stellten ihm seine Eltern nicht zur Verfügung. Im Frühling 1925 sah er sich daher gezwungen, einen Nebenjob anzunehmen, um seine Ausgaben zu decken. Er versorgte die örtlichen Zeitungen mit Nachrichten von den Ölfeldern. Es war der erste von vielen harten, oft unterbezahlten Jobs, die Robert ertragen musste, bis er als Schriftsteller so erfolgreich war, dass er vom Schreiben leben konnte und vermittelt einen Eindruck davon, was sein prinzipielles Problem mit diesen Stellen war. Er musste mit Leuten, die er nicht mochte, über ein Thema sprechen, das er nicht mochte. Egal, wo er Arbeit in Cross Plains und Umgebung fand, überall kam er in Kontakt mit dem Ölboom, den er so leidenschaftlich verfluchte: entweder mit den Ölfirmen oder mit den Arbeitern auf den Ölfeldern. Cross Plains profitierte unterm Strich von der Ölindustrie und tätigte kluge städtische Investitionen (zum Beispiel wurde eine neue Schule gebaut), aber Robert wollte das nicht anerkennen und konzentrierte sich stets auf die negativen Aspekte des Booms. Er lehnte alles, was irgendwie mit dem Öl in Verbindung stand, kategorisch ab.

Außerdem hatte Robert so seine Schwierigkeiten mit Autorität. Bereits in der Schule widerstrebte es ihm, dass ihm vorgegeben wurde, was er zu denken, zu lesen und wie er sich zu verhalten hatte. Im Berufsleben wurde das natürlich nicht besser. Jetzt musste er Anweisungen von Menschen ausführen, die er oft weder mochte noch respektierte, ob diese ihm nun sinnvoll erschienen oder nicht. Sein aufbrausendes, hitziges Temperament tat sein Übriges. Das konnte nicht gutgehen und er kündigte mehrfach, weil er sich mit seinen Vorgesetzten in die Haare bekommen hatte. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das nachvollziehen. Diese Jobs sollten ihn finanzieren, bis er hauptberuflich als Schriftsteller arbeiten konnte. Sein Herz hing am Schreiben, nicht an den Aushilfestellen, die er in Cross Plains übernahm. Es war ihm nicht wichtig, was er tat; das Geld war das Einzige, das zählte. Trotzdem wäre ihm etwas mehr Pragmatismus wohl gut bekommen. Meiner Meinung nach setzte er alles auf eine Karte und ging damit ein unnötiges Risiko ein. So sehr ich seine Zielstrebigkeit bewundere und obwohl sein Erfolg letztlich alle Kritik als obsolet kennzeichnet, bestand immer die Möglichkeit, dass ihm niemals der große Durchbruch gelungen wäre. Warum also nicht aufs College gehen, einen Beruf erlernen, der ihm als Standbein hätte dienen können und nebenbei weiterschreiben? Robert E. Howards Karriere ist ein leuchtendes Beispiel für die Früchte unerbittlicher Arbeit. Scheitern kam für ihn einfach nicht in Frage. Aber der Leistungszwang, den er dadurch auf sich selbst ausübte, war ungesund und nicht nachahmenswert. Rückblickend scheint es fast, als hätte er unter Zeitdruck gestanden.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 1)

Robert E. Howard war einer der Stars der Pulp-Literatur. Er war der König der Kurzgeschichte, jemand, der es wie kaum ein Zweiter verstand, auf wenigen Seiten Spannung und Atmosphäre aufzubauen, seine Leser_innen in die Welten seiner Fantasie einzuladen und sie an Figuren zu binden, die so lebendig waren, dass sie zwischen den Zeilen hervorzuspringen drohten. Er gilt als einer der Väter der modernen Fantasy und des Subgenres Sword and Sorcery, obwohl diese Bezeichnung erst lange nach seinem Tod geprägt wurde. Seine Schöpfung des Cimmeriers Conan, der heutzutage besser als Conan der Barbar bekannt ist, war ein Meilenstein. Dennoch scheut sich sein Biograf Mark Finn, der als Autorität auf dem Gebiet der Howard-Forschung gilt, ihn als Fantasy-Autor zu bezeichnen.

2006 veröffentlichte Finn die Biografie „Blood and Thunder: The Life and Art of Robert E. Howard“. 2011 erschien eine zweite, überarbeitete Ausgabe, die sich nun in meinem Regal befindet. Darin verfolgt Finn einen völlig neuen Analyseansatz des Lebens und der Karriere des Schriftstellers, der das Verhältnis beider Aspekte umkehrt. Er glaubt nicht, dass Robert E. Howards Karriere sein Leben bestimmte. Er glaubt, dass sein Leben seine Karriere bestimmte. Deshalb weigert er sich, ihn als Fantasy-Autor vorzustellen und argumentiert, dass Howard in erster Linie ein Autor seiner Heimat war. Er war ein texanischer Autor. Texas und die örtliche Tradition des Geschichtenerzählens lagen ihm im Blut und beeinflussten sowohl seine Kreativität als auch die Motive und Glaubenssätze, die sich in seinen Werken finden. Finn geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet Conan als Anomalie in Howards Vermächtnis, die nicht repräsentativ für sein übriges Schaffen ist.

Ich gebe zu, als ich diese Theorie zum ersten Mal las, war ich sehr skeptisch und auch ein bisschen schockiert. Ich kannte Robert E. Howard im Grunde nur dank Conan. Ich wusste, dass er weitere Geschichten geschrieben hatte, aber ich dachte, Conan wäre der Höhepunkt seines Schaffens gewesen, sein zentrales Werk. Doch nachdem ich „Blood & Thunder“ von vorne bis hinten gelesen hatte, musste ich anerkennen, dass Finns Vorschlag, Howard als texanischen Autor zu begreifen, dessen wahres Talent eben nicht in seinen Conan-Geschichten zu Tage trat, durchaus schlüssig ist. Daher habe ich beschlossen, mich in meiner biografisch-analytischen Zusammenfassung von Robert E. Howards Leben und des Abrisses seines Schaffens an Mark Finns Biografie zu orientieren. Finns Argumentationskette ergibt einfach Sinn und beleuchtet den Werdegang des Schriftstellers auf eine Weise, die für mich – und dementsprechend hoffentlich auch für euch – nachvollziehbar ist. Die Beiträge können folglich als etwas unkonventionelle Rezension zu „Blood & Thunder“ gedeutet werden. Aber „unkonventionell“ seid ihr im Kontext von Non-Fiction ja schon von mir gewöhnt. 😉
Wappnet euch für eine Reise in die Vergangenheit; besuchen wir Robert E. Howard, der nun bereits seit 84 Jahren tot ist, dessen Werk ihn jedoch unsterblich machte.

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Montagsfrage: FBM in Corona-Zeiten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Hui, was für ein Wochenende! Am Freitag bin ich in den Zug gestiegen und habe mich auf den Weg in die Eifel gemacht. Total verrückt, ich bin noch nie zuvor ICE gefahren. Aber man sagt ja, es gibt für alles ein erstes Mal und in diesem Fall war der Anlass äußerst erfreulich: Marina aka DarkFairy hat geheiratet und ich war eingeladen! Ich bin immer noch wahnsinnig dankbar, dass ich dabei sein durfte und es war wirklich eine richtig schöne Feier. Es war aufregend und einfach toll, meine liebe Blogger-Kollegin in ihrem natürlichen Lebensraum zu besuchen und all die freundlichen Menschen kennenzulernen, die ihr nahestehen. Obwohl ich normalerweise Schwierigkeiten damit habe, mit vielen Fremden auf einmal konfrontiert zu sein, fand ich schnell Anschluss, weil Marinas Freunde und Familie es mir sehr leicht gemacht haben und äußerst offen auf mich zugegangen sind. Ich habe mich willkommen gefühlt und die Tage genossen. Da sich die Feier allerdings bis in die frühen Sonntagmorgenstunden zog, war meine Nacht vor der Heimreise recht kurz und als ich dann gestern endlich zu Hause auf der Couch saß, konnte ich die Augen nicht mehr lange offenhalten. Deshalb habe ich den gestrigen Start der neuen Football-Saison überwiegend verpasst. Das ist zwar schade, aber weil wir uns für dieses Jahr extra den NFL GamePass zugelegt haben, um alle Spiele sehen zu können, kann ich alles nachholen, was mir entgangen ist. Also bitte keine Spoiler, ich schmeiße gleich den Fernseher an, um zu sehen, wer das „Alte-Männer-Duell“ zwischen Drew Brees und Tom Brady gewonnen hat. 😉
Die kommende Woche verläuft weitgehend normal. Ihr könnt euch auf drei neue Beiträge in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ freuen, die ab morgen online gehen und heute starten wir ganz traditionell mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Nehmt ihr dieses Jahr an der FBM teil?

Bevor ich Antonias heutigen Beitrag gelesen habe, wusste ich nicht, dass die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr trotz Corona stattfindet. Ich habe vor Jahren entschieden, dass ich dort fehl am Platz wäre und interessiere mich deshalb kaum noch dafür, wann sie veranstaltet wird, welche Programmpunkte angekündigt sind und wer eingeladen ist. Daher ist die Diskussion darüber, ob die Buchmesse wie gewohnt stattfinden oder aufgrund der Corona-Pandemie digital umgesetzt werden sollte, an mir vorbeigegangen. Dass jetzt offenbar beschlossen wurde, den Großteil des Programms in den digitalen Raum zu verschieben und zu streamen, ist allerdings eine Nachricht, die für mich durchaus attraktiv ist.

Ich habe es bisher vermieden, die Buchmessen zu besuchen, weil ich Menschenmassen nicht mag und den finanziellen Aufwand scheue. Aus meiner Sicht würde ich ein Heidengeld dafür ausgeben, mich in eine Situation zu begeben, mit der ich nicht gut umgehen kann, die ich verabscheue und das alles nur, um am Ende mit einem Stapel Bücher nach Hause zu gehen, den ich auch bequem von zu Hause aus hätte ordern können (mal ganz davon abgesehen, dass ich lieber gebraucht kaufe). Nun könnte ich all das aber umgehen und dennoch in den Genuss des Programms kommen. Das ist für mich definitiv eine positive Entwicklung und ich kann mir vorstellen, auf diese Weise doch an der FBM teilzunehmen. Ich habe eben schon mal auf der Website der Messe gestöbert. Aktuell scheint noch nicht festzustehen, welche Veranstaltungen online übertragen werden. Diese Informationen sollen in den nächsten Tagen verkündet werden und ja, ich werde schauen, ob etwas dabei ist, das mich interessiert. Passt der Zeitpunkt, werde ich sicher mal reinschalten (oder mich anmelden oder wie auch immer das am Ende funktioniert). Das heißt, dieses Jahr könnte ich tatsächlich zum ersten Mal die FBM besuchen – rein digital. Es hängt jetzt nur noch davon ab, ob irgendeine Lesung, Diskussion oder so meine Neugier weckt. Bei allen negativen Aspekten, die Corona mit sich brachte, fände ich es schon ziemlich genial, wenn ich durch das Virus auch mal Messegängerin werden könnte. 😉

Werdet ihr die FBM digital oder live besuchen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 
 

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 1 – Pulp Magazine: Ein Land im Rausch der Kurzgeschichte

Robert E. Howard lebte von 1906 bis 1936. Er wurde nur 30 Jahre alt. Seit seinem neunten Lebensjahr träumte er davon, Schriftsteller zu werden und produzierte bis zu seinem Tod eine schier unglaubliche Fülle von Texten. Hunderte von Kurzgeschichten, Novellen, Essays, Gedichten, Briefen, sowie einige wenige Romane stellen sein Vermächtnis dar. Obwohl seine Popularität erst in den Jahrzehnten nach seinem Tod ihren Höhepunkt erreichte, war er bereits zu Lebzeiten erfolgreich. Es gelang ihm, sich aus seinem kleinen Heimatstädtchen Cross Plains in Texas heraus einen Namen zu machen und generierte ein Einkommen, das es ihm erlaubte, von der Schriftstellerei zu leben.

Dass er vom Schreiben leben konnte, war eine direkte Folge des Mediums, für das er schrieb. Howard fand seine literarische Heimat in den Pulp Magazinen seiner Zeit. Pulp Magazine waren eine literarische Gattung, die sich ausschließlich in den USA wirklich durchsetzen konnte und seit etwa Mitte der 1950er Jahre so gut wie ausgestorben ist. Da Pulps für Howards Karriere entscheidend waren und ihre speziellen Anforderungen seine literarische Entwicklung, seinen Stil und die Konzeption seiner Geschichten maßgeblich prägten, ist es unerlässlich, sich mit ihnen zu beschäftigen, will man verstehen, warum Howard bis heute als einer der größten US-amerikanischen Autor_innen seiner Epoche gilt. Deshalb werde ich einen Überblick über dieses einzigartige, längst vergangene Medium bieten.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Einleitung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Heute geht es los. Nachdem ich euch monatelang auf die Folter gespannt und euch immer wieder von meinen Fortschritten berichtet habe, starten wir heute endlich in das monumentalste Blogprojekt, das ich je auf die Beine gestellt habe: „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Euch erwarten acht Wochen voller Wissen, interessanter Fakten, Fotos, Magazincover, Hintergrundinformationen und Analysen, die sich ausschließlich um den berühmtesten Barbaren der Literaturgeschichte und dessen Schöpfer drehen. Ich freue mich wahnsinnig, dass dieses Projekt, das einst mit der Erkenntnis begann, dass Arnold Schwarzenegger im Lendenschurz Conan nicht gerecht wird, nach monatelanger harter Arbeit nun endlich Realität ist und kann eure Reaktionen darauf kaum erwarten.

Den heutigen Auftakt möchte ich ganz entspannt angehen. Ich werde euch nicht sofort mit Wissen überhäufen. Stattdessen möchte ich euch erst einmal erzählen, wie dieses Projekt überhaupt zustande kam und warum ich zu der Einsicht gelangte, dass ich Conan und Robert E. Howard nicht in einer simplen Rezension abfertigen kann. Danach werde ich euch eine Übersicht darüber zusammenstellen, welche Themenschwerpunkte und Beiträge euch in den kommenden Wochen bevorstehen und ein paar Worte zu Quellen, Verlinkungen und Bildmaterial verlieren, um dieses Projekt so transparent wie möglich zu gestalten. Ihr seht, wir starten gemütlich. Macht es euch bequem, lehnt euch zurück und lasst mich berichten, wie meine Reise mit Conan und Robert E. Howard ihren Anfang nahm. Alles begann mit einer Erkenntnis …

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Montagsfrage: Bücherboxen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin zurück! Die Montagsfrage ist zurück! Alle sind zurück!
Okay, beruhigen wir uns. Nach einem Monat der Montagsfragenpause beginnen meine Wochen nun wieder mit den mal mehr und mal weniger kniffeligen Fragen von Antonia von Lauter&Leise. Mich freut das sehr, denn diese Routine ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Wie ihr wisst, war ich während der Pause allerdings nicht untätig und kann heute voller Stolz verkünden, dass morgen der erste Beitrag im Rahmen meines Blogprojekts „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ online geht. Es ist fertig! Ja, schon morgen! Ich bin ziemlich aufgeregt und kann es kaum erwarten, herauszufinden, ob euch dieses Mammutprojekt gefällt. Ich hoffe auf euer zahlreiches Erscheinen. Morgen. 9 Uhr. 😉

Nach diesem Ausblick will ich aber gar nicht weiter groß über andere Themen schwadronieren und direkt mit der Montagsfrage loslegen, schließlich hat sie mir in den letzten Wochen wirklich gefehlt.

Leseabos und Bücherboxen?

Abonnier- und bestellbare Boxen sind ein Konzept, das sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen etabliert hat. Man kann sich monatlich, manchmal auch wöchentlich, alles mögliche liefern und sich überraschen lassen: Lebensmittel und Rezeptvorschläge, Pflegeprodukte, Kleidung und vieles mehr. Die Idee ist denkbar einfach und basiert auf dem Prinzip der Wundertüte, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. Damals liebte ich es, dass ich nie wusste, was die Tüte enthält – heute empfinde ich dieses Pokerspiel als zu riskant und das gilt insbesondere für Bücher. Mir ist es zu gewagt, eine oft nicht unerhebliche Summe auszugeben, ohne vorher eine genaue Vorstellung davon zu haben, was ich dafür bekomme. Angenommen, so eine Box kostet 50€ (vermutlich mehr als das Zehnfache der traditionellen Wundertüte). Wer sagt mir denn, dass ich nicht alles, was sie enthält, total doof, überflüssig oder nutzlos finde? Ich weiß, dass man bei einigen Anbietern einen Teil des Inhalts im Voraus selbst festlegen kann, aber der Rest bleibt dennoch den Impulsen der Person überlassen, die die Box für mich packt. Die kennt mich nicht und hat keine Ahnung, was mir gefällt und was nicht. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass mir jedes enthaltene Produkt eine Freude macht und für dieses Risiko sind mir solche Boxen einfach zu teuer.

Leseabos und Bücherboxen kommen für mich deshalb erst recht nicht in Frage, weil ich nicht in eine Situation kommen möchte, in der ich das Paket öffne und ausschließlich Lektüre darin vorfinde, die ich bereits besitze. Das ist eine äußerst reelle Möglichkeit, wenn ich mir meine Bibliothek und meinen SuB anschaue. Derzeit befinden sich in meinem Bücherregal um die 2.000 Bücher. Selbst wenn ich vorher angeben kann, welche Autor_innen und Genres ich gern lese, kann ich doch nicht jedes Buch aufzählen, das ich schon habe. Dadurch steigert sich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand anhand meiner Angaben Bücher aussucht, die ich mir bereits selbst gekauft habe, enorm. Ich fände es wahnsinnig enttäuschend, würde ich meine Box auspacken und den Großteil der gelieferten Bücher schon kennen. Ich hätte auch keine Lust, diese Bücher dann zu reklamieren und umtauschen zu lassen, weil der Reiz der Box für mich dann verloren wäre. Deshalb habe ich mich letztendlich dagegen entschieden, mir ein Überraschungspaket vom Otherland Buchladen hier in Berlin schicken zu lassen.

Boxen, wie Antonia sie beschreibt, die ein Buch enthalten und ansonsten lauter Klimbim von Schokolade über Lesezeichen bis zu Stickern, sind ebenfalls keine Option, weil ich entschieden nicht der Typ für solchen Krimskams bin. Schokolade kann ich mir günstiger im Laden besorgen und Staubfänger kommen mir nicht ins Haus (die muss man schließlich in regelmäßigen Abständen säubern). Über Lesezeichen freue ich mich genau wie jeder andere Bücherwurm, aber im Alltag greife ich eher zu witzigen oder hübschen Postkarten, statt zu richtigen Lesezeichen. Was soll ich also mit dem ganzen Plünn, der mitgeliefert wird, wenn ich doch eigentlich nur das Buch will?
Außerdem widerstrebt es mir, Neupreise für Bücher zu zahlen. Mittlerweile kaufe ich so gut wie alles gebraucht, es kommt sehr selten vor, dass ich niegelnagelneue Ausgaben erwerbe. Würde ich 50€ für eine Bücherbox ausgeben, unabhängig davon, ob sie nur Bücher oder Buch + Krimskrams enthält, würde mir ständig durch den Kopf gehen, wie viele Bücher ich dafür gebraucht bekommen hätte. Abgesehen vom finanziellen Aspekt ist das heutzutage ja auch eine Frage des Umweltbewusstseins, denn machen wir uns nichts vor, der Druck neuer Bücher hinterlässt einen Abdruck (Ha, Wortspiel!). Ich schaffe es nicht, von meinen geliebten Printausgaben endgültig zu E-Books zu wechseln, aber ich kann ein wenig Einfluss auf Auflagenzahlen nehmen, indem ich gebrauchte Bücher kaufe.

Dann gibt es da noch Leseabos wie Kindle Unlimited, die E-Book-Flatrate von Amazon. Derzeit bieten sie das Ganze zu einem Knüllerpreis an: die ersten 2 Monate sind kostenfrei, danach kostet sie bis Ende des Jahres 2020 9,99€ pro Monat. Danach dann 19,98€ pro Monat. Für Leser_innen, die sehr oft oder ausschließlich zu E-Books greifen, lohnt sich das vielleicht, obwohl diese sehr genau abschätzen müssten, welche Bücher darin überhaupt enthalten sind, das gesamte Sortiment umfasst die Flatrate nämlich nicht. Für mich lohnt sich das nicht. Ich lese einfach nicht jeden Monat E-Books im Wert von 10-20€. Ich bevorzuge Printausgaben und wenn ich mich richtig erinnere, waren genau die Bücher, die mich interessieren und auf meiner Wunschliste stehen, eben nicht enthalten (zumindest, als ich das letzte Mal geguckt habe). Würde ich dieses Abo abschließen, fühlte ich mich unter Druck gesetzt, den Wert des Abos auch zu erreichen, was mir den Spaß am Buchkauf nehmen würde. Im schlimmsten Fall würde ich Bücher runterladen, die ich eigentlich gar nicht haben möchte, nur, um die Summe vollzukriegen. Das ist eine fürchterliche Vorstellung.

Nein, ich kann mit Bücher- und/oder Leseabos nichts anfangen. In meinem Leben haben sie keinen Platz. Ich bleibe beim traditionellen, klassischen Buchkauf.

Habt ihr Bücherboxen oder Lese-Flatrates abonniert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen herrlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Ernest Cline – Ready Player One

Ernest Cline wuchs in einer Zeit auf, die für die Film- und Videospielindustrie revolutionär war. Er wurde 1972 geboren und entwickelte früh eine Begeisterung für Filme und Spiele, die bis heute anhält. Nach der Schule träumte er davon, Drehbuchautor zu werden. 2009 gelang es ihm, seinen Film „Fanboys“ nach 10-jähriger Produktion auf die Kinoleinwand zu bringen. Allerdings war diese Erfahrung für ihn eher frustrierend als bereichernd, weil sein Drehbuch massiv verändert wurde. Er wollte die volle Kontrolle über ein Projekt – deshalb beschloss er, einen Roman zu schreiben. So entstand „Ready Player One“, ein Buch, das alles feiert, was Cline liebt und mittlerweile als moderner Klassiker der Science-Fiction gilt.

Im Jahr 2044 liegt die Erde in Trümmern. Ressourcenknappheit und Klimawandel führten zu Armut, Hunger, Krankheiten und Überbevölkerung. Das Zentrum des öffentlichen Lebens verlagerte sich in die virtuelle Realität von OASIS. OASIS ist mehr als ein Spiel. Hier kann jeder Traum, jede Fantasie wahr werden. Spieler_innen können in Tausenden von Welten Abenteuer erleben, arbeiten, lernen, Freundschaften knüpfen – und vielleicht ein Vermögen gewinnen. Denn da OASIS-Gründer James Halliday ohne Erben starb, verfügte er, dass die Kontrolle über sein Imperium an die erste Person gehen soll, der es gelingt, die Rätsel zu knacken, die er in OASIS versteckte. Weltweit steigerte sich die Suche nach Hallidays Hinweisen, die alle einen Bezug zur Popkultur der 80er Jahre haben, in einen Rausch. Jahrelang machte niemand Fortschritte. Doch dann stolpert der unscheinbare 18-jährige Wade Watts über das erste Rätsel und löst es. Plötzlich ist er Teil einer frenetischen Schnitzeljagd, die ihn bald an seine Grenzen bringt. Um zu siegen, muss er alles riskieren – sogar sein Leben.

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Verfasst von - 6. September 2020 in Dystopie, Rezension, Science-Fiction

 

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Becky Chambers – A Closed and Common Orbit

Traditionell ist Science-Fiction stark männerdominiert. Glücklicherweise erlebt diese Tradition mittlerweile eine Wende und immer mehr Frauen drängen in das Genre. Eine von ihnen ist Becky Chambers, die als Tochter eines Luftfahrttechnikers und einer Astrobiologin beste Voraussetzungen hat, um Space Operas zu schreiben. Spektakuläre Weltraumschlachten und intergalaktische Kriege finden in ihren „Wayfarer“-Romanen allerdings nur am Rande statt; sie konzentriert sich zielgerichtet auf die Schicksale ganz normaler Personen, die mit den alltäglichen Schwierigkeiten der Zukunft konfrontiert sind. Im zweiten Band „A Closed and Common Orbit“ beschäftigt sie sich mit der Suche nach Identität, die alle bewussten Lebensformen durchleben – ob künstlich oder biologisch.

Lange Zeit war Lovelace die uneingeschränkte Herrscherin über die Wayfarer. Sie sah und hörte alles, sie wusste alles, sie kontrollierte alles. Über Jahre entwickelte sie eine Persönlichkeit und Gefühle, die sie eng an die Crew banden. Doch irgendwann reichte ihr das nicht mehr. Sie wollte nicht länger das künstliche Intelligenzsystem eines Schiffes sein, sie wollte so menschlich wie möglich werden. Sie entschied, ihr Bewusstsein in einen illegalen synthetischen Körper hochzuladen. Sie ahnte nicht, dass sie sich nicht mehr daran erinnern würde, wer sie war. Denn durch den Angriff auf die Wayfarer musste Lovey ihr System resetten. Als sie die Augen ihres neuen Body Kits aufschlägt, ist sie nicht mehr dieselbe. Sie muss nun mit den Konsequenzen einer Entscheidung leben, die sie in einem anderen Leben traf. Aber sie ist nicht allein. An ihrer Seite steht Pepper, die einst als Jane 23 in einer Sklavenkolonie das Licht der Welt erblickte. Pepper weiß genau, was es heißt, sich neu zu erfinden und sie wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um Lovelace dabei zu helfen, ihren Platz im Universum zu finden.

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Verfasst von - 3. September 2020 in Rezension, Science-Fiction

 

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Montagsfrage: Die goldene Ausnahme?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Howard/Conan-Projekt befindet sich in der heißen Phase. Ich schreibe aktuell meine Rezension. Das ist zwar auch nicht ganz so leicht, wie ich gehofft hatte, weil es nach so langer Zeit beinahe unmöglich ist, meine Empfindungen und Gedanken vor meiner Recherchemission von meinem jetztigen Wissensstand abzukoppeln, aber ich genieße es, mich auf meine subjektive Meinung konzentrieren zu können. Keine Quellenchecks, keine Widersprüchlichkeiten mehr. Ich bin zuversichtlich, dass ich nur noch ein paar Tage brauche. Dann stehen die inhaltlichen Beiträge alle. Endlich. Danach werde ich nur noch eine Einleitung und ein Fazit schreiben, da ich es seltsam fände, ein so umfangreiches Projekt kontextlos zu beginnen und abrupt zu beenden und kann mich anschließend mit Formatierungsaspekten beschäftigen. Mit etwas Glück kann ich vielleicht schon nächste Woche mit meinem grafischen Konzept beginnen, auf das ich mich sehr freue, weil ich jetzt schon ewig Ideen mit mir herumtrage und es kaum erwarten kann, diese endlich umzusetzen. So langsam gewinne ich einen Eindruck davon, wann das Ganze möglicherweise online gehen könnte. September vielleicht? Wir werden sehen.

Da die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise sich nach der heutigen Ausgabe in die Sommerpause verabschiedet und erst im September wieder stattfindet, könnte es im August daher ziemlich ruhig hier auf dem Blog werden. Lasst euch davon nicht täuschen. Ich lebe weiterhin. Ich arbeite nur fieberhaft in beinahe jeder freien Minute am Projekt.

Nun wollen wir aber erst einmal sehen, was Antonia von uns wissen will, bevor sie in die Ferien verschwindet.

Welches Buch aus einem Genre, das du eigentlich nicht magst, magst du?

Das ist eine schöne Frage, die mir die Gelegenheit gibt, mich mal ein bisschen selbst zu loben. Ich bin nämlich sehr stolz darauf, dass ich in den vergangenen Jahren so gut wie all meine Genre-Vorurteile überwunden habe und deshalb kein Buch mehr ablehne, nur weil es Genre XY zugerechnet wird. Das heißt nicht, dass ich keine Vorurteile mehr habe (es ist wirklich schwer, die nachhaltig loszuwerden, wenn sie sich erst mal festgesetzt haben), aber ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich nicht mehr behaupten kann, dass ich bestimmte Genres grundsätzlich nicht mag. Diese Zeiten sind vorbei und ich finde, dass diese Entwicklung eine ganz schöne Leistung ist.

Wie habe ich das gemacht? Ich habe außerhalb meiner Komfortzone gelesen und der leisen Stimme meiner Neugier nachgegeben, selbst wenn Zweifel und Skepsis laut brüllten. Dadurch habe ich festgestellt, dass Genrezuordnungen zu mentalen Stereotypen führen, die die Vielseitigkeit unserer literarischen Kategorien völlig verkennen. Ich dachte zum Beispiel immer, dass ich Krimis und historische Fiktion nicht mag. Doch dann entdeckte ich die Reihe „Nicolas Le Floch“ von Jean-François Parot, in der es um Kriminalfälle im Paris des 18. Jahrhunderts geht. Siehe da, die Kombination funktioniert für mich hervorragend. Mittlerweile habe ich drei Bände im Regal stehen und werde Nicolas sicher auch weiterhin bei seinen Ermittlungen begleiten. Ganz normale Krimis zählen bis heute nicht zu meinen Favoriten, weil sie mich nicht genug fordern und erst recht nicht schockieren (anders als ihre Verwandten, die Thriller), doch ich kann nicht mehr sagen, dass ich sie prinzipiell nicht mag. Im Fall der historischen Fiktion habe ich lange gebraucht, um meine Nische zu finden, weil es dauerte, bis ich begriff, dass „historisch“ nicht automatisch „mittelalterlich“ heißen muss. Romane wie „Die Wanderhure“ werde ich wohl nie meinem Regal hinzufügen, aber das 18. und 19. Jahrhundert sowie die Antike faszinieren mich. Ich glaube, jeder Bücherwurm kann in den Subgenres fündig werden, wenn er oder sie sich die Mühe macht, sie zu erkunden. Das ist natürlich ein Prozess und Fehlschläge sind vorprogrammiert. Ich erinnere mich mit Grauen an meine Versuche mit historischer Wikinger-Fiktion, die sich alle als Griff ins Klo entpuppten. Heute bin ich trotzdem froh, dass ich nicht aufgegeben und meinen individuellen, persönlichen Lesegeschmack dadurch so viel besser kennengelernt habe.

Es gibt eine Ausnahme. Eine muss es geben, oder? Chic-Lit. Frauenliteratur. Schmachtfetzen über Protagonistin XY, die ihren Verlobten am Altar stehen lässt, nach Italien durchbrennt, dort eine kleine Eisdiele eröffnet und der Liebe ihres Lebens begegnet, aber ist sie überhaupt schon wieder bereit, sich zu öffnen und ist der Latin Lover nicht viel zu wenig vertrauenswürdig, ach egal, was wäre das Leben ohne Risiko, Happy End. Brr. Ich kann das einfach nicht. Ich kann da nicht mitfühlen. Das einzige, was ich bei dieser… nennen wir es mal großzügig Literatur fühle, ist, wie sich meine Augen nach oben in meinen Hinterkopf rollen. Ich finde das alles albern und stereotyp und sowas von gar nicht emanzipiert. Das Frauenbild, das vermittelt wird, ist das absolute Gegenteil von Feminismus und darüber kann ich in diesem speziellen Fall nicht hinwegsehen, weil ES. DER. EINZIGE. INHALT. IST. Ihr seht, das Genre regt mich auf. Trotzdem habe ich in der Vergangenheit mal meinen großen Zeh ins Wasser gehalten, um meine Temperatur zu ermitteln. Ich habe „P.S. Ich liebe Dich“ von Cecelia Ahern gelesen und fand es gut. Gut, nicht mehr, nicht weniger. Mögen ist eigentlich schon zu viel gesagt, weil mich auch in diesem Buch das Rollenbild der Protagonistin Holly störte. Immerhin fand ich durch die Lektüre heraus, das meine Probleme mit der Chic-Lit viel damit zu tun haben, dass diese Bücher die Leser_innen quasi zwingen, zu weinen. Alles trieft nur so vor emotionaler Manipulation zum Selbstzweck und das passt mir überhaupt nicht. Es ist, als würden sich Autor_innen dieses Genres überlegen, wie sie ihre Geschichten extra schmerzhaft und extra tragisch aufziehen können, damit auch ja kein Auge trocken bleibt. Nicht, weil sie ihren Figuren zu einer Weiterentwicklung verhelfen wollen, sondern weil sie bei ihren Leser_innen eine bestimmte Reaktion provozieren wollen. Ich weiß, dass es auch andere Chic-Lit gibt und eine ganze Sparte existiert, die statt auf Tragik auf Humor setzt, doch meine grundlegenden Schwierigkeiten bleiben davon unangetastet. Es macht für mich kaum einen Unterschied, ob ich nun lachen oder weinen soll und das Frauenbild kann ich trotzdem nur ertragen, wenn ich fest entschlossen bin, das Potpourri aus Geschlechterklischees konsequent als überzogene Satire zu lesen. Das ist mir zu anstrengend. Also lasse ich die Finger von Chic-Lit. Aber ich habe es zumindest versucht und kann erklären, warum ich diese Bücher meide.

Mögt ihr ein Buch, obwohl ihr dessen Genre eigentlich nicht mögt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fantastischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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