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Montagsfrage: Ghostwriting?

18 Okt

Hallo ihr Lieben! 🙂

Der Allergietest ist durch. Ich sag euch, das war wirklich kein Spaß. Die ganze Zeit etwas auf dem Rücken kleben zu haben, ist super unangenehm. Als die Allergene am Dienstag entfernt wurden, wurden sie mit Klebeband und großen Kompressen ersetzt, um die Stellen zu schützen – falls eine verspätete Reaktion auftritt. Das hat so furchtbar gejuckt, ich hatte einige Momente, in denen ich mir am liebsten alles runtergerissen hätte. Am Donnerstag dann das Ergebnis: Nichts. Ich habe auf keinen einzigen Stoff reagiert. Dafür aber ziemlich auf das blöde Klebeband. Damit ist das Rätsel natürlich nicht gelöst. Irgendetwas muss Ausschlag und Juckreiz an meinem Handgelenk ja auslösen und medizinisches Klebeband ist es nicht. Also werde ich diesen Donnerstag wieder in die Hautarztpraxis dackeln, um mit der Ärztin zu besprechen, wie es weitergeht. Hoffentlich wiederholen wir den Allergietest nicht mit anderen Substanzen. Ich kann da schließlich nicht ständig dreimal die Woche vorbeifahren und ich will auch nicht noch mal mehrere Tage nur sehr vorsichtig duschen können. Aber vielleicht hat sie ja eine andere Idee. Ich werde weiter berichten.

Bevor ich dem Geheimnis meiner Hautprobleme weiter auf den Grund gehe, starte ich die neue Woche aber wie immer mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was ist eure Meinung über Bücher, die von einem_einer Ghostwriter_in geschrieben wurden?

Ich habe ein wenig geschmunzelt, als ich Antonias Antwort gelesen habe. Ich verstehe total, dass sie als aufstrebende Autorin das Bedürfnis hat, ihre Zunft zu schützen und sich deshalb wünscht, Ghostwriting würde kommuniziert werden, aber ein wenig naiv erscheint mir das schon. Ghostwriting wird praktiziert, damit eben nicht kommuniziert werden muss, dass eine Person nicht fähig war, ihre Geschichte selbst zu schreiben, aus welchen Gründen auch immer. Ghostwriting-Verträge erlauben eben genau das. Ghostwriter_innen verzichten bewusst darauf, auf dem Cover oder in den Credits genannt zu werden. Natürlich finde auch ich, dass Personen, die auf den Schreibprozess ihres Buches angesprochen werden, nicht lügen sollten, wenn sie ein Ghostwriting genutzt haben, aber wenn niemand fragt, finde ich nicht, dass man das proaktiv öffentlich machen muss.

Beim Ghostwriting geht es um das Aufrechterhalten einer Illusion, nämlich der, dass die Person, die auf dem Cover steht, das Buch tatsächlich selbst und allein geschrieben hat. Das erscheint mir besonders bei „Auto“biografien schon wichtig, weil die Erzählung eines Lebens dann sehr viel authentischer wirkt. „Born to Run“ von Bruce Springsteen wäre wahrscheinlich nicht ganz so erfolgreich, würde auf dem Cover ein anderer Name stehen. Will man öffentlich machen, dass jemand ein Buch nicht allein geschrieben hat, greift man zu Co-Autor_innen.

Ich finde beides völlig okay. Ghostwriting empfinde ich nicht als problematisch, weil es die Leseerfahrung des Publikums verschönert. Das ist mir die Illusion wert. Denn wenn ich mir erlaube, darüber nachzudenken, komme ich von ganz allein darauf, dass Bruce Springsteen sich wahrscheinlich nicht selbst hingesetzt und all seine Erinnerungen kohärent in eine spannende Geschichte umgeschrieben hat. Ich sehe das eher als offenes Geheimnis. Und damit kann ich prima leben.

Was haltet ihr von Ghostwriting?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen angenehmen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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10 Antworten zu “Montagsfrage: Ghostwriting?

  1. mehrpfot

    18. Oktober 2021 at 11:12 am

    Diese Frage reizt mich… ganz einfach, weil ich selber schon mehrfach Ghostwriter_in war und bin.
    Sowohl nur Artikel als auch Geschichten passagenweise als auch komplette Geschichten; sowohl für „kleinere“ und nicht so bekannte Autoren_innen als auch für inzwischen große und richtig große Nummern in der Buchwelt.
    Und Du hast recht, Verschwiegenheit bei allen Involvierten ist das A und O.

    Du schreibst was, das wird komplett „übernommen“, es wird adoptiert ohne wenn und Aber.
    Es gehört nicht mehr Dir, sondern Dem_Derjenigen, der_die auf dem Titel steht.
    Und genau damit hatte ich vor ein paar Jahren ein Problem.
    Und das nicht nur, weil zufällig fast zur gleichen Zeit durchgesickert ist, dass der_die Autor_in nicht selbst geschrieben hat, sondern schreiben ließ.

    Sondern, weil ich für mich selbst irgendwo nicht mehr klar gekommen bin, dass „Fremde“ sich mit meinen Ideen, meinem Federkleid schmücken, schon garnicht im Umfang eines ganzen Buches.
    Bin zwar immer noch bzw. wieder für kleinere Dinge zu haben, aber nicht mehr für ein ganzes Buch als Ghostwriter, Korrektorat etc. ist was Anderes.

    By the way… hab mal gerade nach aktuellen Ghostwriter-Preisen gesucht.
    Wenn ich das für meine bisherige Ghostwriterei bekommen hätte, hätte ich keine Finanzierung für den Kauf des zukünftigen Heims gebraucht, ganz im Gegenteil, dann wäre noch massig Geld über für Auto’s , Pool und sonstigen Kram. Das ist einfach utopisch und ich bin mir sicher, dass selbst ein Bestseller-Autor das niemals bezahlen würde, egal wie groß der Druck von Seiten des Verlages ist wegen einer weiteren Veröffentlichung.

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    • wortmagieblog

      19. Oktober 2021 at 7:32 am

      Ja, ich kann mir vorstellen, dass das nicht einfach ist, wenn man die eigenen Ideen dann unter einem anderen Namen veröffentlicht sehen muss.

      Ist das echt so lukrativ? Das hätte ich nciht gedacht, ich bin davon ausgegangen, dass Ghostwriter_innen schon kämpfen müssen, um zumindest fair bezahlt zu werden.

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      • mehrpfot

        19. Oktober 2021 at 5:34 pm

        Nein, sooooo lukrativ ist es nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Bestsellerautoren heute tatsächlich soviel ihrem Ghostwriter zahlen. Zumindest war es zu meiner aktiven Buch-Ghostwriter-Zeit nicht so, dass sich das so stark verändert und extremst vervielfacht hat, bezweifle ich.

        Das Schlimmste war für mich nicht, dass im Endeffekt „mein Werk“ unter dem fremden Namen im Buchhandel verkauft wurde, sondern irgendwann die Undankbarkeit der „Cover-Autoren“.
        Damit meine ich aber nicht, dass ich irgendwo erwähnt werden wollte oder so, das war und ist mir Schnuppe. Brauche das mehr oder weniger öffentliche Bauchgepinsel nicht, sondern eben einfach das Verhalten mir gegenüber und die Forderungen und Erwartungen an mich teils sowas von echt unverschämt und dreist wurden und ich dadurch immer mehr das Gefühl im Bauch hatte, dass ich am Liebsten das Ganze Lügenkonstrukt der ja ach so tollen und scheinbar vor Kreativität sprühenden Autoren gerne einstürzen lassen wollte, weil mich das sorry… a…ige… Verhalten mir gegenüber so dermaßen anviehchte.
        Es gibt richtige Wölfe im Schafspelz bzw. eher Teufel getarnt als Engel auch bei den bekannteren Autoren_innen…..

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      • wortmagieblog

        20. Oktober 2021 at 7:38 am

        Okay, ich muss jetzt einfach fragen: Über was für Summen reden wir hier? Was bekommt man dafür, ein komplettes Buch für jemand anderen zu schreiben?

        So viel zum Thema Wertschätzung. 😒 Tut mir leid, dass du da so negative Erfahrungen sammeln musstest. Ich frage jetzt nicht nach Namen, weil du das sicher sowieso nicht verraten darfst, aber ich kann mir vorstellen, dass so einigen Autor_innen „ihr“ Erfolg zu Kopf steigt.

        Liebe Grüße,
        Elli

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  2. mehrpfot

    18. Oktober 2021 at 11:13 am

    Hat dies auf mehrpfot rebloggt und kommentierte:
    Mit Ellis Meinung gehe ich ziemlich mit.

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  3. Caroline

    19. Oktober 2021 at 10:53 am

    Oje, wie blöd mit dem Allergietest… Hast du mal überlegt, ob es an irgendwelchen Waschmitteln, Weichspülern oder sonstigen seifigen Produkten liegen könnte, die du wegen irgendwelcher Bestandteile nicht verträgst? Oder an Pflegeprodukten? Gerade Ausschlag an Handgelenken und so könnte sowas gut erklären. Und manchmal entwickelt sich sowas ja leider auch erst im Laufe der Zeit, obwohl man ein Produkt jahrelang gut vertragen hat… Ich drück die Daumen, dass ihr den Auslöser noch findet!

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    • wortmagieblog

      20. Oktober 2021 at 7:43 am

      Huhu,

      klar, daran habe ich auch schon gedacht. Aber das geht seit meiner Teenagerzeit so und seitdem habe ich natürlich sehr oft alle möglichen Waschprodukte getauscht – nie wurde es besser. Also wenn es tatsächlich damit zusammenhängen sollte, muss es ein absolut grundlegender Bestandteil sein, der in allen (oder den meisten) Produkten vorhanden ist. Parabene sind es zum Beispiel nicht, die waren beim ersten Test dabei. Na mal schauen. Ich gebe jedenfalls nicht auf. Danke fürs Daumen drücken! 🙂

      Liebe Grüße,
      Elli

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  4. Der Büchernarr

    19. Oktober 2021 at 5:52 pm

    Hi Elli,
    ja, wir sehen das ähnlich, wobei in letzter Zeit immer wieder mal (Auto)Biografien gesehen habe, wo sehr wohl erwähnt wird, wer mitgeholfen hat zu schreiben. Ein bisschen dezent im Hintergrund, aber immerhin sichtbar. Auf dem Cover prangert natürlich dennoch ausschließlich der Promi-Name 😉

    Bzgl. Deiner Hautprobleme: Die können auch von innen kommen. Das klingt jetzt esoterischer als es ist. Irgendwelche Lebensmittel oder gar Kombinationen können auch Hautirritationen auslösen. Nur ist das nicht selten die Suche nach der bekannten und selten gefundenen Nadel im Heuhaufen 😉 Ich wünsche dennoch viel Erfolg!

    Viele Grüße
    Frank

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    • wortmagieblog

      20. Oktober 2021 at 7:35 am

      Hey Frank,

      das erscheint mir dann aber eher eine Zusammenarbeit zu sein als Ghostwriting. Was grundsätzlich natürlich gut ist, schließlich sollen alle die Lorbeeren bekommen, die sie verdienen. 😉

      Ja, ich weiß, obwohl ich wirklich noch immer auf eine Kontaktallergie „hoffe“. Ich glaube, es würde mir leichter fallen, diese Kontakte zu vermeiden, als plötzlich etwas nicht mehr essen zu dürfen. Danke für deine aufmunternden Worte! 🙂

      Liebe Grüße,
      Elli

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