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Archiv für den Monat Juli 2021

Sommerferien

Der wortmagieblog verabschiedet sich in die wohlverdiente Sommerpause! 🏖

Ich wünsche euch wundervolle erholsame Wochen, genießt den Sommer und lasst euch die Sonne auf den Bauch scheinen!

Voraussichtlich bin ich ab dem 06. September wieder für euch da.

Alles Liebe,
Elli ❤️

Das Kleingedruckte

Um die Strand-Grafik kostenlos verwenden zu können, habe ich mich bereit erklärt, folgenden Link auf der Seite einzubauen: Aquarell Vektor erstellt von freepik – de.freepik.com

 
 

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Megan Abbott – Dare Me

„Dare Me“ ist ein Roman der Erfolgsautorin Megan Abbott, der 2012 veröffentlicht wurde. 2019 adaptierte sie das Buch als gleichnamige TV-Serie im Auftrag des US-amerikanischen Fernsehsenders USA Network. Sie unterstütze beim Verfassen der Drehbücher, agierte als ausführende Produzentin und leitete die Dreharbeiten als Showrunner gemeinsam mit Gina Fattore. In Deutschland feierte die Serie unter dem Titel „Wage es nicht“ (eine sinnverfälschende Titelübersetzung) im März 2020 mit der ersten Staffel auf Netflix Premiere. Leider wird es wohl bei einer Staffel bleiben. USA Network setzte die Serie ab: Trotz positiver Kritiken waren die Einschaltquoten bescheiden. Außerdem möchte sich der Sender künftig auf Reality-TV-Formate konzentrieren. Hoffnungen, dass Netflix „Dare Me“ als Eigenproduktion übernimmt und fortführt, wurden bisher nicht erfüllt. Für Fans der Serie ist das bedauerlich, denn die erste Staffel umfasst inhaltlich nur etwa die Hälfte des Buches. Ich rate deshalb dazu, die Romanvorlage zu bevorzugen.

Sie sind ein Team. Sie sind eine Gemeinschaft. Auf der Matte sind sie Kriegerinnen. Gegen ihre Körper, gegen die Schwerkraft. Junge Frauen, die nichts zu verlieren haben außer ihrer Jugend. Doch als das Cheer-Team eine neue Trainerin bekommt, verdoppelt sich der Einsatz. Colette French entfesselt verborgene Rivalitäten und treibt die Mädchen zu immer riskanteren Höchstleistungen an. Sie überschreitet Grenzen – und das Team liebt sie dafür. Auch wenn es bedeutet, ihrer Anführerin Beth den Rücken zu kehren. Addy spürt die Veränderung. Sie heißt sie willkommen, sehnt sich nach ihr. Sie lechzt danach, gesehen, wahrgenommen zu werden. Sie ignoriert Beth‘ Warnungen. Berauscht von Ehrgeiz und Bewunderung lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein und vergisst darüber die Grundregel des Cheerleading: Je höher du fliegst, desto tiefer fällst du.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 20. Juli 2021 in Rezension, Thriller, Young Adult

 

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Montagsfrage: Stilistische Weiterentwicklung?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe etwas anzukündigen: Ich werde den wortmagieblog Ende der Woche in die Sommerpause schicken. Ich brauche wirklich eine Pause. Nicht, dass es mir keinen Spaß mehr machen würde, regelmäßig Rezensionen zu schreiben, doch ich fühle mich ausgelaugt. Meiner Meinung nach liegt das an meiner aktuellen Situation, in der ich faktisch zwei Blogs parallel bespiele. Einerseits verfasse ich Beiträge für den alten wortmagieblog, andererseits bastele ich am neuen wortmagieblog. Diese Doppelbelastung ist anstrengend und lässt mir sehr wenig Spielraum in meinem Zeitplan. Geht irgendetwas schief oder kommt mir etwas dazwischen, haut meine Organisation nicht mehr hin. Ich möchte mir die Pause gönnen, um meine Kapazitäten ohne Veröffentlichungsdruck je nach Lust und Laune verteilen zu können. Deshalb werde ich voraussichtlich bis Ende August Ferien vom Posten machen.

Diese Woche veröffentliche ich nach der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise noch eine Rezension und einen ordentlichen Sommerpause-Beitrag, danach herrscht hier erst mal Funkstille. Ich hoffe, ihr werdet mich nicht allzu sehr vermissen. 😉

Hat sich dein Stil beim Verfassen von Blogbeiträgen/Rezensionen über die Jahre verändert?

Selbstverständlich. Nach all den Jahren, die es den wortmagieblog nun schon gibt, wäre es ja auch traurig, wenn ich mich nicht weiterentwickeln und noch immer im selben Stil schreiben würde wie ganz am Anfang. Für die Beantwortung der heutigen Frage befinde ich mich in der luxuriösen Lage, dass ich euch gar nicht erklären muss, inwiefern sich mein Stil verändert hat. Ich kann es euch zeigen. 2016 habe ich mir nämlich anlässlich meines 3. Bloggeburtstags meine allererste Rezension geschnappt und diese komplett überarbeitet. Dafür habe ich zuerst in meinem alten Text alles rot angestrichen und kommentiert, was irgendwie … unglücklich gelungen war. Danach habe ich die Rezension entsprechend meiner gewachsenen Ansprüche neu geschrieben. Wenn ihr im direkten Vergleich sehen wollt, wie ich mich als Rezensentin verändert habe und über meine tapsigen ersten Versuche schmunzeln möchtet, schaut HIER vorbei.

Damals sorgte das Ergebnis für allgemeine Heiterkeit. Mir war gar nicht klar, dass das schon wieder fast fünf Jahre her ist. Eigentlich wird es so langsam höchste Zeit, den Vergleich zu wiederholen. Dieses Jahr feiert der wortmagieblog sein achtjähriges Bestehen, vielleicht ist das der perfekte Anlass für eine weitere Selbstkritik und – korrektur?

Hat sich euer Schreibstil beim Bloggen verändert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sommerlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Royce Buckingham – Dämliche Dämonen

Die „Demonkeeper“-Trilogie von Royce Buckingham ist einer der kuriosen Fälle, in denen eine Veröffentlichung im Ausland erfolgreicher war als das Original. Obwohl der US-Amerikaner in seiner Heimat positive Resonanz erhielt, wurde er erst in Deutschland zu einem Bestsellerautor. Der Auftakt „Dämliche Dämonen“ war bei uns so beliebt, dass der deutsche Verlag Penhaligon zwei weitere Bände in Auftrag gab. Ich glaube, ich habe noch nie gehört, dass Fortsetzungen von einem ausländischen Verlag initiiert wurden. Mir war gar nicht klar, dass das möglich ist. Als ich „Dämliche Dämonen“ vor vielen Jahren auf meine Wunschliste setzte und später kaufte, wusste ich nicht, dass es ein Bestseller ist. Es erklärt jedoch, warum mir das Buch von Amazon überhaupt vorgeschlagen wurde.

Erst einen Monat ist Nathan Grimlock auf sich gestellt und schon hätte er sich beinahe vom TIER fressen lassen. Seit dem tragischen Tod seines Mentors Dhaliwahl kümmert sich Nathan mitten in Seattle allein um ein Haus voller Dämonen. Die Rasselbande ist anstrengend, aber meistens harmlos. Trotzdem fühlt sich Nathan nicht gerade wie der mächtige Hüter, der er sein sollte. Eher wie eine Mischung aus Kindergärtner und Zoowärter. Es hilft auch nicht, dass Dhaliwahl ihm eintrichterte, dass Mädchen Tabu sind. Als er beschließt, diese eine Regel ausnahmsweise zu ignorieren, geht prompt alles schief, was schiefgehen kann. Das TIER büxt aus und ein finsterer Geselle nähert sich Seattle, der die chaotische Energie der Dämonen für seine Zwecke missbrauchen will. Nathan muss die Ordnung wiederherstellen, ohne dabei über seine dämonischen Gefährten zu stolpern, die ihren Hüter natürlich tatkräftig unterstützen!

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2 Kommentare

Verfasst von - 13. Juli 2021 in Fantasy, Humor, Rezension, Urban Fantasy

 

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Montagsfrage: Fragwürdige Aussagen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Habt ihr registriert, dass das letzte Buch, das ich gelesen habe, „The Godfather“ von Mario Puzo war? Dabei handelt es sich – wie ihr sicher wisst – um die Originalfassung von „Der Pate“. Der Roman über die Familie Corleone ist einer der erfolgreichsten Bestseller aller Zeiten und nach der Lektüre kann ich durchaus verstehen wieso. Ähnlich erfolgreich war natürlich die gleichnamige Verfilmung von 1972, die Marlon Brando den Oscar für die beste männliche Hauptrolle einbrachte und mit zwei weiteren Filmen eine Trilogie bildet. Ich habe die Filme nie gesehen. Jetzt überlege ich allerdings, ob ich diese kulturelle Lücke nicht vielleicht schließen sollte. Darum wollte ich euch heute fragen, was ihr darüber denkt. Findet ihr, man sollte die „Der Pate“-Trilogie gesehen haben? Ist es überhaupt eine gute Idee, sich den Film oder sogar alle Filme reinzuziehen, wenn man das Buch gelesen hat? Kann mir jemand etwas über die Unterschiede zwischen Verfilmung und Romanvorlage verraten? Ich bin wirklich ratlos. Seid doch so lieb und helft mir weiter.

Während ich darauf hoffe, dass ihr mir meine private Frage beantworten könnt, kümmere ich mich um den offiziellen Teil des heutigen Beitrags: Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Wie gehst du damit um, wenn sich herausstellt, dass ein_e Autor_in, dessen_deren Bücher du sehr schätzt, Auffassungen äußert, mit denen du nicht übereinstimmst?

Unterschiedlich. Es gibt kein allgemein gültiges Rezept für eine solche Situation, es sind immer Einzelfälle. Meistens kriege ich glücklicherweise nicht mit, was Schriftsteller_innen so von sich geben, weil ich auf Social Media nicht so aktiv bin. Das befreit mich von der moralischen Entscheidung, die damit unter Umständen einhergeht.

Aber natürlich weiß ich, mit was für … Murks Joanne K. Rowling die Welt ergötzt, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, auf das Antonia so ausführlich eingegangen ist. Ihre Äußerungen über das Potter-Universum sind die eine Sache, dafür bedauere ich sie tatsächlich überwiegend, weil ich es erbärmlich finde, dass sie nicht die Größe besitzt, zuzugeben, dass sie während des Schreibprozesses, der mittlerweile ja recht lange zurückliegt, noch nicht für Diversität und rassistische Stereotype sensibilisiert war. Ihr Versuch, ihre Schöpfung nachträglich an den Zeitgeist anzupassen, erscheint mir albern und komplett unglaubwürdig. Diese Äußerungen ignoriere ich deshalb ganz einfach, weil ich mich mit solchem Unsinn nicht befassen muss und sie nichts daran ändern, dass mir die HP-Reihe viel bedeutet. Aufgrund meiner eigenen Sensibilisierung erkenne ich heutzutage, welche Punkte der Geschichte für viele Leser_innen verletzend wirken können und würde sie daher mit anderen Augen lesen. Das ist viel entscheidender.

Die andere Sache sind ihre transfeindlichen Aussagen. Und ja, sie sind in meinen Augen offen transfeindlich, obwohl Mrs. Rowling auch hier nachträglich versuchte, sie zu relativieren. Das führte dazu, dass ich sie als Person ablehne, weil ich es untragbar finde, dass sie aus ihrem kleinlichen Weltbild heraus Menschen diskriminiert. Aber spielt das eine Rolle für meine Beziehung zu „Harry Potter“? Nein. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass ich mich in der bequemen Lage befinde, dass ich die Bücher bereits besitze. Wäre das nicht der Fall, müsste ich mir wohl überlegen, ob ich noch bereit wäre, der Dame Geld in den Rachen zu werfen und sie damit indirekt zu unterstützen. Denn das ist doch letztendlich das Einzige, was wir als Leser_innen tun können, wenn Autor_innen öffentlich Ansichten vertreten, die nicht den unseren entsprechen.

Wir können privaten Boykott praktizieren, um unseren Beitrag dazu zu leisten, den Geldhahn zuzudrehen. Selbstverständlich können wir auch widersprechen, wenn auf Twitter, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken Aussagen auftauchen, die wir nicht hinnehmen wollen. Wir können Grenzen aufzeigen und ich plädiere stark dafür, das auch zu tun, um diesen Menschen klarzumachen, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist, obwohl es tendenziell eher unwahrscheinlich ist, dass sie ihre Meinung durch eine Social Media – Diskussion ändern werden.

Ich denke, grundsätzlich müssen wir als Leser_innen immer schauen, inwieweit wir es vertreten können, Autor_innen, die sich zu fragwürdigen Aussagen hinreißen lassen, zu unterstützen. Das ist sehr individuell, denn was als grenzüberschreitend empfunden wird, ist eben sehr unterschiedlich. Ebenso individuell ist die Reaktion. Ich finde nicht, dass man automatisch keine Bücher mehr von Autor_innen lesen darf, mit denen man nicht einer Meinung ist. Die Frage ist immer, wie groß die Diskrepanz ist. Ich breche es mal herunter: Ich könnte ohne Probleme ein Buch einer Autorin kaufen und lesen, die sich leidenschaftlich für Fleischkonsum einsetzt, obwohl ich selbst versuche, so wenig Fleisch wie möglich zu essen. Aber ich würde kein Buch eines Autors kaufen und lesen, der durch bewusst rassistische Aussagen aufgefallen ist, weil es bei gezieltem Rassismus einfach keinen Spielraum gibt.

Wie reagiert auf fragwürdige Äußerungen eurer liebsten Autor_innen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sorgenfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Marie Lu – Warcross

Erinnert ihr euch an Marie Lus „Legend“-Trilogie? Für die meisten liegt die Lektüre wahrscheinlich ähnlich lange zurück wie für mich. Wisst ihr noch, dass ein Teil der Geschichte in der Antarktis verortet war? Die Autorin zeigte uns eine futuristische Gesellschaft, in der jeder Aspekt des alltäglichen Lebens in ein Spiel umgewandelt wurde. Sie konnte dieses Konzept im Rahmen der Trilogie allerdings nicht so ausführlich untersuchen, wie sie es gern getan hätte. Deshalb kehrte sie Jahre später noch einmal zu dieser Idee zurück. Sie schrieb „Warcross“, den ersten Band einer gleichnamigen Dilogie, in der die ganze Welt gamifiziert wurde.

Jedes Jahr sehnen Spieler_innen die Warcross-Meisterschaften herbei. Sie sind der Höhepunkt eines Spiels, das die ganze Welt veränderte. Das diesjährige Auftaktmatch zwischen den Teams ist bereits in vollem Gange, als plötzlich aus dem Nichts eine unbekannte Spielerin auftaucht und vor den Augen eines Millionenpublikums ein wertvolles Artefakt stielt. Die Öffentlichkeit ist erschüttert – es sollte unmöglich sein, Warcross zu hacken. Wer ist die Fremde mit den regenbogenbunten Haaren, die das populärste Spiel aller Zeiten austrickste? Emika Chen ist bewusst, dass ihr Hack ernste Konsequenzen haben könnte. Statt im Gefängnis zu landen, erhält sie jedoch die Chance ihres Lebens. Hideo Tanaka, der Schöpfer von Warcross höchstpersönlich, möchte sie engagieren. Emika soll als Spionin an den Meisterschaften teilnehmen und herausfinden, ob eine_r der professionellen Spieler_innen Warcross sabotiert. Es ist ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann. Fest entschlossen, das Kopfgeld zu gewinnen, das Tanaka ihr in Aussicht stellt, stürzt sie sich tiefer in Warcross als je zuvor. Doch die Verschwörung, die sie aufdeckt, bedroht nicht nur die Zukunft der virtuellen Realität …

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Montagsfrage: Gegen den Strom?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir haben es getan. Wir haben uns „Godzilla vs. Kong“ angesehen. Und ja, wir haben exakt das bekommen, was wir erwartet haben: Eine vollkommen unlogische und unsinnige Geschichte, aber eine herausragende Inszenierung. Zum Abschalten, zum Nicht-Nachdenken, ist es der perfekte Film. Es lohnt sich sehr, diesen Streifen auf der Leinwand eines Kinos zu sehen, weil alles daran auf Bildgewalt und Größe ausgelegt ist. Wir haben ihn sogar in 3D angeschaut, ich muss allerdings sagen, dass ich diese Umsetzung nicht besonders gelungen fand. Sie hätten mehr aus der 3D-Technik herausholen können. Irgendwie haben sie in den Szenen, die sich wirklich dafür anbieten, oft nach wenigen Sekunden die Perspektive verändert, sodass zum Beispiel der Eindruck des Fallens bei mir nicht so recht aufkommen wollte. Als Brillenträgerin ist 3D für mich ohnehin immer ziemlich anstrengend – dann erwarte ich zumindest, dass sich das lästige Gefühl, zwei Brillen auf der Nase sitzen zu haben, auch richtig lohnt. Das war hier nicht der Fall. Ich kann euch den Film also als hirnlose, actionlastige Unterhaltung empfehlen und würde euch auch raten, ihn im Kino zu genießen, aber auf die 3D-Version könnt ihr getrost verzichten.

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist glücklicherweise nicht hirnlos, sondern wieder mal sehr interessant:

Welches Buch, das (fast) alle Welt toll findet, findest du selbst grottenschlecht und enttäuschend?

Oh, wir sprechen über unpopuläre Buchmeinungen? Prima, da kann ich mitreden. Wobei „grottenschlecht“ schon ein sehr hartes Wort ist. Ich habe mich ja bereits in der Vergangenheit geoutet und offenbart, dass ich trotz meiner Liebe zur High Fantasy an „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien bisher nicht herankomme. Aber grottenschlecht – nein, dieses Adjektiv würde ich nicht verwenden. Langweilig und langatmig, ja, vielleicht auch ein bisschen melodramatisch, doch mir ist durchaus bewusst, was für ein Meilenstein die Trilogie ist. Allein aus Respekt kann ich kein so vernichtendes Urteil abgeben.

Ähnlich erging es mir mit „His Dark Materials“ von Philip Pullman. Ich bin möglicherweise die einzige Person auf der Welt, die diesen Kinderbuchklassiker nicht bezaubernd fand. Trotzdem erkenne ich, was Pullman zu vermitteln versuchte, auch wenn er mich damit nicht erreichte. Wieder kein Kandidat für „grottenschlecht“.

Letztendlich musste ich für meine heutige Antwort in meinen 1-Stern-Bewertungen stöbern und siehe da, es gibt tatsächlich zwei Bücher, die ich komplett verrissen habe, obwohl ein solider Hype um sie besteht bzw. bestand. Bei dem ersten handelt es sich um „Shatter Me“ von Tahereh Mafi. Es ist sieben Jahre her, dass ich es gelesen habe, gefühlt ist das aber nicht lange genug. In meiner Rezension schrieb ich:

Ich empfand „Shatter Me“ als eine bis zum Erbrechen süßliche Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, die mich darüber hinaus permanent an die X – Men Comics erinnerte. Juliette ist keine einzigartige Heldin, sondern ein erschreckend genauer Abklatsch von Rogue. In meinen Augen hat Tahereh Mafi versucht, eine Jugendfantasie massentauglich zu vermarkten, indem sie dieser den Anschein einer YA Dystopie gab. Bei mir hat das nicht funktioniert. Für mich endet die Serie genau hier.

Alle Welt lobte dieses Buch euphorisch in den Himmel. Besonders die stilistische Eigenheit der Autorin, ganze Sätze der Protagonistin durchzustreichen und sie durch andere zu ersetzen, kam wahnsinnig gut an. Ich halte das für Unsinn. Ebenso bescheuert fand ich ihre ziellosen Vergleiche und Metaphern, die wahrscheinlich poetisch und bezaubernd wirken sollten, in meinen Augen jedoch lediglich unrealistisch waren, weil schlicht niemand so denkt. Für mich ist dieser Reihenauftakt ein Totalausfall, der den Hype absolut nicht verdient.

Das zweite Beispiel ist „Sieben Nächte“ von Simon Strauß. Dieses schmale Buch ist nicht unumstritten, wurde aber vor allem von den Feuilleton-Kolleg_innen des Autors über den grünen Klee gelobt. Strauß wurde 1988 geboren, ist also ein Jahr älter als ich. Wir gehören zur selben Generation. Dass sein Manifest als Buch unserer Generation bezeichnet wurde, beleidigte mich zutiefst. Ich schrieb in der Rezension:

Das pseudointellektuelle, selbstmitleidige Gejammer eines privilegierten jungen Mannes, der mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam. Ich empfinde dieses Debüt als völlig überflüssiges Manifest, in dem Strauß seine kleinlichen Ängste vor Stillstand in seinem Leben schildert […]

Ich hoffe, dass die Gefühle und Wahrnehmungen, die Strauß zu diesem Murks motivierten, in unserer Generation nicht allzu verbreitet sind. Ich kann ihn lediglich bedauern und geht es nach mir, gehört seine schriftgewordene Midlife-Crisis auf den Müll.

Ihr seht, hin und wieder komme ich an dem heftigen Adjektiv „grottenschlecht“ nicht vorbei. Auf diese beiden Bücher hätte ich gern verzichtet, sie waren eine Verschwendung von Geld sowie kostbarer Lebens- und Lesezeit.

Über welche Bücher habt ihr eine unpopuläre Meinung?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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