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Montagsfrage: Autorenschaft vs. Rezensionsqualität?

02 Nov

Hallo ihr Lieben! 🙂

Heute beginnt wieder die Normalität hier auf dem Blog. Wir sind zurück aus Texas und dem hyborischen Zeitalter und befassen uns wieder mit dem, was das Rückgrat eines Buchblogs ausmacht: Rezensionen. Ganz recht, mein Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ ist seit letzter Woche abgeschlossen und nun erwarten euch endlich wieder ganz normale Besprechungen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei allen bedanken, die diese Eskapade von einem Mammutprojekt mit mir durchgestanden und wirklich jeden einzelnen Beitrag gelesen haben (oder noch lesen werden 😉). Es war eine ganz besondere Erfahrung, eure Reaktionen darauf zu beobachten und ich freue mich, dass die Resonanz so positiv war. Jetzt kann aber auch ich nicht leugnen, dass es mich erleichtert, zum Alltag zurückzufinden. Ich habe bisher erst zwei Bücher, die ich 2020 gelesen habe, auf dem Blog rezensiert. Es wird allerhöchste Zeit und ich war hinter den Kulissen tatsächlich recht fleißig und produktiv. Die nächsten drei Wochen sind schon komplett vorgeplant und ich hoffe, dass ich zumindest einen Teil dessen aufholen kann, was ich durch Robert und Conan versäumt habe, bevor das Jahr ausklingt. Ein paar Wochen habe ich ja noch und die beginne ich natürlich traditionell mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die auch heute wieder ansteht.

Kann ein_e Autor_in auch ein_e gute_r Rezensent_in sein?

Oh ja, das ist möglich. Es mag nicht oft vorkommen, weil Autor_innen meist Besseres zu tun haben, zum Beispiel Bücher schreiben, aber grundsätzlich verfügen sie natürlich über dieselbe Kompetenz wie jede_r dahergelaufene Buchblogger_in, wenn nicht mehr. Wir dürfen nie vergessen, dass Schriftsteller_innen sich oft ursprünglich für das Schreiben entschieden, weil sie begeisterte Leser_innen sind. Wieso sollten sie dann nicht fähig sein, qualitative Rezensionen zu verfassen, wenn sie die Zeit dafür finden?

Es gibt einen Autor, der meine Theorie wunderbar beweist: Mark Lawrence. Lawrence eroberte den internationalen Buchmarkt mit seiner Grimdark-Trilogie „The Broken Empire“ und veröffentlicht seit 2011 jährlich mindestens einen neuen Roman. Er hat einen Abschluss in Physik und einen Doktortitel in Mathematik, arbeitet parallel zu seiner Karriere als Schriftsteller in der Wissenschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz und übernimmt darüber hinaus die Pflege seiner behinderten Tochter, die eines seiner vier Kinder ist. Nebenbei führt er außerdem seinen privaten Blog, auf dem er über seine Neuveröffentlichungen informiert, sich mit Fans austauscht, aus seinem Leben berichtet, Literatur ganz allgemein diskutiert, Giveaways organisiert und jedes Jahr den Self-Published Fantasy Blog-Off veranstaltet, einen Literaturwettbewerb, in dem er um die 300 Werke von Fantasy-Autor_innen an 10 Fantasy-Blogger_innen weiterleitet, die aus dieser Menge dann einen Finalisten auswählen. Da ihm das alles aber offenbar immer noch nicht reicht, verfasst und veröffentlicht er auf Goodreads regelmäßig Rezensionen. Liest man diese, fällt auf, dass sie weit über die Einzeiler, wie sie sonst häufig von Autor_innen auf der Plattform gepostet werden, hinausgehen. Während die meisten Schriftsteller_innen – wenn überhaupt – lediglich knappe Sätze wie „Loved it!“ zu den Büchern ihrer Kolleg_innen schreiben, erfüllen Mark Lawrences Texte jeden Anspruch an richtige Rezensionen. Er erklärt, warum er das Buch mochte oder nicht, analysiert literarische Techniken, Wirkung, Atmosphäre und Handlungsaufbau und liefert damit zuverlässige Einschätzungen, die mich in der Vergangenheit bereits ermutigt haben, von ihm besprochene Bücher auf meine Wunschliste zu setzen. Er ist zwar ein wenig nachsichtiger als ich, was möglicherweise daher kommt, dass er selbst weiß, wie viel Arbeit in einer Geschichte steckt, aber seine Rezensionen helfen mir definitiv, zumindest eine Einordnung vorzunehmen. Warum er seine Besprechungen nicht auch auf seinem Blog veröffentlicht, weiß ich nicht, doch das ist meiner Ansicht nach irrelevant. Er ist ein guter Rezensent und demonstriert eindrucksvoll, dass sich beide Rollen keineswegs widersprechen.

Glaubt ihr, dass Autor_innen gute Rezensent_innen sein können?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen brillanten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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5 Antworten zu “Montagsfrage: Autorenschaft vs. Rezensionsqualität?

  1. tala2019

    2. November 2020 at 10:09 pm

    Oh mein Gott, das klingt als ob Marc Lawrence entweder nie schläft oder 48-Stunden-Tage zur Verfügung hat! Aber fantastisch!!!

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  2. Der Büchernarr

    4. November 2020 at 8:49 am

    Hallo Elli und hallo zurück 🙂
    Ja, Du magst Recht haben, dass sich die Rollen nicht widersprechen, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch, wenn ich weiß, dass sich da gerade ein Autor negativ über das Werk eines Kollegen äußert…
    Viele Grüße
    Frank

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    • wortmagieblog

      4. November 2020 at 9:58 am

      Ich sage ja, du bist da deutlich strenger als ich. Ich schmecke da nichts Bitteres. 😉

      LG
      Elli

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