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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 6 – Leseanleitung: Wie man Conan liest – Ausgaben

27 Okt

Ab heute möchte ich euch beibringen, wie ihr Conan lesen könnt. Da durchschnittliche Leser_innen mit diversen Komplikationen konfrontiert werden, wenn sie planen, ihre Bibliotheken mit Robert E. Howards Geschichten über den Cimmerier zu erweitern, möchte ich all mein erworbenes Wissen einsetzen, um euch diese Aufgabe zu erleichtern. Meine Leseanleitung ist garantiert nicht die einzig wahre Herangehensweise an den berühmten Barbaren und ich versuche gar nicht erst, diesen Anspruch zu erfüllen. Vielmehr ist sie ein unverbindlicher Wegweiser, der euch mit Tipps und Ratschlägen dabei unterstützen soll, eure Annäherung an Conan so sinnvoll und logisch wie möglich zu gestalten. Ihr könnt einen Teil meiner Vorschläge nutzen, ihr könnt alle befolgen oder auch keinen. Das ist ganz euch überlassen. Dieser Beitrag ist lediglich ein Referenzdokument, auf das ihr zurückgreifen könnt, solltet ihr Hilfe benötigen.

Die Anleitung teilt sich in zwei Abschnitte. Im heutigen ersten schildere ich die aktuelle Situation auf dem Buchmarkt und schlage euch Ausgaben drei verschiedener Verlage vor, mit denen euer Einstieg in Conans hyborisches Zeitalter meiner Meinung nach glücken kann. Im morgigen zweiten Abschnitt behandeln wir eine Auswahl an Chronologien, die seit Ende der 1930er Jahren vorgelegt wurden und an denen man sich bei der Lektüre von Conan orientieren kann. Wieso das wichtig ist, haben wir in den vorangegangenen Beiträgen bereits angerissen – jetzt sprechen wir ausführlich darüber.
Mein Anliegen ist, dass ihr am Ende der Leseanleitung, die darüber hinaus den lang herbeigesehnten Schlussakkord dieses umfangreichen Blogprojekts darstellt, bestens gewappnet seid, um Conan selbst kennenzulernen. Ich hoffe, ich kann euch um einiges schlauer und aufgeklärter in die Welt entlassen. Seid ihr bereit? Dann auf zum letzten Akt.

Wenn wir eines aus der Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis von Robert E. Howard gelernt haben, dann, dass nicht überall, wo Conan draufsteht, auch Robert E. Howard drin ist. Durch die Überarbeitungen und Ergänzungen von L. Sprague de Camp (teilweise unterstützt von Lin Carter und Björn Nyberg) und die Etablierung eines Franchise nach Roberts Tod befinden sich moderne Leser_innen in der ungünstigen Situation, bei der Auswahl ihrer Conan-Lektüre eine gewisse Sorgfalt walten lassen zu müssen. Wer den originalen, literarischen Cimmerier kennenlernen möchte, muss sichergehen, eine Ausgabe zu erwischen, die erstens auf de Camps Einmischungen verzichtet und zweitens tatsächlich die Geschichten von Robert E. Howard enthält, nicht die späteren Abenteuer anderer Schriftsteller_innen. Glücklicherweise sind de Camps überarbeitete Versionen heutzutage nicht mehr der Veröffentlichungsstandard. Ich habe keine einzige neue Ausgabe gefunden, in deren Beschreibung noch auf ihn verwiesen wird. Dennoch sollten gerade diejenigen unter euch, die wie ich ihre Bücher gern auf Gebrauchtportalen kaufen, vorsichtig sein, weil es dort durchaus vorkommen kann, dass vollkommen veraltete Ausgaben angeboten werden.

Doch auch im Neuhandel ist es gar nicht so einfach, eine passende Ausgabe zu finden. In lokalen Buchhandlungen muss man schon großes Glück haben, um eine zu betreten, die Bücher von Robert E. Howard vorrätig hat. Selbstverständlich kann das Fachpersonal jedes beliebige Buch bestellen, dafür muss man allerdings wissen, was man bestellen möchte. Weiß man das nicht, muss man wiederum Glück haben, dass jemand vor Ort ist, der oder die sich mit Robert E. Howard und/oder Conan auskennt und einen Überblick darüber hat, welche aktuellen Erscheinungen der Markt anbietet. Andernfalls ist eine Beratung weder besser noch schlechter als eine selbstdurchgeführte Internetrecherche – ich habe es erlebt. Gibt man „Robert E. Howard“ hingegen bei den gängigen Onlinehändlern ein, ist man mit der Auswahl schnell überfordert. Ich habe eine Stichprobe bei drei verschiedenen Portalen vorgenommen: für diesen Suchbegriff spucken sie zwischen 700 und 1.100 Ergebnissen aus. Mit dem Suchbegriff „Conan“ sind es jeweils weit über 1.000 Ergebnisse (in einem denkwürdigen Fall sogar fast 10.000 Ergebnisse). Diese überwältigende Anzahl hängt einerseits an den Suchalgorithmen, die auch Einträge anzeigen, die gar nichts mit Roberts Conan zu tun haben (zum Beispiel die Manga-Reihe „Detektiv Conan“ oder Bücher von Sherlock Holmes – Schöpfer Arthur Conan Doyle); andererseits ist sie darauf zurückzuführen, dass es eine komplett unüberschaubare Menge an E-Book-Ausgaben gibt, die manchmal Sammlungen verschiedener Kurzgeschichten von Robert E. Howard enthalten, manchmal aber auch nur einzelne Erzählungen. Das wiederum liegt sicher daran, dass viele seiner Geschichten mittlerweile in der Public Domain sind und sie demzufolge keinerlei urheberrechtlichen Beschränkungen mehr unterliegen.

Seien wir ehrlich: niemand hat Lust, sich durch diese Fülle zu klicken, um das eine Buch zu finden, das man haben möchte. Ich weiß genau, wie fix die Entschlossenheit bröckelt, wenn die Auswahl zu groß ist. Da euch dieses Hindernis jedoch nicht von einer Begegnung mit Conan abhalten soll, habe ich mir einen groben Überblick verschafft und drei Veröffentlichungen herausgesucht, denen ihr meiner Einschätzung nach vertrauen könnt und die ich hier kurz vorstellen möchte. Ich denke, es ist für jeden Geschmack und jede Vorliebe etwas dabei. Alle drei Reihen berufen sich ausschließlich auf Roberts originales Material. Ich beschränke mich bewusst auf die ursprünglichen Conan-Geschichten, weil es jeglichen Rahmen sprengen würde, würde ich zusätzlich Empfehlungen für alle Franchise-Erzählungen aussprechen und ich darüber hinaus offen bekenne, dass ich eine Conan-Puristin bin.

Meine erste Empfehlung ist eine englische dreibändige Ausgabe des zur Random House Gruppe gehörenden Verlags Del Rey. Del Rey ist auf fantastische Literatur spezialisiert, daher ist es nicht überraschend, dass sie Conan in ihren Katalog aufnahmen. Diese Reihe ist die US-Version der ersten vollständigen Sammlung aller Conan-Geschichten, die 2002 bei dem britischen Verlag Wandering Star erschien, der 1998 ja auch „The Savage Tales of Solomon Kane“ herausbrachte. Ich bin nicht sicher, ob Wandering Star heute noch existiert, ich habe online keine Repräsentation gefunden und auch keinen Hinweis darauf, dass ihre Conan-Reihe noch immer käuflich wäre. Die Del Rey – Ausgaben können hingegen auf den üblichen Wegen erworben werden. „The Coming of Conan the Cimmerian“, „The Bloody Crown of Conan“ und „The Conquering Sword of Conan” enthalten zusammen alle 21 Geschichten sowie das Gedicht „Cimmeria“. Außerdem wird Leser_innen in jedem Band umfangreiches Zusatzmaterial geboten, darunter Fragmente wie „Wolves Beyond the Border“, das Essay „The Hyborian Age“, Exposees, Karten, Anmerkungen zur Chronologie und anderen Themen und vieles mehr. Jeder Band wurde darüber hinaus von einem anderen Künstler illustriert; Mark Schultz zeichnete für „The Coming of Conan the Cimmerian“, Gary Gianni für „The Bloody Crown of Conan“ und Greg Manchess für „The Conquering Sword of Conan”.

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Die Reihenfolge der Geschichten entspricht exakt der Entstehungsreihenfolge, die Mark Finn in „Blood & Thunder“ angibt, einem authentischen Leseerlebnis steht demnach nichts im Wege. Neu kann die Reihe ausschließlich im Taschenbuchformat für je zwischen 15 und 17€ gekauft werden, bei Wikipedia habe ich allerdings gelesen, dass der Science Fiction Book Club nach dem Erscheinen bei Del Rey gebundene Ausgaben derselben Reihe veröffentlichte. Diese scheinen vergriffen zu sein, doch wer bereit ist, deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich auf die Jagd zu begeben, hat vielleicht Glück und kann gebrauchte Hardcover-Ausgaben ergattern. Meinen Recherchen zufolge gibt es derzeit nur „The Bloody Crown of Conan“ als E-Book, im Kindle-Format ist sie mit 0,99€ sensationell günstig (Stand: Juli 2020). Falls ihr den Gesamtpreis der Reihe drücken möchtet und euch nicht daran stört, eine Mischung aus Print und digitaler Ausgabe zu besitzen, könnte das eine Option für euch sein. HIER gelangt ihr zur Conan-Übersichtsseite des Verlags.

Allen Leser_innen, die über die sprachlichen Voraussetzungen verfügen, empfehle ich wärmstens, Conan im Original zu genießen. Es lohnt sich. Robert E. Howard schrieb nicht allzu anspruchsvoll, schließlich druckten die Pulp Magazine ausnahmslos Unterhaltungsliteratur, die ihren Kund_innen Freude bereiten sollte, ohne sie zu überfordern. Ich habe seine Geschichten auf Englisch gelesen und hatte weder Schwierigkeiten mit seinem Schreibstil noch mit seiner Wortwahl. Diejenigen unter euch, deren Englischkenntnisse nicht ausreichen, müssen trotzdem nicht verzweifeln. Es gibt nämlich eine deutsche Variante der Del Rey – Ausgaben, herausgegeben von dem für Horror und Hardcore bekannten Verlag Festa – meine zweite Empfehlung.

Mit der Festa-Reihe „CONAN – Das Original“ bekommt ihr alles, was auch in den Del Rey – Ausgaben enthalten ist, nur eben auf Deutsch: alle 21 Geschichten, jegliches Zusatzmaterial und die Illustrationen von Mark Schultz, Gary Gianni und Greg Manchess. Anhand der Leseproben erscheinen mir die Übersetzungen, die von einem Team um Lore Strassel stammen, gelungen. Der einzige bedeutende Unterschied zu der englischen Reihe besteht darin, dass Festa das Material nicht auf drei Bände aufteilte, sondern auf sechs. Das ist typisch für den deutschen Buchmarkt und erstaunt mich nicht, ich glaube allerdings, dass der Verlag daher gezwungen war, von der Entstehungsreihenfolge der Geschichten abzuweichen. In dieser Reihe ist „Die Stunde des Drachen“ („The Hour of the Dragon“) nach „Salome, die Hexe“ („A Witch Shall Be Born“) platziert, nicht davor, wie es meinen Informationen nach korrekt wäre. Diese Entscheidung liegt sicher daran, dass „Die Stunde des Drachen“ einen kompletten Band erhielt. Ähnlich erging es Die Diener von Bît-Yakin“ („The Servants of Bit-Yakin“ bzw. „The Teeth of Gwahlur“ oder „The Jewels of Gwahlur“), das nicht zwischen „Salome, die Hexe“ und „Jenseits des Schwarzen Flusses“ („Beyond the Black River“) einsortiert ist, sondern im letzten Band vor „Aus den Katakomben“ („Red Nails“). Dies ist vermutlich ebenfalls darauf zurückzuführen, dass Festa die Geschichten so aufteilen musste, dass jeder Band ausreichend Seiten umfasst (zwischen 320 und 400), ohne die ursprüngliche Reihenfolge völlig zu kompromittieren. Ich halte die Abweichungen für so gering, dass sie kaum ins Gewicht fallen; auch bei dieser Reihe steht einer authentischen Leseerfahrung demzufolge nichts im Wege.

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Alle sechs Bände sind gebunden in Lederoptik, als Taschenbuchausgaben oder als E-Books zu bekommen. Solltet ihr die Printausgaben bevorzugen und sie neu erwerben wollen, müsst ihr darauf gefasst sein, dass diese hochwertigen Bücher ihren Preis haben. Die gebundenen Ausgaben kosten jeweils 24,00€ und die Taschenbücher jeweils 14,95€, die E-Books hingegen nur jeweils 4,99€ (Stand: Juli 2020). Die komplette Reihe ist seit 2015 auf dem Markt; aktuell gibt es keine Anzeichen dafür, dass Festa plant, den Druck einzustellen. Dennoch würde ich empfehlen, nicht allzu lange mit dem Kauf zu warten, was übrigens auch für die Del Rey – Ausgaben gilt, da ihr immer bedenken müsst, dass die Fiktion von Robert E. Howard eine recht enge Nische einnimmt. Seine Geschichten sind keine Bestseller und werden nur in den seltensten Fällen zu den Klassikern gezählt, obwohl sie das im Bereich der Fantasy zweifellos sind – aber Fantasy hat es grundsätzlich schwer, als Klassiker anerkannt zu werden. Stellt ein Verlag fest, dass sich Conan nicht mehr rentiert, werden sie nicht zögern, ihn aus dem Programm zu streichen. Ich möchte hier keine Unruhe verbreiten, doch ihr solltet euch des Risikos bewusst sein. So hatte Festa beispielsweise begonnen, nach dem Vorbild von Del Rey auch Roberts andere Geschichten zu verlegen, musste diese Reihe jedoch schweren Herzens nach drei Veröffentlichungen („Kull – Verbannt aus Atlantis“, „Der Löwe von Tiberias – und andere historische Erzählungen“ und „Die Schwertkämpferin – und andere historische Erzählungen“) einstellen, weil der Absatz zu gering war. Dasselbe Schicksal könnte Conan irgendwann ebenfalls ereilen – also wartet nicht, bis ihr alt und grau seid. 😉 HIER gelangt ihr zur Conan-Übersichtsseite des Verlags.

Wenn weder die Del Rey- noch die Festa-Ausgaben das Richtige für euch sind, weil euch beide Sammlungen viel zu dröge, textlastig und mit ihrer Handvoll Illustrationen nicht visuell genug sind, keine Panik. Ich habe noch eine Option parat. Als wir einige der wichtigsten Conan-Geschichten analysiert haben, habe ich euch „Beyond the Black River“ („Jenseits des Schwarzen Flusses“) vorgestellt und auf die Rezension meiner lieben Bloggerkollegin Marina aka DarkFairy verwiesen, die die Geschichte als Graphic Novel aus dem Splitter Verlag gelesen hat. Wir haben uns im Voraus natürlich abgestimmt; ich wollte ganz genau wissen, ob das Graphic Novel auch wirklich auf Roberts Originaltext basiert. Deshalb habe ich beim Splitter Verlag recherchiert und war – ich kann es nicht anders sagen – beeindruckt.

Splitter verlegt die Reihe „Conan der Cimmerier“ seit November 2018. Es handelt sich um Übersetzungen der Graphic Novels des französischen Verlags Glénat, der damit wirbt, dass in dieses Projekt die besten Talente der französischsprachigen Comicszene involviert sind. Jeder Band, der jeweils ein Conan-Abenteuer enthält, wird von anderen Szenarist_innen und Zeichner_innen entworfen, die sich jedoch ausschließlich an Robert E. Howards ursprünglichen Geschichten orientieren. Sowohl die französischen Originale wie auch die deutschen Übersetzungen bieten Bonusmaterial, das meines Wissens zwar nicht so umfangreich und ausführlich ist wie die zusätzlichen Inhalte, die man mit den Del Rey- und Festa-Ausgaben bekommt, aber mit Texten zu Hintergrund und Entstehung von Conan trotzdem einen passablen Einstieg in die Thematik bietet. Derzeit umfasst die Splitter-Reihe zehn Bände („Jenseits des Schwarzen Flusses“ ist der dritte); zuerst waren wohl 12 Bände geplant, mittlerweile findet man hingegen die Angabe, dass es 16 werden sollen, was natürlich erfreulich ist. Auch diese Sammlung ist aus naheliegenden Gründen kein Schnäppchen, jeder Band kostet neu zwischen 15 und 18€. Möchte man alle besitzen, geht das ganz schön ins Geld, dafür erhalten Leser_innen allerdings hochwertige Hardcover-Ausgaben mit bemerkenswerter Farbintensität.

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Der große Pluspunkt der Splitter-Sammlung ist selbstverständlich die grafische Umsetzung. Alle Zeichner_innen nutzen das ästhetische Potential der Conan-Geschichten voll aus, verleihen dem berühmten Barbaren einen individuellen Charakter und inszenieren seine actionreichen Abenteuer kreativ und abwechslungsreich. Da sich in dieser Reihe verschiedene Künstler_innen austoben dürfen, ist es nicht problematisch, wenn euch der Stil eines Bandes nicht anspricht, denn beim nächsten sieht das vielleicht ganz anders aus. Dadurch, dass jeder Band eine einzige abgeschlossene Geschichte erzählt, könnte man diejenigen, die visuell nicht gefallen, sogar überspringen. Persönlich sagt mir an diesem Projekt besonders zu, dass die Ausgaben keine Neuauflagen der Comics von Marvel und Dark Horse sind, sondern strikt Roberts originale Erzählungen abbilden, ohne die Freiheiten, die sich die beiden Comicverlage in der Vergangenheit nahmen (Stichwort Red Sonja). Die grafische Interpretation des Materials von Robert steht im Mittelpunkt, ohne Ergänzungen, Überarbeitungen und ähnliche Abweichungen. Deshalb habe ich den Eindruck, dass es sich um eine sehr erwachsene Reihe handelt, die dem verstorbenen Autor wirklich gerecht wird. Ich denke, sie hätte Robert gefallen. HIER gelangt ihr zur Conan-Übersichtsseite des Verlags.

Dennoch möchte ich nicht verschweigen, dass eine Entscheidung für die Splitter-Ausgaben neben dem finanziellen Aufwand weitere Nachteile mit sich bringt. Glénat und Splitter veröffentlichen abseits der Entstehungsreihenfolge, das heißt, wenn es euch wichtig ist, die Geschichten so zu lesen, wie Robert sie schrieb, müsst ihr sie selbst sortieren. Darüber hinaus ist aktuell fraglich, ob je alle 21 Conan-Geschichten als Graphic Novels realisiert werden. Wie gesagt sind lediglich 16 Bände vorgesehen – das könnte sich ändern, falls die Nachfrage ausreichend ist, sollte es jedoch bei dieser Anzahl bleiben, wird die Reihe immer unvollständig sein. Daraus leitet sich ab, dass für Leser_innen momentan nicht absehbar ist, welche Geschichten erscheinen und welche ausgelassen werden. Ich vermute, dass dies stark von den Künstler_innen abhängt, die wahrscheinlich selbst wählen können, welches Abenteuer sie inspiriert. Solltet ihr Wert auf Vollständigkeit legen oder auf eine bestimmte Geschichten warten, könntet ihr enttäuscht werden.
Des Weiteren bedeuten Graphic Novels natürlich immer, dass ihr eurer eigenen Fantasie kaum Spielraum zugesteht. Habt ihr die Geschichten vorher nicht in Textform gelesen, werden sich die visuellen Interpretationen der Zeichner_innen in eurem Gedächtnis verankern und Conan erhält keine Chance, eure Vorstellungskraft eigenständig zu erobern. Es ist Ansichtssache, ob dies für euch ein Nachteil ist – für mich ist es das.
Aus diesen Gründen betrachte ich die Splitter-Reihe eher als Ergänzung, das heißt aber nicht, dass ihr sie ebenso behandeln müsst. Wenn ihr Graphic Novels mögt und euch einen bildgewaltigen ersten Eindruck von Conan wünscht, sind sie eine hervorragende Alternative zu den Ausgaben von Del Rey und Festa.

Mit dieser Auswahl verschiedener moderner Conan-Veröffentlichungen solltet ihr bestens ausgestattet sein, um den originalen Cimmerier kennenzulernen. Habt ihr eine Sammlung ausgesucht, die Bände eurer Bibliothek hinzugefügt und könnt es nun kaum noch abwarten, endlich in das hyborische Zeitalter einzutauchen, muss ich euch an dieser Stelle jedoch bremsen. Denn da ist ja immer noch das Problem mit der Chronologie. Bevor ihr euch in die Lektüre stürzt, solltet ihr zumindest kurz einen Gedanken daran verschwenden, in welcher Reihenfolge ihr die Geschichten lesen wollt. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die populärsten Vorschläge für eine Chronologie, die über die Jahrzehnte entstanden sind, werde ich euch morgen vorstellen. Harrt aus meine Schüler_innen, schenkt mir noch einmal eure Aufmerksamkeit und ich verspreche euch, am Ende des morgigen Beitrags seid ihr endlich bereit, es mit Conan aufzunehmen!

Quellenverzeichnis (PDF)

Header-Bildquellen
Wild West – Landschaft: Seita/Shutterstock.com
Schwert im Felsen: KUCO/Shutterstock.com

 

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