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[Lieber Literaturnobelpreis, wir müssen reden] Kapitel 2: Drama, Schmutz und Skandal

27 Nov

Drama, Schmutz und Skandal

Okay, ich habe geschwindelt. Ich gestehe. Wir können heute nicht sofort anfangen, schmutzige Wäsche zu waschen. Leider muss ich euch kurz in den Aufbau der Schwedischen Akademie einweihen, bevor es losgehen kann. Ja, ich höre das Stöhnen und Brummen, keiner hat Lust auf Hintergrundfakten, ihr wollt die pikanten Details, ich weiß. Ich verspreche, es geht schnell.

Die Schwedische Akademie wurde 1786 von König Gustav III. als Institution mit 18 Sitzen gegründet und ist beauftragt, die schwedische Sprache und Literatur zu fördern. Neben der Verleihung des Literaturnobelpreises vergibt sie Stipendien und zahlreiche weitere Preise, darunter zum Beispiel der Nordische Preis. Mitglieder werden auf Lebenszeit gewählt, den Vorsitz hat der sogenannte Ständige Sekretär bzw. die Ständige Sekretärin inne. Für eine Beschlussfähigkeit sind 12 Mitglieder nötig. Ursprünglich sahen die Statuten den freiwilligen Austritt eines Mitglieds nicht vor, obwohl es durchaus möglich ist, ein Mitglied aufgrund „unehrenhaften Verhaltens“ mit einer Zweidrittelmehrheit auszuschließen. Durch ihre Rolle in der Nobelpreisvergabe zählt die Schwedische Akademie zu den einflussreichsten literarischen Einrichtungen der Welt.

Seht ihr, kurz und schmerzlos. Wie angekündigt. Jetzt könnt ihr euch die Hände reiben, es geht wirklich los.

In der öffentlichen Wahrnehmung begann die Krise der Schwedischen Akademie am 06. April 2018, als die Mitglieder Klas Östergren, Kjell Espmark und Peter Englund verkündeten, zukünftig nicht mehr an den Sitzungen der Akademie teilnehmen zu wollen. Die drei Herren wollten aussteigen, weil es ihnen und weiteren Mitgliedern nicht gelungen war, Katarina Frostenson aus der Akademie auszuschließen. Die entsprechende Abstimmung war fehlgeschlagen. Hm. Eine Revolte? Eine Intrige? Mobbing in einer hochangesehenen akademischen Einrichtung? Nichts dergleichen.

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Die Lyrikerin Katarina Frostenson sollte gehen, weil sie in eine weitreichende kriminelle Affäre verwickelt war, in deren Mittelpunkt ihr Ehemann Jean-Claude Arnault stand. Herausgekommen war dies bereits Ende 2017, als 18 Frauen im Rahmen der #MeToo-Debatte den französischen Fotografen wegen sexueller Übergriffe anzeigten. Leider waren diese Verbrechen lediglich die Spitze des Eisbergs. Arnault betrieb in Stockholm 30 Jahre lang ein Kulturforum, einen Kunstclub, über den er Literaturabende und andere interkulturelle Events veranstaltete. Dieser Club war offenbar ein Sündenpfuhl sondergleichen, der Arnault nicht nur als Schauplatz seiner sexuellen Eskapaden diente, sondern in dem zahlreiche weitere Verbrechen und Ordnungswidrigkeiten stattfanden, von Alkoholausschank ohne Genehmigung bis zu Steuerhinterziehung.

Nun ist das natürlich schlimm und zweifelsohne illegal, aber wieso interessierte sich die Schwedische Akademie für die kriminellen Aktivitäten des Ehemanns eines seiner Mitglieder? Arnault hatte schließlich keinen Sitz inne.
Für die Akademie waren die Vorwürfe deshalb beschämend, weil Arnaults Kulturforum Fördergelder erhalten hatte und darüber hinaus durch Engagements und Auftritte unterstützt wurde. Die ehrwürdige Institution hatte Arnaults Verfehlungen direkt mitfinanziert. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, stellte sich außerdem heraus, dass Katarina Frostenson Teilhaberin des Clubs war. Sie hatte sich jahrelang selbst Gelder zugeschustert und (vermutlich) zugesehen, wie ihr Ehemann Frauen Stipendien, Auszeichnungen und seine künstlerischen Kontakte versprach, oder ihnen das Ende ihrer Karrieren androhte, um sie zu sexuellen Handlungen zu erpressen. Im Verlauf der Ermittlungen blieb sie Arnault gegenüber stets loyal. Es will mir nicht in Kopf, was bei dieser Frau schiefläuft. Wäre das mein Ehemann, ich hätte mit Pauken und Trompeten öffentlich die Scheidung eingereicht. Ich finde keine Worte, um meinen Ekel auszudrücken.

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Neben all diesen schockierenden Offenbarungen verblasst das weitere Fehlverhalten von Katarina Frostenson, das die Literaturnobelpreisvergabe unmittelbar betrifft, beinahe. Die Dichterin verstieß gegen die Verschwiegenheitspflicht. Sie verriet Arnault vorab (mutmaßlich) sieben Namen von Literaturnobelpreisträger_innen. Die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter nennt in diesem Zusammenhang Wisława Szymborska, Elfriede Jelinek, Harold Pinter, Jean-Marie Gustave Le Clézio, Patrick Modiano, Svetlana Alexijewitsch und Bob Dylan.
Ich bin selbst verheiratet. Ich weiß, wie stark das Bedürfnis sein kann, dem Ehepartner einfach alles zu erzählen. Hätte Frostenson nur formell gegen die Verpflichtung zur Geheimhaltung verstoßen, hätte das vielleicht nie jemand gemerkt. Ich hätte das nicht mal verwerflich gefunden. Problematisch wurde es dadurch, dass Arnault dieses Wissen munter in die Welt hinaustrug und laut der taz an Medien weitergab. Ich befürchte jedoch, dass er diese Informationen nicht nur an die Medien verkaufte.

Man kann auf die Vergabe jedes Nobelpreises wetten. Ich bin keine Expertin für Wetten, aber ich gehe davon aus, dass bei so einem Ereignis viel Geld im Spiel ist, viel mehr als zum Beispiel bei einem simplen Fußballspiel. Mit Insiderinformationen könnte sich Arnault eine goldene Nase verdient haben oder er setzte selbst auf den Gewinner bzw. die Gewinnerin. Intuitiv tippe ich allerdings darauf, dass er die Namen verkaufte, weil ich glaube, dass den richtigen Personen so ein Tipp ein kleines Vermögen wert ist, womit Arnault unabhängig von Wettquoten gewesen wäre.
Außerdem bin ich mir sicher, dass Frostenson ihrem Ehemann die Namen der Gewinner_innen nicht verriet, weil sie unfähig war, ein Geheimnis vor ihm zu bewahren. Ich denke, sie wusste ganz genau, dass Arnault ihr Insiderwissen nutzte, um daraus Profit zu schlagen. Möglicherweise befürwortete sie das sogar, denn ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass er das Geld heimlich in seinen privaten Sparstrumpf steckte. Viel plausibler erscheint mir, dass es ihnen als Paar zugutekam. Die Dame wusste Bescheid und bereicherte sich durch ihren Ehemann an ihrer Rolle als Mitglied der Schwedischen Akademie.

Für die Schwedische Akademie war all das peinlich, schmerzhaft und desaströs. Die Frage, die sich selbstverständlich aufdrängt, ist die nach der Mitwisserschaft. Kann es sein, dass Mitglieder der Akademie wussten, was Jean-Claude Arnault in seinem Kulturforum mit ihren Geldern trieb?

Es scheint sicher, dass eben dies der Fall war. Bereits 1996 meldete sich eine junge Künstlerin bei der Akademie, berichtete von Arnaults Übergriffen und flehte sie an, die Zusammenarbeit mit dem Fotografen zu beenden. 1997 veröffentlichte die Tageszeitung Expressen eine Reportage namens „Sexterror in der Kulturelite“, in der vier weitere Frauen ähnliche Vorwürfe lautmachten. Einige der Vorfälle sollen sich in den Räumlichkeiten der Akademie abgespielt haben, zu denen Arnault freien Zugang hatte.
Die Akademie entschied, die Anschuldigungen nicht zu untersuchen und ignorierte die Verdachtsmomente gegen Arnault. Stattdessen wurde Arnault mit Preisen geehrt. 2015 wurde ihm der königliche Nordstern-Orden für seine Verdienste um die schwedische Kultur verliehen. Dies hatte das Akademie-Mitglied Per Wästberg dreimal zu verhindern versucht. Es scheint, als sei Wästberg der einzige, der die Vorwürfe in der Akademie thematisierte. Er wurde niedergeschrien. Er berichtete, die „Person, die dem Beschuldigten am nächsten steht“ hätte einen Wutanfall gehabt und ihn der üblen Nachrede bezichtigt. Heute ist natürlich klar, dass es sich dabei um Katarina Frostenson gehandelt haben muss, über die Wästberg sagte, sie könne „das ja nicht nicht gewusst haben“.

Anscheinend waren die Verbrechen von Jean-Claude Arnault in der Schwedischen Akademie ein offenes Geheimnis, das so lange wie möglich unter den Teppich gekehrt wurde. Erst, als der Druck der Öffentlichkeit nichts anderes mehr zuließ, wurde die Akademie aktiv. Die Literaturwissenschaftlerin Sara Danius, die am 12. Oktober 2019 tragischerweise einer Brustkrebserkrankung erlag und damals Ständige Sekretärin war, erklärte, man wolle die Vorwürfe nun transparent untersuchen. Eine Anwaltskanzlei wurde eingeschaltet. Alle geschäftlichen Beziehungen zu Arnault wurden eingestellt. Die Mitglieder bemühten sich redlich, Katarina Frostenson aus ihren Reihen zu verbannen, das entsprechende Votum scheiterte jedoch. Klas Östergren, Kjell Espmark und Peter Englund streikten, die Akademie legte Danius nahe, ebenfalls ihren Hut zu nehmen und letztendlich stimmte auch Frostenson zu, nicht mehr an den Entscheidungen der strauchelnden Institution teilzunehmen. Obwohl dieser Skandal die schlimmste Krise ist, die die Akademie bisher erlebte, gab es bereits in der Vergangenheit Vorfälle, die dazu führten, dass Sitze verwaist waren (aber das ist eine andere Geschichte). Ende April waren daher nur noch 10 der 18 Mitglieder aktiv und die Akademie praktisch handlungsunfähig. Erinnert euch, für eine Beschlussfähigkeit sind 12 aktive Mitglieder nötig. Der schwedische König Carl Gustav sah sich deshalb veranlasst, die Statuten zu ändern und legte erstmals in der jahrhundertealten Geschichte der Akademie eine Austrittsregelung fest.

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Am 04. Mai 2018 verkündete die Schwedische Akademie, die Vergabe des Literaturnobelpreises für 2018 auszusetzen und 2019 nachzuholen, was – wie wir bereits erörtert haben – laut den Statuten durchaus möglich ist. Eine Entscheidung, die von allen Beteiligten befürwortet wurde, auch von der Nobelstiftung, deren Vorsitzender Carl-Henrik Heldin kurz nach Bekanntwerden des Skandals geäußert hatte, die Akademie realisiere hoffentlich, dass sie zukünftig eine „größere Offenheit gegenüber der Außenwelt“ an den Tag legen müsse. Die Medien attestierten Reformbedarf und schlicht alle bauten darauf, dass die Schwedische Akademie modernisiert und gestärkt aus diesem Eklat hervorgehen würde. Jean-Claude Arnault wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

So. Jetzt haben wir alle (relevanten) hässlichen Fakten des Skandals um die Schwedische Akademie abgearbeitet und besprochen. Darf ich jetzt bitte endlich meinen Senf dazugeben?

Aus meiner Sicht sind das Schweigen und die Vertuschung der Schwedischen Akademie unverzeihlich. Ich weiß nicht, wie ihr empfunden habt, während ihr die Sachlage gelesen habt, aber ich wurde mit jedem neuen Fakt, den ich im Verlauf meiner Recherche ausgrub, wütender. Die Situation um Jean-Claude Arnault und Katarina Frostenson war an sich bereits schlimm genug, doch die Tatsache, dass die Akademie über die Verbrechen des Fotografen Bescheid wusste und nichts unternahm, um ihn zu stoppen, schlägt dem Fass den Boden aus. Wären Arnaults Missetaten durch #MeToo nicht öffentlich geworden, ich bezweifle ganz stark, dass die Mitglieder jemals aktiv geworden wären. Alle Schritte, die danach eingeleitet wurden, erscheinen mir als wenig überzeugende Schadensbegrenzung, die eher der Rettung des Images der Akademie dienen sollten und nicht Ausdruck des Bewusstseins des eigenen Fehlverhaltens war. Sie haben reagiert, weil sie erwischt wurden und zerfleischten sich dann gegenseitig.

Ich könnte im Dreieck springen, wenn ich mir vergegenwärtige, dass Peter Englund schön medienwirksam ankündigte, nicht mehr an den Sitzungen der Akademie teilnehmen zu wollen, obwohl er bis 2015 selbst Ständiger Sekretär war. Sein Vorgänger Horace Engdahl, der Arnault stets als mustergültigen Gentleman lobte und in seinen eigenen Schriften ein alarmierendes Frauenbild propagiert, warf Sara Danius vor, die „schlechteste Ständige Sekretärin in der Geschichte der Akademie“ zu sein – nennt mich zynisch, aber ich glaube, er kritisierte sie nicht für die Handhabung des Skandals, sondern dafür, dass unter ihrer Führung das bestgehütete Geheimnis der Akademie ans Licht kam. Ebenso frage ich mich, wieso Per Wästberg, der ja offenbar versuchte, die Vorwürfe gegen Arnault zur Sprache zu bringen, nicht einfach zur Polizei ging. Wieso ließ er sich von Katarina Frostenson einschüchtern? Wenn er glaubte, dass an den Anschuldigungen etwas dran war, was ja später bestätigt wurde, warum blieb er untätig? Meiner Meinung nach war es sogar Wästberg wichtiger, seine Institution zu schützen, als den betroffenen Frauen zu helfen. Mir bleiben die Worte im Halse stecken, mein Zorn kennt keine Grenzen, weil dieses elitäre Denken und Verhalten jahrzehntelang dazu führten, dass Frauen verletzt und gedemütigt wurden. Der Skandal beweist für mich, dass der Begriff „Rape Culture“ absolut gerechtfertigt ist.

Eine Institution, in der solche Verbrechen möglich sind und gedeckt werden, verfügt meiner Ansicht nach nicht über die Integrität, einflussreiche Entscheidungen zu treffen. Die Schwedische Akademie hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. All die Rücktritte können ihren Charakter nicht sanieren, weil bis heute Mitglieder Sitze einnehmen, die zusahen, während Jean-Claude Arnault vergewaltigte, bedrohte, erpresste und Gelder missbrauchte. Für mich ist es nicht damit getan, dass einige Mitglieder gehen mussten. Um tatsächlich Wiedergutmachung zu leisten, hätten sie alle gehen und die Akademie von Grund auf erneuert werden müssen, um zu gewährleisten, dass so etwas nie, nie, nie wieder vorkommt. Alle, die da heute noch sitzen, haben sich meinem Empfinden nach mitschuldig gemacht, geschützt von den Strukturen einer Einrichtung, die seit Jahrhunderten einer Geheimgesellschaft gleicht. Macht den Laden dicht und fangt ganz neu an.

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Ich kann die Schwedische Akademie nicht mehr ernstnehmen, weil sie sehr öffentlich offenbart hat, dass ihr ehrwürdiges, erhabenes Getue eine Farce ist und ich verstehe nicht, dass sich die Nobelstiftung mit einer einjährigen Aussetzung der Literaturnobelpreisvergabe zufriedengab. Meiner Ansicht nach verdient es die Akademie nicht länger, diese Ehrung vorzunehmen. Ich vermute, dass es nicht so einfach wäre, sie von all ihren Pflichten zu entheben, weil Alfred Nobel sie in seinem Testament ausdrücklich benannte, aber da muss es ein rechtliches Schlupfloch geben, allein schon dadurch, dass Katarina Frostenson jahrelang gegen die Verschwiegenheitsklausel verstieß. Gilt das nicht als Vertragsbruch? Wieso wurde die Stiftung in diesen Fällen nicht aktiv? Wenn Jean-Claude Arnault die Namen vorab an die Medien gab, muss dem Aufsichtsrat doch bewusst gewesen sein, dass es ein Informationsleck gab. Hätten sie demzufolge nicht ermitteln und alles dafür tun müssen, dieses Leck ausfindig zu machen und zu stopfen?

Meines Wissens ist in den Statuten nicht festgehalten, wie Verstöße gegen selbige geahndet werden sollen. Als diese formuliert und erlassen wurden, vertraute man offenbar noch darauf, dass Menschen edle, ehrenwerte Geschöpfe sind. Ha. Klar. Dennoch kann es nicht angehen, dass die Nobelstiftung zur Untätigkeit verdammt ist, wenn das Erbe ihres Vaters beschädigt wird. Natürlich kann die Stiftung keinen Einfluss auf die Organisation der preisvergebenden Einrichtungen nehmen, aber es muss doch möglich sein, Konsequenzen für die Nobelpreisvergabe zu ziehen. Durch den Skandal wurde belegt, dass die Schwedische Akademie ihre Funktion missbrauchte und alles Vertrauen, das Alfred Nobel einst in sie setzte, enttäuschte. Ich bin mir sicher, der Mann rotiert gerade in seinem Grab. Zurecht. Wäre er noch am Leben, ich kann mir gut vorstellen, dass er jegliche Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung eingestellt hätte. Er kann nicht gewollt haben, dass eine Institution von seinem Geld profitiert, in der gelogen, betrogen und der noble Auftrag, den er ihr erteilte, mit Füßen getreten wird.

Meiner Meinung nach sollte der Schwedischen Akademie ihre Rolle in der Vergabe des Literaturnobelpreises entzogen werden. Es ist nicht richtig, dass sie einfach weitermachen darf, Geld von der Nobelstiftung einstreicht und die Welt so tut, als wäre da nie etwas gewesen. Der Ruf der Akademie ist zwar beschädigt, aber im Großen und Ganzen kam sie glimpflich davon und in ein paar Jahren erinnert sich vermutlich nur noch eine Handvoll Menschen daran, was in ihren elitären Reihen vorgefallen ist. Die Mitglieder dürfen weiterhin darüber entscheiden, was als wertvolle Literatur gilt, obwohl der Skandal die Ausrichtung ihres moralischen Kompasses grundlegend in Frage stellt. Wer einen Vergewaltiger deckt, sollte nicht festlegen dürfen, wessen literarisches Werk idealistisch herausragend ist.

Die Vergabe des Nobelpreises an Peter Handke 2019 bestätigt meine umfassenden Zweifel an der Integrität und Kompetenz der Schwedischen Akademie. Denn mit ihm erhielt ein Mann den Nobelpreis, der seinen Kritiker_innen zufolge Verbrechen gegen die Menschenrechte verteidigte und romantisierte. Macht euch bereit für den nächsten Akt meiner Argumentationskette, denn morgen werden wir uns anschauen, welche Entscheidungen das Nobelkomitee der Schwedische Akademie in der Vergangenheit traf und in zwei Tagen widmen wir uns der Frage, inwiefern die diesjährige Verleihung besonders problematisch ist.

Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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3 Antworten zu “[Lieber Literaturnobelpreis, wir müssen reden] Kapitel 2: Drama, Schmutz und Skandal

  1. Sonja

    27. November 2019 at 11:15 am

    Ich muss das alles erst einmal sacken lassen…. du hast ja wirklich enorm gut recherchiert!

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      27. November 2019 at 11:19 am

      Kann ich voll und ganz verstehen, es ist ziemlich viel zu verdauen.

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  2. Mein Senf für die Welt

    27. November 2019 at 2:14 pm

    Ich bin immer wieder aufs Neue total sprachlos angesichts deiner exzellenten Artikel!
    Es liest sich so spannend. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Danke für diese Beitrags-Reihe!

    Gefällt 2 Personen

     

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