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Montagsfrage: Hardcover oder Taschenbuch?

24 Jun

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin ein Trampel. Das ist nun keine neue Erkenntnis, ich war nie graziös oder leichtfüßig und habe immer schon Schrankecken mitgenommen, Gegenstände fallen lassen, Flecken verursacht und manchmal eine wahre Schneise der Verwüstung hinterlassen. Oftmals liegt das daran, dass sich mein Kopf in völlig anderen Gefilden herumtreibt und ich mich nicht auf das konzentriere, was ich mache. Am Freitag hat der Elefant im Porzellanladen, der hinter meinem menschlichen Äußeren lauert, wieder einmal voll zugeschlagen. Ich saß gerade vor meinem zweiten Morgenkaffee und wollte Zucker einrühren. Mist, Zucker alle. Ich will also aufstehen, um in der Küche den Zucker aufzufüllen, reiße dabei meinen Laptop mit, der gegen meine Kaffeetasse kracht, die direkt rechts daneben steht und schon hatte ich den Salat. Kaffee überall und leider auch auf meinem Laptop. Nun ist das nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Ich habe sofort reagiert, habe den Lappi umgedreht, damit die Brühe runtertropfen kann und gar nicht erst in die Schaltkreise im Inneren gelangt. Erst wirkte es, als hätte das ausgereicht. Er funktionierte weiterhin, gab keine komischen Geräusche von sich und verhielt sich insgesamt unauffällig. Erleichtert arbeitete ich an meiner offenen, unvollendeten Rezension weiter. Doch dann begann die Tastatur, aufzumucken. Einige Tasten reagierten nicht, andere reagierten, obwohl ich sie nicht berührt hatte. Ich fuhr den Laptop runter und gab ihm eine Pause, nach der ich ihn wieder anschaltete. Unglücklicherweise beruhigte sich die Tastatur nicht mehr, im Gegenteil, es wurde schlimmer, bis ich gar nicht mehr tippen konnte. In diesem Moment war mir klar, dass ich handeln musste. Der Laptop musste zu einem Profi, so schnell wie möglich, bevor der Kaffee die gesamte Hardware zerfressen konnte. Das stellte sich als schwierig heraus, weil es in unserer Umgebung tatsächlich kaum PC-Reparatur-Services gibt. Ich brachte eine erfolglose Odyssee durch den halben Kiez hinter mich. Das hätte ich mir sparen können, die Lösung war ein einfacher Anruf. Ein paar Straßen weiter gab es bis Anfang des Jahres einen Elektronikexperten, dem ich bisher immer vertraut hatte, der aber leider Ende Januar schließen musste. An den verrammelten Türen klebte jedoch ein Zettel mit einer Telefonnummer, die ich dann eben anrief. Und siehe da, er macht weiterhin Hausbesuche. Er kam vorbei und sammelte meinen kaffeeverseuchten Laptop ein.
Gestern Abend erhielt ich dann eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Er läuft wieder. Die Schlechte: Die Tastatur ist beschädigt und muss ersetzt werden. Mittwoch oder Donnerstag bekomme ich ihn zurück. Bis dahin erlaubt mir mein lieber Ehemann, seinen Laptop zu nutzen, worauf ich allerdings nur zugreife, wenn er nicht da oder beschäftigt ist. Sonst komme ich mir wie ein Störenfried vor. Ich werde die Zeit ohne Laptop sicher rumkriegen, schließlich muss ich arbeiten und habe in meiner Freizeit genug Aufgaben zu erledigen, die keinen Bildschirm erfordern (Rezensionsnotizen zum Beispiel), aber ein bisschen amputiert fühle ich mich schon. Ich hatte gerade erst einen schönen Vorlauf mit meinen ausstehenden Rezensionen herausgearbeitet, der verpufft jetzt natürlich. Aber gut, ich will nicht undankbar sein. Ich hatte Glück im Unglück, es hätte schlimmer und vor allem deutlich teurer kommen können. Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist daher auch eine Art Genesungskarte an meinen armen Laptop, der jetzt operiert werden muss. Werde bald gesund, ich warte hier auf deine Heimkehr!

Hardcover oder Taschenbuch?

Ich bin schon immer ein Taschenbuch-Mädchen. Wie ich oben beschrieben habe, bin ich ziemlich tollpatschig, manchmal gedankenlos und nicht gerade die Eleganz in Person. Dazu passen Taschenbücher einfach besser, weil ich bei ihnen kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich die Seiten bekleckere, zu schwungvoll umblättere und dabei einreiße oder sie rücksichtslos in meinen Rucksack stopfe. Hardcover wirken auf mich stets edel und hochwertig; schön, aber unpraktisch. Eigentlich ist das Quatsch, denn theoretisch halten Hardcover durch die stabilere Machart deutlich mehr aus. Dennoch, ich möchte nicht kaputt machen, was hübsch ist. Deshalb fühle ich mich mit Taschenbüchern deutlich wohler, die meiner Ansicht nach weitere Vorteile haben. Meistens sind sie leichter, kleiner und handlicher. Ich bin ein Riesenfan der englischsprachigen Verlage Del Rey und Bantam, weil es ihnen gelingt, 700-Seiten-High Fantasy-Schmöker so weit zu komprimieren, dass das Buch am Ende trotzdem bequem in meine Hand passt. Normalerweise ist mir das wesentlich wichtiger als eine schicke Aufmachung und der Punkt, den Antonia anspricht, das sogenannte „Rundlesen“ (also die Knicke im Buchrücken), bereitet mir selten Kopfschmerzen. Manchmal versuche ich, darauf zu achten, wenn mir ein Buch viel bedeutet, aber packt mich erst einmal die Lesewut, ist dieser Vorsatz schnell vergessen. Ich betrachte das mittlerweile beinahe als Auszeichnung, die beweist, dass mich eine Geschichte wirklich gefesselt hat und wie Antonia bereits anmerkte, lässt sich das auch nicht immer vermeiden. Außerdem sind Taschenbücher in der Regel günstiger. Ja, das spielt durchaus eine Rolle, wenn man so viele Bücher kauft wie unsereins. Schließlich hat niemand einen Goldesel im Keller. Ich sehe ein, dass Hardcover einen höheren Preis rechtfertigen, nur brauche ich das einfach nicht. Ich brauche weder luxuriöses Papier noch einen Schutzumschlag. Schutzumschläge sind meiner Meinung nach ohnehin eine vollkommen sinnlose Erfindung, die im Alltag mindestens genauso anfällig für Knicke und Risse sind wie Taschenbücher, weshalb ich sie immer zu Hause lasse und als Platzhalter im Regal verwende. Nervt eh nur. Erst letzte Woche habe ich mich darüber hinaus mit der lieben Marina aka DarkFairy darüber unterhalten, dass ich mich frage, ob Taschenbücher eventuell nachhaltiger und weniger ressourcenaufwendig sind als Hardcover. Für mich liegt diese Vermutung nahe und ich bin gern bereit, mich mit gräulich-bräunlichem Recyclepapier zufriedenzugeben, wenn die Umwelt dadurch weniger leidet. Letztendlich zählt sowieso nur der Inhalt, wozu also mehr Geld ausgeben, riskieren, dass ein schniekes Hardcover Opfer meines inneren Elefanten wird, mich mit Schlepperei und Unhandlichkeit quälen und dann möglicherweise auch noch die Umwelt unnötig schädigen? Nein, ich bleibe ein Taschenbuchfan, Punkt.

Bevorzugt ihr Hardcover oder Taschenbücher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen kaffeeunfallfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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10 Antworten zu “Montagsfrage: Hardcover oder Taschenbuch?

  1. Aequitas et Veritas

    24. Juni 2019 at 11:26 am

    Ich bin für eine gesunde Mischung aus Hardcover – Taschenbuch – E-Book und entscheide je nach der „Relevanz“ und dem „Herzfaktor“ des Titels, in welcher Form ich ihn mir kaufe.

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      24. Juni 2019 at 12:20 pm

      Natürlich, der „Herzfaktor“ spielt auch bei mir mit rein. Ich besitze zum Beispiel einige Klassiker als ledergebundene Ausgaben, weil es mir da wichtig war. 🙂

      Gefällt 1 Person

       
  2. Anna

    24. Juni 2019 at 11:59 am

    Ohhh, ich drücke die Daumen, dass dein Laptop schnell wieder gesund ist und du ihn bald wieder nutzen kannst!
    Bis vor ein, zwei Jahren hätte ich behauptet, ich wäre ein wahres Hardcover-Mädchen. Ich finde sie sehen unglaublich toll im Regal aus und sind, wie du auch schon gesagt hast, weniger anfällig für Macken etc. Allerdings hat sich das bei mir in den letzten Jahren sehr stark verändert. Ich nehme Bücher mittlerweile überall hin mit und im Rucksack ist nicht immer viel Platz. Daher habe ich lieber Taschenbücher dabei. Gleichzeitig hat sich auch mein Lesegeschmack etwas gewandelt und die meisten Bücher, die mich mittlerweile interessieren, kommen nur noch selten überhaupt als Hardcover auf den Markt. Problem im Prinzip gelöst 😀 Meine Regale sind eher mit Taschenbüchern gefüllt und ich erfreue mich daran. Das einzige, womit ich noch umgehen lernen muss ist, wenn Bücher rund gelesen sind oder Leserillen haben. Kaufe ich ein Buch gebraucht, was ja oft genug vorkommt, dann macht mir das nichts aus. Wenn ich selbst dafür verantwortlich bin, könnte ich mich selbst ohrfeigen xD Ich hasse Leserillen. Allerdings wurde ich schon deutlich entspannter: meine Oma liest sich mittlerweile durch meine Regale und wer mault schon seine Oma an, wenn sie Bücher knickt? Ich jedenfalls nicht 😀 vielleicht wird das also mit der Zeit auch besser 😀

    Hab einen schönen Tag!

    Gefällt 1 Person

     
  3. amaunet0101

    24. Juni 2019 at 1:47 pm

    Oh je, das tut mir für dich schrecklich leid wegen deinem Laptop. Ist immer ärgerlich, wenn so ein Gerät, das täglich in Gebrauch ist, ausfällt – mal von den ungeplanten Kosten abgesehen… Hoffentlich hast du ihn bald zurück.

    Meine Regale beinhalten eine bunte Mischung aus Hardcover und Taschenbüchern, weil es mir völlig egal ist. Auf den Inhalt kommt es an, und da ich auch keinen Wert darauf lege, dass meine Bücher wie neu aussehen, kaufe ich eigentlich nur nach Preis. Meist kaufe ich sowieso gebrauchte Bücher, dadurch stören mich auch Leserillen und geknicke Buchrücken nicht. Man darf einem Buch ruhig ansehen, dass es gelesen wurde.

    Mach dir einen schönen (möglichst kühlen) Tag

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  4. theRealDarkFairy

    24. Juni 2019 at 7:42 pm

    Sei gegrüßt Elli!

    Hach ja. Letzte Woche schon. Ich wünschte wir könnten uns öfter treffen ^^‘
    Und ja ich bin auch immer noch der Meinung, dass Schutzumschläge völlig unnötig sind. Allerdings sehe ich das mit den Editionsformen anders 😉

    Ach und ein Nachtrag sozusagen: Resscourcenmäßig sind E-Books ganz weit vorne mit dabei. 😉

    Montagsfrage: Einband bzw. Editionsform? || Mein Senf für die Welt

    Liebe Grüße
    Marina

    Gefällt 1 Person

     
  5. Der Büchernarr

    25. Juni 2019 at 7:53 pm

    Stimmt, Schutzumschläge sind ebenso sinnvoll wie die Einfolierung. Grundsätzlich sind Bücher aber nicht sonderlich umweltbelastend (solange sie nicht quer durch Europa gefahren werden), wenn sie mit anderen Hobbies und Freizeitaktivitäten verglichen werden. Keine Ahnung, ob man es schafft, so viele Bücher zu lesen, die ebenso vielen CO2-Äquivalente entsprechen, wie ein zweiwöchiger Ski-Urlaub, in den man fliegt und sich mit dem Heli auf den höchsten Gletscher fliegen lässt 🙂

    Gefällt 1 Person

     
  6. Tina

    30. Juni 2019 at 6:09 pm

    Liebe Elli,

    ich mag deinen Schreibstil für die Beiträge, schön frei Schnauze, sehr gut.
    Meine Mutti nennt den Elefanten im Menschen gern „Fallobst“, also sie nennt mich gern so. Blaue Flecken, an Türklinken und Kanten stoßen, sich grobmotorisch bewegen, das kann ich 🙂
    Gott Sei Dank kann dein Notebook gerettet werden.

    Zu deiner Antwort der Montagsfrage. Ich favorisiere auch Taschenbücher und Leserillen sind mir Wurscht. Ich finde deine Anmerkung mit der Auszeichnung sehr passend. Das Buch wurde gelesen und geliebt, so sieht es aus.

    Gefällt 1 Person

     

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