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Montagsfrage: Deine Usprünge als Bücherwurm?

03 Jun

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jetzt kann wohl niemand mehr leugnen, dass der Sommer bevorsteht. In Berlin haben wir gestern erstmals in diesem Jahr die 30-Grad-Marke geknackt. Ich bin ja nicht unbedingt ein Fan von diesen hohen Temperaturen und leide ziemlich darunter, dass sich unsere Wohnung so stark aufheizt. Wenn die Luft steht, bekomme ich schnell das Gefühl, zu ersticken. Deshalb hat mein Mann für 2019 vorgesorgt und bereits Anfang des Jahres ein Hitze-Survival-Kit zusammengestellt, das seit gestern zum Einsatz kommt. Wir sind stolze Besitzer von gleich zwei Ventilatoren, einer davon pustet mir gerade kühle Luft um die Ohren. Er wollte eigentlich eine Klimaanlage installieren lassen, aber ich habe mein Veto eingelegt, weil ich die Dinger absolut nicht mag. Sie sind teuer, umweltschädlich und trocknen die Luft aus, sodass ich regelmäßig Schwierigkeiten mit rissigen Schleimhäuten in der Nase bekomme. Deshalb die Ventilatoren. Unsere Geheimwaffe sind allerdings Rettungsdecken. Ihr wisst schon, diese große Folien, die auf einer Seite gold und auf der anderen silber sind, die man Unfallopfern umlegt, damit sie nicht auskühlen. Die hat mein Mann vor die Fenster geklebt, silberne Seite nach außen. Sie sollen das Sonnenlicht reflektieren und verhindern, dass sich die Wohnung aufheizt. Wir waren überrascht, wie stark die abdunkeln. Glücklicherweise leben wir in einem Altbau mit Doppelfenstern, weshalb wir die inneren Fenster, an denen die Decken festgeklebt sind, einfach öffnen können, um Licht reinzulassen, während die Hitze durch die äußeren Fenster ausgesperrt bleibt. Kommt die Sonne rum, können wir sie schließen und in einer angenehm kühlen Höhle sitzen. Soweit die Theorie. Ich hoffe sehr, dass das klappt. Nicht nur meinetwegen, sondern auch für Chilli, denn sie hat im letzten Sommer wirklich gelitten. Sie steckt die Hitze nicht mehr gut weg, seit sie alt ist und ich habe mir immer Sorgen gemacht, wenn sie allein war, weil sie dann nicht trinkt. Wenn wir die Innentemperatur niedrig halten können, ist das nicht mehr so problematisch. Also Sommer, fahr ruhig deine Waffen aus, wir sind bereit! 😀
Unberührt von der Hitze draußen mache ich mich jetzt von meiner Bat-Höhle aus an die Beantwortung der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie bist du zum Lesen gekommen?

Auf diese durchaus interessante Frage muss ich heute eine langweilige Antwort geben. Ich durchlief die klassische Biografie eines Bücherwurms. Bücher und Geschichten haben schon immer zu meinem Leben gehört. Meine Eltern haben mir immer viel erzählt und vorgelesen, letzteres vermutlich sogar länger, als üblich ist. Der Anblick ihrer privaten Bibliothek im Wohnzimmer prägte mich seit meiner Geburt und ich begriff eine vielfältige Auswahl an Literatur in einem Haushalt als das Normalste der Welt, denn bei meinen Großeltern mütterlicherseits sah es nicht anders aus. Bei unseren Besuchen dort war es Gang und Gebe, dass ich mich irgendwann mit einem Buch (anfangs Bilderbücher und Comics, später Romane) auf die Couch zurückzog, während die Erwachsenen langweilige Gespräche führten. Ich wollte schnell lesen lernen und habe mich angestrengt, um die kryptischen Buchstaben in meinen Kinderbüchern zu meistern. Meine Klassenlehrerin in der Grundschule erkannte glücklicherweise meine Affinität und förderte mich, wann immer es ihr möglich war. Lesen fiel mir leicht, sowohl stilles Lesen als auch Vorlesen. Von allen Seiten wurde ich ermutigt, meine Liebe zu Büchern zu pflegen. Mir wurden Bücher geschenkt, ich wurde mit in Buchläden genommen und durfte mir was aussuchen, meine Mutter verschaffte mir meinen ersten Bibliotheksausweis. Ich konnte immer nach Lektüreempfehlungen fragen und es gab nichts, was ich nicht lesen durfte, obwohl ich mich erinnere, dass Mama manchmal sagte, ich sollte lieber noch warten, bis ich älter wäre. Kurz: ich wurde zum Bücherwurm erzogen. Mit Erfolg.

Dass ich ein Bücherwurm bis ins Erwachsenenaltern geblieben bin, rechne ich hingegen zu großen Teilen J.K. Rowling an. Ich wuchs mit HP auf, er begleitete mich durch meine schwierigen Teenagerjahre (der letzte Band erschien, als ich gerade 18 war) und ließ mich nie vergessen, wie wundervoll das Lesen und Bücher sind. Ich weiß nicht, wo ich heute stünde, wäre er nicht gewesen. Vielleicht hätte ich irgendwann einfach aufgehört, mich in Geschichten zu vergraben, trotz der Bemühungen meiner Familie. Ich verdanke ihm mindestens genauso viel wie meinen Eltern und diesen Dienst kann ich weder J.K. Rowling noch all den Menschen um mich herum, die darauf bestanden, dass ich weiterlese, jemals zurückzahlen.

Wie wurde aus dir ein Bücherwurm?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hoffentlich nicht allzu heißen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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14 Antworten zu “Montagsfrage: Deine Usprünge als Bücherwurm?

  1. amaunet0101

    3. Juni 2019 at 1:06 pm

    In einer Familie, wo Bücher auf dem Nachttisch, ein großes Bücherregal und Büchergeschenke zu jedem erdenklichen Anlass zum Alltag gehören, muss man einfach zur Leseratte werden. So war es bei mir und ich konnte diese Leidenschaft weitergeben: zuerst an meinen Mann, in dessen Elternhaus man vergeblich nach Büchern Ausschau hielt, und später an meine Kinder. Sogar mein behinderter Sohn, der nie lesen gelernt hat, konnte sich für Bilderbücher und später Fotobände begeistern.
    Für mich ist es unvorstellbar, dass jemand so gar nicht liest.

    Wünsch dir ne schöne Woche in deiner gekühlten Wohnung

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  2. fraggle

    3. Juni 2019 at 1:32 pm

    Ich stelle wie gerade lebhaft vor, wie ein unbedarfter Autofahrer an eurem Altbau vorbeifährt, gedankenlos auf selbigen blickt, um dann durch das massiv von den Folien zurückgestrahlte, gebündelte Sonnenlicht erst sein Augenlicht und dann alsbald die Kontrolle über sein Auto verliert, woraufhin die Fahrt an einer hypothetischen Verkehrsinsel ein abruptes Ende findet … 🙂

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    • wortmagieblog

      3. Juni 2019 at 1:34 pm

      🤣 So heftig ist die Reflektion glücklicherweise nicht, sonst müssten wir uns am Ende noch mit Klagen rumschlagen 😆

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      • fraggle

        3. Juni 2019 at 1:40 pm

        In meinem Szenario sehe ich euch nach hektischem Türklingeln ebenso hektisch Folien abreißen und unter die Couch werfen um anschließend im Brustton der Überzeugung zu behaupten: „Folien am Fenster? Ach, Quatsch, bei uns doch nicht, wer macht den so was!?“ 🙂

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  3. Aequitas et Veritas

    3. Juni 2019 at 1:43 pm

    „Harry Potter“ hat viele zum Lesen gebracht, merke ich, wenn ich mir andere Antworten anschaue. Wenn ein Buch bzw. eine Serie so etwas erreicht, ist das unbezahlbar. Außer, bei dem Buch handelt sich um solchen Schund wie „50 Shades of Grey“. 😉 😉 😉

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    • wortmagieblog

      3. Juni 2019 at 6:17 pm

      Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass „Shades of Grey“ denselben Effekt wie HP hatte. Bei niemandem. 😉

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      • Aequitas et Veritas

        3. Juni 2019 at 6:37 pm

        Na ja, die Verkaufszahlen sind leider phänomenal, und viele der Fans lesen nicht nur die Fortsetzungen, sondern auch das neue Buch. 😉

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      • wortmagieblog

        3. Juni 2019 at 6:44 pm

        Das mag sein, aber ich glaube, dass dies ein begrenztes Phänomen ist. Das Besondere an HP ist ja, dass er grundsätzlich zum Lesen verführte – bei SoG kann ich mir gut vorstellen, dass sich das Interesse am Lesen auf diese Bücher beschränkt, die Leserschaft also nicht aus eigenem Antrieb nach anderer Literatur sucht. Das hat sicher massiv mit der Zielgruppe zu tun, denn Erwachsenen neue Gewohnheiten beizubringen, ist eben schwierig. 😉

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      • Aequitas et Veritas

        3. Juni 2019 at 6:45 pm

        Könnte gut sein. 😉 Es gibt ja (nicht nur) seither verstärkt Literatur über BDSM.

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  4. Lisa

    3. Juni 2019 at 7:50 pm

    So langweilig ist die Antwort gar nicht, da ich ehrlich gesagt überwiegend „Bücherwürmer“ kenne die erst durch Zufall als Teenie zum Lesen gefunden haben 😀 Mittlerweile nimmt es echt immer mehr ab, dass man das gleich von Kindertagen her so mitbekommen hat. Dabei finde ich das wirklich jedes Mal toll und hoffe, dass ich später auch einmal so eine Mama bin, die ihr Kind für das Lesen begeistern kann ❤

    Liebe Grüße
    Lisa von lieschenliest.de

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  5. Melanie

    3. Juni 2019 at 10:14 pm

    Hallo du,
    ich finde deine Antwort auch gar nicht so langweilig. Eher im Gegenteil, ich finde sie richtig schön. 🙂
    Oh, die Idee mit den Folien ist gut, die muss ich mir merken. 😛

    Liebe grüße,
    Melanie von Melanie von Bücher sind Schiffe

    Gefällt 1 Person

     
  6. Ruby

    4. Juni 2019 at 7:43 pm

    Huhu,

    oh die Idee mit der Folie ist ja mal Klasse 😀 Vielleicht sollte ich das auch mal versuchen. Meine Ratten fanden den Hitze-Sommer auch ziemlich blöde. Trotz Planschbecken, Ratteneis und feuchten Handtüchern haben sie echt nur breit rumgelegen. und jünger werden die Omis auch nicht ^^
    Der Text wie du zum Lesen gekommen bist, hast du total schön geschrieben 😀 Der spüht richtig vor Herz. ^^

    Tintengrüße von der Rub

    Gefällt 1 Person

     
  7. Emma Escamilla

    4. Juni 2019 at 11:15 pm

    Hallo Elli,

    oh ja, ich habe mir neulich auch einen Ventilator angeschafft. Hier hatte es jetzt auch die letzten Tage über 30 Grad, da musste einfach ein Gerät zum bepusten her. 😀

    Mein Weg zum Bücherwurm war wohl ganz ähnlich wie deiner. Harry Potter verdanke ich, dass ich zum ersten Mal so richtig dicke Wälzer gelesen habe. 🙂

    Liebste Grüße und noch eine schöne Woche
    Emma

    Gefällt 1 Person

     
  8. Tina

    9. Juni 2019 at 8:24 pm

    Hey Elli,

    so stelle ich mir doch die klassische Bücherwurmbildung vor. Wundervoll, wie aus dem Bilderbuch.
    Auf das deine eigene Biblithek für dich immer das Normalste von der Welt bleibt 😉

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

     

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