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Montagsfrage: Büchertausch?

04 Apr

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Da bin ich wieder. Eine Woche Blogpause hat mir wirklich gut getan, so gut, dass ich eine Weile überlegt habe, ob ich noch eine Woche dran hänge, um endlich mal den Stapel ausstehender Rezensionen schrumpfen zu lassen. Dann kam ich aber doch zu der Überzeugung, dass mir der Austausch mit euch fehlt, selbst wenn ich mir nur eine Woche Urlaub genommen habe. 😉
Also bin ich pünktlich zur Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja zurück, die heute folgendes wissen möchte:

Was haltet ihr von Büchertausch, z.B. via Bookcrossing oder offenen Bücherschränken?

Theoretisch finde ich das alles ganz toll. Bücher zu tauschen ist so erwachsen, großzügig und nachhaltig, weil ja für jedes getauschte Buch eins weniger gedruckt werden muss. Leider bin ich aber ein Neandertaler. Jagen und Sammeln. Ich habe ja erst vor Kurzem erklärt, dass ich nicht aussortiere, weil ich Bücher als Trophäen ansehe (HIER). Dementsprechend habe ich auch nichts zum Tauschen.
Letztes Jahr wurde in meiner direkten Nachbarschaft ein offener Bücherschrank aufgestellt. Es ist eine alte Telefonzelle, in der nun Bücher darauf warten, ein neues Zuhause zu finden. Hin und wieder schaue ich da mal rein und habe – ich muss es zugeben – bereits zweimal ein Buch mitgenommen, ohne ein neues hinzubringen. Angesichts dessen, dass das gute Stück dort allerdings seit etwa einem Jahr steht und immer voll ist, verursacht mir das kaum Gewissensbisse. Zwei Bücher in einem Jahr sind meiner Ansicht nach vertretbar. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das Prinzip in meinem Viertel so richtig funktioniert, denn ich glaube, dass insgesamt tatsächlich weniger Bücher mitgenommen als hingebracht werden. Ein paar Werke stehen da wohl schon seit einem Jahr. Die Leute scheinen es eher als Anlaufstelle zu nutzen, um ihre alten Bücher loszuwerden. Was macht es da schon, dass ich zwei Bücher ohne Tausch adoptiert habe?
Neulich habe ich mit diesem Bücherschrank übrigens auch etwas erlebt, das exemplarisch für eine Seite meines Bezirks steht und mich innerlich in eine Zwickmühle brachte. Ich war nachts mit meiner Hündin zur letzten Gassirunde unterwegs, kam an der Telefonzelle vorbei und wollte schauen, welche Bücher dort zur Zeit vorübergehend leben. Ich stand bereits davor und wollte die Tür aufziehen. Ich konnte gerade noch rechtzeitig stoppen, denn sonst hätte ich wohl den obdachlosen Mann geweckt, der im Inneren der Telefonzelle schlief. Einerseits habe ich Verständnis dafür, dass dieser Mann vermutlich keinen anderen Ort hat, an dem er einigermaßen sicher und trocken schlafen kann, aber andererseits war ich empört. Der Bücherwurm in mir hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass er in einem Bücherregal nächtigt. Das gehört sich einfach nicht. Dieser Teil von mir wollte ihn wecken, rausschmeißen und die Bücher vor ihm beschützen, aber glücklicherweise hat mein soziales Gewissen das rechtzeitig verhindert. Ich wollte nicht, dass er dort schläft, aber noch weniger wollte ich ihn seines sicheren Schlafplatzes berauben. Es war seltsam, denn auf gewisse Weise haben mich dieser offene Bücherschrank und der obdachlose Mann daran erinnert, dass es wirklich größere Probleme als die Beschaffung neuer Bücher gibt.
Jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen, daher noch mal zusammengefasst: Möglichkeiten wie offene Bücherschränke sind großartig. Ich nutze sie allerdings nicht, weil ich mich nicht von meinen Büchern trennen möchte.

Nutzt ihr Möglichkeiten zum Büchertausch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare, nach einer Woche Blogpause noch mehr als sonst! Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche und bin schon gespannt, was ihr zum Thema Büchertausch zu sagen habt!
Alles Liebe,
Elli

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18 Antworten zu “Montagsfrage: Büchertausch?

  1. laberladen

    April 4, 2016 at 11:17 am

    Du brauchst überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben, weil Du etwas aus dem offenen Bücherschrank herausgenommen hast, ohne auch etwas reinzutun. Ich glaube nicht, dass man das Tauschsystem so festklopfen sollte, dass man wirklich nur gleichwertig tauschen kann, also wenn man zwei Bücher haben will, muss man auch zwei abgeben.
    Ich lasse viel mehr (aktuelle und gut gepflegte) Bücher im offenen Bücherschrank als ich herausnehme – aber ich sehe das als Geschenk an Leute, die das Buch gerne haben möchten, völlig ohne Gegenleistung. Und ich freue mich, wenn es weg ist und sich jemand gefunden hat, der es lesen möchte und daran seinen Spaß hat.
    Also: genieß die Lektüre völlig unbeschwert!

    LG Gabi

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    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 11:19 am

      Hey Gabi,

      ja, so sehe ich das auch. Es tut ja niemandem weh, denn die ehemaligen Besitzer sind die Bücher ja so oder so erst mal los, was vermutlich ihr Hauptanliegen war. 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Elli

      Gefällt 1 Person

       
      • laberladen

        April 4, 2016 at 11:25 am

        Genau so ist es. Und wenn man als „Abgeber“ einen direkten Gewinn davon haben möchte oder sicherstellen will, dass jemand mit einer ganz bestimmten Einstellung zum Buch es bekommt, dann darf man es nicht anonym in einen offenen Bücherschrank stellen. Da ist es eben so gedacht, dass es weg ist und man weiß nicht, wo es landet. Und das ist für mich auch völlig in Ordnung.

        LG Gabi

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  2. Svenja

    April 4, 2016 at 11:48 am

    Huch,
    bei dem Part mit dem Obdachlosen war ich kurzeitig geschockt, mich würde so ein Anblick eher traurig machen als wütend, aber ich bin froh, dass da nur der Bücherwurm in dir schrie. 😉
    Ansonsten sehe ich das mit dem Bücher nehmen ohne zu geben auch nicht zu eng, allerdings nur wenn da wirklich so ein Überschuss vorhanden ist wie bei dir. Denn ansonsten funktioniert das Prinzip nicht und das ist schade.

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 5:33 pm

      Hey Svenja,

      ich gebe zu, ich bin da einfach schon zu abgestumpft. Obdachlose begegnen mir jeden Tag. Würde ich jedes Mal traurig werden, wäre ich nur noch traurig. Sie gehören zum Stadtbild eben dazu, so tragisch das sein mag.

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  3. Anni-chan lovesbooks

    April 4, 2016 at 1:29 pm

    Hey Elli 🙂

    Ich kann dich voll und ganz verstehen. Bücher herzugeben ist immer ganz schlimm. ich bin da auch so jemand, der am liebsten alles sammelt und wenn mein Wohnheimzimmer voll ist, dann ist das eben so. 😉

    So eine Bücherzelle gibt es bei uns in der Nähe auch. Echt erschreckend und traurig, dass manche Menschen tatasächlich nur die öffentliche Bücherzelle haben, um dort zu nächtigen. Der arme Mann. 😥

    Liebe Grüße
    Anni-chan

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    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 5:37 pm

      Huhu,

      deswegen habe ich ihn ja auch nicht geweckt. Ich verstehe, dass das einfacher ist, als zum Beispiel im U-Bahnhof zu schlafen, wo die Sicherheitskräfte sie über kurz oder lang wegjagen. Ich weiß nicht, ob er mir leid tun sollte, denn eigentlich muss in Berlin niemand obdachlos sein, so doof das klingt. Es gibt immer Möglichkeiten, um die man sich eben nur kümmern muss. Aber für eine Nacht hatte er es sicher und trocken, das wollte ich ihm nicht nehmen. Seitdem habe ich ihn auch nie wieder dort gesehen, obwohl ich jeden Abend vorbeikomme.

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  4. Myna Kaltschnee

    April 4, 2016 at 2:41 pm

    ich habe noch nie wirklich Bücher getauscht. Ich trenne mich nur ungern von meinen eigenen Büchern, selbst denen, die ich nicht so toll fand. Sie sind trotzdem meine Schätze 😀 Aber wenn es so einen Bücherschrank in meiner Nähe gäbe, würde ich wohl mal vorbeischauen.

    Das mit dem Obdachlosen ist ja heftig, da wäre ich auch total erschrocken 😛

    Wenn du möchtest, kannst du auch mal bei meinem Beitrag vorbeischauen: http://myna-kaltschnee.com/2016/04/04/montagsfrage-14-buecher-tauschen/

    Ganz liebe Grüße,
    Myna

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  5. M.

    April 4, 2016 at 4:48 pm

    Ich trenne mich auch mehr als ungern von meinen Büchern. Zum Glück hatte ich zuletzt einen großen Schwall Fachbücher, bei denen es mich nicht stört, wenn ich sie auf Tauschtciket für neue Schätze eintauschen kann.

    WIr haben hier auch einen Bücherschrank – allerdings ist es einfach nur ein Regal, was wohl privat aufgestellt wurde. Direkt am Rhein unter Bäumen, ohne Abdeckung. Wie die Bücher dort aussehen kannst du dir ja denken – dementsprechend ist es auch eher eine Müllhalde – leider.

    Liebe Grüße
    Marleen

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    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 5:42 pm

      Hallo Marleen,

      das ist wirklich schade, da hat jemand das Prinzip wohl nicht völlig durchdacht. 😦

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  6. Nenatie

    April 4, 2016 at 6:47 pm

    Hallo Elli 🙂
    ich finde Buchtausch sehr praktisch. Vor allem weil ich aus platzmangel schon gar nicht jedes Buch behalten kann, dann kommen Bücher die ich nicht unbedingt nochmal lesen will weg. Bücherschränke finde ich eine sehr tolle Idee! Bei uns klappt das eigentlich ganz gut 🙂
    Das mit dem Obdachlosen macht mich eher traurig und ich wäre wahrscheinlich einfach hilflos im Kreis gerannt an deiner Stelle!

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 7:07 pm

      Hey Nenatie,

      an Platzmangel leide ich ja zum Glück nicht, daher bin ich nicht gezwungen, auszusortieren. 😉

      Ich weiß nicht, mich macht das schon lange nicht mehr traurig. Vielleicht liegt es daran, dass ich in Berlin geboren und aufgewachsen bin und Obdachlose für mich einfach zum Stadtbild dazugehören. Mal davon abgesehen, dass hier eigentlich niemand ohne Wohnung leben muss. Ich will damit nicht sagen, dass er selbst Schuld an seiner Situation ist, aber ich bin überzeugt, dass es in seiner Hand liegt, sie zu ändern.

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  7. Buchstabenträumerin

    April 4, 2016 at 7:20 pm

    Hi Elli,
    was für eine Geschichte! Aber ja, wo soll er sonst schlafen…und ich kann es ihm nicht wirklich verübeln – zwischen Büchern war es anscheinend noch am gemütlichsten. Ich selbst lege gerne Bücher in Bücherschränke. Manchmal nehme ich auch eines, aber eher selten. Meine Lieblingsgenres liegen dort einfach zu selten – meist sind es Krimis oder seichte Liebesromane… Ich beobachte aber, dass bei uns in der Stadt sehr viele Leute stehenbleiben, stöbern und auch mitnehmen 🙂
    Liebe Grüße,
    Anna

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    • wortmagieblog

      April 4, 2016 at 7:29 pm

      Hey Anna,

      ich sehe sehr selten Menschen, die sich tatsächlich mit dem Bücherschrank beschäftigen. Vielleicht warten alle, bis es dunkel ist, um unbeobachtet zu sein. 😀

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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      • Buchstabenträumerin

        April 4, 2016 at 7:31 pm

        😀 Wer weiß? 🙂
        Nun, der Bücherschrank bei mir steht direkt neben einer Bäckerei. Da gehen auch einfach jeden Tag irre viele Menschen vorbei. Vielleicht liegt es daran 🙂
        LG. Anna

        Gefällt 1 Person

         
  8. André

    April 4, 2016 at 8:18 pm

    Hi Elli,

    auf jeden Fall hat der Bücherschrank in der nacht einen guten Zweck erfüllt.

    LG,
    André

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  9. Marie Ledoux

    April 5, 2016 at 7:19 am

    Hallo,

    Ich denke mal, dass ein offener Bücherschrank für manche ein Geschenk des Himmels ist, denn sie können sich Bücher herausnehmen. Für andere dagegen ist es eine Möglichkeit Bücher sauber zu „entsorgen“. Es muss nicht immer ein Tauschsystem sein – so sehe ich das.

    Das mit dem Obdachlosen hätte mich auch zwie gespalten, aber du hast es richtig gemacht. Er hat dort nur geschlafen und vielleicht hat der Mann ja auch ein paar Seiten gelesen 🙂

    lg
    Marie

    Gefällt 1 Person

     
  10. Anja

    April 10, 2016 at 9:02 pm

    Wie wär es mal ein „Wanderbuch“ auszuprobieren, das bald auf #Königsreise gehen wird?

    Ein extra neues Exemplar der Neuerscheinung von dem Komiker Johann König „Kinder sind was Wunderbares“ wurde mir hierfür vom Verlag zur Verfügung gestellt.

    Freu mich darauf wenn du und deine Leser lust haben die humorvollen Anekdoten des 3fachen Vaters zu lesen.

    https://kellerbande.wordpress.com/2016/04/06/koenigsreise-oder-wer-will-das-neue-lustige-buch-kinder-sind-was-wunderbares-von-johann-koenig-lesen/

    Lg
    Anja von der Kellerbande

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