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Montagsfrage: Peinliche Schandflecke?

21 Mrz

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Puh, ich habs geschafft. Ich bin durch mit „Die Gärten des Mondes“ von Steven Erikson. Dafür ging zwar etwas kostbare Schlafenszeit drauf, aber jetzt bin ich fertig. Es war ein tolles Leseerlebnis, obwohl ich die Geschichte ja eigentlich schon kannte. Ich habe wirklich eine Menge vergessen. Die Rezension jagt mir allerdings eine Heidenangst ein. Die Inhaltsangabe wird ein richtig harter Brocken. Ich werde wohl wieder mal ein hübsches Schaubild anfertigen müssen. Luxusproblemchen aus dem Leben einer Bloggerin. 😀
Die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja ist da eine weitaus leichtere Aufgabe, denn heute möchte sie folgendes wissen:

Besitzt du Bücher, die ganz hinten oder gar nicht im Regal stehen, weil du dich insgeheim dafür schämst?

Nein. Ich besitze zwar Bücher, die nicht im Regal stehen, aber das liegt an meinem dynamischen Ordnungsprinzip – nicht daran, dass ich mich für diese Werke schämen würde.
Bücher, die mir nicht gehören und nur ausgeborgt sind, stehen extra in einer freien, unteren Ebene meines Regals. Ordentlich, aber mehr oder weniger weit entfernt von meinen eigenen Büchern. Sie sind ja nur zu Gast und verlassen mich irgendwann wieder. Ich fände es unverschämt, würde ich sie in mein Regal einräumen, denn meiner Ansicht nach ist das gleichbedeutend damit, einen Besitzanspruch zu stellen. Hunde pinkeln an Bäume, ich stelle Bücher ins Regal. So markiere ich mein Eigentum. Es würde mir nie einfallen, den Besitz anderer so zu behandeln. Außerdem kann ich sie auf diese Weise gut sehen und erinnere mich schneller daran, dass ich diese Bücher auch irgendwann einmal lesen und wieder zurückgeben muss. Ein weiterer, positiver Nebeneffekt ist der, dass es mir weniger Mühe macht, sie nach dem Lesen einzusammeln und nach Hause zu bringen.
Bücher, die ich gelesen, aber noch nicht rezensiert habe, stehen in auf der anderen Seite des Raumes, in meiner Mini-Blog-Ecke. Das ist im Grunde nur ein kleines Standregal mit Schubladen, aber dort sammele ich alles mögliche, das mit meinem Blog zu tun hat. Diese Bücher stehen absichtlich extra, damit ich sie einerseits gut im Blick habe und sie andererseits erreichen kann, ohne zwangsläufig von der Couch aufstehen zu müssen. Oft genug muss ich beim Schreiben einer Rezension das Eine oder Andere nachschlagen; es wäre kontraproduktiv, käme ich schlecht an diese Bücher heran, denn ich weiß, dass mich aus purer Faulheit gerne mal von solchen Hindernissen aufhalten lasse. Habe ich ein Buch fertig rezensiert, wandert es von meiner Blog-Ecke zurück zur anderen Seite des Wohnzimmers, auf den nächsten separaten Stapel.
Dieser Stapel enthält Bücher, die ich gelesen und rezensiert habe und daher zurück ins Regal sortieren muss. Ich warte damit meistens, bis es sich lohnt, es sei denn, ich kann die Stammplätze der Bücher erreichen, ohne die Leiter rauszuholen. Für ein einziges Buch klettere ich ungern an meinem Regal herum; es müssen schon mehrere sein, damit ich diese Strapazen auf mich nehme. Denn ja, bestimmte Stellen kann ich nur mit Leiter und geschickter Beweglichkeit erreichen (Buchstabe B, ganz oben links in der Ecke). Diese Bücher liegen alphabetisch sortiert neben den ordentlich aufgereihten geborgten Büchern.
Zu guter Letzt habe ich noch Bücher, die nicht regulär einsortiert sind, weil das aus verschiedenen Gründen nicht ohne Weiteres möglich ist. Bücher, die beispielsweise keinen Autor haben wie „Die Edda“ oder „Märchen aus 1001 Nacht“. Wo sollte ich diese Bücher in einem alphabetisch nach Autor_in geordneten Regal bitte hinstellen? Kinderbücher und Bildbände passen oft nicht ins Regal, weil sie zu groß sind. Die Formate sind so unhandlich, dass sie gelegt werden müssen. Außerdem habe ich meine alten Kinderbücher gern extra, da ich hier auch einen thematischen Unterschied mache. Diese Bücher haben ebenfalls ein freies, unteres Regalbrett bekommen.
All diese Bücher sind nicht regulär einsortiert, aber das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich mich für sie schämen oder sie gar verstecken wollen würde. Es hat praktische Gründe. Alles andere landet im System meiner kleinen Privatbibliothek, völlig egal, um was für ein Buch es sich handelt. Ich verstehe nicht, warum ich mich für ein Buch schämen sollte. Es geht doch niemanden was an, was mir gefällt und niemand hat das Recht, sich darüber lustig zu machen oder sich zu beschweren. Das ist ganz allein meine Sache. Wieso sollte es mich kümmern, was jemand anderes darüber denkt?
Ich habe noch nie viel auf die Meinung anderer gegeben. Andernfalls wäre es mir wohl nicht möglich gewesen, jahrelang mit einem quietschbunten Irokesen-Schnitt auf dem Kopf durchs Leben zu gehen. Jetzt werde ich bestimmt nicht damit anfangen.

Besitzt ihr Bücher, für die ihr euch insgeheim schämt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen eine wundervolle neue Woche! Übrigens starten wir heute theoretisch auch in die erste kalendarische Frühlingswoche. Bei uns in Berlin sieht es zwar nicht danach aus, aber vielleicht habt ihr ja mehr Glück und könnt ein paar Sonnenstrahlen genießen. 😉
Alles Liebe,
Elli

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19 Antworten zu “Montagsfrage: Peinliche Schandflecke?

  1. Corly

    März 21, 2016 at 11:20 am

    Huhu,

    ich find es auch immer wieder interessant zu sehen wie andere Blogger ihre Bücher sortieren oder damit umgehen. Oft weicht das total von meinem ab.

    LG Corly

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    • wortmagieblog

      März 21, 2016 at 11:23 am

      Hey Corly,

      ja, das ist es. Vor allem, weil ich mir nie vorstellen könnte, meine Bücher anders zu sortieren. Alphabetisch nach Autor_in erscheint mir als einzige Variante intuitiv, aber selbstverständlich können andere Leser_innen das völlig anders sehen. Darüber denke ich nur nie nach. 😀

      LG
      Elli

      Gefällt 1 Person

       
      • Corly

        März 21, 2016 at 11:28 am

        Ja, ich zum Beispiel. Erst hab ich sie immer nach Genre und Autoren sortiert. Momentan eher nach Autoren und teilweise nach Genre, aber doch recht gemischt, weil ich mal wieder was anderes wollte. Natürlich sind Dystopien, Fantasy und Jugendbücher shon getrennt, aber innerhalb der Fantasy gerade halt nicht so. LG Corly

        Gefällt 1 Person

         
      • wortmagieblog

        März 21, 2016 at 11:31 am

        Siehst du, das fände ich total unpraktisch, weil die Genregrenzen ja sehr oft fließend sind. So unterschiedlich sind Leser_innen . 😀

        LG
        Elli

        Gefällt 2 Personen

         
      • Corly

        März 21, 2016 at 11:32 am

        Ja, auf jeden Fall. Aber ich fänd eher alphabetisch unpraktisch, da ich auch öfter nach der Größe des Buches gucke damit das wenigstens einigermaßen passt. Es soll ja auch irgendwie schön aussehen.

        Gefällt 1 Person

         
  2. Blutrot | Jamies Bücherblog

    März 21, 2016 at 11:32 am

    Hallo 🙂
    Dein Ordnungsprinzip, scheint gar nicht so verschieden von meinem. Ich habe auch einzelne Ecken und Regal für unterschiedliche Zwecke. Ein SuB-Regal, ein In-diesem-Jahr-gelesen-Regal, einen Stapel mit den Büchern die ich aktuell lese oder bald lesen werde und der Rest ist alphabetisch sortiert. Früher habe ich meine Bücher nach Farbe sortiert, das sah süß aus, aber ist heute bei der Menge von Büchern nicht mehr praktisch. 😀

    Ich finde auch man sollte sich nicht von der Meinung anderer in irgendeiner Form hindern lassen. Die Hauptsache ist man macht, und in diesem Fall liest was man selber möchte und was für einen das Richtige ist.

    Liebe Grüße,
    Jamie

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  3. Aequitas et Veritas

    März 21, 2016 at 11:43 am

    Wow, bist du strukturiert!

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  4. amaunet0101

    März 21, 2016 at 11:51 am

    Das ist mal eine Frage, die mir nie in den Sinn gekommen wäre. Ich lese, was ich will; da gibt es keinen Grund zur Scham.
    Manche Bücher waren nicht gut und damit Verschwendung von Lebenszeit, aber schämen muss ich mich nicht dafür, sie gelesen zu haben.
    Wünsch dir ne schöne Woche

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  5. msmedlock

    März 21, 2016 at 12:17 pm

    Hallo, Elli!
    So, jetzt habe ich Zeit das mal auf mich wirken zu lassen.
    Ich habe ja die Fotos deiner Bücherwand gesehen, aber diese Strukturiertheit haut mich dann schon ein bisschen um. Ordnungsliebende am Werk, oder? 🙂
    Und wenn ganz oben links B ist, wo ist dann A?
    Und….moment! Mir kommt gerade ein Gedanke. Du liest gerne und viel. Du hast eine Privatbibliothek. Du schämst dich nicht für deine Bücher und machst, was du willst…
    Du bist Belle! o.O

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      März 21, 2016 at 12:22 pm

      Na ja, mein Regal ist ja grob U-förmig. A steht am Beginn des Regals, das an einer anderen Wand als B hängt. Ist total schwer zu erklären. oO
      Ordnungsliebend? Ich würde eiskalt Kontrollfreak sagen. 😀

      Oh mein Gott. Du hast Recht. oO Verdammt, ich muss sie mir wohl wirklich mal tätowieren lassen. Mit dieser Idee spiele ich schon ewig, aber jetzt scheint das erst recht passend. Danke! 😀

      Viele liebe Grüße,
      Elli

      Gefällt 1 Person

       
      • msmedlock

        März 21, 2016 at 12:26 pm

        Wenn man bedenkt, dass du auch noch drei Buchstaben mit ihr gemeinsam hast, frage ich mich wirklich wieso ich da nicht früher draufgekommen bin. 😀
        Wen willst du tätowieren lassen? Die Bibliothek? Okay, nein, ich verstehe schon. Aber das sieht sicherlich toll aus. 🙂
        LG, m

        Gefällt 1 Person

         
  6. Celina

    März 21, 2016 at 12:30 pm

    Oh, wow! Das ist mal ein Ordnungssystem! Ich werde gerade echt neidisch 😉 Bei mir hapert’s gerade ein bisschen an der Ordnung im Bücherregal. Das liegt aber daran, dass ich mich von knapp 600 Büchern in meinem alten Zimmer auf ca. 50 Bücher im neuen Zimmer (welches ich mir mit meiner Schwester teile) reduzieren musste :/ Ein riesiger Teil meiner Bücher ist also in Kisten auf dem Dachboden. Und die Bücher, die jetzt noch da sind wurden in erster Linie nach dem Genre, teilweise auch nach Größe sortiert, wenn sie nicht in die vorgesehen Regalfächer gepasst haben.
    Hier in England habe ich auch ein kleines Bücherregal, aber das sind vielleicht zwanzig eigene Bücher. Bücher die ich gerade lese oder noch rezensieren werde, liegen auf dem Brett am Kopfende meines Betts, Bücher aus der Bücherei liegen auf einem separaten Stapel im Regal. So viel also zu meiner Ordnung 😀
    Sich über den Büchergeschmack anderer lustig zu machen, geht in meinen Augen auch nicht. Nur weil man diesen Geschmack nicht teilt, oder viel schlimmer, gar nicht liest, muss man sich nicht über andere lustig machen.
    LG, Celina

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      März 21, 2016 at 12:33 pm

      Hey Celina,

      spielt doch keine Rolle, Hauptsache, du kommst klar. 😉 Aber ich kann mir vorstellen, dass es hart war, sich so radikal zu reduzieren. Ich habe auch noch eine Kellerkiste mit Büchern bei meinen Eltern. Das sind aber alles Kinderbücher, die ich aufheben möchte, falls ich selbst mal Kinder habe. 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Elli

      Gefällt 1 Person

       
  7. Denise Yoko Berndt

    März 21, 2016 at 3:39 pm

    Ich glaube, so ein dynamisches Ordnungsprinzip könnte ich auch gut brauchen!

    Gefällt 1 Person

     
  8. Anna

    März 21, 2016 at 6:01 pm

    Huhu (:

    Ich würde wirklich gerne mal ein Foto von deinen Regalen sehen 😀 es macht mich SO NEIDISCH xD Wenn ich eines Tages mal eine eigene Wohnung oder ein Haus haben werde, dann gibt es so etwas bei mir auch! Dann kann ich meine Bücher auch endlich richtig sortieren, denn so wie es bei mir gerade ist, gibt es quasi keine richtige Ordnung, was mich selbst furchtbar ärgert aber anders ist es grad nicht zu schaffen xD
    Ich schäme mich auch nicht für irgendwelche Bücher, denn es geht, wie du schon sagst, niemanden etwas an, was ich lese oder nicht.

    Liebe Grüße! (:

    Gefällt 1 Person

     
  9. André

    März 21, 2016 at 8:21 pm

    Hi!

    Wenn ich geliehene Bücher hätte, stünden sie ganz oben, damit es keine Zwischenfälle mit den Hunden gibt…

    LG,
    André

    Gefällt 1 Person

     
  10. Lisa

    März 23, 2016 at 8:42 am

    Da hast du aber ein ausgefeiltes System 😀 Ich gebe zu, bei mir liegen alle Bücher kreuz und quer, egal ob geliehen (wobei ich „nur“ in der Bücherei leihe und nicht bei Privatpersonen), rezensiert oder noch nicht. Ich sollte mir an dir wohl mal ein Beispiel nehmen 😀

    Liebe Grüße,
    Lisa

    Gefällt 1 Person

     

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