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Kami Garcia & Margaret Stohl – Beautiful Redemption

05 Feb

2016-01-09 - Garcia & Stohl Beautiful Redemption

Ich bin schwach. Eigentlich hatte ich nicht vor, „Beautiful Redemption“ sofort nach „Beautiful Chaos“ zu lesen. Ich wollte mir das große Finale der „Caster Chronicles“ aufsparen, denn es passte nicht zu meinen Challenges. Letztendlich konnte ich dem Cliffhanger des dritten Bandes jedoch nicht widerstehen. Ich wollte unbedingt wissen, wie Lenas und Ethans Geschichte endet. So ist das nun mal für mich mit liebgewonnenen Charakteren: ich möchte sicher sein, dass sie gut aufgehoben sind, wenn ich sie verlassen muss.

Ethan hat das Opfer gebracht. Er hat alles aufgegeben, um die Welt zu retten und eine Neue Ordnung herzustellen. Nun ist er weiter von Lena entfernt als je zuvor. Auf sich selbst gestellt muss er einen Weg finden, zu ihr zurückzukehren, denn er ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens und alles, wofür sie so hart gekämpft haben, einfach aufzugeben.
Währenddessen erstickt Lena in Gatlin an ihren Gefühlen. Sie muss daran glauben, dass Ethan heimfindet. Sie würde alles dafür tun, um ihm zu helfen. Verzweifelt versucht sie, Kontakt herzustellen – ohne zu wissen, ob ihre Bemühungen ihn überhaupt erreichen.
Eine letzte Schlacht müssen Ethan und Lena noch schlagen. Ihre Liebe mag verflucht sein, doch haben es nicht Menschen wie auch Caster in der Hand, ihr Schicksal selbst zu bestimmen?

Es wurde Zeit, dass es endet. So sehr ich Ethan, Lena, ihre Familien und ihre Freunde ins Herz geschlossen habe, ich hatte den Eindruck, dass Kami Garcia und Margaret Stohl so langsam die Ideen ausgingen. Seit etwa der Hälfte des dritten Bandes schlug die Handlung eine Richtung ein, die ich nicht mehr völlig überzeugend fand; ein Gefühl, das mich auch während der Lektüre von „Beautiful Redemption“ permanent begleitete. Tatsächlich glaube ich, dass es diesen vierten Band gar nicht unbedingt gebraucht hätte, hätten die beiden Autorinnen bereits in „Beautiful Chaos“ einen anderen Weg gewählt. Da sie sich jedoch nun einmal für diese Entwicklung entschieden haben, waren sie gezwungen, alle Handlungsstränge innerhalb der 450 Seiten des Finales zu einem Abschluss zu bringen. Dadurch wirkte „Beautiful Redemption“ teilweise überhastet, unglaubwürdig und unnatürlich. Stück für Stück schrieben Garcia und Stohl Ethans und Lenas Gegenspieler aus der Geschichte, als würden sie sie von einer Liste streichen. Angesichts der Aura der Unbesiegbarkeit, die sie in den vorangegangenen Bänden aufgebaut haben, erschienen mir diese Szenen viel zu einfach, sodass ich mich fragte, warum sich die Truppe um Ethan ihrer nicht schon viel eher entledigen konnte. Unter Umständen ging es wirklich darum, sie möglichst schnell verschwinden zu lassen, damit sich unsere Held_innen mit einem neuen Feindbild auseinandersetzen konnten: den Bewahrern. Im finalen Band der Reihe wird klar, dass auch die ursprünglich zur Passivität verurteilten Chronisten ihren Anteil an all dem Unglück haben, das Ethan und Lena widerfahren ist. Diese im Grunde interessante Handlungslinie hat mich in ihrer oberflächlichen Umsetzung sehr enttäuscht. Garcia und Stohl handeln das Thema ohne Tiefe ab und integrieren es kaum in die bisherigen Ereignisse. Die Verbindung zu den vergangenen Begebenheiten ist sehr dünn, ja fast schon fadenscheinig.
Darüber hinaus muss ich nun endlich einen Punkt der Geschichte ansprechen, der mich schon eine Weile stört. Ich habe gehofft, dass sich dieser Stolperstein im letzten Band der Reihe noch glättet, doch da das nicht der Fall war, habe ich keine andere Wahl, als ihn zu erwähnen: Ethans extrem seltsame Beziehung zu seinem Vater. Während alle Beziehungen zwischen den tragenden Charakteren durchaus nachvollziehbar sind, ist diese einfach unausgeglichen. Anfangs konnte ich das noch verzeihen, weil Garcia und Stohl eine plausible Erklärung dafür anboten, doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr entbehrte dieses Missverhältnis jeglicher Grundlage. Ethans Dad ist eine blasse Randfigur, er taucht nur selten auf und ist er präsent, wird er von allen Beteiligten wie ein unwissendes, naives, etwas zurückgebliebenes Kind behandelt. Sie treffen Entscheidungen für ihn, die er als erwachsener Mann selbst treffen sollte. Sein Sohn wendet sich lieber an die Verwandten seiner Freundin als an seinen leiblichen Vater. Er ist ein Geist in seiner eigenen Familie, entmündigt und meiner Meinung nach nicht selten gedemütigt durch das Vorenthalten von Informationen. Ich habe mich darüber sehr geärgert. Es ist nicht fair, dass die beiden Autorinnen ihm keine bedeutendere Rolle zugestanden haben. Er ist der einzige in Ethans näherem Umfeld, der rein gar nichts mit Magie am Hut hat – er hätte die Chance verdient gehabt, für seinen Sohn da zu sein, besonders, da er es zu Beginn der Geschichte nicht konnte.

Ich bin froh, dass die „Caster Chronicles“ nun beendet sind. Ein weiterer Band hätte vermutlich alles kaputt gemacht, was die Autorinnen in den ersten beiden Teilen aufgebaut haben, denn schon mit „Beautiful Redemption“ schlitterten sie scharf an der Grenze vorbei. Zu vieles war unstimmig, zu vieles wirkte zusammengeschustert, bloß um irgendwie irgendeinen Abschluss hinzulegen. Ich denke, Kami Garcia und Margaret Stohl haben sich nach der Hälfte des dritten Bandes in Ideen verrannt, die sie vielleicht besser in eine neue Geschichte verwandelt hätten. Darunter litt „Beautiful Redemption“. Dass es trotz der massiven Mängel in der Handlungskonstruktion für eine 3-Sterne-Bewertung gereicht hat, ist einzig und allein den letzten Seiten des Buches geschuldet. Das Ende ist wunderschön und emotional gefasst. Es hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Wenn ihr den dritten Band der „Caster Chronicles“ gelesen habt und wissen wollt, wie die Geschichte ausgeht, werdet ihr um „Beautiful Redemption“ nicht herumkommen. Es ist schade, dass dieser Abschluss nicht mehr zu bieten hat, doch so ungern ich das auch schreibe, damit werdet ihr euch abfinden müssen, wenn ihr die Reihe nicht mittendrin abbrechen wollt.

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