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Monthly Love: 5 Gründe Tote Mädchen lügen nicht zu lieben

05 Nov

Monthly Love

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist mal wieder Zeit für Monthly Love! Diese tolle Aktion wird von Friederike auf ihrem Blog Friedelchens Bücherstube veranstaltet und gibt uns die Chance, endlich mal das Fangirl (oder den Fanboy) in uns herauszulassen. Jeden Monat stellen wir ein Buch vor, das man einfach lieben muss. HIER erfahrt ihr alles, was ihr über die Aktion wissen müsst und wie ihr teilnehmen könnt.

Diesen Monat möchte ich euch ein Buch vorstellen, das einer der ersten Kontakte mit dem Young Adult – Genre für mich war und das mich nachhaltig von dieser Sparte der Literatur überzeugt hat. Es ist ein ruhiges Buch, ein leises Buch, das behutsam zum Nachdenken anregt und mich auf diese Weise uneingeschränkt überzeugt hat.

„Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher

Tote Mädchen lügen nicht

„Man kann die Zukunft nicht stoppen,
man kann die Zeit nicht zurückspulen –
doch wer auf Play drückt, erfährt die Wahrheit.

Als Clay aus der Schule kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat.

Mit Hannahs Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt, 13 Personen, die hatten ihren Anteil daran.
Clay ist einer davon …“

Man muss „Tote Mädchen lügen nicht“ einfach lieben, weil…

1. … es so intensiv ist. Hannah erzählt ganz nüchtern, welche Ereignisse und Handlungen anderer dazu führten, dass sie ihren Lebenswillen und Kampfgeist verlor und sich entschied, Suizid zu begehen. Sie empfindet keine Wut, keine Rachegelüste. Sie schildert all die kleinen Grausamkeiten als schlichte, kausale Kette. Diese sachliche Distanz machte das Buch für mich erst so besonders eindringlich.

2. … die Struktur des Buches außergewöhnlich ist. Die Idee, Hannah ihr Leben selbst als eine Art Rückblende erzählen zu lassen, ist brillant. Die Kassetten rücken sie mühelos in das Zentrum des Buches und kennzeichnen sie unmissverständlich als Protagonistin, obwohl Hannah in der Realität der Geschichte schon nicht mehr am Leben ist. Sie ist die Hauptperson, der unangefochtene Fokus. Natürlich spielt der männliche Protagonist Clay eine wichtige Rolle, aber für die Leser_innen dient er meiner Meinung nach eher als Brücke zu Hannah. Ich finde diese Konstruktion fantastisch und habe seitdem nie wieder etwas Vergleichbares gelesen, obwohl Rückblenden ein gängiges stilistisches Mittel sind.

3. … es nicht die Grausamkeiten im einzelnen sind, die Hannah in den Suizid trieben, sondern ihre Summe. Ihre Entscheidung für den Tod ist eine Folge des Schneeballprinzips. Viele kleinere und größere Gemeinheiten verdichteten sich für sie zu einer Lawine des Schmerzes, die ihr den Lebenswillen nahm. Die Auswirkungen einiger dieser Ereignisse kann man nur dann begreifen, wenn man sich wirklich in Hannah hineinversetzt und sich fragt, wie es gewesen wäre, wäre man als Teenager an ihrer Stelle gewesen. Keiner der Vorfälle darf mit „Nicht so schlimm“ abgetan werden, weil es die Gesamtheit ist, die für Hannah unerträglich wurde. Jay Asher verlangt und erwartet von seinen Leser_innen echte Identifikation, selbst wenn das bedeutet, das eigene Denkmuster zu durchbrechen.

4. … das Buch trotz seiner Ruhe unheimlich spannend ist. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, inwiefern Clay zu Hannahs Suizid beigetragen hat. Anfangs konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass er einen Anteil daran hat, da er eigentlich ein wirklich netter, sanfter Junge ist. Doch je mehr Hannah erzählt, je tiefer ich in ihr Leben eintauchte, desto größer wurden meine Zweifel an Clay. Ich war mir nicht mehr sicher, ob er nicht irgendetwas getan oder unterlassen hat, was Hannah als äußerst verletzend empfand, ohne dass er es selbst bemerkte. Versteht ihr, obwohl ich überzeugt war, dass Clay Hannah niemals weh tun wollte, heißt das nicht, dass er es nicht doch getan hat. Die Spannung, die aus dieser Unsicherheit resultierte, war teilweise fast unerträglich, weil Clay während des Hörens der Kassetten so fürchterlich leidet. Er quält sich, macht sich Vorwürfe und ich konnte nicht anders, als mit ihm zu fühlen. Und doch wusste ich, dass es einen Grund dafür geben musste, dass er die Kassetten erhalten hat.

5. … die Botschaft des Buches so wichtig ist. Sei dir bewusst, was du tust und dass dein Handeln Konsequenzen hat. Übernimm Verantwortung für deine Taten. Verstehe, dass du nicht allein auf der Welt bist und dein Leben jeder Zeit Auswirkungen auf die Leben anderer haben kann. „Tote Mädchen lügen nicht“ ist eine Erinnerung daran, wie empfindlich menschliches Zusammenleben ist und dass es Persönlichkeiten gibt, die dem Druck, den wir uns gegenseitig antun, nicht gewachsen sind. Es ist nicht richtig, dass wir in unserer Ellenbogen-Gesellschaft „Kollateralschäden“ in Kauf nehmen, nur um uns selbst besser zu fühlen. Ich finde, das Buch motiviert dazu, ein besserer Mensch zu sein.

Ich weiß, dass einige von euch „Tote Mädchen lügen nicht“ bereits gelesen haben und es toll fanden (Goodreads hat es mir verraten). Trotzdem würde ich gern wissen, was ihr von meinen fünf Gründen, das Buch zu lieben, haltet. Seht ihr das genauso? Habt ihr vielleicht völlig andere Gründe, es großartig zu finden?
Für diejenigen, die es noch nicht gelesen haben: konnte ich eure Neugier wecken? Habt ihr Lust bekommen, „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher zu lesen?
Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare, ich freue mich darauf! 🙂
Alles Liebe,
Elli

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4 Kommentare

Verfasst von - November 5, 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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4 Antworten zu “Monthly Love: 5 Gründe Tote Mädchen lügen nicht zu lieben

  1. freidichterin

    November 5, 2015 at 1:39 pm

    Wir haben „Tote Mädchen lügen nicht“ in der 7. Klasse in der Schule gelesen.
    Dieses Buch hat mich auch ungemein mitgenommen.
    Und wo du Recht hast du Recht, man muss immer weiter lesen, weil Hannah uns genauso mitnimmt, wie die Personen, die ihre Kasetten bekommen. Als hätten wir auch dazu beigetragen.
    Krasses Buch, dass ich aber auch immer als Weiterempfehlung angebe.

    Gefällt 1 Person

     
  2. Anna

    November 5, 2015 at 2:05 pm

    Das Buch hast du genial beschrieben. Ich hab wieder eine Gänsehaut bekommen als ich mich zurück erinnert hab. Das Buch habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen, ich weiß schon gar nicht mehr woher ich es habe aber ich weiß noch genau wie ich mich gefühlt habe als ich es gelesen habe.
    Und jetzt, da du es mir wieder so schön in Erinnerung gerufen hast könnte ich mir vorstellen es, Jahre später, nochmal zu lesen..
    Toller Beitrag!!

    Liebe Grüße, Anna (:

    Gefällt 1 Person

     
  3. amaunet0101

    November 6, 2015 at 10:54 am

    „Tote Mädchen lügen nicht“ ist schon eine ganze Weile her. Ich weiß noch, dass ich es in kürzester Zeit verschlungen habe, weil der Spannungsbogen nie nachgelassen hat, so dass ich unbedingt weiterlesen musste.

    An dieser Stelle möchte ich dir einfach mal Danke sagen dafür, dass du mir hier immer wieder schöne Leseerlebnisse ins Gedächtnis zurückrufst.

    Gefällt 1 Person

     

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