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Archiv für den Monat August 2015

Montagsfrage: Strandlektüre?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Diese Woche wird noch einmal ordentlich anstrengend. Eigentlich befinde ich mich deshalb noch in meiner Blog-Pause. Aber die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja gehört mittlerweile so fest zu meinem Wochenstart, dass ich sie trotzdem beantworten möchte. Also mache ich das auch. 😉

Wie sieht eure perfekte Strandlektüre aus?

Svenja hat es ja schon gesagt: der Sommer ist fast vorbei. Ich feiere das Ende der heißen Tage. Ich hab die Nase gestrichen voll von der Hitze und freue mich sehr auf den Herbst.
Strandlektüre ist für mich ein nicht-existentes Thema. Vor zwei Wochen habe ich ja bereits erklärt, dass ich nicht in Urlaub fahre, weil ich lieber daheim bei meiner Hündin bleibe. Die Strände in den Außenbezirken Berlins nutze ich auch eher selten, also habe ich so gut wie nie die Gelegenheit, ein Buch für ein Sonnenbad am Strand auszuwählen.
Würde ich in den Badeurlaub fahren, würde ich natürlich ausreichend Literatur mitnehmen, aber ich denke nicht, dass bei der Auswahl andere Kriterien eine Rolle spielen würden, als es sonst der Fall ist. Sicher würde ich nicht ausgerechnet „Das Verlorene Paradies“ von Milton (meine Nemesis, argh) oder den „Ulysses“ von James Joyce mitnehmen, weil ich damit nur unnötig Platz im Koffer belegen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich nun genau während der Zeit des Urlaubs den Punkt erreiche, an dem ich endlich bereit für die beiden Bücher bin, ist doch ziemlich gering. Aber ansonsten gäbe es wohl kaum Beschränkungen. Ich würde mich wie immer völlig auf meinen Bauch verlassen. Die perfekte Strandlektüre wäre somit jedes Buch, das der Bauch als würdig erachtet. Wäre dieser nun der Meinung, dass es Zeit für… sagen wir mal einen Dickens ist, dann ist das eben so und ich bin überzeugt, dass ich diese Wahl am Strand genauso genießen würde wie zu Hause auf der Couch. Ich kann mich beim Lesen immer entspannen, der Ort ist da nicht so wichtig. 🙂

Welche Kriterien muss ein Buch erfüllen, um eure perfekte Strandlektüre zu sein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 31. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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[August] Film ab!

Disney Challenge Zusatz AugustHallo ihr Lieben! 🙂

Diesen Monat sieht die Zusatzaufgabe der Disney-Challenge von Bows and Fairytales ein bisschen anders aus. Statt zusätzliche Bücher zu lesen, um Aufgaben zu erfüllen, sollen wir diesen Monat unsere Kreativität spielen lassen. Ich zitiere mal von Nastis Blog:

„Wie die Disney – Begeisterten von euch sicherlich mitbekommen haben (hoffentlich alle), gibt es immer mehr Disney Verfilmungen und es sind noch viele weitere geplant. Eure Aufgabe wird es diesen Monat sein, euch einen Disney-Film herauszusuchen, der noch nicht verfilmt wurde und dafür eine Besetzung zu finden. Das heißt ihr sollt für die Personen Schauspieler finden. Das ganze haltet ihr dann wie immer auf eurer Challenge Seite fest.“

Ein Disney-Film, der noch nicht verfilmt wurde? Diese Formulierung hat mich zuerst ein wenig verwirrt, also habe ich bei Nasti nachgefragt, was genau sie meint. Sie war so lieb, mir zu erklären, dass es um Disney-Filme geht, die bisher nur als Zeichentrick- oder Animationsfilme existieren und noch nicht mit SchauspielerInnen umgesetzt wurden. Wir sollen uns eine menschliche Besetzung für einen dieser Filme überlegen. Gar nicht so einfach. In den meisten Disney-Filmen spielen Tiere eine sehr wichtige Rolle, die in einer Verfilmung mit Menschen natürlich nicht besetzt würden, sondern als Animationen dargestellt würden. Nehmen wir nur mal „Arielle“. Ihre besten Freunde sind der Fisch Fabius und die Krabbe Sebastian. Das heißt, für bereits zwei der wichtigsten Persönlichkeiten des Films kann ich keine Besetzung festlegen. Mein liebster Disney-Film ist bis heute „Bernhard und Bianca – Die Mäusepolizei“. In diesem Film gibt es überhaupt nur drei Menschen, von denen man mehr als ihre Beine sieht: Penny, Madame Medusa und ihr Komplize Mr. Snoops. Okay, bei Orwell hätte ich vielleicht noch ein Auge zugedrückt und ihn einfach mit seiner deutschen Synchronstimme besetzt. Harald Junke war den Großteil seines Lebens so voll, dass es ihm vermutlich nicht viel ausgemacht hätte, als Albatros verkleidet zu werden. Doch soweit ich Nasti verstanden habe, sollen wir 10 Charaktere besetzen – bei „Bernhard und Bianca“ könnte ich maximal vier Personen festlegen.

So habe ich hin und her überlegt, welcher Disney-Film passend wäre und noch nicht mit Menschen verfilmt wurde. Am Ende war ich einfach auf der Website von Disney und habe mir angesehen, welche Filme es überhaupt gibt. Ab da war es dann leicht, weil ich über einen Film stolperte, von dem ich nicht weiß, wie ich ihn vergessen konnte: „Der Glöckner von Notre Dame“. Ich liebe diesen Film, weil ich Esmeralda liebe. Sie ist der Inbegriff von Freiheit und Toleranz und ich breche jedes Mal in Tränen aus, wenn sie in der Kirche „Gott Deine Kinder“ singt. Das Lied ist kurz, aber es fasst eines der größten Probleme in unserer Welt wundervoll in wenigen Worten zusammen. Ich fühle mich Esmeralda sehr verbunden, weil Freiheit auch für mich eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben ist (auch wenn ich mittlerweile alt genug bin, um zu wissen, dass totale Freiheit in unserer Gesellschaft eigentlich unmöglich ist). Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der auch ich mich ausgestoßen und geächtet gefühlt habe, weil ich anders aussah. Mir sind so viele Vorurteile und so viel Ablehnung entgegen geschlagen, nur weil ich bunte Haare hatte und mich nicht anpassen wollte. Manchmal können Blicke mehr schmerzen als jedes Wort.
Und weil ich „Gott Deine Kinder“ so wunderschön finde, möchte ich euch mit diesem Lied beglücken, bevor es an die Besetzung geht:

Puh. *Tränchen wegwisch* Haben sich alle wieder beruhigt? Dann wollen wir doch mal sehen, wer die Ehre hat, in einer realistischen Version von „Der Glöckner von Notre Dame“ mitzuspielen.

Die Besetzung

logo200

Sean Astin als Quasimodo

Eine etwas undankbare Rolle, die Mut zur Hässlichkeit erfordert, aber eine gesamte Karriere prägen kann. Ich denke, Sean Astin wäre dieser Aufgabe gewachsen. Quasimodo ist so gezeichnet, dass auch Kinder auf den ersten Blick erkennen können, dass er ein guter Mensch ist und ein reines Herz hat, obwohl er anders aussieht. Meiner Ansicht nach ist Sean Astin einer der ganz wenigen Schauspieler, denen man die Gutherzigkeit wirklich ansieht. Das hat er als Sam in „Herr der Ringe“ bewiesen.

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Rosario Dawson als Esmeralda

Ich habe lange hin und her überlegt und habe mir hunderte Schauspielerinnen angesehen. Näher als Rosario Dawson kommt wahrscheinlich keine an Esmeralda heran. Allerdings müsste sie unbedingt grüne Kontaktlinsen tragen und ihr Gesicht unter Kontrolle halten. Sie wirkt nämlich schnell sehr hart, was meiner Meinung nach nicht zu Esmeralda passt.

esmeralda rahmenChris Hemsworth als Phoebus

Nein, ich habe ihn nicht wegen seiner blonden Haare ausgewählt, sondern wegen seines schiefen Lächelns, das Phoebus einfach sehr ähnlich ist. Auch seine Augenpartie entspricht der Zeichentrickfigur ziemlich genau. Außerdem ist er cool. Ich meine hey, er ist Thor.

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Michael Fassbender als Claude Frollo

Ich bin ein großer Fan von Michael Fassbender. Ich halte ihn für einen herausragenden Schauspieler, weil sein Gesicht so wandelbar ist. Je nach Situation finde ich ihn unheimlich attraktiv oder äußerst abstoßend. Das muss man erst mal hinkriegen. Ich denke, dass er den brennenden Hass in Frollos Gesicht so gut wie niemand sonst darstellen kann, obwohl sein sonstiges Äußeres ein wenig abgeändert werden müsste.

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Sean Connery als Erzdiakon

Vermutlich möchte ich Sean Connery einfach noch mal als Geistlichen sehen. Na und? Es passt trotzdem. 😀

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James Franco als Clopin

Ich kann mir James Franco gut als Gaukler und Geschichtenerzähler vorstellen. Muskeln sind in der Rolle natürlich nicht erlaubt, aber ich denke, das wäre kein Problem. Eigentlich mag ich seinen Bruder Dave Franco lieber (Hallo, er ist die Cole-Roulade!), aber der passt meiner Empfindung nach eben nicht so gut.

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Robin Williams als Victor

Glaubt es oder nicht, aber ich habe keinen lebenden Schauspieler gefunden, der besser passen würde. Und ich habe mir VIELE Schauspieler angesehen. Stundenlang. Niemand passte so gut auf Victors einzigartige Kombination aus eleganter Strenge und schelmischem Humor. Also dachte ich mir „Was soll’s, es geht hier schließlich um eine fiktive Besetzung; ich darf benennen, wen ich will“. Ich bedauere Robin Williams Tod noch immer sehr, das wurde mir bei all der Nachdenkerei klar. Oh Captain, my Captain.

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Kevin James als Hugo

Im Film ist Hugo der lustige Dicke. Dieses Image pflegt Kevin James seit vielen Jahren, also schätze ich, die beiden passen gut zusammen. 🙂

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Judi Dench als Laverne

Sie sieht ihr einfach ähnlich. Also Laverne Judi Dench, nicht anders herum, denn das wäre ja beleidigend. Ich kann mir vorstellen, dass Frau Dench es sogar recht amüsant fände, sich als Wasserspeier verkleiden zu lassen.

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Salma Hayek als Quasimodos Mutter

Da man Quasimodos Mutter nur ganz am Anfang des Films zu sehen bekommt, ist diese Besetzung nicht besonders folgenreich. Ich habe mich für Salma Hayek entschieden, weil ich finde, dass sie eine sehr schöne Frau ist, die taffe weibliche Stärke und Sinnlichkeit vereint. Sie hat große Augen und insgesamt ein weiches Gesicht, dass sowohl Sexappeal als auch mütterliche Liebe ausdrücken kann. Ich denke, wäre sie an der Stelle von Quasimodos Mutter gewesen, hätte sie ebenfalls versucht, ihren Sohn zu schützen. Deswegen bekommt sie die Rolle.

quasimodos mutter rahmen

Jey, geschafft. Wenn ich mir meine Filmbesetzung so ansehe, denke ich folgendes: das wird NIEMALS passieren. Ich habe jede/n DarstellerIn individuell ausgesucht, ohne darauf zu achten, ob sie als Team funktionieren würden, weil es mir wichtiger war, SchauspielerInnen zu benennen, zu denen die Rollen wirklich passen. Meine Besetzungscouch ist viel zu hochkarätig. Lauter Alphatiere. Als reine Idee eine lustige Mischung (Sean Connery und Kevin James? Das hätten sie sich wohl nie träumen lassen), aber vor der Kamera ginge das vermutlich schief, denn eine Handlung braucht Nebencharaktere. Wirklich gute SchauspielerInnen lassen natürlich auch eine Nebenfigur glänzen, aber es ist nie das Anliegen eines Regisseurs, von den Hauptcharakteren abzulenken. Ich fürchte, dass Robin Williams, Kevin James und Judi Dench es Sean Astin ziemlich schwer machen würden, im Vordergrund zu bleiben. Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob Sean Astin und Rosario Dawson tatsächlich gut harmonieren würden. Im Idealfall ist ein Film ein ausgewogenes Gemeinschaftsprojekt – mit meiner Besetzung halte ich das eher für unwahrscheinlich, weil sich die SchauspielerInnen gegenseitig überstrahlen würden.
Was ich sagen will: nehmt das nicht so ernst. 😀 Das ist meine Vorstellung einer möglichen Besetzung, wenn man jede Figur des Films einzeln betrachtet.

Damit habe ich die Zusatzaufgabe der Disney-Challenge für den August erfolgreich abgeschlossen und kann tatsächlich die volle Punktzahl einheimsen! 😀
Wenn ihr möchtet, dürft ihr euch gern zu meiner Besetzung für „Der Glöckner von Notre Dame“ äußern und auch daran herum meckern, falls sie euch völlig gegen den Strich geht. Ich freue mich über jedes Kommentar! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 29. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Deutsche Klassiker per App

Hallo ihr Lieben! 🙂

Eigentlich befinde ich mich gerade in einer kreativen Blog-Pause – ich bereite Beiträge für die nächste Zeit vor, weil ich im Moment einfach nicht zum „Echtzeit-Bloggen“ komme. Heute muss ich mich trotzdem einmal kurz aus der Funkstille melden, weil ich eine Meldung entdeckt habe, die ich toll finde und von der ich euch kurz erzählen möchte. Manchmal hat es definitiv Vorteile, in der Nachrichtenwelt zu arbeiten. 😉

Deutsche Klassiker App

App-Logo

Die Bayrische Staatsbibliothek hat einen Schritt in Richtung Moderne gewagt und ließ eine App entwickeln, mit der sie ab Ende August Literaturinteressierten 30 deutsche Klassiker zur Verfügung stellt. Die App heißt „Deutsche Klassiker in Erstausgaben“ und kann kostenlos im App-Store von Apple heruntergeladen werden. Eine zusätzliche Android-Version ist in Planung.
Klingt eigentlich nicht so richtig besonders, oder? Die meisten Klassiker sind schließlich mittlerweile lizenzfrei (das bedeutet, dass der/die VerfasserIn mehr als 70 Jahre tot ist) und können kostenlos als E-Books heruntergeladen werden.
Was die App der Bayrischen Staatsbibliothek vom normalen Herunterladen von E-Books unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie nicht einfach nur die Texte der großen Literaten zur Verfügung stellt. Nein, sie haben sich tatsächlich die Mühe gemacht, 30 Werke aus ihrer Sammlung kostbarer, wertvoller Erstausgaben einzuscannen, sodass NutzerInnen der App die erstveröffentlichten Manuskripte einsehen und ggf. lesen können. Ich finde das wahnsinnig spannend, denn Erstausgaben haben ihren ganz eigenen Reiz. Stellt es euch bildlich vor: ihr könnt mit dieser App Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ so lesen, wie es 1774 das erste Mal erschien.

Für die wenigsten von uns sind solche Erstausgaben auch nur entfernt erschwinglich und selbst wenn – man LIEST solche Bücher nicht tatsächlich. Man verschließt sie luftdicht, kühl und trocken, fasst das gute Stück am besten niemals an und falls doch, dann nur mit speziellen Baumwollhandschuhen. Man besitzt diese Bücher, aber man hat keinen Spaß mit ihnen. Mit digitalen Versionen sieht das natürlich gleich ganz anders aus.
Die App bietet alle Möglichkeiten, die man bei der Arbeit mit einem Text eben gebrauchen kann: Suchen, Blättern, Markieren. Außerdem scheint die Bayrische Staatsbibliothek zu ahnen, dass nicht alle ihrer LeserInnen Frakturschrift oder Antiqua lesen können. Deswegen gibt es neben der Original-Ansicht die allseits bekannte E-Book-Ansicht. Der Clou ist meiner Meinung nach allerdings die Hybrid-Ansicht, die man sich ganz individuell einstellen kann. Hier die Beschreibung von der Website der Bayrischen Staatsbibliothek:

„Diese bietet erstmals die Möglichkeit, die Original- und E-Book-Ansicht in einem eigenen Ansichtsmodus kombiniert anzuzeigen. Auf diese Weise kann der Text der Originalbuchseiten mit einer vom Leser individuell ausgewählten Schriftart überblendet werden.“

Toll, oder? Ich liebe die Idee dieser App und finde es großartig, dass die Bayrische Staatsbibliothek ihre Schätze der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Leider habe ich kein iPhone (und ein Tablet besitze ich schon gar nicht), ich werde also noch warten müssen, bis es die App auch für Android-Phones gibt. Aber das macht nichts. Auf so eine geniale Innovation warte ich gern. 🙂

Vielleicht habt ihr ja ein iPhone. Vielleicht macht es euch ebenfalls nichts aus, auf die Android-App zu warten. Ich dachte mir aber, wissen wollt ihr von „Deutsche Klassiker in Erstausgaben“ bestimmt. Wenn ihr euch nun über die App informieren wollt, gelangt ihr HIER zur Website der Bayrischen Staatsbibliothek.
Zum Abschluss habe ich hier jetzt noch das Video zur App, in dem ihr einen ersten Eindruck des Aufbaus und der Funktionen bekommt:

Ich finde ja, das sieht super aus und verspricht eine angenehme Auseinandersetzung mit den Meisterwerken. Doch was meint ihr? Ist „Deutsche Klassiker in Erstausgaben“ etwas für euch?
Erzählt mir, was ihr von der App haltet – ich freue mich sehr auf eure Meinungen und Kommentare! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 27. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Die Fiese Meerjungfrau“ (Die Todesengel #2) von Jim C. Hines und befinde mich auf Seite 308 von 477.

die fiese meerjungfrauWer kennt sie nicht, die Geschichte von der Meerjungfrau? Sie verliebte sich in einen Menschenprinzen und wollte um jeden Preis mit ihm zusammensein. Sie opferte ihre Stimme, verließ das Meer und wurde ein Mensch. Doch der Prinz verliebte sich in eine andere. Der Geschichte zufolge gab die Meerjungfrau ihr Leben hin, damit der Prinz glücklich werden konnte. Doch diese Geschichte stimmt nicht.

Die drei Prinzessinnen Danielle, Talia und Schnee kennen die ungeschminkte Wahrheit. Sie waren dabei, und ihre Geschichte erzählt nicht von unerwiderter Liebe und nobler Selbstaufgabe.

Sie handelt von Wahnsinn, Grausamkeit und Magie…“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Ein stechender Schmerz riss Schnee aus dem Schlaf.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Die Reihe Die Todesengel von Jim C. Hines habe ich vor Jahren begonnen. Es ist wirklich, wirklich lange her, dass ich den ersten Band „Drei Engel für Armand“ gelesen habe, meine Erinnerung ist allerdings noch recht gut intakt. Die Idee dieser Reihe ist phänomenal, nicht nur, weil Mr. Hines alte Märchen wie Dornröschen, Aschenputtel und Schneewittchen umschrieb, sondern auch, weil er ihnen einen herrlich feministischen Anstrich gab. Seine Versionen der berühmten Prinzessinnen sind nämlich alles andere als Fräulein in Nöten. Dornröschen heißt eigentlich Talia und ist eine richtige Kick-Ass-Braut. Schneewittchen wird von allen nur Schnee genannt und ist eine mächtige Zauberin. Aschenputtel hört auf den Namen Danielle, ist tatsächlich mit ihrem Prinzen (Armand) verheiratet, aber die Geschichte mit ihrer Stiefmutter und vor allem ihren Stiefschwestern lief doch ein wenig anders ab, als allgemein bekannt. Sie sind die Geheimwaffe der Königin Beatrice von Lorindar, Mutter von Armand, und werden von ihr auf die kniffeligsten, schwierigsten Aufträge angesetzt, die niemand sonst erfolgreich durchführen könnte. Es ist großartig, dass Jim C. Hines sie alle als starke, unabhängige Frauen darstellt, die eine entscheidende Rolle im Königreich Lorindar spielen. Trotzdem hatte ich im ersten Band „Drei Engel für Armand“ so meine Probleme mit Hines‘ Schreibstil. Ich fand ihn teilweise etwas langatmig und nicht so spannend, wie ich gehofft hatte. Nach über 300 Seiten in Band 2 bin ich allerdings überzeugt, dass sich diese kleinen Makel nun mehr oder weniger in Luft aufgelöst haben.
„Die Fiese Meerjungfrau“ basiert nicht auf der allseits beliebten Disney-Variante des Märchens, sondern auf der Originalversion von Hans Christian Andersen, dessen Ende ja etwas weniger glücklich ist. Jim C. Hines hat dieses Ende noch einmal düsterer gestaltet, denn Lirea (so der Name der kleinen Meerjungfrau) löst sich nicht in Schaum auf und wird auch nicht zu einem Luftgeist. In seiner Geschichte tötet sie den Prinzen tatsächlich und verfällt danach in eine Art Wahnsinn, weil sie nicht ganz Mensch, aber auch nicht mehr ganz Undine (also Nixe) ist. Mehr mag ich gar nicht verraten, weil ich finde, jede zusätzliche Information wäre ein Spoiler. 😉 Ich finde das Buch locker, witzig, unterhaltsam und ab und zu erstaunlich überraschend. Ich fühle mich wohl, es liest sich so weg und macht Spaß. Genau das brauche ich gerade. 🙂

4. Wenn ihr das letzte Buch was ihr gelesen habt umschreiben könntet, was würdet ihr ändern?

Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war „Ewig“ (Wagner & Sina #1) von Gerd Schilddorfer und David G.L. Weiss. Wer bereits letzte Woche beim Gemeinsam Lesen (HIER) bei mir vorbei geschaut hat, wird wissen, dass mich dieses Buch leider nicht begeistern konnte. Wenn ich es also umschreiben dürfte, würde ich eine ganze Menge verändern. So viel, dass ich allein beim Gedanken daran die Lust verliere. 😉
Es geht schon beim Genre los. Ich würde die Geschichte komplett anders aufziehen, nämlich nicht als Thriller, sondern als historischen Roman. Statt zwei stereotype Protagonisten ein uraltes Geheimnis von Kaiser Friedrich III. aufdecken zu lassen und mich auf haarsträubende Zufälle zu verlassen, würde ich Friedrich dabei begleiten, wie er das Geheimnis verschlüsselt, ohne zu verraten, was das Geheimnis ist. Keine Ahnung, ob das möglich wäre, so weit hab ich nicht darüber nachgedacht. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es mit viel Gehirnschmalz machbar ist, den LeserInnen die Schritte zur Erstellung des Rätsels zu zeigen, ohne ihnen zu verraten, was das Geheimnis beinhaltet. Ich glaube sogar, dass das Rätselraten auf diese Weise besonders viel Spaß machen könnte und man eben nicht bereits nach EINEM Hinweis weiß, worum es geht. Vermutlich würde ich so weit wie möglich auf Ausflüge in die Gegenwart verzichten. Ich will nicht ausschließen, dass es an der einen oder anderen Stelle unvermeidbar sein könnte, aber ich finde, Friedrich ist so eine interessante Persönlichkeit, dass das Kennenlernen seiner Person genauso unterhaltsam wie das Auflösen des Geheimnisses wäre. Paul Wagner und Dr. Georg Sina kämen bei mir jedenfalls nicht vor. Weder ihre Namen, noch ihre Charaktere. Wenn ich mich schon auf Figuren in der Gegenwart einlassen müsste, wären sie echte Individuen und keine Zusammenstellungen oberflächlicher Klischees. Es gäbe auch viel weniger Actionszenen, die wenn überhaupt garantiert eher im 15. Jahrhundert angesiedelt wären. Keine Schusswaffen, keine Helikopter, keine Wettrennen auf der Autobahn. Ich denke, die Geschichte braucht diesen ganzen Quatsch nicht.
Ihr seht es, ich würde ein komplett neues Buch schreiben und nicht nur kleine Details ändern. Die Idee von Friedrichs Geheimnis ist toll, nur haben Schilddorfer und Weiss diese meiner Meinung nach aus dem falschen Blickwinkel betrachtet und etwas daraus gemacht, das mich an einen besonders unrealistischen Actionfilm à la Hollywood erinnert. Nun ist es leider zu spät, um dem Autorenduo meinen Ansatz vorzutragen. Manchmal wünscht man sich eben doch, man hätte schon während des Entstehungs- und Schreibprozesses eingreifen können.

Was lest ihr im Moment? Wie würdet ihr eure letzte Lektüre umschreiben, wenn ihr könntet?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Kommentare und diese Woche besonders auf eure umgeschriebenen Geschichten! Habt einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 25. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Enttäuschende Inhaltsangabe?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Diese Woche wird stressig. Ich muss recht viel arbeiten und am Freitag hab ich mit meiner Kleinen einen Tierarzttermin zur Nachkontrolle. Leider haben wir letzte Woche Freitag schlechte Nachrichten erhalten. Sie ist krank. Sie hat Spondylose. Ich will euch jetzt nicht mit veterinärmedizinischen Details langweilen; kurz gesagt ist das eine knöcherne Verwachsung der Wirbelsäule, die nicht heilbar ist. Unser Leben wird sich dadurch verändern, weil sie andere Formen der Bewegung braucht, um die Erkrankung so weit wie möglich herauszuzögern. Glücklicherweise ist das kein Todesurteil und wenn wir es hinkriegen, uns an ihre neuen Bedürfnisse anzupassen, kann sie trotz Spondylose fröhlich alt werden. Ich denke, es wird einige Zeit dauern, bis wir uns in die neue Situation eingelebt haben, aber selbstverständlich werde ich alles tun, um ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten.
Warum erzähle ich euch das? Ich möchte euch nur darauf vorbereiten, dass es sein kann, dass ich in der nächsten Zeit nicht ganz so häufig zum Bloggen komme, wie ich eigentlich gern würde. Ich werde es versuchen, aber natürlich geht die Gesundheit meiner Prinzessin vor. Ich bin sicher, dass ihr das versteht. 🙂
Heute starten wir wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja in die neue Woche:

Gab es in letzter Zeit ein Buch, dessen Handlung nicht hielt, was die Inhaltsangabe versprochen hat?

Ja. Tatsächlich war es das letzte Buch, das ich gelesen habe: „Ewig“ von Gerd Schilddorfer und David G.L. Weiss. Der Klappentext lautet folgendermaßen:

AEIOU – diese mysteriöse Buchstabenfolge ist das Vermächtnis eines legendären Kaisers.
Es ist ein uralter Code: Wer ihn entschlüsselt, hält das Schicksal der Menschheit in seinen Händen. Immer tiefer geraten zwei Forscher in einen tödlichen Wettlauf um das Geheimnis.
Ohne Atempause führt die dramatische Hetzjagd durch das mystische Wien.
Unheimlich, packend und perfekt recherchiert: ein Verschwörungsthriller der besonderen Art.

Die Buchstabenfolge AEIOU ist eigentlich nicht besonders wichtig. Die beiden Protagonisten sind keine Forscher – einer ist Geschichtsprofessor, der andere Journalist. Der Roman spielt viel in Wien, aber nicht nur. Und zu guter Letzt fand ich das Buch nicht besonders unheimlich und/oder packend.
Ich hatte im Vorfeld eine Rezension des Buches gelesen, in der es hieß, „Ewig“ sei als Verschwöungsthriller noch besser als Dan Browns „Illuminati“ und „Sakrileg“. Auch das stimmt meiner Ansicht nach überhaupt nicht.
Die Rezension zu „Ewig“ steht erst noch an, deswegen möchte ich nicht zu viel verraten, aber ich war definitiv enttäuscht. Das gesamte Buch ist nur wenig nachvollziehbar und sehr konstruiert. Ich glaube, die Entscheidung der Autoren, einen Thriller zu schreiben, war ungünstig. Ich denke, ein historischer Roman hätte ihnen mehr gelegen. Gut, dann hätte ich vermutlich gar nicht erst zu diesem Buch gegriffen, das mag sein, allerdings wäre meine Erwartungshaltung dann auch eine andere gewesen. Mit den erzwungenen Actionszenen haben sich Schilddorfer und Weiss keinen Gefallen getan. Historisch ist das Buch wirklich großartig recherchiert und durchaus interessant, doch die Schießereien, Verfolgungsjagden und Kampfszenen… na ja, wisst ihr, diese Momente erschienen mir wie frisch aus Hollywood importiert: unterhaltsam auf dem Bildschirm, aber man sollte eher nicht darüber nachdenken, ob sie realistisch sind. In einem Roman funktioniert das nicht, weil es keine optischen Reize gibt, die von mangelnder Logik ablenken.

Welches Buch hat euch zuletzt enttäuscht, weil Klappentext und Handlung nicht zusammenpassten?

Ich freue mich sehr auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart!
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 24. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Laini Taylor – Days of Blood & Starlight

2015-08-08 - Taylor Days of Blood & Starlight

Der Wunschknochen brachte Karou ihre Erinnerung zurück. An ihr Leben in Eretz, an ihr Leben unter den Chimaera. An ihr Leben als Madrigal und an die märchenhaften Wochen mit Akiva, in denen sie so glücklich war wie nie zuvor. Gemeinsam träumten sie von einer anderen Welt, einer besseren Welt ohne Krieg, Blutvergießen und Leid. Doch Akiva betrog diesen Traum. In seinem alles verzehrenden Schmerz brachte er Tod und Verderben über Karous Volk. Nur eine Handvoll der Chimaera überlebte das Massaker der Seraphim, darunter Ziri, der letzte der Kirin, aber auch Thiago, der Weiße Wolf. In einer Wüstenburg voller Staub und Sternenlicht lässt er Karou eine titanische Armee erwecken, um gegen die Engel zu rebellieren. Skrupellos verbreitet er Terror und hebt den Krieg auf eine neue Stufe der Grausamkeit. Karou muss entscheiden, wie weit sie zu gehen bereit ist. Ist Vergeltung tatsächlich die einzige Option?
In einer zerstörten Welt ist Hoffnung ein zerbrechliches und kostbares Gut. Können Akiva und Karou sie am Leben erhalten, um Eretz in eine bessere Zukunft zu führen?

„Days of Blood & Starlight“ funktioniert nach anderen Regeln als der Vorgänger „Daughter of Smoke & Bone“. Ich war überrascht, als ich zu lesen begann und schnell feststellen musste, dass die einzigartige Magie des Auftakts im zweiten Band ein wenig verloren gegangen war. Nein, seien wir ehrlich. Ich war enttäuscht. Ich begriff nicht, wieso Laini Taylor das Tempo der Geschichte drosselte und die zuvor actiongeladene Handlung kaum Fortschritte machte. Karou residiert in einer Burg aus Sand, umgeben von Chimaera, die sie ausnahmslos für eine Verräterin halten. Der Weiße Wolf isoliert sie (angeblich zu ihrem eigenen Schutz) und so bleibt Karou kaum etwas anderes als ihre Arbeit, um sich von ihren finsteren Gedanken und Gefühlen abzulenken. Ich empfand die Atmosphäre in „Days of Blood & Starlight“ daher als recht bedrückend. Ich konnte Karous Schmerz, ihre Scham, ihren Verlust und ihren Kummer spüren. Sie ist seelisch tief verwundet und lange Zeit nicht sie selbst. Die Realität ihrer Vergangenheit sowie der Gegenwart stürzt mit voller Wucht auf sie ein. Als ich das verstand, als mir klar wurde, in welcher Situation sich Karou befindet, begriff ich auch die Veränderung des Tempos und der Atmosphäre. „Daughter of Smoke & Bone“ ist ein Traum voller Magie und Wunder – in „Days of Blood & Starlight“ reißt Laini Taylor ihre Protagonistin und ihre LeserInnen gleichermaßen auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Die Chimaera befinden sich in einem Krieg, der bereits tausend Jahre andauert. Tausend Jahre des Kampfes, tausend Jahres des Blutvergießens, tausend Jahre des Sterbens. Nun stehen sie kurz vor ihrer Auslöschung. Sie sind dabei, zu verlieren. In dieser schonungslosen, brutalen Realität ist kein Platz für märchenhafte Momente. Die wohl durchdachte Handlungspause dieses Bandes ist Laini Taylors Geschenk an ihre Protagonistin. Karou braucht diese Pause. Sie muss sich sammeln und die Scherben ihrer beider Leben zusammen kehren, um die Kraft zu finden, erneut für ihren Traum von einer besseren, friedlichen Zukunft zu kämpfen. Obwohl sich diese Phase der Besinnung definitiv ein wenig auf meinem Lesespaß auswirkte, kann ich jetzt im Nachhinein absolut nachvollziehen, wie wichtig sie für den weiteren Verlauf der Geschichte war.
Außerdem möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass meine Kritik Jammern auf hohem Niveau darstellt. „Days of Blood & Starlight“ ist eine hervorragende Fortsetzung, die sehr viel Positives und Überraschendes für die LeserInnen bereithält. Allein die Erweiterung der Erzählperspektiven durch Zuzanas Blickwinkel hat in mir einen Begeisterungssturm ausgelöst, weil sie einfach eine eigene Stimme verdient. Sie ist eine großartige Figur: witzig, unabhängig, loyal und auf ihre ganz eigene, sympathische Weise skurril. Mir hat es unheimlich gut gefallen, durch ihre Augen zu sehen und in ihre Gedankenwelt einzutauchen.
Ein weiterer neuer POV-Charakter ist der Kirin Ziri, der mir die Chimaera und besonders Karous/Madrigals Volk ein ganzes Stück näher brachte. Ich schloss ihn sofort ins Herz; sein sanftes, ehrliches Wesen ist einfach liebenswürdig und seine Seele ist rein. Er ließ mich erahnen, wie wunderschön die Kirin in der Blüte ihrer Existenz waren, wild und ungezähmt. Ich trauere darum, dass dieses stolze Volk dem Krieg zum Opfer fallen musste.
Dieser Krieg bestimmt das Leben der Chimaera seit so langer Zeit, dass sie sich Frieden eigentlich gar nicht vorstellen können. Ich hatte das Gefühl, dass niemand von ihnen, nicht mal Thiago, tatsächlich daran glaubt, dass die Rebellion erfolgreich sein wird. Der Weiße Wolf versucht nur, sein Leben so teuer wie möglich zu verkaufen. Er glaubt weniger an eine Zukunft für die Chimaera als Akiva. Der Seraphim ist es, der die Wahrheit über die Widerstandsbewegung lange vor den Chimaera und Karou erkennt: der Charakter der Rebellion wird entscheiden, ob es zukünftig in Eretz Chimaera geben wird oder nicht.

„Days of Blood & Starlight“ hat eine andere Dynamik als „Daughter of Smoke & Bone“, es ist bedeutungsschwerer und düsterer. Die Handlung entwickelt sich schwerfälliger, was meiner Meinung nach allerdings durchaus berechtigt und angemessen ist. Karou und Akiva müssen unmögliche Entscheidungen für eine ungewisse, beängstigende Zukunft treffen – kaum verwunderlich, dass das auf die Stimmung drückt. Ich rate euch, versetzt euch in ihre Lage; vergegenwärtigt euch besonders Karous Situation, dann werdet ihr verstehen, warum sich die Ereignisse in diesem Band nicht überstürzen können. Ich finde nicht, dass „Days of Blood & Starlight“ deswegen schwächer ist, ganz im Gegenteil. Ich finde, es war ein mutiger Schritt von Laini Taylor, der Handlung die Zeit zu geben, die sie braucht.

 
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Verfasst von - 20. August 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Laini Taylor – Daughter of Smoke & Bone

2015-07-26 - Taylor Daughter of Smoke & Bone

Aquamarinblaue Haare, Unmengen Tattoos und ein Skizzenbuch voller Monster: das ist Karou. Niemand, nicht mal ihre beste Freundin Zuzana, würde vermuten, dass die Figuren, die sie zeichnet, nicht ihrer Fantasie entspringen, sondern dem entsprechen, was sie tagtäglich sieht. Niemand weiß von Karous geheimen Leben, das sie durch eine magische Tür in einem verwinkelten alten Laden in Prag an die exotischsten Orte dieser Welt führt, immer auf der Jagd nach Zähnen. Doch so aufregend ihr Leben ist, Karou spürt eine Leere in sich, die sich nicht füllen lässt. Woher kommt sie? Wieso wuchs sie bei Wesen auf, die eindeutig nicht menschlich sind? Das Rätsel, wer sie eigentlich ist, quält sie Tag für Tag. Als weltweit auf mystischen Türen schwarze, verbrannte Handabdrücke auftauchten und ihr die einzige Familie entrissen wird, die sie kennt, kommt sie der Lösung des Rätsels näher als je zuvor. Ausgerechnet ein Seraphim trägt die Antworten in seinem Herzen. In einem Sturm der Gefühle erinnert sich Karou an einen Krieg in einer anderen Welt, an Magie, Sternenlicht, Blutvergießen und Liebe, die die Grenzen von Zeit und Raum Lügen straft. Karou gehört nicht auf die Erde – findet sie einen Weg, in ihre Heimat zurückzukehren, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen?

Was mir beim Lesen von „Daughter of Smoke & Bone“ passiert ist, ist pure Magie. Von der ersten Seite an spürte ich eine intensive, außergewöhnliche Verbindung zur Autorin Laini Taylor. Wir harmonisierten auf einem Niveau, das ich nur sehr selten erreiche. Unsere Fantasie, unser Blick auf die Welt ist sich so ähnlich, dass ich unmittelbar eine Beziehung zu ihrer Geschichte aufbauen konnte. „Daughter of Smoke & Bone“ ist genau das, wonach ich bei meinen Streifzügen durch die literarische Welt suche; es ist der Grund, warum ich ein Buch nach dem anderen lese und niemals genug bekomme. Es ist die Magie zwischen AutorIn und LeserIn, die eine Geschichte aus der Masse hervorhebt, die sie besonders macht und ein Band entstehen lässt, das intim und schlicht einzigartig ist. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie froh ich bin, „Daughter of Smoke & Bone“ in meinem Herzen zu tragen. Dieses Buch ist ein kostbares Juwel, das ich bis ans Ende meiner Tage hüten und bewahren werde.
Bereits mit dem ersten Absatz zog mich Laini Taylor unaufhaltsam in ihren Bann und zeigte mir, was ich von ihrem Werk zu erwarten hatte. Ihr Schreibstil ist wundervoll; fantasievoll, poetisch und unaufdringlich romantisch richtet sie ihren Blick nicht nur auf das Außergewöhnliche, sondern auch auf die Schönheit des Alltäglichen. Vor meinem inneren Auge entstanden Bilder voll schillernder Farbenpracht, die einen mystisch-zauberhaften Rahmen für die Protagonistin Karou mit ihren aquamarinblauen Haaren bildeten. Ich liebe Karou, denn auch ihr fühlte ich mich sofort verbunden. Sie ist geheimnisvoll und stark; eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten, die trotz ihrer mysteriösen Ausstrahlung realistisch gezeichnet ist. Sie ist das Mädchen, das ich mit 17 sein wollte und bewegt sich auf einer Ebene der Realität, von der ich bis heute träume. Eine Tür, die sich zu jedem noch so weit entfernten Ort auf der Welt öffnet, in einem hutzeligen kleinen Laden, in dem die Magie der Wünsche wirkt? Oh mein Gott, wie sehr hoffe ich, dass ich eines Tages ein Geheimnis wie dieses entdecke. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass es „Monster“ wie Karous beeindruckende Familie gibt. Wie kann man Brimstone, Issa, Yasri, Kishmish und Twiga nicht sofort ins Herz schließen? Sie sind Sagengestalten, einem Märchen entsprungen oder frisch von der Fantasie gepflückt. Es spielt keine Rolle, dass sie Menschen äußerlich nur teilweise ähneln, denn ihre Ausstrahlung ist so positiv, dass mir das Wort „monströs“ niemals in den Sinn kam. Speziell Brimstone hat es mir angetan, nicht nur, weil er mit Wünschen und Zähnen handelt, sondern auch, weil ich in ihm von Anfang an Karous Vaterfigur sah und die Antwort auf die Frage nach ihrer Herkunft vermutete. Dieses Rätsel faszinierte mich ungemein, sodass ich sehr viel darüber nachdachte und die unterschiedlichsten, teilweise haarsträubenden Erklärungen ersann. Die Auflösung durch den Seraph Akiva hätte ich allerdings niemals hervorsehen können. Weder die Art und Weise, wie Karou ihre Erinnerung wiederfindet, noch, wie diese aussehen. Ich klebte währenddessen am Buch und wäre vermutlich gewalttätig geworden, hätte man es mir wegnehmen wollen. Doch es waren nicht nur Karous Vergangenheit und Herkunft, die mir den Atem nahmen – es war auch die besondere Darstellung der Liebe, die darin enthalten war. Eine Liebe, die so tief, echt und unentrinnbar ist, dass sie Jahrzehnte, Welten und uralte Feindschaft überwindet, um von einer besseren Zukunft zu träumen. Sie ist der Inbegriff der Worte „vorherbestimmt“ und „schicksalhaft“, der Prototyp von Seelenverwandtschaft. Hochtrabende Formulierungen, die ich nicht leichtfertig verwende. Obwohl ich sonst kein übermäßig romantischer Typ bin, überzeugte mich Laini Taylor spielend und vorbehaltlos von der Authentizität dieser Gefühle. Sie ließ mich wieder daran glauben, dass es so etwas wie ewige Liebe, die den Tod überdauert, tatsächlich geben kann.

Alles ist möglich – das ist die Botschaft, die ich aus „Daughter of Smoke & Bone“ mitnehme. Dieser Trilogieauftakt von Laini Taylor ist fabelhaft und bezaubernd, weil er mich daran erinnerte, dass hinter jeder unscheinbaren Tür fantastische Wunder warten könnten. Es ist ein Buch tiefer Gefühle in märchenhafter, mythischer Atmosphäre, versprüht Witz und einen einzigartigen Charme und macht einfach Lust auf mehr.
Ich empfehle euch „Daughter of Smoke & Bone“ von ganzem Herzen, wenn ihr an die Macht der Magie, Wünsche und Wunder glauben möchtet. Mit diesem Buch ist es ein wenig wie mit dem Weihnachtsmann. Wir wissen, dass er nicht real ist – aber wäre es nicht großartig, wenn es ihn doch gäbe?

 
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Verfasst von - 19. August 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle findet wöchentlich bei den Schlunzen-Büchern statt; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Ewig“ (Wagner & Sina #1) von Gerd Schilddorfer und David G.L. Weiss und befinde mich auf Seite 260 von 528.

Ewig

 

AEIOU – diese mysteriöse Buchstabenfolge ist das Vermächtnis eines legendären Kaisers.
Es ist ein uralter Code: Wer ihn entschlüsselt, hält das Schicksal der Menschheit in seinen Händen.
Immer tiefer geraten zwei Forscher in einen tödlichen Wettlauf um das Geheimnis.
Ohne Atempause führt die dramatische Hetzjagd durch das mystische Wien.
Unheimlich, packend und perfekt recherchiert: ein Verschwörungsthriller der besonderen Art.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Paul Wagner drückte auf die Taste »Senden« und klappte zufrieden seinen Laptop zu.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ehrlich gesagt bin ich bisher nicht begeistert. Ich hatte ja durchaus Lust, mal wieder einen Verschwörungsthriller zu lesen und angeblich sollte „Ewig“ sogar besser als „Illuminati“ und „Sakrileg“ von Dan Brown sein. Ich kann dem bisher nicht zustimmen. Ich finde die Geschichte ziemlich konstruiert und etwas unrealistisch, weil die beiden Hauptfiguren (Paul Wagner und Dr. Georg Sina) nicht von selbst über „das Geheimnis“ stolpern, sondern von einer äußeren Partei dahingehend manipuliert werden, es zu lösen. Es wirkt nicht so, als hätten sie selbst wirklich ein Interesse daran, Antworten zu bekommen, sondern als würden sie den ganzen Quatsch nur mitmachen, weil sie… ja, ich weiß auch nicht, vielleicht, weil sie nichts Besseres zu tun haben? Ich verstehe nicht, wieso besagte äußere Partei (die ich nicht benennen darf, um Spoiler zu vermeiden) die beiden für sich einspannt. Das ergibt keinen Sinn, denn zwei Mitwisser mehr bedeuten ein höheres Risiko und wenn überhaupt, ist nur Dr. Sina tatsächlich wertvoll für diese Aufgabe, weil er ein angesehener Geschichtsprofessor ist. Wenn ich das mal so ganz unromantisch sagen darf, da wäre es einfacher und logischer gewesen, den guten Herrn Professor schlicht zu entführen. Was Paul Wagner in der Geschichte zu suchen hat, begreife ich noch weniger. Er ist Journalist. Was genau kann er noch gleich zur Auflösung „des Geheimnisses“ beitragen?
Mir gefällt auch nicht, dass die Figuren alle so stereotyp sind. Wagner ist ein Draufgänger, Sina ein Einsiedler und Kommissar Berner, mit dem die beiden zusammen arbeiten, hat eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Letzterer knurrt übrigens die meiste Zeit. Er spricht nicht, nein, er knurrt, brummt und grunzt. Genauso, wie man sich einen verdrossenen alten Vermittler eben vorstellt. Immerhin trägt er keinen Trenchcoat. Ausnahmslos alle spreche immer nur über „das Geheimnis“, was mir nach etwa der Hälfte des Buch so langsam mächtig auf den Geist geht. Wie alt bin ich denn? 5? Obwohl die beiden Autoren sich offenbar große Mühe damit geben, mysteriös und undurchschaubar zu sein, bin ich ziemlich sicher, dass ich bereits weiß, was das Geheimnis ist. Durch einen Hinweis. EINEN. Schwach, ganz schwach.
Dann die ganzen Schauplatzwechsel. Man springt vom Wien der Gegenwart ins Russland des frühen 20. Jahrhunderts, dann ins moderne Tel Aviv, dann ins Österreich des 12. Jahrhunderts, des 17. Jahrhunderts, des 18. Jahrhunderts, danach noch schnell ein Ausflug ins Tibet der Gegenwart und wieder zurück nach Wien. Tut mir leid, mir ist das zu viel. Vielleicht wäre es besser, wenn ich zumindest eine genaue Vorstellung von Wien und all den Kirchen und Kunstwerken hätte, die benannt werden. Ich war aber nun mal noch nie in Wien. Die Gemälde könnte ich googlen und ich habe das tatsächlich auch versucht, aber da es sich dabei um sehr große Werke handelt, bekommt man immer nur Teilstücke vorgesetzt, die einen Gesamteindruck unmöglich machen.
Kurz gesagt fehlt mir also der Zugang zu „Ewig“, ich finde die Geschichte zu inszeniert und ich bin kein Fan der Charaktere. Tja. Es sieht nicht gut aus für das Buch.

4. Lest ihr im Urlaub mehr Bücher als in der übrigen Zeit? Und geht ihr am Urlaubsort auch in die öffentliche Bücherei oder einen Buchladen? Und bringt ihr Bücher aus dem Urlaub mit, die ihr dort am Ort gekauft habt?

Ich kann diese Frage(n) nicht beantworten, weil ich nicht in Urlaub fahre. Für die meisten von euch klingt das vermutlich sehr traurig, aber für mich ist es okay. Ich lasse meinen Hund nicht eine Woche, 10 Tage oder sogar zwei Wochen allein. Ich gebe sie nicht weg, nur, weil ich Spaß haben möchte. Sie kommt immer an erster Stelle. Verreisen mit Hund ist gelinde gesagt ziemlich aufwendig und darüber hinaus auch recht teuer, also lassen wir das. Weder ich noch der Lieblingsmensch haben einen Führerschein (man braucht in Berlin einfach keinen), das heißt, wir wären auf Bus und Bahn angewiesen, denn allein die Vorstellung einer Mitfahrgelegenheit gruselt mich (mal davon abgesehen, dass wir vermutlich niemanden fänden, der/die einen autokranken Hund transportiert). Ich verzichte, weil ich meinen Hund mehr liebe als die Idee eines Urlaubs ohne sie. Mir macht das allerdings auch nicht besonders viel aus.
Trotzdem lese ich natürlich mehr, wenn ich frei habe und nicht arbeiten muss. Ist ja klar. Mehr Zeit, mehr lesen.

Was lest ihr im Moment und wie verbringt ihr eure Urlaube Bücher-technisch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Geschichten und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 18. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Welche Buchreihe hast du zuletzt beendet?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Sagt mal, habt ihr euch eigentlich gewundert, was ich am Samstag bei Goodreads getrieben habe? Ich habe ja eine Menge Bücher hinzugefügt und obwohl ich öfter mal den Update-Feed ausgeschaltet habe, weiß ich, dass ich es auch mindestens genauso oft vergessen habe. Samstag habe ich endlich das nachgeholt, was ich mir schon seit Ewigkeiten vorgenommen habe: ich bin mein komplettes Bücherregal durchgegangen und habe jedes Buch eingetragen, das noch gefehlt hat. Unterstützt wurde ich von der einzigen Person auf der Welt, die das für mich tun würde und auch noch Spaß daran hat: meiner Mama. Jetzt entspricht mein Goodreads-Account tatsächlich dem Bestand in meinem Bücherregal und ich muss in Zukunft nur noch eintragen, was ich neu kaufe. Ich bin ziemlich stolz auf mich, dass ich diese Aufgabe endlich angegangen bin. 🙂
Aller Stolz in Ehren, heute ist trotzdem Montag und damit starten wir in eine neue Woche. Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Welche Buchreihe hast du zuletzt beendet?

Oh, das ist leicht, zumindest, wenn Trilogien auch zählen. Dann ist es nämlich die wundervolle Daughter of Smoke & Bone – Trilogie von Laini Taylor.

Daughter of Smoke and Bone Trilogie
Wenn wir über umfangreichere Reihen sprechen, ist es (soweit ich weiß) die Sookie Stackhouse – Reihe (True Blood) von Charlaine Harris. Das ist allerdings schon länger her, den letzten Band habe ich im April des letzten Jahres gelesen.
Tja und das war es auch schon für heute. 😀

Welche Buchreihe habt ihr zuletzt abgeschlossen?

Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare und wünsche euch allen einen großartigen Wochenstart!
Alles Liebe,
Elli

(Bildquelle)

 
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Verfasst von - 17. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Monthly Love: 5 Gründe Henry N. Brown zu lieben

Monthly Love

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich nehme heute zum ersten Mal an einer wunderbaren neuen Aktion von Friederike auf ihrem tollen Blog Friedelchens Bücherstube teil. Bei Monthly Love geht es darum, das Fangirl in mir die Kontrolle übernehmen zu lassen und ihm zu erlauben, einfach mal nach Herzenslust zu schwärmen, denn hier sollen einmal im Monat 5 Gründe aufgezählt werden, warum man ein bestimmtes Buch einfach lieben muss. HIER erfahrt ihr alles, was ihr über die Aktion wissen müsst und wie ihr teilnehmen könnt. Durch einen Klick aufs Bild gelangt ihr zum August-Sammelpost der Aktion.

Für diese erste Ausgabe von Monthly Love habe ich mich für ein Buch entschieden, das mein Herz in Stücke gerissen hat – nur, um es dann sofort wieder mit Unmengen Liebe zusammenzufügen. Mehrmals. Ganz selten trifft man auf ein Buch, von dem man fest überzeugt ist, dass es nur für einen selbst geschrieben wurde. Für mich ist dieses Buch genau so ein Fall.

„Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ von Anne Helene Bubenzer

Henry N. Brown

 

 

Henry N. Brown erblickt das Licht der Welt, als ihm das zweite Auge angenäht wird, am 16. Juli 1921. So beginnt ein turbulentes Leben. Eine Odyssee durch Europa, durch das zwanzigste Jahrhundert, durch Krieg und Frieden. Und überall, wo Henry hinkommt, bemerkt er, dass die Menschen vor allem ein Bedürfnis haben: Sie brauchen jemanden, der ihnen zuhört.

 

 

Man muss „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ einfach lieben, weil…

1. … es um einen Teddybären geht. Der Protagonist ist ein Teddy. Ein Teddy namens Henry N. Brown. Braucht es da noch Worte?

2. … Henry wundervoll ist. Er ist lebendig. Er kann sich nicht bewegen und auch nicht sprechen, aber er hat ein echtes Bewusstsein und bekommt alles mit. Das N. in seinem Vornamen bedeutet „Nearly“. Sein voller Name ist Henry „Nearly“ Brown, also Henry „Fast Braun“, weil sein Fell eben nicht richtig braun ist, sondern nur fast. Die Stelle auf seinem Bauch, über die die Menschen streicheln, wenn sie Trost brauchen, nennt er seinen „Trostpunkt“.

3. … dieses Buch die charmanteste, intimste und gefühlvollste Auseinandersetzung mit Weltgeschichte ist, die ich mir vorstellen kann. Es fokussiert die kleinen Schicksale und gibt ihnen ein Gesicht. In Zeiten des Krieges ist es so leicht, zu verallgemeinern und in allen Menschen nur das System für oder gegen das sie kämpfen zu sehen. Doch kann man jemanden noch als anonyme Entität betrachten, wenn man erlebt, wie er/sie einen kleinen Teddy an sein/ihr Herz drückt und ihm seine/ihre Sorgen, Ängste und Zweifel anvertraut? Ich konnte es nicht.

4. … Henry Menschen jeder Couleur tröstet. Für ihn gibt es weder Freund noch Feind (na ja, außer Katzen und Feuer vielleicht), sondern nur Menschen, die Trost brauchen. Natürlich schließt er einige Personen mehr ins Herz als andere, aber er unterscheidet nicht. Ob nun ein Soldat, der auf Seiten der Nazis kämpfen muss, ein kleiner französischer Junge, der mit ihm die tollsten Spiele spielt oder eine verzogene, verwöhnte Tochter reicher Menschen, die so einsam und unglücklich ist, dass sie niemanden (nicht mal einen Teddy) an sich heranlassen kann – Henry ist für sie da. Für sie alle. Er hört zu, wenn es sonst niemand tut.

5. … die Grundidee dieser Geschichte die Verschriftlichung eines Kindheitstraumes ist. Haben wir uns als Kinder nicht alle gewünscht, dass unsere Kuscheltiere, Puppen und Spielzeuge lebendig wären? Wollten wir nicht alle zurück gekuschelt werden? Haben wir uns nicht vorgestellt, was unsere Spielsachen wohl treiben, wenn wir nicht da sind? Ich muss alle diese Fragen mit einem JA beantworten und deswegen berührt mich Henrys Geschichte ganz tief in meiner Seele. Ich habe einen Lieblingsteddy. Eine Bärendame, deren Fell ebenfalls nicht ganz braun ist, sondern nur fast. Die ich bis heute zum Einschlafen im Arm halte (Na? Hättet ihr das gedacht?). Die Vorstellung, dass mein Teddy mich genauso liebt wie ich sie, dass sie alles mitbekommt und sich ihre Gedanken macht, obwohl sie sich nicht äußern kann, sprengt mir fast das Herz. Ein Teil von mir schöpft bis heute Hoffnung aus drei kleinen Wörtchen: was wäre, wenn?

Meiner Meinung nach machen diese fünf Gründe „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ zu einem außergewöhnlichen, bezaubernden Buch. Falls ich euch damit jetzt noch nicht überzeugt habe, lasst mich eines sagen: niemand, wirklich niemand ist zu alt für diese Geschichte. Sie ist eine Hommage an die Liebe, die Hoffnung und an die Fantasie. Sie erinnert uns daran, das Kind in uns lebendig zu halten, zu lieben, zu umarmen und ab und zu an die Oberfläche treten zu lassen.

«Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.»
(Erich Kästner)

Eigentlich sollte ich diesen Beitrag nun vermutlich so stehen lassen, wegen des dramatischen Effekts. Aber ich gestehe, ich bin dann doch zu neugierig. Konnte ich euch für „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ von Anne Helene Bubenzer begeistern und euch überzeugen, es zu lesen? Schreibt es mir in die Kommentare; ich freue mich auf jede einzelne Wortmeldung! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 13. August 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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