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Victoria Aveyard – Red Queen

11 Apr

„Red Queen“

Red Queen

Reihe: Red Queen #1

Autor: Victoria Aveyard

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 388

Verlag: Harper Teen

Sprache: Englisch

ISBN: 0062362712

Genre: Fantasy > High Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 20.03.2015

Bewertung:

In Mare Barrows Welt spielt es keine Rolle, wer du bist. Alles was zählt, ist die Farbe deines Blutes. Mares Zukunftsaussichten sind düster, denn ihr Blut ist rot. Verzweifelt setzt sie alles auf eine Karte und bringt sich damit vor die Elite des Landes Norta: die Silvers, in deren Adern silbernes Blut fließt, das ihnen gottgleiche Fähigkeiten verleiht. Alles scheint verloren – bis etwas geschieht, das nicht nur Mare überrascht. Vor den Augen des Königs, in einem Augenblick höchster Gefahr, zeigt sich, dass auch sie eine besondere Fähigkeit hat. Der König kann nicht zulassen, dass jemand von ihrer Existenz erfährt. Er holt sie an seinen Hof, schreibt ihre Vergangenheit um und verlobt sie mit seinem Sohn Maven, Bruder des Kronprinzen Cal. Von nun an ist Mare in einer Welt gefangen, die sie verabscheut. Doch ihr goldener Käfig hat auch Vorteile: sie kann der Scarlet Guard helfen, der Revolutionsbewegung der Reds. Wird sie inmitten des Netzes aus Politik, Intrigen und Geheimnissen einen Weg finden, sich selbst treu zu bleiben?

Die Grundidee in „Red Queen“ konnte mich von Beginn an überzeugen, denn sie ist klassisch und doch originell. Die LeserInnen bekommen es mit einer gespaltenen Gesellschaft zu tun, die strikt in Ober- und Unterschicht unterteilt ist. Der entscheidende Faktor ist die Farbe des Blutes: rotes Blut verdammt zu einem Leben in Armut und Knechtschaft; silbernes Blut öffnet alle Türen und lässt Träume wahr werden. Victoria Aveyard gestaltete somit die ethnischen Konflikte unserer Realität neu und erschuf interessante, erfrischende Rahmenbedingungen für ihre Charaktere. Die Silvers faszinierten mich mit ihren speziellen Fähigkeiten ganz besonders, denn dadurch sind sie nicht nur gottgleich, sondern auch einfach SuperheldInnen. Eine Monarchie der X-Men. Leider ist die Monarchie von Natur aus ein ungerechtes System – Victoria Aveyard gab sich große Mühe, diesen Fakt herauszuarbeiten. Während die Silvers in Überfluss schwelgen, leben die Reds in menschenunwürdigen Ghettos und schuften von morgens bis abends für eine Elite, mit der sie sich nicht identifizieren können. Wer arbeitslos ist, wird zum Sterben an die Front geschickt; in einen Krieg, der schon seit 1.000 Jahren währt. Hier schoss Aveyard für meine Begriffe definitiv über das Ziel hinaus. Zwar ist „Red Queen“ ein Fantasy-Roman, doch ein 1.000-jähriger Krieg zeugt nicht gerade von übermäßigem politischem Verständnis. Ein Krieg ist unglaublich teuer. Norta wäre bereits seit Jahrhunderten pleite. Außerdem muss man sich die Frage stellen, wie hoch die Geburtenrate im Land ist, wenn die Regierung seit dieser langen Zeit permanent Reds an die Front schicken kann. Ich finde das unzureichend durchdacht und demzufolge unlogisch.
Auch Mare, Protagonistin und Ich-Erzählerin, wäre wohl in diesem unrealistischen Krieg geendet, hätte sich bei ihr nicht ebenfalls eine besondere Fähigkeit gezeigt. Ich fand diese Fähigkeit wirklich richtig cool, aber leider muss ich sagen, dass Mares positive Eigenschaften für mich damit auch schon enden. Wie sie Tag für Tag überlebt, ist mir ein Rätsel. Mare ist ganz groß darin, Pläne zu schmieden, doch ich hatte das ganze Buch über das Gefühl, das keiner davon jemals funktioniert. Das könnte daran liegen, dass sie meines Erachtens nach nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen ist. Ich will nicht sagen, dass sie dumm wäre; es ist eher so, dass sie keine besonders schnelle Auffassungsgabe hat. Außerdem ist ihr Charakter seltsam grob und roh, als hätte sie nie eine ordentliche Erziehung genossen. Sie urteilt schnell und extrem, ist unsensibel und verletzend ohne es zu merken und äußerst wankelmütig. Es ist sehr leicht, sie zu manipulieren. Ich empfand sie nicht als starke Heldin, vielmehr jammert sie oft und besteht nachdrücklich darauf, nichts zu können. Auch finde ich es einfach unglaubwürdig, dass sie das Leben bei den Silvers nicht mal ein bisschen genießt. Das Mädchen kommt aus der Gosse – jetzt wird sie mit Luxus überhäuft und weiß nicht mal das Essen zu schätzen? Tut mir leid, aber das kann ich mir nicht vorstellen. So gefestigt ist sie nicht.
Es wunderte mich nicht, dass Mare die Scarlet Guard unterstützt. Anfangs fand ich diese Revolutionsbewegung mitreißend und stand voll hinter ihrer Sache: Gerechtigkeit für die Reds. Doch je mehr ich die politische Situation Nortas verstand, desto gefährlicher und kurzsichtiger fand ich sie. Norta befindet sich im Krieg. Ein zusätzlicher Bürgerkrieg wäre eine Einladung an Feinde wie Verbündete, das Land in Stücke zu reißen. Die Trennung zwischen Silvers und Reds besteht auch in anderen Ländern; die sinnvollere Idee wäre also gewesen, sich mit den Reds anderer Länder zu verbünden, um die Silver-Elite nachhaltig zu entmachten. Nur so könnte wahrhaft eine Veränderung bewirkt werden.

Der Trilogieauftakt „Red Queen“ konnte mich leider nicht so begeistern, wie ich erwartet und gehofft hatte. Die größten Probleme hingen für mich einerseits mit der Protagonistin Mare zusammen, die ich nicht wirklich mochte und andererseits mit Victoria Aveyards mangelndem politischem Gespür. Die Geschichte weist in diesem Punkt gravierende logische Löcher auf. Die drei Sterne verdiente sich das Buch durch die wirklich tolle Grundidee und die saucoolen Superhelden-Fähigkeiten.
Ich möchte die Trilogie weiter verfolgen, einfach weil ich lange auf den ersten Band gewartet habe und nun auch wissen möchte, wie es weiter- bzw. ausgeht. Vielleicht entwickelt sich Mare in eine Richtung, mit der ich besser zurechtkomme. Außerdem deutete Victoria Aveyard einige interessante Perspektiven für die Nachfolgebände an.
„Red Queen“ ist ein durchschnittlicher YA-High Fantasy-Roman, den ich vor allem Fans von SuperheldInnen empfehlen kann. Ob Magneto, die menschliche Fackel oder der Hulk – unter den Silvers findet ihr eure Lieblinge. Und vielleicht auch unter den Reds?

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12 Antworten zu “Victoria Aveyard – Red Queen

  1. Nenatie

    April 13, 2015 at 1:15 pm

    Hallo 🙂
    also von diesem Buch werde ich nun definitiv erstmal Abstand halten. Bis jetzt habe ich nur schlechte bis durchschnittliche Bewertungen gesehn und alle kritisieren die Logikfehler in der Geschichte!
    Ich warte noch ab, vielleicht wird es bei Band 2 ja besser. 🙂

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      April 13, 2015 at 1:44 pm

      Huhu 🙂

      Da musst du allerdings ein bisschen Geduld mitbringen, der zweite Band erscheint erst nächstes Jahr, das Finale dann 2017.
      Ich halte deine Entscheidung für richtig; ehrlich gesagt mache ich mir aufgrund der langen Wartezeit Sorgen, dass ich bis 2017 das Interesse verliere.

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  2. msmedlock

    September 24, 2015 at 9:59 am

    Hallo, Elli!
    Ich habe beschlossen, mich langsam aber sicher durch deine ganzen Rezensionen zu arbeiten. Heimlich, still und…okay, mit jeder Menge Kommentare, also ist mit heimlich wohl doch nichts. 🙂
    Gut, dass du die Logiksache ansprichst. Ich hatte zwar auch länger ein Auge auf dieses Buch geworfen, aber wenn ich eines gar nicht mag, dann sind es Fehler in der Logik. Das ist ganz schlimm. Also werde ich lieber einen großen Bogen um dieses Buch machen.
    LG, m

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    • wortmagieblog

      September 24, 2015 at 9:23 pm

      Hey,

      darüber freue ich mich natürlich und du darfst so viele Kommentare hier lassen, wie du magst. 😀

      Die Logiklöcher haben mich wirklich enttäuscht, weil sie vermeidbar gewesen wären. Anscheinend hatte Victoria Aveyard niemanden mit politischen Verständnis unter ihren Testleser_innen.

      Viele liebe Grüße,
      Elli

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  3. 123sarah321

    November 23, 2015 at 11:43 am

    Ohje, ich finde es auch immer schwierig, wenn man die Protagonistin selbst nicht wirklich sympathisch findet und mit ihren Handlungen nicht zurecht kommt. Bevor Band 2 erscheint möchte ich das Buch, aber dennoch lesen.

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  4. 123sarah321

    November 23, 2015 at 11:45 am

    Aja, ich bin mal wieder aufdringlich: Aber wenn du ein guten Fantasy/Young Adult Roman lesen willst, schau dir Throne of Glass an. Die Reihe ist so genial und die Büchern werden immer besser und besser. 😀

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      November 23, 2015 at 11:48 am

      Hey Sarah,

      ach Quatsch, du bist doch nicht aufdringlich! Ich freue mich doch über jedes Kommentar! 😀

      Vielleicht wäre Mare für mich weniger problematisch gewesen, wenn das Buch nicht aus ihrer Ich-Perspektive erzählt wäre. So war ich zu einer Nähe gezwungen, die ich nicht empfunden habe.

      „Throne of Glass“, ja? Ich habe das Buch natürlich schon gesehen, aber bisher hat mir die Motivation gefehlt… Ich werde mich wohl dank deines Tipps noch mal genauer damit auseinander setzen. 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Elli

      Gefällt 1 Person

       

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