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Archiv für den Monat Januar 2015

31. 01. 2015 – Ahoi, Sturmwelten voraus!

Hallo ihr Lieben 🙂

Heute schreibe ich diesen Beitrag, um euch auf den neusten Stand zu bringen. Wie ihr wisst, habe ich HIER furchtbar darüber gewettert, dass der dritte Band der Sturmwelten – Trilogie von Christoph Hardebusch vergriffen ist. Gleichzeitig habe ich euch aber auch erzählt, dass ich bereits an einer Auktion von „Jenseits der Drachenküste“ auf eBay dran bin. Diese Auktion endete am Mittwoch.

Ich habe das Buch ersteigert! 😀

Aristocats Joy

Tatsächlich muss ich nicht mehr Geld als den Neupreis ausgeben, inklusive Versand kostet mich das Buch 15,43€. Ein richtig guter Deal für ein vergriffenes Buch. 🙂 Bezahlt habe ich gestern, jetzt kann ich nur hoffen, dass es ganz schnell hier ankommt. Im Zuge dieser für mich erfolgreichen Auktion habe ich dann gestern auch noch den zweiten Band „Unter schwarzen Segeln“ bestellt – der dürfte am Montag hier eintrudeln. Das heißt, im Idealfall liegen zwischen dem ersten Band, den ich gestern Abend ausgelesen habe und Band 2 nur drei kurze Tage. Mit etwas Glück kann ich das Finale dann direkt im Anschluss lesen, wenn der Verkäufer schnell genug verschickt.
Für die drei Tage Wartezeit habe ich mir jetzt ein vergleichsweise dünnes, leichtes Buch rausgesucht: „Dämonenhunger“ von Timothy Carter. Ich habe bereits ein Buch von ihm gelesen und weiß, dass er sich sehr schnell weg liest und darüber hinaus auch noch richtig witzig ist. Ich werde versuchen, mir „Dämonenhunger“ so einzuteilen, dass ich am Montag fertig werde. 😉

So, damit kennt ihr meine Lesepläne der nächsten Zeit und seid auf dem neusten Stand. Ich wünsche euch einen schönen Rest-Samstag, während ich jetzt direkt mit der Arbeit an der Rezension zu „Sturmwelten“ beginne. 😀

Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 31. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Let’s talk about… die Auswertung der Bestenlisten

So meine Lieben. Endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft, die fünf Bestenlisten, über die wir unter dem Motto „Let’s talk about…“ diskutiert haben, ein bisschen zu analysieren und das Ganze dann auch noch nett zu verpacken. Es hat wirklich lange gedauert, war viel Arbeit und ich hatte sehr oft keine Lust dazu, doch jetzt ist es tatsächlich vollbracht! 😀

Zur Erinnerung: im letzten Jahr haben wir uns gemeinsam fünf verschiedene Bücher-Bestenlisten angesehen: die Top 100 des Time Magazine, die Top 100 der ZEIT, die Top 100 von Le Monde, „The Big Read“ der BBC und „Das Große Lesen“ des ZDF. Mir ging es darum, euch zu zeigen, welche Bücher in unterschiedlichen Ländern unter unterschiedlichen Auswahlkriterien als lesenswert angesehen werden und welche dieser Bücher ich davon auch tatsächlich gelesen habe, welche ich noch plane zu lesen und welche ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde. Außerdem wollte ich von euch wissen, wie ihr über diese Bestenlisten denkt und wie viel Erfahrung ihr mit diesen Büchern bisher sammeln konntet. Die Ergebnisse variierten stark, was mich veranlasste, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede nachzudenken.

Also habe ich mir vor vielen Monaten vorgenommen, herauszufinden, ob es bestimmte Trends gibt. Das Ergebnis meiner Bemühungen ist an erster Stelle eine äußerst umfangreiche Excel-Datei. 😉 Nein, Spaß beiseite. Ich habe mich auf die AutorInnen konzentriert, denn seien wir ehrlich, hätte ich auch noch versucht, das Ganze nach Genre, Alter, etc. aufzuschlüsseln, wäre ich nie fertig geworden.

Ein paar Worte dazu, wie ich die Analyse erstellt habe: ich habe mir die Nationalität jedes Autors und jeder Autorin angesehen. In meiner tollen Excel-Tabelle hab ich das dann verzeichnet. Zusätzlich habe ich nach Übereinstimmungen gesucht, also ob bestimmte AutorInnen in mehreren Listen auftauchen. Und zu guter Letzt hat mich die Geschlechterverteilung so sehr beschäftigt, dass ich unbedingt herausfinden wollte, wie viele Frauen denn nun tatsächlich vertreten sind.
Jetzt bekommt ihr erst einmal meine Ergebnisse als Infografik zu sehen, danach werde ich noch ein paar Worte dazu sagen. Bereit? Dann geht es jetzt los! 😀

Länderverteilung Bestenlisten

Tja, so sieht es aus, wenn man 5 Bücher-Bestenlisten mit je 100 Büchern filtert und aufschlüsselt.
Wie ihr seht, ist die Auswahl jeder Bestenliste extrem national geprägt, was vermutlich einfach natürlich ist. Vielleicht ist es naheliegend, dass man sich erst einmal nach AutorInnen im eigenen Land umsieht, bevor man einen Blick über die Grenze wagt. Trotzdem hätte ich nie damit gerechnet, dass es SO eindeutig ist.
Interessant fand ich, dass es in jeder Liste Ausreißer gibt. Ist euch beispielsweise aufgefallen, dass Kolumbien tatsächlich in drei Listen auftaucht? Na ja, ganz so erstaunlich ist das nicht, wenn man weiß, um welchen Autor es sich dabei handelt: Gabriel García Márquez. Es gibt einige Fälle wie diesen, in dem ein Land in mehreren Listen vertreten ist, aber nur mit einem einzelnen Autor oder – in seltenen Fällen – einer einzelnen Autorin. Chile? Was glaubt ihr, wie ich geguckt habe, als ich heraus fand, dass das die Heimat von Isabel Allende ist, die in den Top 100 des ZDF auftaucht? 😀 Wenn ihr euch die Weltkarte anseht, wird allerdings auch schnell deutlich, das diese Ausreißer doch arg begrenzt sind und lange nicht den ganzen Globus umspannen. Der afrikanische Kontinent ist völlig unterrepräsentiert, ebenso wie die gesamte arabische Welt. Das finde ich sehr schade, obwohl mich die Ausflüge nach Indien, Nigeria oder auch Ungarn ziemlich überrascht haben.

Von den fünf Bestenlisten ist die der ZEIT definitiv die speziellste. Wie ich schon im Beitrag zu diesen Top 100 schrieb, haben wir Deutschen zum Teil ein wirklich seltsames Verhältnis zur Literatur. Drei Titel ohne AutorIn (Das Nibelungenlied, Die Erzählungen aus tausendundein Nächten und die Bibel, wobei letztere auch beim ZDF auftaucht), drei Titel, deren Autoren aus dem antiken Griechenland stammen und drei Werke aus dem antiken römischen Reich. Zusätzlich sind auch ein paar mittelalterliche Bücher dabei, die in einer Zeit entstanden, in der es Deutschland noch gar nicht gab. Das war ein bisschen schwierig, aber letztendlich hat sich herausgestellt, dass alle Autoren in einem Gebiet lebten, das aus heutiger Sicht zu Deutschland gehörte, also habe ich sie kurzerhand zu den Deutschen gezählt. Was hätte ich auch sonst tun sollen?
Ähnlich war es mit dem antiken Griechenland und dem antiken römischen Reich. Letzteres war – wie ihr sicher alle wisst – riesig. Augustinus von Hippo („Bekenntnisse“) lebte in Numidien, eine Region, die heutzutage unter anderem Namen zu Algerien gehört.
Doch ich glaube, der schwierigste Fall war Homer. Man assoziiert ihn mit dem antiken Griechenland, aber eigentlich ist nicht sicher, ob es ihn überhaupt gab. Diejenigen, die daran glauben, dass es ihn gab, sind sich nicht einig, wann er gelebt hat. Es ist so gut wie nichts über ihn bekannt. Mir blieb keine andere Wahl, als ihn dem antiken Griechenland zuzuordnen, weil das zwar eine sehr allgemeine, aber immerhin die zuverlässigste Aussage ist, die ich treffen konnte. Ihr seht, die ZEIT hat RICHTIG tief in der Geschichte gewühlt. Dadurch entstand eine Zusammenstellung, die die wenigsten Übereinstimmungen mit allen anderen Bestenlisten aufweist. Die ZEIT ist der Grund, dass es kein Buch und keineN AutorIn gibt, der/die/das (*summ*) auf allen Listen auftaucht. Alle Welt ist scheinbar der Meinung, dass man „Der Herr der Ringe“ unbedingt gelesen haben muss (meine persönliche Meinung lassen wir mal außen vor *hust*), aber nein, für die ZEIT ist J.R.R. Tolkien nicht wertvoll genug. Stattdessen steht da ein Name drauf, den bislang niemand kannte, egal, wen ich fragte. Dafür brachte er aber wirklich alle zum Lachen. 😀 Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Wer ist das??? Selbstverständlich habe ich im Zuge meiner Recherchen den entsprechenden Wikipedia-Artikel gelesen, aber schlauer bin ich dadurch auch nicht. Ihr merkt es, die Bestenliste der ZEIT hat mich beschäftigt.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass die ZEIT offenbar komplett ignoriert hat, dass es außer Anna Seghers tatsächlich noch ein, zwei weitere Frauen gibt, die Bücher geschrieben haben. Doch damit sind sie im Prinzip ja nicht allein. Dieser Trend zieht sich durch jede unserer Listen: Frauen sind unterrepräsentiert. Ich gebe es zu, das macht mich sehr wütend. Egal, wie das Auswahlkriterium war, ob es nun der Club der weißen Männer der ZEIT war oder die Publikumswahl der BBC, generell scheinen Schriftstellerinnen weniger im Bewusstsein verankert zu sein als Schriftsteller. 357 AutorInnen, davon gerade mal 77 Frauen. Nicht mal ein Viertel. Das ist traurig, inakzeptabel und beschämend. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Vielleicht wird es in Zukunft bei mir Autorinnen-Portraits geben, denn irgendwie muss ich ja dazu beitragen, dass die weibliche schreibende Zunft präsenter wird. Es kommt natürlich auf die Schriftstellerin an, aber würde euch so etwas grundsätzlich interessieren?

So und damit sind wir auch schon am Ende der Auswertung angelangt, zumindest von meiner Seite. Ich bin überglücklich, dass ich diesen ausstehenden Punkt nun nach so langer Zeit endlich abhaken und mich dementsprechend auch wieder neuen Bestenlisten zuwenden kann. Es gibt da nämlich noch so einige. 😉
Vor allem interessiert es mich jetzt jedoch brennend, wie ihr über diese harten Fakten denkt. Was fällt euch positiv oder negativ auf? Welche Rückschlüsse zieht ihr daraus?
Erzählt mir, was in eurem Kopf herumspukt. Selbstverständlich bin ich auch gern bereit, euch Fragen zu beantworten, soweit es mir möglich ist. 🙂

Was haltet ihr von der Auswertung der Bestenlisten?

Ich freue mich sehr darauf, mit euch über die Bestenlisten zu diskutieren, weil wir das einfach viel zu lange schon nicht mehr getan haben. Jede Meinung, jedes Kommentar ist herzlich Willkommen und wie immer gilt: es gibt nichts, was nicht gesagt werden darf. 😉 Und jetzt:

Let’s talk about… die Auswertung der Bestenlisten!

 
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Verfasst von - 30. Januar 2015 in Let's talk about...

 

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Faith Hunter – Fluch des Blutes

„Fluch des Blutes“

Skinwalker - Fluch des Blutes

Reihe: Jane Yellowrock #2

Originaltitel: Blood Cross

Autor: Faith Hunter

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 448 Seiten

Verlag: LYX

Sprache: Deutsch

ISBN: 3802583884

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 23.01.2015

Bewertung:

Sagt mal, kennt ihr die Jane Yellowrock – Reihe von Faith Hunter eigentlich? Da nur zwei Bände der Serie auf Deutsch übersetzt wurden und LYX sie danach abgebrochen hat, habe ich das Gefühl, dass Jane relativ unbekannt ist. Als Skinwalker ist sie eine besondere Heldin mit besonderen Fähigkeiten, selbst in der verrückten Welt der Urban Fantasy, denn mithilfe von Fetischen kann sie sich in jedes beliebige Tier verwandeln – ein Erbe ihrer Cherokee-Wurzeln. Außerdem hütet Jane zusätzlich ein außergewöhnliches Geheimnis. 😉
Begonnen habe ich die Serie schon vor einiger Zeit, zwischen der Lektüre von Band eins und zwei lagen jetzt bestimmt mehrere Jahre. Wieder einmal habe ich bewusst darauf verzichtet, der ersten Band noch einmal zu rekapitulieren, denn ich wollte sehen, ob Faith Hunter es auch Quereinsteigern ermöglicht, ihre Geschichte zu verstehen.

Jane konnte den Leberfresser töten, doch während ihren Ermittlungen stieß sie auf mehrere junge Rogues – irgendjemand erschafft junge Vampire und lässt sie unkontrolliert morden. Dieser Umstand verstößt gegen die uralten Gesetze der Vampire, weswegen der Vampirrat Jane damit betraut, den Schöpfer zu finden. Sie rechnet nicht damit, dass dieser Auftrag übermäßig kompliziert werden könnte – wie sehr sie sich doch täuscht. Schon bald findet sie sich inmitten des Gewirrs der Vampir-Politik wieder, die von jahrhundertealten Fehden und Intrigen beherrscht wird. Jane muss einsehen, dass sie sich zur Aufklärung des Geheimnisses um den Rogue-Schöpfer nicht allein auf ihre besonderen Stärken verlassen kann, sondern Hilfe braucht. Diese bekommt sie auch, allerdings ausgerechnet in Form von George Dumas und Rick La Fleur – zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und Janes Blut mächtig in Wallung bringen…

Für mich war „Fluch des Blutes“ zu diesem Zeitpunkt genau die richtige Entscheidung. Es ist nicht raffiniert, es ist nicht anspruchsvoll, es ist nicht sonderlich geistreich – und dadurch perfekt als Zwischendurch-Lektüre. Ein eifriges Hoch auf brain candy! Wenn ich mental mit anderen Dingen (wie Uni-Kram) beschäftigt bin, brauche ich ein Buch wie dieses: leichte, spannungs- und actiongeladene Unterhaltung, um mich zu entspannen. Dementsprechend habe ich mir während des Lesens wenig Gedanken über „Fluch des Blutes“ gemacht, ich glitt in die Geschichte hinein und genoss es einfach, Jane bei ihren Abenteuern zu beobachten. Sie ist eine wirklich angenehme Protagonistin, eine starke Heldin mit einem großen Herzen, das so manches pikante Geheimnis birgt. Ich kann mich gut mit ihr identifizieren, weil sie für meine Begriffe genau die richtige Mischung aus genretypischen Eigenschaften und Individualität darstellt. Sie ist wild und unbezähmbar, liebevoll und leidenschaftlich, impulsiv und trifft Entscheidungen selten logisch begründet, sondern verlässt sich meist auf ihre Instinkte. Außerdem kann sie überhaupt nicht lügen, was ich besonders sympathisch finde.
Der Fall, an dem Jane arbeitet, beleuchtet nicht nur die Feinheiten der Vampir-Kultur genauer, sondern auch das Verhältnis zwischen Vampiren und Hexen. Ich fand vor allem letzteres durchaus interessant, obwohl ich sagen muss, die Erklärung, der Konflikt bestünde schon so lange, dass niemand mehr wüsste, wie er entstand, war mir zu lasch und kaum plausibel – jahrhundertealte Vampire, hallo? Faith Hunter hat es sich mit dieser Aussage sehr einfach gemacht; für meinen Geschmack hätte sie hier mehr Kreativität zeigen und sich dafür an anderer Stelle ein wenig zusammen reißen müssen. Der Fall an sich ist in meinen Augen unnötig verschachtelt und verzwickt; ich bin überzeugt, Hunter hätte ihn mit weniger AkteurInnen wesentlich eleganter gestalten können. Für einen so komplizierten Aufbau hätte sie eine deftige Portion Krimi/Thriller-Erfahrung gebraucht, die sie aber nun mal nicht hat. So hat mich die Auflösung verwirrt und ich hatte das Gefühl, ein paar Punkte falsch gedeutet oder nicht mitbekommen zu haben. Ehrlich gesagt wirkte es sogar ziemlich an den Haaren herbei gezogen, zu gekünstelt und erzwungen. Trotzdem gefiel mir der finale Showdown gut, einfach weil es richtig zur Sache geht. Für eine derbe Prügelei bin ich eben immer zu haben. 😀

„Fluch des Blutes“ ist eines der Bücher, bei denen es eine große Rolle spielt, mit welchen Erwartungen man die Lektüre beginnt. Ich hatte im Grunde gar keine, daher hat es mich trotz einiger Mängel wirklich gut unterhalten. Ich wollte eigentlich nur herausfinden, ob ich die Jane Yellowrock – Reihe weiter verfolgen möchte oder nicht. Eine definitive Entscheidung konnte ich nicht treffen, aber dem nächsten Band „Mercy Blade“ (nur in Englisch erhältlich) werde ich eine Chance geben. Ich mag Jane und für Zwischendurch ist die Serie angenehm kurzweilig. Wenn ihr euch für Jane Yellowrock interessiert, empfehle ich euch nachdrücklich, mit dem ersten Band zu beginnen und keinesfalls quer einzusteigen, denn dafür ist „Fluch des Blutes“ absolut nicht geeignet. Ich möchte ja nicht, dass euch Janes großes Geheimnis kalt erwischt. 😉

 
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Verfasst von - 29. Januar 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Julia Karr – XVI

„XVI“

XVI

Reihe: XVI #1

Autor: Julia Karr

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 325 Seiten

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 0142417718

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 20.01.2014

Bewertung:

Mit „XVI“ von Julia Karr schließe ich endlich meine ABC-Challenge 2014/15 ab. „XVI“ ist mein Buch mit „X“ zu Beginn des Titels. Ich habe es gefunden, indem ich in den Bücherregalen meiner Freunde bei Goodreads rumgeschnüffelt habe. Bei wem genau ich fündig wurde, weiß ich leider nicht mehr (ich hätte es aufschreiben sollen), aber wer auch immer es war, Danke! 🙂 Ich kannte weder die Autorin, noch den Roman an sich, doch der Klappentext ließ auf eine interessante YA-Dystopie schließen. Über die Autorin Julia Karr ist nicht viel bekannt; „XVI“ ist ihr Erstling, den es übrigens auch auf Deutsch gibt.

Nina Oberon erwartet ihren 16. Geburtstag mit Sorge, denn wie alle anderen Mädchen auch erhält sie an diesem Tag das staatlich vorgeschriebene XVI-Tattoo, das aller Welt zeigt, dass sie nun sexuell aktiv sein darf. Nina hat Angst davor, sie ist kein sex-teen wie ihre beste Freundin Sandy. Sie weiß genau, dass das theoretisch schützende Tattoo wie eine Einladung wirkt und Männer dazu animiert, ihr Dinge gegen ihren Willen anzutun. Damit nicht genug, wird Ninas Leben von einem Moment auf den anderen brutal auf den Kopf gestellt. Ihre Mutter wird überfallen; mit ihrem letzten Atemzug offenbart sie Nina, dass alles, was sie bisher glaubte, eine Lüge war. Nina muss die Wahrheit herausfinden und bringt damit sich und ihre kleine Schwester Dee in Gefahr. Doch dann trifft sie auf den gutaussehenden Sal, der mehr über Ninas Vergangenheit zu wissen scheint als sie selbst…

Schade. „XVI“ hätte sehr gut sein können, denn die Idee dahinter ist fabelhaft. Leider reichte diese Idee nicht aus, um mich zu überzeugen. Ich bin enttäuscht, weil die Dystopie haufenweise unnötige Lücken aufweist. In meinen Augen war Julia Karr viel zu abgelenkt von Ninas privatem Schicksal und vernachlässigte den Aufbau ihrer Zukunftsvision und die Brisanz des zugrundeliegenden, existenziellen Konflikts.
Alle Mädchen werden im Alter von 16 tätowiert, um sexuelle Bereitschaft zu signalisieren. So weit, so gut; die Gefahren, die einhergehen, liegen auf der Hand. Welcher Zweck damit verfolgt wird, wird jedoch nie erklärt, ebenso wenig wie die allgemeinen Hintergründe der Dystopie. Karr beschreibt oberflächlich eine repressive Regierung, die junge Mädchen extrem sexualisiert, arbeitet diesen Ansatz aber nicht konsequent aus. Werden die „sex-teens“ erwachsen, scheint der sexuelle Druck nachzulassen – unwahrscheinlich, da ein ganzer Wirtschaftszweig auf Sex spezialisiert ist und Frauen kaum Rechte haben.
Nina als Protagonistin und Ich-Erzählerin lud mich nicht wirklich zur Identifizierung ein. Sie ist sympathisch, das muss ich ihr lassen, aber dass Karr ständig betonte, wie anders sie doch ist, nervte mich, weil es nicht natürlich wirkte. Es war, als hätte Nina ihr „anders sein“ vor Jahren einmal auswendig gelernt und dann so oft wiederholt, dass es völlig seine Bedeutung verlor, wie ein sinnfreies Mantra. Einerseits hat sie panische Angst davor, genau wie alle anderen sex-teens zu sein, andererseits ist ihre Beziehung zu Sal überaus klischeebeladen. Es passt vorne und hinten nicht zusammen.
Dieser Eindruck pflanzt sich auch in anderen Punkten fort. Julia Karr wollte ihren LeserInnen unbedingt vermitteln, dass sich Nina und ihre Mutter Ginnie nahestanden – warum nennt Nina sie dann beim Vornamen? Auch Karrs Darstellung von und Ninas Umgang mit ihrer kleinen Schwester Dee ist purer Quatsch. Ninas Stiefvater Ed, Dees Vater, verprügelte Ginnie jahrelang. Jahrelang hatte sie Blutergüsse, blaue Flecken und gebrochene Knochen. Mir kann niemand erzählen, dass Dee das nicht mitbekommen hätte. Sie ist ein 11-jähriges Kind, aber nicht blind, taub oder dumm. Es ist lächerlich, dass Dee angeblich keine Ahnung hat, wie ihr Vater wirklich ist und es ist ebenso lächerlich, dass Nina sich beharrlich weigert, sie darüber aufzuklären. Wie gesagt, das Mädchen ist 11, keine vier Jahre alt und Ed ist offenbar gefährlich; Nina geht sehenden Auges das Risiko ein, dass er Dee etwas antut, nur um ihr Seelenheil nicht zu gefährden. Bullshit.
Es gibt noch eine weitere Beziehung, in der sich Nina durch kolossales Nichtstun auszeichnet: ihre Freundschaft zu Sandy. Mal davon abgesehen, dass Sandy der Gipfel der Dämlichkeit und Naivität ist, lässt Nina sie ungebremst in ihr Verderben rennen – und das soll ihre beste Freundin sein? Wenn das stimmt, bin ich froh, dass es niemanden in meinem Bekanntenkreis gibt, der/die so ist wie Nina.

„XVI“ war eine herbe Enttäuschung. Unlogische Handlungsabläufe, null Atmosphäre, stereotype Charaktere und das zarte Gefühl, dass eigentlich nicht wirklich etwas passiert. Der Horizont der Geschichte beschränkt sich ausschließlich auf Nina und ihre Freunde, alles, was darüber hinausgeht, bleibt im Dunkeln. Ich wollte das Buch ja wirklich mögen und habe mir Mühe gegeben, aber tatsächlich musste ich die Bewertung im Nachhinein zweimal nach unten korrigieren, weil es einfach NICHT GUT ist. Da nutzt auch mein guter Wille nichts mehr. Was als interessante Idee begann und mich anfangs sehr neugierig machte, wurde von Julia Karr dermaßen schludrig, kurzsichtig und inkonsequent umgesetzt, dass sie damit in meinen Augen alles ruinierte. Ich werde die Fortsetzung „Truth“ nicht lesen und möchte euch von „XVI“ abraten. Eine tolle Idee ist, wird sie nicht zur Entfaltung gebracht, eben auch nichts weiter als eine Idee.

 
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Verfasst von - 28. Januar 2015 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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27. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! 😀 Ich muss sagen, mittlerweile freue ich mich immer richtig darauf, zu lesen, in welchen Büchern eure Nasen zur Zeit stecken. Für mich selbst ist es auch irgendwie wichtig geworden, weil es eine tolle Gelegenheit ist, schon vor der Rezension zu einem Buch meine Gedanken zu ordnen. Die Aktion wird abwechselnd von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer betreut, die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sturmwelten“, den ersten Band der Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch und bin auf Seite 437.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der Anblick der Todsünde allein verbreitete schon genug Schrecken, ebenso wie die schwarze Flagge, sodass viele Schiffe sich widerstandslos ergaben.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Oh man, oh man, oh man. 😀 Es macht ja solchen Spaß, durch die Ozeane der Sturmwelt zu schippern. Ich liebe die Atmosphäre und ich liebe es, dass immer mal wieder solche Sätze fallen wie „Sie ist eine Tochter der See“ oder „Du trägst die See in dir“. Das weckt in mir die Sehnsucht, auch auf einem Schiff anzuheuern und wild, stolz und frei über die Weltmeere zu kreuzen. Glücklicherweise fällt mir immer rechtzeitig wieder ein, dass die heutige Schifffahrt nichts mit meinen romantischen Vorstellungen zu tun hat. 😉
Ich finde es ganz erstaunlich, wie viel Ruhe Christoph Hardebuschs Roman ausstrahlt. Beim Lesen fühle ich mich zutiefst entspannt, selbst wenn die Handlung gerade ziemlich aufregend ist. Vermutlich liegt es daran, dass Hardebusch sich viel Zeit genommen hat und seine Trilogie sehr bedächtig beginnt. Er führt seine LeserInnen ganz gemächlich in seine Welt ein und lässt sie die sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere in Ruhe kennenlernen. Erst jetzt, nach über der Hälfte, wurde zum ersten Mal das schwarze Schiff vom Klappentext erwähnt. Mir gefällt das sehr gut, denn mal ehrlich, in einer Trilogie mit rund 1.700 Seiten ist Eile unnötig. Kein Grund, den Spannungsbogen direkt zu Beginn explodieren zu lassen und schon alles Pulver zu verschießen.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich trotzdem bemängeln, obwohl dieser nicht so schwer ins Gewicht fällt. Ich hätte mir eine ausführlichere Erklärung der Interaktion von Magie und Religion gewünscht. Anscheinend sind die Fähigkeiten von Magiern und Klerikern entgegen gesetzt; Magier können Magie wirken, Kleriker neutralisieren sie. Trotzdem ist die Beziehung zwischen Magiern und Klerikern nicht feindlicher Natur, vielmehr interagieren sie und arbeiten miteinander statt gegeneinander. Das ist wirklich interessant und ein toller Ansatz, aber leider erfährt man all das nur so nebenbei. Am Anfang war ich davon etwas verwirrt und musste erst einmal verstehen, wer jetzt zu welcher Gruppe gehört und was das bedeutet. Ein paar erläuternde Sätze wären hilfreich gewesen. Das ist allerdings wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen Spaß nicht mindert – Jammern auf hohem Niveau eben. 😀

Übrigens sieht es ganz gut aus bezüglich des dritten Bandes, der ja vergriffen ist (schaut mal HIER vorbei, wenn ihr die ganze Geschichte lesen wollt). Die eBay-Auktion endet morgen und noch bin ich Höchstbietende! 😀

4. Schreibt ihr euch gerne Zitate aus Büchern ab? Sammelt ihr sie und habt ihr vielleicht sogar ein Lieblingszitat?

Nein, ich schreibe mir keine Zitate aus Büchern ab. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn, weil ich nicht daran glaube, dass ich mir diese Zitate dann im Nachhinein regelmäßig durchlese. Nicht mal Fotos schaue ich mir in regelmäßigen Abständen an. Also klemme ich mir den Aufwand. Stattdessen markiere ich mir besondere Stellen in Büchern, wenn sie mir sehr gefallen. In Romanen mache ich das in der Regel mit Bleistift und/oder Post-it, bei Sachbüchern kommt auch gern mal der Textmarker zum Einsatz, weil ich denke, ich soll aus dem Buch was lernen, also kann ich auch richtig damit arbeiten. Wenn ich ein Buch dann nach Jahren wieder aufschlage, weiß ich sofort, was mich damals begeistert hat. Als ich z.B. das Zitat aus „Unter Null“ rausgesucht habe, war das überhaupt kein Problem, weil ich es mit Bleistift angestrichen hatte. Erstaunlicherweise helfen mir diese Markierungen aber auch, Textstellen im Gedächtnis zu behalten. Ich erinnere mich dann leichter. Ich weiß bis heute noch, welcher Absatz in „Die Straße“ von Cormac McCarthy mich am meisten beeindruckt hat und ich weiß auch noch, wie wundervoll ich das Gleichnis der ausgestopften Vögel in „Blonde“ von Joyce Carol Oates fand. Das heißt, ich brauche keine physische Zitate-Sammlung, weil ich die Passagen, die mich wirklich begeistern, in meinem Gedächtnis abspeichere. Selbstverständlich nicht auswendig und Wort für Wort, aber ich erinnere mich sehr wohl daran, um was es ging und habe ein ungefähres Gefühl dafür, wo die Stelle im Buch zu finden ist. Mir reicht das. 🙂
Ein wirkliches Lieblingszitat habe ich nicht, aber da ich eben schon Cormac McCarthy erwähnte, möchte ich euch besagten Absatz nicht vorenthalten:

„Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbittliche Kreisen der hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf. Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums. Und irgendwo zwei gehetzte Tiere, die zitterten wie Füchse in ihrem Bau. Geliehene Zeit, geliehene Welt und geliehene Augen, um sie zu betrauern.“
(„Die Straße“, S. 118)

Was lest ihr im Moment? Sammelt ihr Zitate? Welches ist euer liebstes?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Gedanken und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 27. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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26. 01. 2015 – Montagsfrage: Untrennbar?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Eine neue Woche, ein neuer Montag und damit auch eine neue Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja!

Von welchem Buch / welcher Reihe möchtest du dich nie trennen?

Nun ja, ich bin ja sowieso eine Art Buch-Messie, das heißt, ich kann mich sowieso nur schwer von meinen Büchern trennen. Aber selbstverständlich gibt es Bücher, die für mich so kostbar sind, dass ich sie niemals hergeben könnte. Meist verbinde ich mit ihnen bestimmte Erinnerungen, sie haben einen emotionalen Wert für mich.

„Die Welt Ohne Uns“ von Alan Weisman gehörte meinem Großvater. Es war eines der letzten Bücher, die er gelesen hat, bevor er zu krank wurde und später verstorben ist. Seine Gedanken zu diesem Sachbuch hat er an den Rand geschrieben; schlage ich es auf, ist es, als wäre er bei mir. Ähnlich ist es mit meiner Ausgabe des „Faust“ und einigen anderen Klassikern, die ich von ihm geerbt habe. Bücher, die 50 Jahre und älter sind. Ich weiß beispielsweise noch genau, wo seine Ausgabe von „Der alte Mann und das Meer“ von Hemingway in seinem Regal stand. Jedes Buch ist ein kleines Stück Erinnerung und ich kann mir nicht vorstellen, sie herzugeben.

Meine Kinderbücher bedeuten mir ebenfalls sehr viel. Ihr wisst ja, wie emotional mein Reread von „Timm Thaler“ von James Krüss letztes Jahr für mich war – diese etwas sentimentale Verbindung habe ich mit fast allen meinen Kinderbüchern. Nehme ich sie heute in die Hand, bin ich vor allem immer wieder total begeistert von den liebevollen Illustrationen. Da ist es kein Wunder, dass ich zu einer Buch-begeisterten Erwachsenen wurde. Kennt ihr beispielsweise „Winzig, der Elefant“ von Erwin Moser? Ich schmelze jedes Mal, wenn ich nur das Cover sehe, es ist dermaßen süß.

Winzig der Elefant

Wie könnte ich mich von solchen Büchern trennen, die mir überhaupt erst geholfen haben, lesen zu lernen?

Ansonsten… ich denke, sonst wären alle anderen Bücher ersetzbar. Ja, auch meine Harry Potter Bände sind ersetzbar. Selbst die Bücher, die vergriffen sind/waren, sind ersetzbar. Aber meine Erinnerungen, die auf den Seiten meiner Erbstücke und Kinderbücher konserviert sind, die sind nicht ersetzbar. Die sind wertvoll, unbezahlbar und einzigartig. Deswegen könnte ich mich niemals von ihnen trennen.

Welche Bücher sind für euch so kostbar, dass ihr euch niemals von ihnen trennen könntet und warum?

Ich freue mich auf eure Geschichten und Kommentare und wünsche ich einen wunderbaren Wochenstart! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 

 
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Verfasst von - 26. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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George Pendle – Death: A Life

„Death: A Life“

Death A Life

Autor: George Pendle

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 250

Verlag: Three Rivers Press

Sprache: Englisch

ISBN: 030739560X

Genre: Biografie & Fantasy & Historisch & Humor & Religion

ausgelesen am: 16.01.2014

Bewertung:

George Pendle ist einer der AutorInnen, die ich gern mal persönlich kennenlernen würde. Ich würde gern sehen, ob er wirklich so lustig und verrückt ist, wie es den Eindruck macht. Auf seiner Website gibt es eine Abteilung, die Teppichböden auf Flughäfen gewidmet ist. Sein Lebenslauf umfasst außer Artikeln für die „Financial Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Times“ (u.a.) auch die Beschriftung von Straßenschildern für das „New York City Department of Parks and Recreation“. Im Vorwort von „Death: A Life“ beschreibt Pendle, wie er dazu kam, der Biograf des Todes zu sein. Es lag wohl daran, dass er eigentlich gern eine Autobiografie verfasst hätte, was aber nicht möglich war, weil seine eigene Kindheit zu glücklich war. Kein Trauma, keine Autobiografie. Also schrieb er fortan die Biografien anderer Leute. Ich denke wirklich, ich würde Pendle sehr mögen. 😉

„Death: A Life“ ist die Biografie des Todes. Ja, genau, der Tod, das Ende Aller Dinge, er, den alle eines Tages einmal treffen. Mit Hilfe seines Biografen berichtet er von seiner schwierigen Kindheit, wie er als Sohn von Satan und Sünde in der Hölle aufwuchs, um später dann auf die Erde umzuziehen und dort seine Bestimmung zu finden. Er räumt mit Vorurteilen auf, schildert ungeschönt seine fatale Beziehung zum Leben und erzählt hunderte Anekdoten über das Lebensende der verschiedensten mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten. Ohne Tabus spricht Tod über seine zutiefst missverstandene, unendliche Existenz; über Liebe, die im Großen Plan nicht vorhergesehen war und stellt klar, dass er es ist, der das Leben der Menschheit erst so kostbar macht.

Was soll ich sagen? Die Bewertung von „Death: A Life“ spricht eigentlich schon für sich selbst. Diese herrliche Biografie ist so lustig, dass ich nicht wüsste, wie man es besser machen könnte. Sie erzählt mythologische und religiöse Weltgeschichte aus einem völlig neuen Blickwinkel und beleuchtet auch die Aspekte, die in all den Legenden und Geschichten gerne mal ausgelassen werden. Tod als Protagonist und Ich-Erzähler ist eine höchst sympathische Figur, der in all seiner Übernatürlichkeit immer wieder durch und durch menschlich agiert und reagiert. Ich liebte es, dass in diesem Buch schlicht und ergreifend niemand, wirklich niemand, unfehlbar ist. Tod nicht, Gott nicht und erst recht nicht die Menschheit. Es erscheint mir völlig logisch, dass auch Gott das volle Ausmaß seiner Schöpfung nicht überblicken konnte und es im Garten Eden zu Beginn daher einige Kreaturen gab, die nie eine echte Chance auf das Überleben hatten. Wurzelpflanzen mit Klaustrophobie, Fische, die allergisch auf Wasser waren, stolze Insekten, die sich selbst so hässlich fanden, dass sie es nicht über sich brachten, sich zu reproduzieren. Es liegt auf der Hand, dass „Death: A Life“ dementsprechend als stark blasphemisch aufgefasst werden könnte und ich muss all diejenigen LeserInnen warnen, die in diesem Punkt sensibel reagieren. Ich selbst bin nicht religiös erzogen, ich bin nicht getauft und habe nie eine Verbindung zum Glauben aufbauen können – vielleicht bin ich gerade deswegen prädestiniert für dieses Buch. Es hat mich hervorragend unterhalten. George Pendles Darstellung aller möglichen religiösen Figuren ist zum Brüllen komisch. Wer hätte gedacht, dass Noah eine so weiche Birne hatte, dass er mit einer Rhabarber-Pflanze verheiratet war? Wie kommt man auf die Idee, Methusalem als Stalker zu skizzieren, der Tod über Jahrhunderte hinweg verfolgte, weil er unbedingt sterben wollte? Und Jesus? Verzeiht, wenn ich jetzt jemandem auf die Füße trete, aber in diesem Buch ist er einfach ein Miststück. Es ist beeindruckend, wie umfangreich und detailliert George Pendle recherchiert hat, zu längst vergessenen Kulturen und Völkern ebenso wie zu theologischen Ansätzen, um dann seine ganz eigene Interpretation niederzuschreiben. Er ließ seiner gesamten, phänomenalen Kreativität freien Lauf und vermittelt seinen LeserInnen, dass es völlig in Ordnung ist, ungezwungen über Themen zu lachen, die seit Jahrhunderten eine Aura von Ernsthaftigkeit und Strenge umgibt. „Death: A Life“ ist frei von jeglichen Konventionen und Tabus, dafür strotzt es vor liebevollen Charakterisierungen. Ich kann es nicht anders sagen, es ist großartig.

George Pendles originelle Biografie des Todes hat extrem viel Herz, obwohl der Protagonist keines hat und auch nicht haben darf. Von vorne bis hinten ist es fantasievoll, kurios und amüsierte mich köstlich. Es lohnt sich sogar, die Danksagung am Ende zu lesen.
Sollte ich sterben und tatsächlich auf Tod treffen, habe ich mir ganz fest vorgenommen, dankbar und respektvoll zu sein, ihn nicht mit dummen Fragen zu nerven und ihm meine Hochachtung dafür auszusprechen, dass er diesen verdammt harten Job macht, denn ohne ihn wäre das Leben wesentlich weniger wertvoll.
Ich kann euch „Death: A Life“ von Herzen empfehlen, muss aber darauf hinweisen, dass George Pendles Englisch nicht ganz einfach ist, weil er viele religiöse und biologische/zoologische Vokabeln verwendet. Außerdem gibt es sicher einige LeserInnen, die in diesem Buch die pure Gotteslästerung sehen würden; wer sich also schnell in seinen/ihren religiösen Ansichten verletzt fühlt, sollte vielleicht die Finger davon lassen.
Ich schließe nun und beende die Rezension mit Jesus‘ Worten:

„Jesus reigns in Heaven, bitch!“ (S.153)

 

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23. 01. 2015 – Meckerstunde: Piraten, Verlage und das liebe Geld

Hallo ihr Lieben! 🙂

Heute ist mal wieder Mecker-Stunde auf dem wortmagieblog. Anlass ist die Tatsache, dass ich heute entschieden habe, als nächstes „Sturmwelten“ von Christoph Hardebusch zu lesen, den ersten Band der „Sturmwelten“ – Trilogie. Ich bin jetzt schon ziemlich sicher, dass dieses Buch eine gute Bewertung von mir erhalten wird, weil es in einer Fantasy-Welt voller Piraten spielt.
Hach, Piraten. *.* In einem anderen Leben, in einer anderen Zeit, wäre ich gern eine gewesen. Ich habe sogar ein Piraten-Pin-up tätowiert, riesig groß auf meinem linken Oberschenkel. Ich freue mich wahnsinnig auf die Lektüre von „Sturmwelten“ und weiß gar nicht, wieso es schon so lange auf meinem SuB versauert. Ich bin ziemlich sicher, dass ich die weiteren Bände der Trilogie auch lesen möchte und zwar sofort, nachdem ich den ersten Band beendet habe.

E_Sturmwelten 3.inddAlso wollte ich heute kurzentschlossen „Unter schwarzen Segeln“ und „Jenseits der Drachenküste“ nachkaufen, damit ich keine Zwangspause in der Geschichte machen muss. „Unter schwarzen Segeln“ gibt es neu und sogar recht günstig gebraucht zu kaufen, ich war euphorisch. Dann suchte ich nach „Jenseits der Drachenküste“. Meine Kinnlade rauschte so heftig zu Boden, dass meine Nachbarn es bestimmt gehört haben. Den dritten Band kann man nicht neu kaufen. Bei amazon ist er für unglaubliche, unverschämte 46,95 € gebraucht zu haben. Das ist eine Preissteigerung von rund 200%, also dreimal so viel wie der ungefähre Neupreis.
Ich habe dann noch auf anderen Seiten gesucht – ohne Erfolg oder mit einem ähnlichen Preis. Bei eBay wird momentan genau eine Ausgabe angeboten, auf die ich jetzt schon mal geboten habe. Mein Maximalgebot ist noch immer höher als der Neupreis, aber besser als 46,95 € ist es allemal.

So. Wisst ihr, warum dieses Buch so teuer ist? Weil es vergriffen ist. Weil es offenbar Band 1 und 2 problemlos zu kaufen gibt, Band 3 aber nicht (mehr). Das regt mich maßlos auf. Was soll denn dieser Mist? Ich habe bis heute nicht begriffen, wie so etwas passieren kann. Wird ein Band absichtlich in einer geringeren Auflage veröffentlicht, um die Nachfrage hoch zu treiben? Was hat der Verlag davon?

Mir ist das schon einmal passiert. Ich wollte damals eine ganz bestimmte Ausgabe von Markus Heitz‘ „Ulldart“-Saga haben, die in vier hübschen Sammelbänden herausgegeben wurde. Da war es der zweite Band, der vergriffen war. Damals hat meine Mutter das gute Stück bezahlt, weil die Reihe ein Geschenk für mich sein sollte. Wenn ich mich recht erinnere, waren es auch in diesem Fall über 30€.

Wie kommt es, dass es nie der erste Band ist, der vergriffen ist? Und verdammt noch mal, warum?! Das ist nicht fair.

Not Fair Matrix

Für mich ist auch nicht ganz nachvollziehbar, warum es Menschen gibt, die diese Bücher dann mit einem schlichtweg übertriebenen Gewinn weiter verkaufen. Es ist ja nicht so, dass das besondere Ausgaben wären, handsigniert, Erstauflage oder ähnliches. Nein, das sind stinknormale Taschenbücher. Im Fall von „Jenseits der Drachenküste“ ist das ein Gewinn von rund 30€. Ganz ehrlich, was sind das für Menschen? Haben die denn keinen Funken Anstand im Leib? Wenn ich mal ein Buch verkaufe (was selten genug vorkommt), dann ist es mir völlig egal, für wie viel Geld ich es loswerde, weil es mir viel wichtiger ist, dass es bei mir nicht mehr ungeliebt rumsteht und es stattdessen jemand anderen glücklich macht.

Kann mir vielleicht jemand von euch erklären, wie es passieren kann, dass ein Band einer Reihe/Trilogie/Mehrteiler vergriffen ist? Was muss geschehen, damit es soweit kommt? Wird das von Verlagen gesteuert? Glaubt der Verlag an einen Band weniger als an die anderen und lässt deswegen eine geringere Auflage drucken?

Außerdem würde mich interessieren, ob ihr bereits ebenfalls Erfahrungen mit vergriffenen Büchern gemacht habt. Erzählt mir davon, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. 😉 Konntet ihr vielleicht eine Reihe nicht beenden oder weiter lesen, weil ihr partout nicht an die Fortsetzung heran gekommen seid? Habt ihr auch schon einmal einen schockierenden Preis für ein Buch gezahlt, einfach, weil es nicht günstiger zu bekommen war?

Wann habt ihr euch das letzte Mal darüber geärgert, dass ein Buch vergriffen war?

Ich freue mich sehr auf eure Geschichten, Meinungen und Kommentare, denn das lenkt mich bestimmt von meinem Ärger ab! 😀

(Bildquelle 1)
(Bildquelle 2)

 
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Verfasst von - 23. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Charles Dickens – Oliver Twist

„Oliver Twist“

Oliver Twist

Autor: Charles Dickens

Format: Hardcover

Seitenzahl: 576 Seiten

Verlag: Gustav Kiepenheuer Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN: 3423213418

Genre: Klassiker > Englisch & Drama

ausgelesen am: 14.01.2015

Bewertung:

„Oliver Twist“ ist Charles Dickens‘ zweiter Roman, der 1838 erstmalig als Gesamtausgabe erschien. Bereits von 1837 bis 1839 wurde das Werk als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ veröffentlicht, weil sich nur wenige LeserInnen dieser Zeit eine vollständige Romanausgabe leisten konnten. Trotz des Erfolgs des Buches musste Dickens für seine ungeschönte, realitätsnahe Darstellung der Lebensumstände der Armen und der Kriminalität in London sehr viel Kritik einstecken. So viel, dass er sich 1841 genötigt sah, anlässlich der dritten Auflage von „Oliver Twist“ ein Vorwort zu verfassen, indem er deutlich und unnachgiebig zu seinen Beschreibungen stand. Er schrieb, er habe kein Interesse daran, diejenigen zu unterhalten, die zu „feinfühlig“ seien, um die Hässlichkeit der Realität zu ertragen. Am Beispiel des kleinen Oliver habe er zeigen wollen, „wie das Prinzip des Guten alle widrigen Umstände überdauert und schließlich triumphiert“. Mit diesem Vorwort, das meiner Ausgabe von „Oliver Twist“ angehängt ist, stieg Dickens in meiner Achtung ins Unermessliche. Ich bin zutiefst beeindruckt davon, dass er sich dem gesellschaftlichen Druck nicht beugte und „Oliver Twist“ genauso ließ, wie es war, damit ich, über 170 Jahre später, einen detaillierten Eindruck von London während der Frühindustrialisierung erhalten konnte.

Im Armenhaus geboren, als Waise unter der strengen Knute der Gemeinde aufgewachsen, erfährt der kleine Oliver Twist früh, dass das Leben für die weniger Gesegneten viel Unrecht bereithält. Als er es nicht mehr aushält, läuft er davon – fort ins meilenweit entfernte London. In der großen Stadt wird Oliver mit Leid, Elend und Verderbtheit konfrontiert; er trifft auf das personifizierte Laster, dem die Worte Anstand und Rechtschaffenheit völlig fremd sind. Trotz dessen wünscht sich Oliver nichts sehnlicher, als dazuzugehören. Schon bald muss er allerdings einsehen, dass sich die Kriminalität stets selbst am nächsten ist und wenig Platz für die Hoffnungen und Träume eines kleinen Jungen bietet. Doch Oliver hat Glück im Unglück und erlebt Wohltätigkeit und Güte, als er es am wenigsten erwartet.

Niemals hätte ich den Wert dieses Romans erkannt, hätte ich nicht das Nachwort meiner Ausgabe von Rudolf Marx gelesen. Ich brauchte seine Ausführungen, um meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken. Ich bin begeistert von Dickens‘ Humor, seiner Ironie und seinem Sarkasmus, doch während des Lesens war ich komplett von Olivers Figur eingenommen. Es beschäftigte mich ungemein, dass dieser kleine Junge so blass, passiv und leidenschaftslos ist. Oliver hat keinen Funken Feuer im Leib, er ist nicht durchtrieben, verwegen oder abenteuerlustig. Tatsächlich ist er wohl einer der langweiligsten Charaktere, die mir je begegnet sind; bar jeder Entwicklung bleibt er den ganzen Roman über ein tugendhafter kleiner Engel. Aus dieser Perspektive hätte ich das Wichtigste beinahe übersehen: Dickens‘ unglaublich mutige, tiefgreifende Gesellschaftskritik.
Zu Zeiten der Frühindustrialisierung entfaltete sich der Konflikt zwischen den untersten Gesellschaftsschichten und dem Gesetz mit voller Wucht; in „Oliver Twist“ beschreibt Charles Dickens beherzt diese Spannungen und deren Konsequenzen. Er portraitiert Elend und Armut zwingend und eindringlich, wendet die Augen nicht ab von Hässlichkeit und Verderbtheit und stach genau dort hinein, wo es den Mittelstand am meisten schmerzte. Man kann „Oliver Twist“ nicht lesen, ohne den geschichtlichen Kontext im Auge zu behalten, denn nur so wird deutlich, welche beabsichtigte Wirkung der Roman hatte. Dickens führte seinen LeserInnen unbarmherzig all das vor Augen, was sie im Alltag nicht sehen wollten: bittere Armut, Leid, Kriminalität, Prostitution, Gewalttätigkeit – aber auch den Anteil des Unterdrücker-Staates und der Mittelschicht an diesen Zuständen. Menschen wie seine Figur des Gemeindedieners Mr. Bumble, die kleingeistigen Vollstrecker grausamer, ungerechter Gesetze, waren es, die erheblich zur Not der Ärmsten der Armen beitrugen.
Trotz dessen konnte Dickens nicht aus seiner Haut. So detailliert und ehrlich seine Darstellung des Abschaums der Gesellschaft ist, so ungenau und verschleiernd ist hingegen sein Bild der Mittelklasse. Oliver trifft auf mehrere Vertreter dieser Schicht; sie sind durchweg mildtätige, herzensgute Wohltäter, über deren wahre Lebensumstände die LeserInnen nur sehr wenig erfahren. Das ist nicht realistisch, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Oliver völlig unbeeindruckt ist von den Umständen, in denen er aufwächst. Er scheint immun gegen jegliche Art von Laster und Sünde zu sein, was für die höchst konstruierte Geschichte seines Lebens jedoch unumgänglich ist, denn andernfalls wäre es dem Autor nicht möglich gewesen, den Gegensatz zu den „Bösen“ so klar herauszuarbeiten. Diese kommen bei Dickens nicht gut weg; er bestraft sie für all ihre Verbrechen (wozu auch gehört, gegen Olivers Glück gearbeitet zu haben) unheimlich hart und brutal. Die einzige Ausnahme ist der Dieb Charley Bates, der letztendlich sein Leben umkrempelt und zu einem wertvollen Gesellschaftsmitglied wird. Ich fragte mich ernstlich, warum Dickens dieser einen Figur einen Ausweg und eine Zukunft gab und glaube, es ging ihm darum, zu zeigen, dass Läuterung durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Vielleicht glaubte Dickens daran, dass selbst der schlechteste Mensch sich noch ändern kann. Ich finde es schade, dass er Charley davon kommen ließ, meine liebste Figur jedoch ebenso gnadenlos bestrafte wie alle anderen auch: Nancy. Nancy war für mich die Schlüsselfigur des Romans, mit der ich am meisten mitfühlen konnte. Sie vereint all das, was mir in Oliver fehlte, der zwar der Protagonist der Geschichte ist, aber keinesfalls ihr Held. Nancy ist meines Erachtens nach die Heldin des Romans. Eine junge, verzweifelte, eindeutig verdorbene Prostituierte berührte mein Herz. Wer hätte das gedacht?

„Oliver Twist“ entsprach absolut nicht meinen Erwartungen. Ich hatte mit weit mehr Abenteuer gerechnet und auch mit einer anderen Form von Humor. Die Figur des Oliver enttäuschte mich, doch glücklicherweise konnte Rudolf Marx mich im Nachwort auf das aufmerksam machen, was dieses Buch außergewöhnlich und beeindruckend macht.
Wenn ihr eines Tages auch einmal zu diesem Klassiker der Literatur greifen solltet, vergesst niemals, in welcher Zeit er entstanden ist. Akzeptiert, dass Oliver kein Held ist, sondern nur die Leinwand einer Geschichte, deren privates Schicksal bei weitem nicht so wichtig ist wie ihre gesellschaftlichen Implikationen. Charles Dickens war ein bewundernswerter, mutiger Autor, der es nicht nur verdient hat, in den Literatur-Bestenlisten der Welt aufzutauchen, sondern auch, gelesen zu werden.

 
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Verfasst von - 22. Januar 2015 in Drama, Englisch, Klassiker, Rezension

 

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20. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂
Heute ist Dienstag und wie bereits angekündigt nehme ich mir trotz der Präsentation morgen die Zeit, bei Gemeinsam Lesen mitzumachen! Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut, die Fragen dieser Woche findet ihr bei Schlunzen-Bücher durch einen Klick aufs Bild.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „XVI“ von Julia Karr und befinde mich auf Seite 246.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„That other house“ – Sal pointed behind the log home to a smaller version of it – „is where Grindy and Mobley live.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Also ein 5-Sterne-Buch ist „XVI“ nicht und für 4 Sterne wird es sich noch ziemlich anstrengen müssen. Es ist ganz nett, weist die typischen YA-Dystopie-Zutaten auf: eine repressive Regierung, eine radikale Widerstandsbewegung und mittendrin ein junges Mädchen, dessen privates Schicksal sowohl die LeserInnen als auch die Autorin davon ablenkt, dass es im Grunde um einen viel größeren, existenziellen Konflikt geht.
Die Idee des XVI-Tattoos finde ich wirklich grandios, nur leider sieht es so aus, als hätte Julia Karr das System dahinter nicht vollständig durchdacht. Ich verstehe nach 3/4 immer noch nicht ganz, was die Regierung damit eigentlich bezweckt. Auch hat sie bisher noch nicht das volle Potential dieser Idee ausgeschöpft. Durch dieses obligatorische Tattoo werden (junge) Frauen massiv sexualisiert, aber Julia Karr zieht diesen Ansatz nicht konsequent durch. Teenager-Mädels werden als „sex-teens“ bezeichnet und dazu ermuntert, ab ihrem 16. Geburtstag ein aktives Sexualleben zu entwickeln, doch für erwachsene Frauen scheint das nicht mehr zu gelten. Man sollte meinen, in einer Gesellschaft, in der häufiger Sex erwünscht ist und Frauen wenig Chancen haben, anders zu leben, weil sie wenige Rechte haben, gibt es eine ganze Sex-Industrie, die auf alle Altersklassen abzielt. Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, wie es den Mädchen ergeht, wenn sie erwachsen werden. Kein Hinweis auf Prostitution, keine Andeutung bezüglich der Häufigkeit von Vergewaltigungen und/oder ungewollten Schwangerschaften, nicht mal eine Erklärung potentieller Abtreibungsgesetze. Das ist mir zu wenig. Nina ist ja eine sympathische Protagonistin, aber Karr fokussiert sie für meine Begriffe zu stark und widmet ihrer Dystopie dafür zu wenig Aufmerksamkeit.
Außerdem muss ich mal über den Namen des männlichen Protagonisten meckern. Wie kam Julia Karr bitte auf den Trichter, den Jungen „Sal“ zu nennen?! Sal, so heißen kleine Männer mittleren Alters mit zurückgehendem Haaransatz, aber doch nicht der ach-so-heiße Hauptcharakter einer Jugend-Dystopie.

4. Was ist neben dem Lesen euer größtes Hobby?

Das ist tatsächlich das Bloggen. Es gibt natürlich auch viele andere Dinge, die ich gern tue: ich gehe gern raus, ich verbringe gern Zeit mit meinen Liebsten, ich zocke gern und schaue mir gern Filme und vor allem Serien an. Aber für keine dieser Aktivitäten opfere ich so viel Zeit wie für das Führen meines Blogs. Es ist viel Arbeit, regelmäßig Beiträge zu schreiben und zu konzipieren, weil da so viel mit dran hängt. Wenn ich bedenke, wie lange ich nun schon an der Auswertung der Bestenlisten sitze, könnte ich mich selbst dafür ohrfeigen, dass ich entschieden habe, eine Statistik zu erstellen. Im Augenblick hängt es ganz massiv an der Visualisierung, weil ich noch keine Möglichkeit gefunden habe, diese so umzusetzen, wie ich sie eigentlich gern haben möchte.
Ich plane ja darüber hinaus einen Beitrag zur Rolle der weiblichen Heldin in Urban Fantasy – Romanen. Ich habe bereits Literatur zu diesem Thema gefunden und auch einen Teil gelesen, doch so ein Post erfordert eben eine detaillierte Recherche und Vorbereitung.
Aber ich will nicht jammern, denn ich tue das ja alles freiwillig. Es macht mir Spaß, mich mit euch auszutauschen und ich bin bis heute sehr froh darüber, dass mir die Idee für einen Blog kam. 😉

Was lest ihr im Moment? Womit verbringt ihr die meiste Zeit neben dem Lesen?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen und Kommentare! 😀
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 20. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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