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Archiv für den Monat August 2014

Turhan Boydak – Die Janus Protokolle

„Die Janus Protokolle“

die janus protokolle

Autor: Turhan Boydak

Format: eBook

Seitenzahl: 616

Verlag: dotbooks

Sprache: Deutsch

ISBN: 9783955202804

Genre: Thriller & Realistische Fiktion > Politik & Soziales

ausgelesen am: 21.08.2014

Bewertung:

Über „Die Janus Protokolle“ von Turhan Boydak aus dem eBook-Verlag dotbooks habe ich mich sehr gefreut, weil ich es erstens bei Blogg dein Buch gewonnen habe und es zweitens mein erster Buch – Gewinn überhaupt war. Sonst bin ich nämlich nicht gerade vom Glück geküsst, was Gewinnspiele angeht. Dieser Gewinn ist übrigens auch der Grund, warum ich die Rezension vorziehe, ich habe nämlich eine Deadline, die ich einhalten soll und möchte (aber nicht muss, man kann sie verlängern lassen).
Das Buch selbst war mir schon bei Annika von kathrinsbooklove begegnet, ich wusste also bereits, worum es geht. Annika war ziemlich begeistert, daher bin ich optimistisch an die Lektüre herangegangen.

Der Journalist Jason Bradley ist nur noch ein Schatten seiner selbst: geschieden, abgebrannt, ein wenig verwahrlost. Wäre doch vor 10 Jahren nur nicht die Pulitzer Preis – verdächtige Story seines Lebens geplatzt, an der er mit seinem Kollegen und besten Freund Matthew Scott für die New York Times arbeitete und aufgrund derer sich die beiden unversöhnlich zerstritten. Antriebslos und im Selbstmitleid badend lässt sich Jason dahin treiben – bis zu dem Tag, an dem er erfährt, dass Matt einen tödlichen Autounfall erlitt. Angeblich verschuldete er den Unfall selbst, weil er sturzbetrunken war. Seltsam, denn eigentlich war Matt ein trockener Alkoholiker. Genauso seltsam ist es, dass Matt einen Hinweis für Jason hinterließ, obwohl sie seit Jahren nicht miteinander gesprochen hatten. Woran arbeitete er, bevor er starb? Beschäftige er sich etwa wieder mit ihrer alten Story, die aufdecken sollte, dass einige der größten Internet- und Softwareunternehmen der Welt mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammenarbeiten? War Matts Tod vielleicht gar kein Unfall? Jason beginnt erneut zu recherchieren und macht Matts Informanten ausfindig, den Hacker Veritas. Gemeinsam versuchen sie, Beweise für die Vorgänge zu finden, die Matt möglicherweise das Leben kosteten, doch natürlich bleiben ihre Bemühungen nicht unbemerkt…

Ich glaube, hätte ich „Die Janus Protokolle“ vor ein paar Jahren gelesen, wäre ich von der Thematik begeistert gewesen. Doch heutzutage reißen mich Turhan Boydaks Ausführungen nicht mehr vom Hocker. Ich weiß, was der Sputnik-Schock war. Ich weiß, wie das Internet entstand, was Cookies sind und wie brüchig die Illusion von Sicherheit im Netz ist. Auch ist mir klar, dass Daten die Währung unserer modernen Zeit sind. Ich interessiere mich schon ein paar Jahre für all diese Themen und habe Autoren gelesen, die weit tiefer in die Materie eintauchen als Turhan Boydak. In seinem Bemühen, alle möglichen geschichtlichen Ereignisse in sein Werk zu quetschen, ist die Hauptlinie der Geschichte für mich viel zu oberflächlich geraten. Außerdem frage ich mich ernsthaft, wozu er eine Verschwörungstheorie entwickelte. Ist die Realität nicht erschreckend genug? Die Möglichkeit des gläsernen Menschen besteht auch ohne eine Verstrickung der amerikanischen Geheimdienste. Krampfhaft versuchte er, diese Theorie durch Fakten zu untermauern und nennt beispielsweise die Praktik des Quasi-Monopolismus im Internet als Argument. Seine Erklärung wirkt aber nur halbfertig, hat keine richtige Basis und war dementsprechend nicht überzeugend.
Von der Verschwörungstheorie einmal abgesehen, fand ich Boydak auch insgesamt als Thrillerautor nicht sehr beeindruckend. Zwar liest sich der Roman flüssig und der Autor versucht wiederholt, seine LeserInnen auf eine falsche Fährte zu führen und zu verwirren, bei mir hat das nur leider nicht geklappt. Ich wusste immer, wie sich die Handlung weiter entwickeln wird. Keine Überraschungen, fürchterlich vorhersehbar. Das geht soweit, dass es tatsächlich eine „Der Bösewicht verrät den Masterplan“ – Szene gibt, die ich schlicht übertrieben und pathetisch fand.
Ebenso vorhersehbar sind die Figuren. Es gab keinen einzigen Charakter, der mich wirklich packte; sie bleiben alle blass und uninteressant. Besagter Bösewicht ist dabei der Gipfel der Einfallslosigkeit und völlig eindimensional. In einem Thriller für Erwachsene sollte der Antagonist zumindest ein bisschen Tiefe aufweisen um real zu wirken.

Ich bin furchtbar enttäuscht, dass mein erster Buch – Gewinn mir ein so negatives Urteil abzwingt. „Die Janus Protokolle“ ist in vielen Punkten einfach zu gewollt, zu konstruiert und unnatürlich. Ich habe aus diesem Buch nichts mitgenommen, was bei so einem aktuellen Thema schon erstaunlich ist. Auch hat es mich nicht wirklich gefesselt, obwohl haufenweise Personen sterben.
Vielleicht kam Turhan Boydaks Thriller für mich einfach zu spät, vielleicht hätte ich ihn lange vor den „Little Brother“ – Romanen von Cory Doctorow und „The Circle“ von Dave Eggers lesen müssen. Vielleicht hätte er mir gefallen, wenn ich nie auch nur angefangen hätte, mich mit Programmierung und Netzsicherheit zu befassen. Möglicherweise bin ich einfach schon zu tief im Thema drin, um diese Verschwörungstheorie spannend zu finden.
Hätte, würde, könnte. Es ist wie es ist, ich mochte „Die Janus Protokolle“ nicht und kann das Buch auch nicht weiter empfehlen.

 
 

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25. 08. 2014 – Montagsfrage: Das abgefahrenste Buch?

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Mensch, momentan fliegt die Zeit. Es ist schon wieder Montag, wieder eine Woche vorbei und eine neue beginnt. Zum Wochenstart beantworte ich wie üblich die Montagsfrage von Nina aka Libromanie. Heute ist das folgende:

Das abgefahrenste Buch, das du je gelesen hast?

Das abgefahrenste Buch… Hmmm… Je nachdem, wie man das Wort auslegt, kommen da mehrere Bücher in Frage.
Ich finde zum Beispiel alles, was Terry Pratchett schreibt, total abgefahren, im Sinne von unkonventionell. Die ganze Scheibenwelt ist ein einziges Chaos, das nach eigenen Regeln funktioniert. Ein Universum, in dem der Tod Urlaub nehmen kann, Götter sterben, wenn niemand an sie glaubt und ein Ork den Fußball neu erfindet. Pratchetts Ideen sind einfach ANDERS und manchmal glaube ich, das liegt daran, dass sein Gehirn irgendwie anders funktioniert als das eines Durchschnittsmenschen. Streng genommen schreibt er natürlich Fantasy, aber meiner Meinung nach ist es eben keine normale Fantasy, sondern etwas ganz eigenes. Es sollte sich mal jemand ein Genre für sein spezielles Schaffen ausdenken.
Ich finde aber auch Stephen King abgefahren, diesmal im Sinne von gruselig. Die Art und Weise, wie er mit den Ängsten seiner LeserInnen spielt, ist außergewöhnlich. Auf der einen Seite entsetzt mich das, weil ich mir einfach nicht erklären kann, wie er das macht, woher er seine Fantasien nimmt, doch auf der anderen Seite finde ich es auch massiv beeindruckend. Ich glaube, „ES“ ist das einzige Buch, das mir wahrhaft Albträume beschert hat. Als ich gemeinsam mit meiner Mutter mein neues Regal einräumte, fragte sie mich, ob ich dieses Buch nicht auch haben möchte, da ich diejenige mit der Stephen King Sammlung bin. Ich habe das aus tiefstem Herzen abgelehnt. Ich möchte dieses Buch nicht hier haben. Dann träume ich am Ende nur wieder von Clowns, die an meinem Bett stehen, während ich schlafe.
Als abgefahren würde ich ebenfalls Steven Eriksons „Das Spiel der Götter“ – Reihe bezeichnen. Ganz ehrlich, obwohl ich so viel Fantasy lese, ist mir noch kein anderer Autor begegnet, der eine dermaßen ausgeklügelte und anspruchsvolle Welt erschaffen hat. Alles ist extrem kompliziert, es tauchen massenhaft Charaktere auf, jede/r intrigiert gegen jede/n und verfolgt eigene Ziele, doch Erikson behält ernsthaft den Überblick und schafft es am Ende, alle Stränge zusammen zu bekommen und logisch aufzuklären oder enden zu lassen. Wenn das nicht abgefahren im Sinne von beeindruckend ist, weiß ich auch nicht weiter. „Das Spiel der Götter“ ist High Fantasy at it’s finest. Ich zittere schon jetzt vor der Rezension, wenn ich irgendwann weiter lese.

All diese Bücher und Reihen finde ich abgefahren, doch wenn ich mich entscheiden muss, wähle ich das Buch, das mich sprachlos gemacht hat. Ich entscheide mich für blutigen, dreckigen, brutalen Punk: „Das Buch Ohne Namen“ von Anonymus, bzw. die gesamte „Bourbon Kid“ – Reihe. Ein Buch mit einer so hohen Sterblichkeitsrate kann nichts anderes sein als abgefahren. Dass ich ernsthaft Sympathie für einen Serienmassenmörder entwickelt habe, ist abgefahren. Dass ich mich auf die Rückkehr in ein Rattennest wie Santa Mondega freue, ist abgefahren. Wenn es nach mir ginge, könnte im Duden neben dem Eintrag für „abgefahren“ ohne Weiteres ein Bild von „Das Buch Ohne Namen“ abgedruckt sein.

Wie ist es bei euch? Welche Bücher findet ihr abgefahren?

Ich freue mich wie immer auf eure Antworten und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 25. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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John Green – Paper Towns

„Paper Towns“

PaperTowns

Autor: John Green

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 305

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 014241493X

Genre: Realistische Fiktion > Young Adult

ausgelesen am: 03.08.2014

Bewertung:

„Paper Towns“ habe ich im Rahmen der John-Green-Lesewoche gelesen, die Kim von All these special words initiiert hat. Eine Woche lang lasen wir gemeinsam Bücher dieses Autors und beantworteten Fragen, die Kim sich ausgedacht hatte. Für mich war diese Woche die erste Annäherung an John Green, der zurzeit wahnsinnig erfolgreich mit seinem Werk „The Fault in our Stars“ / „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist. Trotzdem war es nicht dieses Buch, das seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste stand, sondern „Paper Towns“.

Quentin Jacobsen kennt Margo Roth Spiegelman seit Kindertagen. Doch wie das eben so ist wenn Kinder erwachsen werden, haben sie sich mit den Jahren auseinander gelebt. Umso überraschter ist Quentin, als Margo eines Abends an sein Fenster klopft und ihn wie ein Ninja gekleidet zu einem wilden Ausflug entführt. Sie erleben eine magische Nacht und Quentin hofft, dass er Margo nun wieder näher kommt, doch am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Anfangs denkt sich niemand etwas dabei, denn schon früher brannte sie des Öfteren einfach für ein paar Tage durch. Aber dieses Mal ist es anders. Margo hinterließ Hinweise, die eindeutig für Quentin bestimmt sind. Er folgt ihrer Spur aus Brotkrumen und sucht das Mädchen, das er seit seiner Kindheit kennt. Doch je weiter er vorankommt, desto klarer wird ihm, dass sich am Ende dieser Spur eine völlig andere Person befindet, die vielleicht nicht auf ihn wartet.

Ich fand „Paper Towns“ überraschend tiefsinnig. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass John Green sich mit der Spannung zwischen der Realität und der Illusion einer Person beschäftigt, doch genau darum geht es meiner Meinung nach. Quentin hatte dieses idealistische Bild von Margo, das er jahrelang gehegt, gepflegt und erweitert hat. Im Laufe der Schnitzeljagd erkennt er jedoch, dass es eben auch genau das war: ein Bild, zweidimensional und ohne echte Tiefe. Durch ihre Hinweise verrät Margo ihm eine Menge über ihre wahre Persönlichkeit, die nur bedingt etwas mit der Fassade zu tun hat, die sie sorgsam aufrechterhielt. Erstaunlich ist, dass Quentin auf diese Weise nicht nur viel über Margo lernt, sondern auch über sich selbst. Ohne es anfangs zu ahnen, begibt er sich auf eine transformative Reise. Ich glaube, ihm ist das ganze Buch über nicht bewusst, dass Margo in gewisser Weise nur eine Stellvertreterin ist. Ja, er sucht sie, aber eigentlich sucht er sich selbst und mit jedem Schritt in Richtung der echten Margo wird auch er selbst ein bisschen echter. Dieser Selbstfindungsprozess ist in meinen Augen auch der Grund, warum Quentin sich ab einem bestimmten Punkt ziemlich obsessiv verhält. John Green hat diese Fixierung wunderbar herausgearbeitet, indem er sich eines literarischen Gleichnisses bediente. Es ist garantiert kein Zufall, dass Quentin ausgerechnet „Moby Dick“ im Unterricht liest, denn er hat durchaus Ähnlichkeit mit Kapitän Ahab. Margo hingegen hat eine Schwäche für die Gedichte von Walt Whitman, was mich dazu brachte, darüber nachzudenken, inwiefern sie durch seine Werke repräsentiert wird, während sie selbst abwesend ist. Ich glaube, es geht gar nicht um ein spezielles Gedicht, wovon Quentin überzeugt ist, sondern eher um Whitmans Art und Weise zu schreiben. Den weiten Interpretationsspielraum, den er seinen LeserInnen lässt.
Mir ist noch ein weiterer Punkt aufgefallen, den ich für ein literarisches Gleichnis halte. Quentins Englischlehrerin heißt Dr. Holden. Klingelt es da bei euch? Holden. Wie in Holden Caulfield. „Der Fänger im Roggen“. Einer der populärsten Analyseansätze geht davon aus, dass dieses Buch von J.D. Salinger primär eine Kritik an der amerikanischen Gesellschaft und an der Idee des amerikanischen Traums ist. In „Paper Towns“ ist es Margo, die eine ähnliche Kritik äußert; sie empfindet das Leben im Inbegriff des amerikanischen Traums – der Vorstadt – als flach und farblos. Es ist äußerst interessant, dass Dr. Holden diejenige ist, die Quentin hilft, Whitmans Gedicht „Song of Myself“ zu interpretieren und ihm damit den Schlüssel zum Verständnis von Margo schenkt. Das kann kein Zufall sein. Guten AutorInnen passiert so etwas nicht einfach so. Ich glaube nicht, dass John Green nur zufällig über diesen Namen gestolpert ist.

Ich habe die John-Green-Lesewoche mit der Lektüre von „Paper Towns“ wirklich genossen. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit Quentin auf die Reise zu gehen; herauszufinden, was es bedeutet, eine andere Person wahrhaft zu kennen und was dafür nötig ist. Ich hätte nie gedacht, dass mich so viel Tiefgründigkeit erwartet, unterstützt von Figuren, die nicht nur sympathisch sind, sondern mir auch rasant ans Herz wuchsen. Es hat mich begeistert, dass John Green nicht nur hypothetisch über die Facetten und das Ausleben einer Persönlichkeit schreibt, sondern seine Überlegungen auch umfassend auf seine Charaktere überträgt. Sie alle sind lebendig und glaubhaft.
Ich verstehe nicht, warum „Paper Towns“ bei vielen John Green – Fans weniger gut ankommt, denn ich fand es toll. Ich musste nur einen Blick hinter die Fassade werfen.

 
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Verfasst von - 24. August 2014 in Realistische Fiktion, Young Adult

 

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Let’s talk about… Die Bestenliste des ZDF

Eigentlich bin ich für unser nächstes „Let’s talk about…“ einen Tag zu spät dran, normalerweise ist Mittwoch unser Diskussionstag. Aber ich dachte mir, dass es im Grunde keine Rolle spielt. 😀
Heute geht es wie angekündigt noch einmal um eine deutsche Bestenliste: die des ZDF. Unter dem Motto „Das Große Lesen“ (Hmm, hat da jemand bei der BBC geschmult?) befragte das ZDF etwa 250.000 deutschsprachige LeserInnen und ließ sie aus einer vorher konzipierten Zusammenstellung von 200 Büchern ihre 100 „Bestseller“ auswählen. Die Aktion wurde von 20.000 Buchgeschäften und Bibliotheken beworben. Zustande kam dabei eine Liste der 100 beliebtesten Bücher deutschsprachiger LeserInnen.
Wie ihr euch mittlerweile sicher denken könnt, finde ich dieses Auswahlverfahren am geeignetsten. Jetzt lasst uns erst einmal einen Blick auf die Auswahl werfen, bevor ich wie üblich noch ein bisschen darüber schwadroniere. 😉
Die Legende findet ihr hier:

Legende

Top 100 Bücher der ZDF-Aktion „Das Große Lesen“

Rang Titel Autor Elli’s Info
1 „Der Herr der Ringe“ J.R.R. Tolkien  gelesennicht gefallen
2 „Die Bibel“  vorgenommen
3 „Die Säulen der Erde“ Ken Follett  niemals
4 „Das Parfum“ Patrick Süskind  Regalgelesengefallen 2
5 „Der kleine Prinz“ Antoine de Saint-Exupéry  Regalgelesengefallen 2
6 „Buddenbrooks“ Thomas Mann  autor bekanntvorgenommen
7 „Der Medicus“ Noah Gordon  schon mal gehört
8 „Der Alchimist“ Paulo Coelho  autor bekanntvielleicht
9 „Harry Potter und der Stein der Weisen“ J.K. Rowling Regalgelesengefallen 2
10 „Die Päpstin“ Donna W. Cross  schon mal gehört
11 „Tintenherz“ Cornelia Funke  autor bekanntvorgenommen
12 „Feuer und Stein“ Diana Gabaldon  unbekannt
13 „Das Geisterhaus“ Isabel Allende  unbekannt
14 „Der Vorleser“ Bernhard Schlink  schon mal gehört
15 „Faust. Der Tragödie erster Teil“ Johann Wolfgang von Goethe Regal gelesengefallen 2
16 „Der Schatten des Windes“ Carlos Ruiz Zafón  unbekannt
17 „Stolz und Vorurteil“ Jane Austen  Regalgelesengefallen 2
18 „Der Name der Rose“ Umberto Eco  Regalgelesengefallen 2
19 „Illuminati“ Dan Brown  Regalgelesengefallen 2
20 „Effi Briest“ Theodor Fontane  autor bekannt
21 „Harry Potter und der Orden des Phönix“ J.K. Rowling  Regalgelesengefallen 2
22 „Der Zauberberg“ Thomas Mann autor bekannt vorgenommen
23 „Vom Winde verweht“ Margaret Mitchell  niemals
24 „Siddharta“ Hermann Hesse  autor bekannt
25 „Die Entdeckung des Himmels“ Harry Mulisch  unbekannt
26 „Die unendliche Geschichte“ Michael Ende  Regalgelesengefallen 2
27 „Das verborgene Wort“ Ulla Hahn  unbekannt
28 „Die Asche meiner Mutter“ Frank McCourt  schon mal gehört
29 „Narziss und Goldmund“ Hermann Hesse  autor bekannt
30 „Die Nebel von Avalon“ Marion Zimmer Bradley  autor bekannt
31 „Deutschstunde“ Siegfried Lenz  schon mal gehört
32 „Die Glut“ Sándor Márai  unbekannt
33 „Homo Faber“ Max Frisch  Regalgelesengefallen 2
34 „Die Entdeckung der Langsamkeit“ Sten Nadolny  unbekannt
35 „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ Milan Kundera  schon mal gehört
36 „Hundert Jahre Einsamkeit“ Gabriel Garcia Márquez  autor bekannt
37 „Owen Meany“ John Irving  autor bekannt
38 „Sofies Welt“ Jostein Gaarder  Regal
39 „Per Anhalter durch die Galaxis“ Douglas Adams  Regalgelesengefallen 2
40 „Die Wand“ Marlen Haushofer  unbekannt
41 „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ John Irving  Regal
42 „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ Gabriel Garcia Márquez  autor bekanntvielleicht
43 „Der Stechlin“ Theodor Fontane  autor bekannt
44 „Der Steppenwolf“ Hermann Hesse  Regal
45 „Wer die Nachtigall stört“ Harper Lee  wunschliste 4
46 „Joseph und seine Brüder“ Thomas Mann  autor bekannt
47 „Der Laden“ Erwin Strittmatter  unbekannt
48 „Die Blechtrommel“ Günter Grass niemals autor bekannt
49 „Im Westen nichts Neues“ Erich Maria Remarque  Regalgelesennicht gefallen
50 „Der Schwarm“ Frank Schätzing  Regalgelesengefallen 2
51 „Wie ein einziger Tag“ Nicholas Sparks  schon mal gehört
52 „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ J.K. Rowling  Regalgelesengefallen 2
53 „Momo“ Michael Ende  Regalgelesengefallen 2
54 „Jahrestage“ Uwe Johnson  unbekannt
55 „Traumfänger“ Marlo Morgan  unbekannt
56 „Der Fänger im Roggen“ J.D. Salinger  Regalgelesengefallen 2
57 „Sakrileg“ Dan Brown  Regalgelesengefallen 2
58 „Krabat“ Otfried Preußler  autor bekanntvielleicht
59 „Pippi Langstrumpf“ Astrid Lindgren  Regalgelesengefallen 2
60 „Wüstenblume“ Waris Dirie  autor bekanntvorgenommen
61 „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ Susanna Tamaro  unbekannt
62 „Hannas Töchter“ Marianne Fredriksson  unbekannt
63 „Mittsommermord“ Henning Mankell  autor bekannt
64 „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ Henning Mankell  autor bekannt
65 „Das Hotel New Hampshire“ John Irving  autor bekanntvorgenommen
66 „Krieg und Frieden“ Leo Tolstoi  autor bekannt
67 „Das Glasperlenspiel“ Hermann Hesse  Regal
68 „Die Muschelsucher“ Rosamunde Pilcher  niemalsautor bekannt
69 „Harry Potter und der Feuerkelch“ J.K. Rowling  Regalgelesengefallen 2
70 „Tagebuch“ Anne Frank  Regalgelesengefallen 2
71 „Salz auf unserer Haut“ Benoite Groult  unbekannt
72 „Jauche und Levkojen“ Christine Brückner  unbekannt
73 „Die Korrekturen“ Jonathan Franzen  autor bekannt
74 „Die weiße Massai“ Corinne Hofmann  niemals
75 „Was ich liebte“ Siri Hustvedt  unbekannt
76 „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ Walter Moers  gelesengefallen 2
77 „Das Lächeln der Fortuna“ Rebecca Gablé  unbekannt
78 „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ Eric-Emmanuel Schmitt  unbekannt
79 „Winnetou“ Karl May  autor bekannt
80 „Désirée“ Annemarie Selinko  unbekannt
81 „Nirgendwo in Afrika“ Stefanie Zweig  schon mal gehört
82 „Garp und wie er die Welt sah“ John Irving  autor bekanntvielleicht
83 „Die Sturmhöhe“ Emily Brontë autor bekannt vorgenommen
84 „P.S. Ich liebe Dich“ Cecilia Ahern  autor bekanntvielleicht
85 „1984“ George Orwell  autor bekanntvorgenommen
86 „Mondscheintarif“ Ildiko von Kürthy niemals autor bekannt
87 „Paula“ Isabel Allende  unbekannt
88 „Solange du da bist“ Marc Levy  unbekannt
89 „Es muss nicht immer Kaviar sein“ Johannes Mario Simmel autor bekannt
90 „Veronika beschließt zu sterben“ Paulo Coelho  autor bekanntvielleicht
91 „Der Chronist der Winde“ Henning Mankell  autor bekannt
92 „Der Meister und Margarita“ Michail Bulgakow  autor bekannt
93 „Schachnovelle“ Stefan Zweig  autor bekannt
94 „Tadellöser & Wolff“ Walter Kempowski  unbekannt
95 „Anna Karenina“ Leo Tolstoi  autor bekannt
96 „Schuld und Sühne“ Fjodor Dostojewski  autor bekannt
97 „Der Graf von Monte Christo“ Alexandre Dumas  autor bekannt
98 „Der Puppenspieler“ Tanja Kinkel  unbekannt
99 „Jane Eyre“ Charlotte Brontë autor bekanntvielleicht
100 „Rote Sonne, schwarzes Land“ Barbara Wood  schon mal gehört
Die besten Bücher der Welt

Vielen Dank an „Die besten Bücher der Welt“!

Wie ihr sehen könnt, ist diese Liste diejenige, die die meisten „schon gelesen“-Bücher für mich enthält. Vor dem Hintergrund, dass hier nicht die besten, sondern die beliebtesten Bücher zusammen gefasst sind, finde ich die Auswahl okay. Vermutlich ist das auch das höchste der Gefühle bezüglich Bestenlisten, denn es gibt wohl keine einzige, die ich nicht noch verändern würde. 😉 Aber diese hier ist doch sehr ausgewogen; ich kann mir vorstellen, dass das Durchschnitts-Bücherregal der Deutschen tatsächlich so aussieht.
Statt also heute wieder einmal herum zu mäkeln, was mir fehlt und wo ich Kritikpunkte sehe, möchte ich euch erklären, warum ich zwei der Bücher auf dieser Liste niemals lesen möchte.

Erstens, Günter Grass‘ „Die Blechtrommel“. Im Falle dieses Buches muss ich auf ein Thema verweisen, das wir schon vor einiger Zeit besprochen haben: das Thema Vorurteile und wie sie mein Leseverhalten beeinflussen. 2006 machte Günter Grass publik, dass er im Alter von 17 Jahren der Waffen-SS angehörte. Das ist der Grund, warum ich dieses Buch niemals lesen möchte und warum es sicherlich auch keinen Sinn hätte. Zwar hat Grass laut eigener Aussage niemals auch nur einen Schuss abgegeben und war nicht in Kriegsverbrechen verwickelt, aber bei mir löste diese Offenbarung (die durchaus mutig war, ich bin in der Lage, das anzuerkennen), einen unvergleichlichen Abscheu aus. Man kann nun argumentieren, dass der Schriftsteller zu dieser Zeit vermutlich einfach nur jung und dumm war und überhaupt nicht begriff, zu welcher Einheit er gehörte. Aber für mich ist es… ich möchte meine Gedankenwelt, meine Fantasie, meinen Geist einfach niemandem anvertrauen, der aktiv im Regime der Nazis involviert war. Ich kann nicht verzeihen und erst recht nicht vergessen. Vielleicht ist das kleinlich und unfair, aber ich bin überzeugt, dass meine Abneigung so dominant ist, dass sie sich massiv auf mein Verständnis von „Die Blechtrommel“ auswirken würde. Selbst wenn ich Grass eine Chance geben würde, ich glaube einfach nicht, dass mir das Buch gefallen könnte, weil ich eben nicht vergessen kann. Ich hätte seine Vergangenheit immer im Kopf.

Zweitens „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann. Hier weiß ich eigentlich noch nicht sicher, ob ich dieses Buch wirklich niemals lesen werde. Aber die Chancen stehen schlecht. Erinnert ihr euch, dass ich zum Geburtstag „Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus“ von Noah Sow bekommen habe? Hier für euch der Klappentext von amazon:

„Noah Sow deckt rassistisches Verhalten im deutschen Alltag auf.
In der Schule lernen wir, dass alle Menschen gleich seien. Dennoch leben wir mit konkreten Vorstellungen und Vorurteilen im Kopf. An vielen Beispielen verdeutlicht Noah Sow den Alltagsrassismus, der uns täglich begegnet. So erfährt der Leser etwa, wie selbst die UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient, und warum es schlimmer ist, „Die weiße Massai“ zu Ende zu lesen als nicht zur Lichterkette zu gehen.
Rassismus zu bekämpfen heißt, ihn zunächst zu verstehen. Dieser Prozess wird für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft nicht immer schmerzfrei vonstatten gehen können. Aber wie nicht zuletzt Noah Sows Buch deutlich macht – lohnen wird es sich allemal, und zwar für alle.“

Tja, da seht ihr es. Noah Sow wird mir erklären, warum bzw. inwiefern „Die weiße Massai“ rassistische Züge hat. Wie wahrscheinlich ist es schon, dass ich das Buch danach noch lesen möchte? Ich meine, ich halte es mir natürlich offen, denn es kann genauso gut sein, dass ich „Deutschland Schwarz Weiß“ grauenvoll finde. Aber eigentlich kenne ich mich zu gut, um tatsächlich damit zu rechnen, dass ich „Die weiße Massai“ auf meine Wunschliste setze. Erst einmal sensibilisiert, schätze ich, dass ich Corinne Hofmanns Buch nur schwer ertragen könnte. Allerdings bereitet mir das kein Kopfzerbrechen, weil ich nicht glaube, dass ich wirklich etwas verpasse.

Wie empfindet ihr die Bestenliste des ZDF?

Findet ihr sie ebenfalls so ausgewogen wie ich? Ich habe wie auch sonst ein paar Diskussionsfragen für euch, an denen ihr euch orientieren könnt:

  1. Welche dieser Bücher habt ihr bereits gelesen?
  2. Welche dieser Bücher möchtet ihr noch lesen?
  3. Welche dieser Bücher würdet ihr niemals auch nur mit der Kneifzange anfassen?
  4. Findet ihr, dass alle diese Bücher ihren Platz in der Bestenliste zu Recht haben?
  5. Spiegelt diese Bestenliste auch euer Bücherregal in etwa wider?

Ich freue mich wieder sehr auf eure Meinungen, es ist immer wieder schön zu sehen, wie ihr über diese Bestenlisten denkt. 🙂 Und jetzt:

Let’s talk about… die Bestenliste des ZDF!

 
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Verfasst von - 21. August 2014 in Let's talk about...

 

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18. 08. 2014 – Wie wir zu Bestien werden: Reden wir über Kritikfähigkeit

Heute ist richtig was los auf meinem Blog, das ist heute schon mein dritter Beitrag. 😀 Während die letzten beiden Posts erfreuliche Themen besprachen, möchte ich mich nun den ernsten Dingen des Lebens widmen. Ich danke Annika von kathrinsbooklove, dass sie mich dazu inspiriert und aufgeklärt hat.
Offenbar ist dieses Wochenende (während ich Bücher in das neue Regal einsortiert habe) eine Erschütterung durch die Buch-BloggerInnen-Welt gegangen. Ein paar meiner lieben KollegInnen mussten einsehen, dass sie sich manchmal nicht besser verhalten als der Rest der weiten Internet-Community.
Es ging um den neuen Blog Die ehrliche Rezensentin und ihren ersten Post, den ihr HIER einsehen könnt. Anscheinend hat dieser Beitrag einen Shitstorm (was für ein blödes Wort) auf Twitter ausgelöst. Viele Buch-BloggerInnen fühlten sich auf den Schlips getreten und haben der Autorin so richtig Feuer unterm Hintern gemacht. Und das nur, weil sie schrieb, sie fände, dass viele Rezensionen zu nett sind. Einen Tag später stellte sich dann heraus, dass hinter dem Blog eine bereits bekannte Persönlichkeit der Szene steckte: Antonie von Die fabelhafte Welt der Bücher. Es war ein Experiment, ein Experiment, das grandios gescheitert ist, wie ihr HIER lesen könnt.

So viel zur Hintergrundgeschichte. Ich möchte dazu nun ein paar Worte sagen, obwohl die Ereignisse an sich völlig an mir vorbei gegangen sind. Ich finde, dass man sowas nicht einfach unkommentiert lassen darf. Denn es ist meiner Meinung nach keine spezielle Erfahrung, sondern nur das Symptom eines größeren Phänomens.
Was da passiert ist, ist ein Ausdruck dessen, wie wir uns im Internet verhalten. Egal auf welcher Plattform, ob nun Blog, Forum oder Twitter. Was sind wir nur für hypersensible Memmen geworden? Ja, von mir aus, dann macht mich doch fertig aufgrund meiner Wortwahl. Aber wartet damit bitte bis zum Ende des Posts. Ich nehme mich da nämlich nicht aus. Auch ich bin extrem empfindlich, wenn ich Kritik im Internet lese. Als ich den Post von Die ehrliche Rezensentin las, schaltete auch mein Inneres direkt in die Defensive. „Meine Rezensionen sollen zu unehrlich sein??? Was bildet die sich ein???“, so dachte ich (in etwa).
Bis vor ein paar Monaten übermannten mich solche Gedanken auch jedes Mal, wenn ich Kritik auf meinem eigenen Blog las, die sich dann direkt an mich richtete. Ich beobachtete das an mir und ich schämte mich dafür. Denn was ist Kritik anderes als gut gemeinte Hilfe? Ich habe dann bewusst die Entscheidung getroffen, meine inneren Reaktionen besser zu kontrollieren. Wenn ich im Netz etwas veröffentliche, muss ich damit rechnen, dass nicht jede/r meine Beiträge für perfekt hält. Und wenn ich ehrlich bin, halte ja nicht mal ich selbst mein Geschreibsel für perfekt. Warum werde ich also wütend, wenn mir jemand das bestätigt, was ich sowieso schon denke und irgendwo weiß? Das heißt, ich haue mir nun einfach jedes Mal selbst auf die Finger, wenn ich merke, dass sich Empörung in mir breit machen will. „Stopp, fahr dich runter. Das ist NICHT böse gemeint“. Ist es so einfach? Ja, ist es.
In Bezug auf so allgemeine Kritik wie die von Die ehrliche Rezensentin ist es sogar noch einfacher. Sie hat mich nicht persönlich angesprochen. Vermutlich kennt sie meinen Blog nicht mal. Es gibt für mich daher absolut keinen Grund, ihre Worte persönlich zu nehmen und das Gefühl zu entwickeln, sie hätte mir ans Bein gepinkelt. Ich bin der Meinung, ihre Einschätzung trifft auf meine Rezensionen nicht zu. Sie mögen nicht perfekt sein, aber ehrlich sind sie. Ich schreibe prinzipiell auf, was mich stört. Ich muss nicht aus der Haut fahren, da ich meines Erachtens nach NICHT gemeint bin.
Zum wichtigsten aller Punkte an dieser Geschichte komme ich aber jetzt: angenommen, ich wäre der Meinung, dass Die ehrliche Rezensentin richtig liegt und meine Rezensionen etwas zu weichgespült sind. In welcher Welt ist es bitte eine logische Reaktion, meine Wut darüber an IHR auszulassen? Ist das denn ihre Schuld? Hat sie mir einen Revolver an die Schläfe gedrückt und mich gezwungen, einen Beitrag so und nicht anders zu schreiben? Selbstverständlich nicht. ICH bin Schuld. „Töte nicht den Boten“. Ich muss den Fehler nicht bei ihr suchen, sondern bei mir. Mir muss ich Vorwürfe machen, nicht ihr. Ja, vielleicht fühle ich mich durch ihre Worte in die Ecke gedrängt und habe das Bedürfnis, mich mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Doch so werde ich aus der Ecke nicht heraus kommen. Es gibt nur eine Person, die die Macht dazu hat, mich da rauszuholen: ich selbst. Statt also auszuflippen und wilde Beleidigungen ins Netz zu schmeißen, wäre es doch wesentlich rationaler, ein Zwiegespräch mit mir selbst zu führen und eine Lösung zu finden.
Ich mache mir etwas vor, wenn ich glaube, ich wäre wichtig genug, dass jemand mich persönlich verletzen will, weil ihm oder ihr etwas an meinem Blog nicht gefällt. Ich bin NICHT der Mittelpunkt der Gedankenwelt anderer.

Lange Rede, kurzer Sinn: sind wir denn alle so wenig kritikfähig? Wie wenig Selbstbewusstsein haben wir eigentlich und wie wichtig nehmen wir uns selbst? Entweder ich vertraue meinem Schaffen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann sollte ich eine Möglichkeit finden, das zu ändern. Wenn ich hinter dem stehe, was ich schreibe, bringt mich doch eine kleine Kritik nicht aus dem Konzept.
Ich für meinen Teil arbeite daran, meine Reizschwelle wieder nach oben zu versetzen. Weil ich niemandem weh tun möchte, nur weil MEIN Ego angekratzt ist. Weil ich besser sein möchte als das. Ich möchte mit Kritik umgehen können. Es ist nicht immer leicht meine Gefühle zu kontrollieren, denn in meinem Blog steckt mein Herz und meine Seele, aber es ist sehr wohl leicht, die Kontrolle über meine Handlungen zu behalten.
Manchmal sollten wir vielleicht einfach die Finger von der Tastatur nehmen und kurz innehalten.

 
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Verfasst von - 18. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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18. 08. 2014 – Die fabelhafte Lillie

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Es gibt einige tollle Blogs da draußen in der großen weiten Internet-Welt, aber einer meiner liebsten ist und bleibt {Bookraptured}. Lillie ist eine fleißige und äußerst begeisterungsfähige Bloggerin, weswegen ich ihr gern vertraue, was Buch-Empfehlungen angeht. Dank ihr ist schon das eine oder andere Buch auf meiner Wunschliste gelandet. 😉

Jetzt feiert Lillie einen wichtigen Meilenstein: sie hat die 200-Follower-Marke geknackt. Ich finde das toll, denn sie hat die Aufmerksamkeit definitiv verdient. Noch besser für mich als treue Followerin ist dabei, dass Lillie nicht allein feiert, sondern ihre Freude mit uns allen teilt. Sie veranstaltet ein extrem umfangreiches Giveaway, für das ich hier jetzt mal ein bisschen Werbung machen möchte. Einerseits steigert das meine Chancen, tatsächlich mal was zu gewinnen (hey, ein bisschen Egoismus ist erlaubt!), andererseits finde ich die Aktion einfach großartig und möchte euch alle auffordern, mitzumachen! 😀
Es gibt eine Menge Buchpakete zu gewinnen, sowohl in Englisch als auch in Deutsch. Da ist bestimmt auch etwas für euch dabei! Schaut doch einfach mal vorbei! Dafür müsst ihr nur auf Lillies Logo klicken, denn ich habe es mit ihrem Beitrag verlinkt. 😉

Ich wünsche euch allen ganz viel Glück bei dem Gewinnspiel und gratuliere Lillie von Herzen zu ihrem tollen Meilenstein! Mach weiter so, du bist fabelhaft! ❤

 
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Verfasst von - 18. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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18. 08. 2014 – Montagsfrage: Traumjob mit Büchern?

Puh, es war ein anstrengendes, aber sehr produktives Wochenende, denn… mein neues Bücherregal hängt! 😀 Ich hab jetzt wieder ganz viel Platz! 😀 Ich möchte euch noch ausführlich von dem Projekt „Bücherregal-Expansion“ erzählen, aber da das sicher etwas umfangreicher wird, brauche ich ein paar Tage, um den Beitrag zu erstellen. 🙂

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Heute ist jedoch sowieso erst mal Montag, Zeit für die Montagsfrage von Nina aka Libromanie!
Diese Woche geht es um berufliche Wünsche:

Was wäre dein Traumjob, wenn du irgendwas mit Büchern machen könntest?

Lustig, dass Nina ausgerechnet diese Frage stellt, denn mein Ziel ist es auf jeden Fall, irgendwann was mit Büchern zu machen. Nach dem Studium möchte ich in den Journalismus gehen. Ich möchte in der Welt der Nachrichten arbeiten, möchte Artikel schreiben und mir einen Namen machen. Doch das große Endziel ist es, eines Tages mein Geld damit zu verdienen, dass ich Bücher lese und Rezensionen schreibe. Kurz gesagt: ich möchte Literaturkritikerin für eine Zeitung werden. Ich weiß, dass das ein ehrgeiziges Ziel ist, aber das ändert nichts daran, dass ich es versuchen werde. Ich habe diese Traumvorstellung, dass ich eines schönen Tages in einem kleinen Kabuff sitze, die Wände voller Bücher sind und ich den ganzen Tag nichts anderes tue, als Literatur zu lesen und einzuschätzen. Das würde mich wirklich glücklich machen.

Wie ist es bei euch? Möchtet ihr in eurem Beruf auch mit Büchern zu tun haben?

Ich freue mich wie üblich sehr auf eure Kommentare, denn ich bin wirklich neugierig, was eure Träume sind. 🙂

 
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Verfasst von - 18. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Kate Jarvik Birch – Perfected

„Perfected“

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Reihe: Perfected #1

Autor: Kate Jarvik Birch

Format: Hardcover

Seitenzahl: 304

Verlag: Entangled Teen

Sprache: Englisch

ISBN: 1622662687

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 31.07.2014

Bewertung:

Der Ruhm für die Entdeckung von „Perfected“ gebührt nicht mir, sondern der fabelhaften Lillie von {Bookraptured}. Dank ihrer begeisterten Rezension bekam ich ebenfalls Lust, das Buch zu lesen und bestellte es bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit gleich mit. Ich versuche sonst, mich nicht so sehr von Covern beeinflussen zu lassen, aber im Fall von „Perfected“ muss ich mal eine Ausnahme machen. Ist das Cover nicht wunderschön? Wäre ich ohne Lillies Hilfe darüber gestolpert, dieses Cover hätte mein Interesse sofort geweckt. Außerdem passt es auch perfekt zur Geschichte.

Die 16 – jährige Ella weiß, dass ihr Leben nur einem einzigen Zweck dient: ihre Besitzer zufrieden zu stellen. Denn dafür wurde sie gemacht. Seit die Regierung ein umstrittenes Gesetz verabschiedet hat, dass es erlaubt, genetisch perfektionierte Mädchen als Haustiere zu halten, geben die Reichen und Berühmten eine Menge Geld dafür aus, sich solche „Familien Gefährten“ als Statussymbole zuzulegen. Ella wird an einen Mann verkauft, der maßgeblich an der Zulassung dieses Gesetzes im amerikanischen Repräsentantenhaus beteiligt war. Doch all ihre Schulung konnte sie nicht darauf vorbereiten, was sie in dessen Haus erwartet: sein Sohn Penn. Penn allein erkennt, dass Ella mehr als nur eine perfekte Fassade ist und erobert ihr Herz, obwohl ihr solche Gefühle verboten sind. Ella weiß, dass sie mit dem Feuer spielt, denn als Haustier ist sie auf Gedeih und Verderb ihrem Besitzer ausgeliefert. Stück für Stück beginnt sie zu verstehen, dass hinter ihrem verhätschelten und oberflächlichen Leben dunkle Abgründe lauern. Ella muss sich entscheiden: wählt sie die Liebe und somit die Freiheit oder bleibt sie bei der Familie des Abgeordneten und wählt eine fragile Sicherheit?

Es hat mich zutiefst beeindruckt, wie es Kate Jarvik Birch gelungen ist, eine bedrohliche Perspektive so zart und zerbrechlich wirken zu lassen. Haustier zu sein bedeutet in ihrer ruhigen Dystopie, ein Leben als Sklavin zu führen. Mit besserer Behandlung zwar, doch ohne jegliche Entscheidungsgewalt. Ella akzeptiert dieses Leben, denn sie kennt einfach nichts anderes. Ihre Ich-Perspektive ist es, die der Geschichte eine unschuldige, reine, aber auch naive Note gibt. Ellas Blickwinkel hat Birch intensiv und konsequent ausgearbeitet. Viele Hintergründe sind angedeutet, aber nur wenig wird deutlich ausgesprochen, denn niemand macht sich die Mühe, ihr etwas zu erklären. Ab und zu dachte ich, Ella müsste nur einmal hinter den Schleier der Verhätschelung sehen und hätte alle Antworten zu den Ungereimtheiten in ihrem Dasein als Haustier direkt vor der Nase. Die Verbindungen und Fakten sind da, Birch gestattet Ella nur nicht, sie zu sehen und überlässt es auch den LeserInnen selbst, sie zu erkennen. Ich fand das brillant, es hat mir solchen Spaß gemacht, die Puzzleteile zusammen zu setzen. In meinen Augen ist der Roman genau deswegen rund, weil eben nicht alles auf einem Silbertablett präsentiert wird und sich so viel zwischen den Zeilen abspielt.
In der Goodreads – Beschreibung steht, dass „Perfected“ ein Buch über die Macht der Liebe ist. Ich sehe das ein wenig anders. Ja, Liebe ist ein wichtiges Thema, aber ich glaube, das eigentliche Hauptthema ist der freie Wille. Ella wurde genetisch manipuliert; sie wurde mit dem Ziel gedrillt, unbedingten Gehorsam zu erreichen – aber all das konnte ihr ihren freien Willen nicht nehmen oder ihn brechen. Ella ist kein Roboter, sie ist ein Mensch; fähig zu Entscheidungen, Zweifeln und mit einem Gewissen ausgestattet. Diese Eigenschaften sind stärker als Befehle und solange die GenetikerInnen sie nicht wegzüchten können, ist ihre Vorstellung von Perfektion eine Illusion. Ich liebe dieses Motiv, vor allem, weil die Autorin Birch damit nicht pathetisch umgegangen ist, sondern es subtil in die Geschichte verwoben hat. Es liegt wie eine Meta-Botschaft ganz dicht unter der Oberfläche und ähnelt damit wiederum Ellas Figur an sich. Alles fügt sich herrlich in einander.
Als ich „Perfected“ ausgelesen hatte, trieb mich die Frage um, ob ich mir eine Fortsetzung wünsche. Ich kam zu dem Schluss, dass sich in mir zwei Parteien gebildet haben: ein kleiner Teil, der sich einen zweiten Band aus bekannten Gründen wünscht – Bindung an die Charaktere, Neugier, das Übliche eben. Doch der größere Teil möchte, dass diese Geschichte genauso bleibt wie sie ist, mit allen unbeantworteten Fragen. Ich finde, in ihrer Unvollkommenheit ist sie perfekt.
Erst heute habe ich zu dem Thema Fortsetzung recherchiert. Es wird einen zweiten Band geben. Kate Jarvik Birch schreibt es selbst auf ihrer Goodreads – Profilseite. Mich enttäuscht das ein wenig. Aber da der kleine Teil jetzt jubiliert, werde ich die Fortsetzung selbstverständlich trotzdem lesen.

„Perfected“ ist eine leise YA Dystopie, deren Bedrohung von dem ausgeht, was zwischen den Zeilen steht. Kate Jarvik Birch vertraut ihren LeserInnen und lässt sie selbstständig mit der Geschichte arbeiten. Ich denke, dieses Buch ist die passende Lektüre für all diejenigen, die auch einer verletzlichen Protagonistin zutrauen, am Ende die Heldin des Tages zu sein. Ella schwingt keine Waffen, sie erlebt keine wilden Abenteuer. Stattdessen kämpft sie gegen eine Gegnerin, die vermutlich die furchteinflößendste von allen ist: sich selbst.
Danke liebe Lillie für den Hinweis auf ein wunderschönes Buch.

 
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Verfasst von - 16. August 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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15. 08. 2014 – Wann hast du das letzte Mal geweint? [Teardrop-Release-Kampagne]

Der Verlag cbt und Blogg dein Buch haben eine Aktion zum Release des Buches „Teardrop“ von Lauren Kate ins Leben gerufen, in der es um tiefe Gefühle geht. Gefühle, die einen zum Weinen bringen.
Da ich einerseits weiß, dass die meisten LeserInnen gern etwas aus dem Leben ihrer BloggerInnen erfahren und mich andererseits das Buch interessiert, habe ich beschlossen, teilzunehmen.
Eigentlich geht es nur darum, eine einfache Frage zu beantworten:

Wann hast du das letzte Mal geweint?

Für mich ist das aber eine sehr persönliche Frage, da ich selten weine und noch seltener vor anderen. Ich war schon immer jemand, die ihre Gefühle für sich behalten hat, weil ich immer der Ansicht war und bin, dass sie niemanden außer mir etwas angehen. Dass ich also jetzt mein letztes Erlebnis, das mit Tränen verbunden war, mit euch teile, dürft ihr durchaus als großes Ding interpretieren. Vielleicht bin ich dazu bereit, weil es eine Situation war, in der es um Liebe ging. Die Liebe einer Tochter zu ihrem Vater.

Als ich meinem Vater sagte

Ich denke, ich muss meine Antwort noch ein bisschen näher erläutern.
Jedes Kind hält seine Eltern für Helden. Bei manchen hält das länger an, bei manchen nicht. Das ist normal. Doch wie ihr sehen könnt, habe ich die Formulierung „trotz allem“ in meine Antwort eingeschlossen. Das hat einen Grund. Mein Vater kann körperlich nicht immer so, wie er gern würde. Als ich noch klein war, konnte er nicht im Schneidersitz auf dem Boden sitzen und mit meinen Puppen, Autos, Kuscheltieren, Ü-Ei-Figuren oder was auch immer mit mir spielen. Er konnte mich nicht immer so hoch heben, wie er es vielleicht gern gewollt hätte.
Als wir letztes Weihnachten in Dänemark waren, hatten wir ein unglaublich intensives Gespräch. Ich will hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber der Endeffekt dieses Gesprächs war, dass ich ihm sagte, dass er immer mein Held war. Er hat das erst nicht verstanden. Er hat all die Situationen aufgezählt, in denen er nicht so mit mir umgehen konnte, wie es vielleicht „normal“ gewesen wäre. Aber was ist schon normal? Ich habe ihm unter Tränen erklärt, dass er vielleicht nicht so mit mir gespielt hat, wie die Väter meiner FreundInnen es mit ihren Söhnen und Töchtern getan haben, aber dass das für mich nie eine Rolle gespielt hat. Ich habe nie hinterfragt, wie er mit mir umgegangen ist, weil ich glücklich war. Weil er stattdessen mit mir gerauft hat, wenn es zum Abendessen Kraftfleisch gab. Weil er sich mit mir „Die Sendung mit der Maus“ angesehen hat. Weil er mir abends „Käpt’n Blaubär“ vorgelesen hat. Weil er mit mir Kartoffeln in unserem Garten ausgebuddelt hat. Weil er mir selbst einen Sandkasten gebaut hat. Weil niemand so grillen kann wie er. Weil er immer eine Antwort für mich hatte und bis heute hat. Mein Vater ist mein Held, weil ich mir keine einzige Welt vorstellen kann, in der er es nicht ist. Seine körperlichen Grenzen waren mir immer egal, mehr noch, ich habe sie gar nicht wahrgenommen, schon gar nicht, als ich noch klein war. Das ist das größte Geschenk, das er mir machen konnte. Er hat mich einfach nicht spüren lassen, was er nicht konnte, weil er mich dafür hat sehen, fühlen und erleben lassen, was er konnte.
Ich habe so sehr geweint bei diesem Gespräch, weil mir überhaupt nicht klar war, dass er nicht wusste, wie ich empfinde. Er wusste nicht, dass ich ihn vor meinem geistigen Auge immer mit wehendem Cape und Strumpfhosen sehe, während im Hintergrund eine heroische Melodie läuft.
Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit hatte, ihm zu sagen, wie viel er mir bedeutet und wie sehr ich ihn liebe. Manche Menschen sprechen ihren Eltern gegenüber nie aus, wie dankbar sie ihnen sind und bereuen es später, wenn sie nicht mehr da sind. Ich schon. Das war die Tränen wert.

Möchtet ihr auch teilnehmen und ein paar persönliche, emotionale Erinnerungen mit uns teilen? Dann schaut doch mal bei cbt oder Blogg dein Buch vorbei!

Was gibt es zu gewinnen?

Teardrop - Lauren Kate„Teardrop“ von Lauren Kate

»Vergieße nie eine einzige Träne!« Dieses Versprechen musste Eureka ihrer Mutter geben und siebzehn Jahre lang hat sie sich daran gehalten. Selbst als ihre Mutter bei einem Autounfall starb. Doch dann trifft sie Ander, einen attraktiven und äußerst mysteriösen Jungen. Er bringt sie so durcheinander, dass sie eine Träne vergießt – und Ander fängt sie mit seiner Fingerspitze auf. Auch er scheint zu wissen, dass Eureka nicht weinen darf. Doch was ist ihr großes Geheimnis? Warum wissen alle anderen davon, nur sie nicht? Und warum verhält sich ihr bester Freund, Brooks, plötzlich so aggressiv ihr gegenüber? Waren sie nicht kurz davor, ein Paar zu werden? Wem kann Eureka noch vertrauen?
(Quelle: Blogg dein Buch)

 

Ihr dürft natürlich gern wie immer Kommentare und Gedanken hinterlassen. Ich freue mich darauf. 🙂

 
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Verfasst von - 15. August 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Carolyn Crane – Mind Games

„Mind Games“

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Reihe: The Disillusionists #1

Autor: Carolyn Crane

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 371 Seiten

Verlag: Spectra

Sprache: Englisch

ISBN: 0553592610

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 27.07.2014

Bewertung:

Kennt ihr das Gefühl, in der Urban Fantasy schon alles gelesen zu haben? Vampire, Werwölfe, Magier, Dämonen – ich kenne sie alle. Trotzdem lese ich dieses Genre noch immer gern. Obwohl ich mit den Grundzutaten bestens vertraut bin, bin ich stets gespannt, wie der Autor oder die Autorin versucht, sie in eine neue, innovative Geschichte einzubauen. Umso überraschter bin ich dann allerdings, wenn mir ein UF – Roman über den Weg läuft, der völlig anders ist und ohne die bekannten Supras auskommt. „Mind Games“ von Carolyn Crane ist so ein Fall. Hier geht es mal nicht um Gestaltwandler oder fiese Blutsauger, sondern um – Trommelwirbel – Psychologie.

Justine Jones ist seit Jahren eine Gefangene ihrer eigenen Angst: sie ist eine pathologische Hypochonderin. Während ihrer extremen Panikattacken ist sie überzeugt, an einem geplatzten Hirnaneurysma zu leiden. Sie weiß, dass ihre Angst irgendwann ihr Leben zerstören wird.
Doch eines Tages erhält Justine ein Angebot, das zu verlockend ist, um es abzulehnen: sie soll sich einem Team zur Verbrechensbekämpfung anschließen. Ausgerechnet die Hypochondrie ist es, die sie dafür prädestiniert. Der höllisch attraktive Packard bringt ihr bei, wie sie ihre Angst kanalisieren kann, um Kriminelle gemeinsam mit ihren KollegInnen zu desillusionieren und dadurch dauerhaft zu besseren Menschen zu machen. Zum ersten Mal ist Justine mit Menschen zusammen, die genauso neurotisch sind wie sie und kann völlig sie selbst sein. Allerdings scheint hinter den Desillusionisten und ihrem Chef Packard mehr zu stecken, als anfangs angenommen. Gibt es einen Zusammenhang mit der Verbrechenswelle, die die Stadt seit Jahren zu überschwemmen droht?

„Mind Games“ hat bei mir leider weniger Eindruck hinterlassen, als ich vor dem Lesen dachte. Die Idee dahinter ist so großartig, so frisch und neu und einfach atemberaubend – aber die Geschichte selbst ist unglücklicherweise eher flach.
Carolyn Crane hat sich viel Mühe bei der Konstruktion ihrer Protagonistin gegeben. Justine ist eine sehr überzeugende Figur, bei deren psychischer Problematik Crane unglaublich tief ins Detail gegangen ist. Ich konnte mir bildhaft vorstellen, wie sehr ihre Krankheit sie einengt und bremst; ihre Verzweiflung war absolut greifbar. Aus dem Käfig ihrer Ängste dank Packard befreit, zeigt sich Justines wahres Wesen. Denn eigentlich ist sie eine mutige und starke junge Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht. Mich hat diese Verwandlung völlig fasziniert, weil sie glaubhaft ist. Angst lähmt und schwächt, sie nimmt Menschen ihre Persönlichkeit und ersetzt sie mit Dunkelheit.
Die negative Seite an dieser ausführlichen Ausarbeitung von Justine ist, dass sie dadurch eine so dominante Rolle in der Geschichte einnimmt, dass die Nebencharaktere zu kurz kamen. Sie bei der Arbeit als Desillusionistin zu erleben fand ich überaus spannend; es hätte mich daher brennend interessiert, wie ihre ebenso neurotischen KollegInnen die Aufträge ausführen. All diese potentialreichen Figuren verschwinden jedoch völlig hinter der Protagonistin. Vielleicht war die Entscheidung für Justine als Ich-Erzählerin nicht die beste; ein auktorialer Erzähler hätte möglicherweise für etwas mehr Ausgewogenheit sorgen können.
Außerdem glaube ich, dass die Geschichte der Autorin nach der Hälfte entwischt ist; als hätte sie sich in eine Richtung entwickelt, die Carolyn Crane nicht geplant hatte. An diesem Punkt hatte ich den Eindruck, als wüsste sie nicht mehr, wie das Buch enden soll. Nachdem die Story dadurch einige Seiten irgendwie in einer Sackgasse steckt, scheint ihr dann plötzlich die zündende Idee gekommen zu sein – dann geht es nämlich rasend schnell. Kaum verwunderlich, dass mich das Ende dementsprechend nicht richtig überzeugte. Zwischen den Zeilen konnte ich regelrecht die Erleichterung der Autorin spüren, nun doch noch eine mögliche Auflösung entdeckt zu haben. Ich fand diese ein wenig an den Haaren herbei gezogen, etwas zu gewollt und zu unnatürlich. Darüber hinaus steht – ohne hier zu viel verraten zu wollen – Justine wieder so sehr im Fokus. Wie konnten all die Nebencharaktere nur jahrelang ohne sie überleben?

„Mind Games“ lebt und atmet nur durch Justine. Es ist vollständig ihre Geschichte, sie steht und fällt mit ihr. Glücklicherweise mochte ich Justine wirklich gern, sonst wäre meine Bewertung des Buches sicher wesentlich negativer ausgefallen.
Ich werde Carolyn Crane und der „The Disillusionists“ – Reihe auf jeden Fall noch eine Chance geben und den zweiten Band „Double Cross“ lesen. Ich komme von dieser großartigen Idee einfach nicht los. Ernsthafte Neurosen in andere Menschen leiten und sie damit in bessere Versionen ihrer selbst verwandeln? Wie cool ist das bitte?
Wenn ihr es mit „Mind Games“ versuchen möchtet, solltet ihr euch auf einen sehr erwachsenen Urban Fantasy Roman einstellen, der Übernatürliches und Psychologie in besonderem Maße verbindet. Ihr solltet euch aber auch darüber im Klaren sein, dass ihr ihn nur mögen werdet, wenn ihr auch der Protagonistin Justine Sympathie entgegen bringen könnt. Vor diesem Hintergrund möchte ich „Mind Games“ an LeserInnen empfehlen, die des altbekannten UF Stoffes müde sind und etwas Neues ausprobieren möchten.

 
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Verfasst von - 14. August 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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