RSS

06. 06. 2014 – Das Karussell des Wahnsinns: Meine Wunschliste

06 Jun

Eigentlich wollte ich heute keinen Beitrag verfassen. Nachdem ich die letzten 4 Tage am Stück gebloggt habe, fand ich, es sei Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Dummerweise kam etwas dazwischen, wozu ich unbedingt ein paar Gedanken loswerden möchte: Goodreads. goodreads_f4

Ich liebe diese Seite. Für mich ist sie das virtuelle Äquivalent zu einem ausgedehnten Besuch in einer Buchhandlung. Ich kann bequem auf dem Sofa sitzen und nach Herzenslust in einem riesigen Sortiment stöbern. Die Empfehlungen sind großartig, ich finde eigentlich immer etwas, das mir gefällt und mich interessiert.

Meine Beziehung zu dieser Seite ist trotzdem erstaunlich paradox. So viel Spaß es mir macht, nach neuem Lesestoff für mein Regal zu suchen, ich verbiete es mir meistens. Auf meiner Wunschliste stehen bereits jetzt fast 250 Bücher. Wenn ich nicht aufpasse, werden daraus innerhalb von zwei Stunden schnell mal 300. Das ist verrückt. Sobald ich die Buttons „Recommendations“ oder – ganz neu – „Explore“ anklicke, betrete ich ein fatales Karussell. Einen Teufelskreis. Heute wollte ich eigentlich nur schauen, was sich hinter „Explore“ verbirgt. Dann wollte ich bloß herausfinden, was für ein Buch „The Truth About Alice“ von Jennifer Mathieu ist. Schon befand ich mich in einer Spirale, aus der ich mich bewusst herausreißen musste. „The Truth About Alice“ führte mich zu „The Girl With All The Gifts“ von M. R. Carey, durch welches ich dann wiederum bei „Afterparty“ von Daryl Gregory landete. Alle drei stehen nun auf meiner Wunschliste. Das Entdecken passender Literatur ist für mich wie ein Sog. Eine Seite wie Goodreads (oder auch amazon, wobei ich hier die Empfehlungen oftmals unpassend und merkwürdig finde) bietet Informationen über eine so breite Masse an Büchern, dass ich wirklich aufpassen muss, um mich nicht zu verlieren. Denn eigentlich ist es schon jetzt Unsinn, 250 Bücher auf dem Wunschzettel stehen zu haben. Einige dieser Bücher werde ich vermutlich niemals besitzen.
Glücklicherweise neige ich überhaupt nicht dazu, die Lektüre auf meinem Wunschzettel auch sofort zu kaufen. Die Liste dient mir eher als Erinnerungsstütze. Ich kann warten. Teilweise jahrelang. Wäre das anders, wäre ich vermutlich schon pleite, säße auf der Straße und könnte hier nicht für euch bloggen. Man rechne es mal durch: 250 Bücher à rund 10€ pro Buch, macht in etwa phänomenale 2.500€, die meine Liste momentan an Wert enthält. Das übersteigt meine Möglichkeiten um… ich finde keinen passenden, dramatischen Vergleich. Davon kann ich ein halbes Jahr lang meine Miete bezahlen.
Genau das ist der Grund, warum ich mir normalerweise verbiete, mich durch die Empfehlungen zu wühlen, obwohl es eigentlich kaum Konsequenzen nach sich zieht. Schon jetzt habe ich ernste Probleme, wirklich Fortschritte im Abbau dieser Liste zu machen. Ich habe keine Hoffnung, dass es mir jemals völlig gelingt. Es grenzt dementsprechend an Wahnsinn, immer wieder neue Bücher auf meinen Wunschzettel zu schreiben.
Vielleicht sollte ich mir mal ein Limit setzen. Im Stil von „Erst wenn der Wunschzettel nur noch 100 Bücher enthält, darfst du neue draufsetzen.“ Vielleicht habe ich dann eine minimale Chance, jemals zumindest im zweistelligen Bereich anzukommen.

Wie handhabt ihr das? Führt ihr überhaupt eine Wunschliste? Setzt ihr euch ebenfalls Grenzen bei der Suche nach neuen Büchern? Oder ist es euch einfach egal? Habt ihr Geduld oder kauft ihr direkt alles, was euch gefällt und interessiert?

Ich freue mich sehr auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , , ,

3 Antworten zu “06. 06. 2014 – Das Karussell des Wahnsinns: Meine Wunschliste

  1. amaunet0101

    Juni 7, 2014 at 12:21 pm

    Also ich finde, Wunschlisten sind eine feine Sache…Es gibt doch nichts schöneres, als sich auf etwas zu freuen! (auch wenn’s manchmal lange dauert)
    Ich hatte eigentlich schon immer ein Notizbuch, in dem ich meine Wünsche notiert habe, damit ich, wenn ich in einer Buchhandlung war, gezielt danach Ausschau halten konnte. Aber als ich mich dann irgendwann bei ebay angemeldet hatte, hat das ganze völlig neue Dimensionen angenommen. Als ich nämlich entdeckte, dass ich hier viele vergriffene „alte“ Bücher von geliebten AutorInnen günstig ersteigern konnte, gab es für mich fast kein Halten mehr.
    Inzwischen habe ich diesen Teil meiner Wunschliste längst abgearbeitet, aber kürzer wird sie deswegen noch lange nicht…Ich entdecke immer wieder was Neues (manchmal auch altes) was ich unbedingt haben „muss“.
    Mir ging es so, dass mein Bücherregal aus allen Nähten platzte. Aber vor nicht langer Zeit habe ich einen Entschluss gefasst, der für Entlastung gesorgt hat: alle Krimis und Thriller (die ich garantiert kein zweites Mal lesen werde) gebe ich nach dem Lesen weiter – entweder an einen sozialen Bücherladen ganz in der Nähe oder an meine lese- und sammelwütige Tochter, die mir zusätzlich noch einiges „aus dem Kreuz geleiert“ hat, was sie unbedingt selbst haben wollte. Und weil ich ja jederzeit auf die Bestände in ihrem Regal zurück greifen kann, bin ich da recht großzügig.
    Fakt ist, dass ich z.Zt. über 100 noch nicht gelesene Bücher in meinem Regal zu stehen habe. Da ergibt es sich von selbst, dass ich mir mit dem Neuerwerb vor allem von Neuerscheinungen jede Menge Zeit lasse. Außerdem: je länger ich warten kann, desto höher ist die Chance, ein preisliches Schnäppchen zu machen…und ich finde es immer gut, wenn ich für den Neupreis eines Buches zwei oder vielleicht sogar drei gebrauchte kriegen kann!

    Gefällt 1 Person

     
  2. Cat

    Juni 22, 2014 at 10:55 pm

    Eine echt sinnvolle Unterscheidung, finde ich, ist die zwischen “Möchte ich lesen und besitze ich auch” und “Möchte ich lesen, hab ich aber nicht da”. Das sorgt schon mal für ein wenig Ordnung, aber meine Wunschliste auf GR wächst auch fleißig und nur ganz selten kaufe oder leihe ich eins der Bücher aus. Das liegt aber auch daran, dass mein Nachbar mir ständig tolle Bücher schenkt und ich deshalb zu Hause genug auf Vorrat habe 😉
    Hauptsache ist, das es Spaß macht! Die Wunschliste soll mich bloß nicht runterziehen. Vielleicht sortier ich sie irgendwann mal aus… aber ich habe es nicht dringend damit.

    Gefällt 1 Person

     
    • wortmagieblog

      Juni 23, 2014 at 3:14 pm

      Hallo Cat,

      diese Unterscheidung nehme ich natürlich auch vor. Die Wunschliste enthält ausschließlich Werke, die ich noch nicht besitze. Ich hätte sie quasi auch „Haben haben haben“ nennen können. 😀
      Gut, dass du dir keinen Druck machst aufgrund deiner Wunschliste. Vielleicht erreiche ich diese Gelassenheit auch eines Tages. 😀

      LG,
      Elli

      Gefällt mir

       

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: