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Archiv für den Monat Mai 2014

Ally Condie – Matched

„Matched“

matched

Reihe: Matched #1

Autor: Ally Condie

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 366 Seiten

Verlag: Speak

Sprache: Englisch

ISBN: 014241977X

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 27.05.2014

Bewertung:

Während der Vorbereitungen für die Rezension zu „Matched“ huschte mir der Gedanke durch den Kopf, dass die Trilogie der perfekte Kandidat für eine Verfilmung wäre. Das Genre boomt ja zurzeit. Eine kurze Recherche erbrachte, dass Disney sich bereits die Rechte an den Romanen gesichert hat. Bisher ist noch nichts Genaueres bekannt, außer, dass David Slade Regie führen und Kieran Mulroney das Drehbuch schreiben wird. Ich kann da nur sagen: schnell noch die fehlenden Bücher besorgen. „Matched“ besaß ich schon, nun ist es von meinem SuB auf meinen Gelesen – Stapel umgezogen.

Es ist der Abend von Cassias 17. Geburtstag. Der Abend, an dem sie endlich erfährt, wer ihr Match sein wird, ihr zukünftiger Lebenspartner. Cassia könnte kaum besser gelaunt sein, denn sie kann diesen überaus wichtigen Moment mit ihrem besten Freund Xander teilen. Als der Zeitpunkt gekommen ist und sie vor dem großen Bildschirm steht, auf dem sie ihren Zukünftigen das erste Mal erblicken soll, bleibt dieser allerdings schwarz. Die Situation wird schnell aufgeklärt, Cassia kann ihr Glück kaum fassen: Xander ist ihr Match. Wie üblich erhalten beide eine Mikrokarte mit Informationen über den jeweils anderen und obwohl Cassia glaubt, alles über ihren Freund aus Kindertagen zu wissen, ist sie neugierig auf die Details aus Xanders Leben, die die Gesellschaft für wichtig genug hält, um sie ihr mitzuteilen. In einem ruhigen Moment will sie sich den Inhalt der Mikrokarte ansehen – dieser Moment wird ihr ganzes Leben verändern. Denn auf der Karte befindet sich nicht nur Xanders Gesicht.

In „Matched“ präsentiert Ally Condie eine dystopische Gesellschaft, die sich vor allem durch Kontrolle auszeichnet. Alles wird gewogen, gemessen, analysiert und ausgewertet. So gut wie alle Unterschiede sind beseitigt, es gibt kaum Individualität. Anfangs erschien mir diese Form der Gesellschaft gar nicht so bedrohlich; der Terror baut sich eher langsam auf, je mehr Details über die Kontrollmechanismen und ihre Ausmaße zum Vorschein kommen. Menschen sind nicht mehr als Variablen in einer gigantischen Wahrscheinlichkeitsrechnung, die manipuliert und vorhergesagt werden können. Ich fand diesen Ansatz plausibel und überzeugend, obwohl Condie bisher nichts darüber offenbart, wie dieses System entstand.
Die Geschichte an sich spielt sich hauptsächlich im Geist der Protagonistin Cassia ab. „Matched“ fokussiert ihre Entwicklung; es ist daher nicht verwunderlich, dass der erste Band nur wenig spektakuläre oder rasante Ereignisse bereithält. Unglücklicherweise ließ mich Ally Condie nicht völlig an Cassias Lossagung von den Normen der Gesellschaft teilhaben. Ich war manchmal ziemlich überrascht von den Entwicklungssprüngen, die sie durchlebt, obwohl diese genretypisch und etwas vorhersehbar sind. Ihre Zweifel scheinen sich still einzuschleichen ohne dass sie sie ausformuliert; die Konsequenzen daraus erschienen mir daher radikal und heftig. Allgemein hatte ich so meine Probleme mit der Identifizierung mit Cassia und ihrem männlichen Gegenpart Ky; ich kann aber nicht definieren, was mich blockierte. Beide ProtagonistInnen blieben mir auf gewisse Weise fremd; so konnte ich auch die Gefühle, die sich zwischen den beiden entwickeln, nicht richtig spüren. Trotz dessen faszinierte es mich, dass Cassias und Kys Beziehung stark auf der Liebe zu verbotenen Gedichten aufbaut; den Einfluss von Poesie auf ihr beider Leben fand ich romantisch und zauberhaft.
Angesichts meiner Identifizierungsschwierigkeiten mit Cassia und Ky ist es umso erstaunlicher, wie leicht ich eine Verbindung zu den Nebencharakteren herstellen konnte. Mit Ausnahme von Cassias bester Freundin Em fand ich sie alle glaubwürdig und konnte mich gut in sie hineinversetzen, sogar in Cassias kleinen Bruder Bram.

Ich bin mir noch nicht sicher, wohin Ally Condie ihre LeserInnen in der „Matched“ – Trilogie führen möchte, bin aber trotzdem vom Potential der Geschichte überzeugt. Der Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, sowohl innerhalb wie außerhalb des Systems, ist eine spannende und interessante Perspektive. Ich hoffe, dass Condie in den Folgebänden diese hinreichend nutzt, statt sich weiterhin auf Cassias (mentale) Rebellion zu konzentrieren. Obwohl ich bisher noch kein verlässliches Urteil über Cassia und Ky fällen konnte, bin ich optimistisch, dass mein Bild auf die eine oder andere Weise im nächsten Band „Crossed“ deutlich konkreter wird. Ich werde die Trilogie dementsprechend weiter verfolgen.
Ich empfehle „Matched“ an LeserInnen, die mit Interesse gedankliche Entwicklungen von ProtagonistInnen verfolgen. Vor dem Hintergrund einer über die Maßen kontrollfixierten Gesellschaft wird euch Cassia den Geist der Revolution einhauchen.

 
 

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Susan Ee – Angelfall

„Angelfall“

angelfall

Reihe: Penryn and the End of Days #1

Autor: Susan Ee

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 325 Seiten

Verlag: Hodder and Stoughton

Sprache: Englisch

ISBN: 144477851X

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult & Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 23.05.2014

Bewertung:

Wenn ein Buch als „Internet Phänomen“ bezeichnet wird und bei Goodreads eine sensationelle Bewertung von 4,23/5 Sternen erhält, kann man schon mal mächtig neugierig werden. Wären diese Punkte nicht gewesen, ich hätte vermutlich Skrupel gehabt, es mit „Angelfall“ von Susan Ee zu versuchen. Meine bisherigen Erfahrungen mit Engeln in der Urban Fantasy waren sehr gemischt; in Christoph Marzis „Uralte Metropole“ – Reihe liebte ich sie, Heather Killough-Waldens Auftakt ihrer „Engelssturm“ – Reihe, „Uriel“, fand ich hingegen schrecklich. Da ich aber wusste, dass es sich bei „Angelfall“ nicht ausschließlich um einen Urban Fantasy Roman handelt, sondern parallel um einen Vertreter des Dystopie – Genres, war ich optimistisch, dass mir Susan Ees Erstlingswerk gefallen würde.

Die Welt liegt in Trümmern, die Menschheit ringt um ihr Überleben. Sechs Wochen ist es her, seit die biblische Offenbarung Realität wurde und Engel alles Irdische angriffen und zerstörten. Inmitten dieser Apokalypse kämpft Penryn darum, ihre Familie am Leben zu erhalten. Als sie ihre paranoid-schizophrene Mutter und ihre an den Rollstuhl gefesselte kleine Schwester Paige in die Berge bringen möchte, beobachten die drei einen brutalen Kampf zwischen Engeln. In dem Versuch, die Engel von ihrer Mutter und Paige abzulenken, mischt sich Penryn in den Kampf ein, doch leider geht ihr Plan schief und Paige wird entführt. Nun kennt Penryn nur noch ein Ziel und ist bereit, einfach alles dafür zu tun: sie muss Paige finden und retten. Selbst, wenn das bedeutet, sich mit dem Feind zu verbünden…

Ich glaube, „Angelfall“ ist der beste Young Adult Dystopie Roman, den ich je gelesen habe und schlägt darüber hinaus auch einige Urban Fantasy Bücher um Längen. Durch den Genre – Mix war Susan Ee nicht gezwungen, sich mit aller Gewalt eine logische, realistische Erklärung für ihre Apokalypse einfallen zu lassen und konnte ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Trotz dessen blieb sie innerhalb der Grenzen des Vorstellbaren; hat man sich als LeserIn erst einmal mit der Existenz von Engeln abgefunden, überzeugt ihre Dystopie durch Intelligenz und Systematik.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht natürlich die Protagonistin Penryn und ihre Suche nach ihrer entführten kleinen Schwester Paige. Penryn fungiert als Ich – Erzählerin; hierbei beeindruckte mich Susan Ee mit einer bemerkenswerten Konsequenz. Jegliche Details, die für Penryn nicht relevant sind, sind nicht in die Erzählung integriert. Das empfand ich als plausibel, denn für Penryn spielt es beispielsweise überhaupt keine Rolle, warum die Engel sich zu dem Angriff auf die Menschheit entschlossen oder welche Ziele sie verfolgen, also denkt sie auch nie darüber nach. Sie ist eine der stärksten, rationalsten, pragmatischsten und zielstrebigsten Figuren, die ich je kennenlernen durfte, wirkt deswegen aber nicht kalt oder gefühlsarm. Ihre Rettungsaktion ist mörderisch und gefährlich, doch durch ihre Art erschien sie mir als das normalste und logischste der Welt. Ich habe nie daran gezweifelt, ob es vielleicht einen besseren Weg gegeben hätte, um Paige aus den Fängen der Engel zu befreien. Seit Jahren sorgt Penryn für sie und ihre Mutter; es ist dementsprechend schlüssig, dass sie sich für beide verantwortlich fühlt. Damit einher geht eine außergewöhnliche Reife, die durch Penryns Vergangenheit jedoch ebenfalls glaubwürdig ist und nicht fehl am Platze wirkt, wie bei vielen anderen Young Adult Romanen. Selbstverständlich hat auch eine so rigorose Persönlichkeit wie Susan Ees Protagonistin ab und zu mal schwache und irrationale Momente, die mir die Identifikation mit ihr zusätzlich erleichterten, sodass ich mich mit ihr verbunden fühlte.
Penryns Verbündeter, der Engel Raffe, ist da das genaue Gegenteil. Für ihn konnte ich erst am Ende des Buches ein Gefühl entwickeln, da er den gesamten Roman über gewollt distanziert bleibt. Doch durch den kurzen Ausblick, den ich letztlich auf ihn erhaschen konnte, bin ich nur noch neugieriger, wie er sich in Band zwei entwickeln wird.

Die letzten hundert Seiten von „Angelfall“ sind so rasant und spannend gestaltet, dass ich unfassbar enttäuscht war, als die Geschichte dann endete. Ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass es schon vorbei war und kann es jetzt kaum abwarten, mir den nächsten Band „World After“ zu besorgen. Susan Ees Reihe „Penryn and the End of Days“ verspricht wirklich, überwältigend zu werden und die Chancen stehen gut, dass sie Lauren Olivers „Delirium“ – Reihe vom Thron meiner liebsten Young Adult Dystopie stößt. In „Angelfall“ ist mir keine einzige Schwäche aufgefallen; ich wüsste nicht, wie man Urban Fantasy und Postapokalypse noch besser umsetzen könnte, ergo empfehle ich sie allen LiebhaberInnen dieser Genres. Penryn ist etwas ganz Besonderes, ihre Geschichte ein Schmuckstück – ihr werdet euch garantiert verlieben, ebenso wie ich.

 

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26. 05. 2014 – Montagsfrage: Original vs. Übersetzung

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Es ist Montag, das heißt, es ist wieder einmal Zeit für die Montagsfrage von Libromanie. Diese Woche geht es um folgende Frage:

Gibt es AutorInnen, die du lieber im Original liest?

Für mich ist diese Frage nicht schwer zu beantworten, denn prinzipiell lese ich alle Bücher lieber im Original. Ähnlich wie bei Nina beschränkt sich das auf englische Bücher, denn mein Französisch ist massiv eingerostet und mein Spanisch… nun ja, ich würde wohl nicht verhungern, würde man mich mitten in der spanischen Pampa aussetzen, aber da hört es dann auch schon auf. Ich muss aber hinzufügen, dass ich kaum Werke von französischen und/oder spanischen AutorInnen lese. Ich bin mir nicht sicher, wieso das so ist, aber irgendwie begegnen mir nur sehr selten Bücher, die nicht von deutschen, britischen oder amerikanischen AutorInnen stammen. Das überrascht mich selbst; es scheint etwas mit dem Algorithmus von Seiten wie amazon oder Goodreads zu tun haben. Von diesen Websites beziehe ich den Großteil meiner personalisierten Empfehlungen, die ja auf den Büchern basieren, die ich bereits besitze, gelesen oder auf meine Wunschliste gesetzt habe. Da diese auch Großteils aus Deutschland, Großbritannien und Amerika kommen, werden mir vermutlich nur sehr wenige Bücher aus anderen Ländern vorgeschlagen. Verrückt, oder?
Back to topic. Ich habe mehrere Gründe, warum ich lieber Originale lese, soweit es englischsprachige AutorInnen betrifft:

  1. Die Schönheit der Sprache bleibt erhalten. Viele englische Witze, Metaphern, Vergleiche u.ä. gehen durch die Übersetzung verloren.
  2. Es gibt keine Irritation durch einen sinnlosen, falsch übersetzten Titel, von Eigenerfindungen des Verlags ganz zu schweigen (s. Rachel – Morgan – Reihe von Kim Harrison).
  3. Ich bin nicht auf Gedeih und Verderb der deutschen Verlagspolitik ausgeliefert. Dieser Punkt betrifft vor allem Reihen. Deutsche Verlage schauen bei der Veröffentlichung einer Reihe nur auf den Profit, das heißt, sie splitten gern mal ganze Bände auf, sie stellen Reihen manchmal mittendrin ganz ein und weigern sich, weitere Bände zu übersetzen. Die Wartezeit zwischen zwei Bänden beträgt oft Monate, manchmal sogar Jahre, obwohl sie auf dem britischen/amerikanischen Markt schon längst erschienen sind. Das ärgert mich maßlos; ich möchte unabhängig von diesen Machenschaften sein.
  4. Es gibt in Amerika und Großbritannien keine Buchpreisbindung, dadurch sind Bücher aus diesen Ländern oft wesentlich günstiger als deutsche Ausgaben. Es kann zwar manchmal ein paar Monate dauern, bis diese Ausgaben veröffentlicht werden, aber man kann sich in der Regel sicher sein, dass irgendein britischer oder amerikanischer Verlag versuchen wird, einen finanziellen Vorteil durch günstige Ausgaben zu erringen. Wer sich für das Thema Buchpreisbindung und deren Zweckmäßigkeit interessiert, sollte das Thema übrigens mal googlen. An dieser Regelung gibt es nämlich eine Menge negativer Aspekte.
  5. Die Auswahl bezüglich der Ausgaben ist größer. Dieser Punkt ergibt sich natürlich aus Punkt 4, ich halte es aber für einen tollen Vorteil. Ich suche mir gern aus, welche Ausgabe ich in mein Regal stelle und nehme natürlich immer die, die ich persönlich am schönsten finde.
  6. Der zeitliche Vorsprung des amerikanischen und britischen Markts ist enorm. Das Thema habe ich in Punkt 3 bereits angeschnitten, aber ich möchte es trotzdem noch mal gesondert besprechen, da es eben nicht nur Reihen betrifft. Mir ist bis heute nicht klar, warum wir in Deutschland so unglaublich weit hinterher hinken; warum die Zusammenarbeit zwischen britischen/amerikanischen und deutschen Verlagen nicht besser ist, obwohl das sicherlich möglich wäre. Ich gehe davon aus, dass auch das mit der Buchpreisbindung zusammenhängt; deutsche Verlage können es sich leisten, ihre KundInnen warten zu lassen, was natürlich nicht sehr kundenfreundlich ist.
  7. Englische Ausgaben zu lesen fördert meine Fähigkeiten in der englischen Sprache. Es erweitert meinen Wortschatz und mein Verständnis für die Grammatik. Mein Englisch ist während des Studiums sehr fachspezifisch geworden; ich benutze oft Formulierungen, die man im Alltag und umgangssprachlich niemals verwenden würde. Mir ist wichtig, beides gut zu beherrschen, sowohl Fachsprache als auch Umgangssprache und dabei helfen mir englische Bücher.

Wenn ich jetzt noch länger überlegen würde, würden mir sicher noch mehr Argumente einfallen, aber ich belasse es erst mal bei diesen sieben. Kurz gesagt lese ich also alle muttersprachlich-englischen AutorInnen lieber im Original.
Es gibt allerdings eine Einschränkung. Obwohl ich in den meisten Fällen auf englische Originale umgestiegen bin, gibt es bestimmte Bücher, die ich immer noch auf Deutsch lese. Das hängt damit zusammen, dass ich eine gute Tochter sein möchte. 😀 Meine Ma tut sich ein bisschen schwer mit englischen Originalen. Ich versuche schon seit einer Weile, sie dazu zu überreden, sich mehr zuzutrauen und es einfach zu versuchen, aber bisher habe ich nur kleine Fortschritte gemacht. Ich fände es dementsprechend sehr unfair, bei bereits begonnenen Reihen, die wir beide lesen möchten, einfach zu den englischen Versionen zu wechseln. Ein gutes Beispiel ist die Anita – Blake – Reihe von Laurell K. Hamilton. Ich würde so gern umsteigen, aber ich verzichte für meine Mutter darauf. Noch zumindest. 😉

 

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24. 05. 2014 – Lesen: eine Gefahr für die Psyche?

Ihr kennt sicher alle die hübschen Warnungen auf Zigarettenschachteln, die auf die Gefahren des Rauchens hinweisen sollen. „Rauchen kann tödlich sein“, „Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung THX to slog.thestranger.comerheblichen Schaden zu“ und ähnliches, über deren Zweck man sich sicher streiten kann.
Geht es nach den StudentInnen der University of California in Santa Barbara, sollen nun auch Bücher solche Warnhinweise auf dem Cover tragen, sogenannte „Trigger Warnings“ (zu Deutsch etwa: „Auslöse Warnungen“). Die Studentenschaft verlangt dies, weil Bücher, die sensible, grenzwertige Themen wie Selbstmord, Gewalt, Rassismus oder Vergewaltigung ansprechen, möglicherweise Erinnerungen an vergangene Traumata wecken könnten und somit eine Gefahr für die psychische Gesundheit der StudentInnen darstellten. Sollte dieser Forderung nachgegeben werden, könnten die StudentInnen in Zukunft anhand der Warnungen selbst entscheiden, ob sie die im Seminar besprochene Lektüre lesen möchten oder nicht (gleiches gilt übrigens auch für Filme). Dies würde natürlich vor allem stark gesellschaftskritische Klassiker betreffen wie „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald.
Die Lehrkörperschaft steht dieser Forderung der StudentInnen eher ablehnend gegenüber; einerseits, weil eine allgemeine Regelung für alle StudentInnen in die falsche Richtung gehe, andererseits, weil schwierige, provokante Themen zum Studium dazu gehörten und es wichtig sei, darüber zu diskutieren.

Ich bin hinsichtlich dieser Thematik zwiegespalten. Persönlich brauche ich keine Warnhinweise auf Büchern, denn aus meiner Vergangenheit gibt es keine Traumata, an die ich durch eine Lektüre erinnert werden könnte. Doch ich möchte nicht unsensibel sein und schließe deshalb nicht von mir auf andere. Ich bin überzeugt, es gibt dort draußen LeserInnen, die fürchterliche Erinnerungen mit sich herumtragen, welche beim Lesen an die Oberfläche treten könnten. Das Erinnern sollte ihnen meines Erachtens nach definitiv erspart bleiben, doch ich bin mir nicht sicher, ob „Trigger Warnings“ wirklich der richtige Weg sind. Wie so oft ist die Frage der Grenzziehung meine größte Sorge. Wo beginnt potentiell verstörende Literatur und wo hört sie auf? Ist Kurt Vonneguts „Slaughterhouse 5“ ein Kandidat für einen Warnhinweis, weil es den Zweiten Weltkrieg und das Bombardement Dresdens thematisiert? Wie ist es mit „The Help“ von Kathryn Stockett, das vom subtilen Alltags-Rassismus in den Südstaaten der 60er Jahre handelt?
Wohin führen uns „Trigger Warnings“? Ist das nicht irgendwie eine Vorstufe der Zensur? Bieten sie StudentInnen nicht eine Ausrede, um sich nicht mit unbequemen Themen auseinander setzen zu müssen, die vielleicht auch gar nichts mit ihren Traumata zu tun haben? Die Welt ist grausam, ungerecht und gewalttätig; es ist das Vorrecht der Kunst, in diesem Fall der Literatur, sie kritisch abzubilden. Wir brauchen Menschen, die uns den Spiegel vorhalten und uns auf die Dinge aufmerksam machen, die falsch laufen. Wir müssen uns mit den Fehlern unserer Gesellschaft beschäftigen, um die Welt zu einem besseren Ort machen zu können.
Außerdem befürchte ich, dass die „Trigger Warnings“ missbraucht werden könnten. Wenn es an der University of California Sitte ist, ein Buch nicht lesen zu müssen, wenn der Inhalt für die Psyche der StudentInnen gefährlich sein könnte, wie soll kontrolliert werden, dass StudentInnen nicht einfach behaupten, sich von diesem Buch gefährdet zu fühlen? Ich bin selbst Studentin, ich weiß, dass die Ausreden, warum man eine Lektüre nicht lesen konnte oder wollte, sehr kreative Ausmaße annehmen können. Niemand kann nachweisen, dass tatsächlich ein Trauma vorliegt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die TeilnehmerInnen eines Seminars verpflichtet wären, dieses psychologisch bestätigen zu lassen; dazu kann man einfach niemanden zwingen, das geht meines Erachtens zu tief in die Persönlichkeitsrechte hinein.

Ich denke, dass der Schutz psychisch traumatisierter StudentInnen der University of California ein wichtiges und richtiges Anliegen ist, das ich auch unterstützen kann. Doch es muss einen besseren Weg geben, als Bücher pauschal als potentiell gefährlich abzustempeln. Denn so weit waren wir schon einmal.

Wie seht ihr das? Findet ihr, dass „Trigger Warnings“ eingesetzt werden sollten?
Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. 🙂

Quelle: „Trigger Warnings“ auf Büchern: Lesen auf eigene Gefahr – taz.de.

 

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Karen Mahoney – Iron Witch: Das Mädchen mit den magischen Tattoos

„Iron Witch: Das Mädchen mit den magischen Tattoos“

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Reihe: The Iron Witch #1

Originaltitel: The Iron Witch

Autor: Karen Mahoney

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 317 Seiten

Verlag: Baumhaus

Sprache: Deutsch

ISBN: 3843201196

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 18.05.2014

Bewertung:

Tattoos sind für mich die schönste Körperkunst, die es gibt. Ich bin selbst mehrfach tätowiert und gebe es zu: ich bin süchtig. Meine Tätowierungen bedeuten mir sehr viel und gehören so fest zu mir wie die Farbe meiner Augen. Sie sind der offen sichtbare Ausdruck meiner Persönlichkeit. Beispielsweise habe ich auf der Innenseite meines rechten Oberarms ein Bücherregal verewigt, kombiniert mit dem Wort „Wortmagie“.
Der Klappentext von „Iron Witch: Das Mädchen mit den magischen Tattoos“ zog mich sofort an, weil ich die Idee magischer Tattoos aus Silber und Eisen spannend fand. Ich konnte mir zwar nicht genau vorstellen, wie die Autorin Karen Mahoney diese Idee umsetzen wollte, aber ich beschloss, mich darauf einzulassen.

Donna Underwood versteckt ihre Unterarme schon seit Jahren. Alle glauben, unter ihren langen Handschuhen wären diese durch Brandnarben fürchterlich entstellt, doch das ist nicht wahr. Sie sind ein alchemistisches Wunder: magische Tätowierungen aus Silber und Eisen retteten Donna in ihrer Kindheit nach einem Angriff der Dunklen Elfen das Leben. Seitdem sind ihre Arme nicht nur gebrandmarkt, sondern auch übermenschlich stark. Ihre Stärke ist alles, was Donna den Dunklen Elfen entgegen setzen kann, als diese eines Tages plötzlich zurückkehren. Wieder wird sie überfallen und angegriffen; scheinbar haben es die Elfen auf Donna persönlich abgesehen. Zielsicher treffen sie sie an ihrer empfindlichsten Stelle: sie entführen Donnas besten Freund Navin. Wird sie eines der größten Geheimnisse der Alchemie an die Elfen verraten, um so ihren besten Freund zu retten?

Ich glaube, für ein Buch wie dieses bin ich schlicht zu alt. Ich fand es durchweg schwach, unlogisch, kitschig und infantil. Ich weiß, dass „Iron Witch“ der Autorin Karen Mahoney sicher viel bedeutet; dass viel Arbeit darin steckt und ich habe durchaus Respekt davor. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Mahoney nicht gerade der talentierteste Stern am AutorInnen – Himmel ist.
Donnas Geschichte soll märchenhaft wirken; Mahoney schreibt über die Entstehung ihres Buches, dass viele ihrer Ideen aus Träumen stammen. Nur leider gelang es ihr überhaupt nicht, eine verträumte, überzeugende Atmosphäre aufzubauen. Einerseits liegt das an absolut mangelhaften Umgebungsbeschreibungen, andererseits an der unlogischen Konzipierung einiger Szenen. Letzteres bezieht sich unter anderem auf die Kampfszenen. Ich hatte den Eindruck, dass Mahoney sich in diesen nicht wohl fühlte beim Schreiben; sie sind eher schwach geraten und können sich auch über gewollt witzige Momente nicht retten.
Wie oft habe ich mich schon darüber beschwert, dass sich Hauptfiguren im Young Adult – Genre oft viel zu erwachsen verhalten – nun, zumindest diesen Punkt musste ich in „Iron Witch“ nicht kritisieren. Donna ist 17 Jahre alt, doch auf mich wirkte sie eher, als wäre sie erst 12. Ihr gesamtes Verhalten, ihre Gedankengänge sind kindlich. Nie denkt sie über die Konsequenzen ihres Handelns nach; nie bezieht sie die Möglichkeit in Betracht, Erwachsene um Hilfe zu bitten. Ich war geschockt, als ich Karen Mahoneys Auffassung ihrer Protagonistin las; schreibt sie doch, dass Donna viel zu schnell erwachsen werden musste, aber stark und unabhängig sei, ohne im Selbstmitleid zu versinken. Diese Einschätzung ist so weit entfernt von meinem eigenen Empfinden, dass ich mich fragte, ob ich vielleicht ein anderes Buch gelesen habe. Donna beschäftigt sich ständig mit der Frage, wieso grade sie mit so einem Leben geschlagen ist; sie überdramatisiert ihren Schulausschluss (dessen Grund übrigens auch wenig überzeugend ist) und vergleicht diesen dann auch noch ernsthaft mit dem Tod der Mutter ihres besten Freundes.
Fehlt noch der männliche Protagonist, denn was wäre das Ganze ohne eine romantische Liebesgeschichte? Donna begegnet Xan auf einer Party – viel klischeehafter hätte ihr Zusammentreffen kaum sein können, denn selbstredend spüren sie sofort, dass sie etwas verbindet. Damit aber noch nicht genug ist Donna (oder Mahoney?) unerträglich auf Xans Äußeres fixiert, was mich wirklich störte. Ja, er ist heiß, ich habe es beim ersten Mal schon begriffen, kein Grund, es wieder und wieder zu wiederholen.

Es passiert nicht oft, dass ich überhaupt kein gutes Haar an einem Roman lassen kann, doch „Iron Witch: Das Mädchen mit den magischen Tattoos“ ist leider so ein Fall. Ich weiß, dass ich in dieser Rezension vermutlich hart und streng wirke, aber ich halte absolut nichts von Schönrederei. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, gibt es meines Erachtens nach keinen Grund, das nicht auch deutlich zu schreiben.
Ich kann für „Iron Witch“ keine Empfehlung aussprechen; es erübrigt sich wohl, zu schreiben, dass ich die Reihe nicht weiter verfolgen möchte.

 
 

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21. 05. 2014 – Das Buch zum Skandal

Der große Verräter sitzt in Moskau, doch die Welt dreht sich weiter.
Heute las ich wieder einmal einen Artikel in der taz über ein neues Buch, das zum Thema Edward Snowden und NSA – Skandal erschienen ist. Dieses spezielle wurde vom Journalisten Glenn Greenwald verfasst, der beim Guardian angestellt ist und von Beginn an mit Snowden zusammen arbeitete. Es heißt „Die globale Überwachung“. Macht sich gut neben „Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre“ von Luke Harding, der ebenfalls über den Guardian in Kontakt mit Snowden kam. Und neben „Der NSA – Komplex“ von Marcel Rosenbach und Holger Stark. Ach und natürlich neben „ÜBERWACHT: Warum die NSA – Aktivitäten nur die Spitze des Eisbergs sind und was Sie als Bürger, Konsument und Arbeitnehmer jetzt wissen müssen“ von Markus Stolpmann.
Vielleicht erkennt ihr bereits, worauf ich hinaus will. Ich würde gern eins dieser Bücher lesen. Aber ich weiß einfach nicht, welches, denn es sind zu viele. Ich sehe nicht ein, alle zu kaufen, denn man kann wohl davon ausgehen, dass sich die Informationen ab einem gewissen Punkt überschneiden werden. Außerdem bin ich so ehrlich, zuzugeben, dass ich es einfach nicht fertig bringe, vier Bücher (und mehr) zu einem einzigen Thema zu lesen.

Ich möchte eigentlich nur wissen, was in den Dokumenten steht, die Edward Snowden illegal kopierte und an die Presse weitergab. Ich muss nicht wissen, dass er sich während einer Passwort – Eingabe eine Decke über den Kopf zieht, weil er Angst hat, Kameras an der Decke des Hotelzimmers könnten sein Passwort ausspähen, wie es Glenn Greenwald beschreibt. Ich muss auch nicht wissen, dass er auf Kung Fu, Mangas und die Waffe Walther P-22 steht, worüber Luke Harding seine LeserInnen informiert. Ich wünsche mir ein Buch, das ohne großes Drumherum die Essenz dieses Skandals erklärt. Doch wenn mir schon, ohne überhaupt in diese Richtung zu recherchieren, vier verschiedene Bücher vor die Füße geworden werden, habe ich schon keine Lust mehr, herauszufinden, welches meine Fragen am treffendsten beantwortet. Es ist zu viel. Reizüberflutung.

Einige mögen mir jetzt vorwerfen, dass ich zu schnell aufgebe. Ja, das stimmt. Wenn ich wirklich wollte, könnte ich herausfinden, welches das beste Buch für mich ist. Aber wisst ihr, ich glaube, ich bin mit meiner mangelnden Motivation gar nicht so allein. Für viele Menschen ist es schon schwer genug, sich überhaupt dazu zu motivieren, ihre Passwörter regelmäßig zu ändern. Dass es ihnen dann auch schwer fällt, das eine Buch auszusuchen, das ihnen den Überwachungsskandal erklärt, ohne um den heißen Brei herum zu quatschen und auch für Laien verständlich ist, kann ich absolut nachvollziehen. Ich finde, Autoren wie Glenn Greenwald stören die Botschaft, die sie eigentlich vermitteln wollen. Sie wollen aufklären, informieren und sensibilisieren, aber durch die Flut an Veröffentlichungen fühlt man sich übersättigt und verwirrt, was wirklich schade ist, denn ihre Arbeit ist durchaus wichtig. Dieser Wunsch mag naiv sein, aber ich wünschte, sie hätten sich einfach zusammengesetzt und gemeinsam EIN Buch geschrieben, das alle Fragen beantwortet. Von mir aus auch in mehreren Bänden, als Reihe.

Wie denkt ihr darüber? Habt ihr auch schon mit dem Gedanken gespielt, euch ein Buch zum Thema NSA – Skandal anzuschaffen? Wenn ja, welches?
Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare. 🙂

Buch über Edward Snowden: Der Mann, der aus dem Internet kam – taz.de.
NSA-Buch des Guardian-Journalisten: Bericht aus dem Reich des Bösen – taz.de.
Sachbuch „Der NSA-Komplex“: Goldenes Zeitalter – taz.de.

    Die globale Überwachung - Glenn Greenwald Der NSA Komplex - Marcel Rosenbach & Holger Stark     Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre - Luke Harding     "Überwacht" - Markus Stolpmann

 

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20. 05. 2014 – Montagsfrage: Plus oder Minus?

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Libromanie – Bloggerin Nina hat sich für diese Woche eine Frage ausgedacht, die offenbar vielen Buch – Bloggern Kopfzerbrechen bereitet. Sie lautet: „Hand auf’s Herz: Habt ihr euren SuB seit Anfang des Jahres abbauen können oder ist er gestiegen?“

Als ich diese Frage las, musste ich tatsächlich erst mal überlegen, wofür SuB denn überhaupt steht. Es ist die Abkürzung für den „Stapel ungelesener Bücher“. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie viele der Bücher in meinem Regal noch ungelesen sind. Das hat für mich einfach nie eine Rolle gespielt, denn es war schon immer so, dass ich von Unmengen ungelesener Bücher umgeben war. Meine Eltern haben mindestens genauso viele Bücher wie ich; ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem eine Wand komplett von einem Bücherregal eingenommen wird. Ich bin daran gewöhnt, mich vor eine riesige Sammlung zu stellen, meine Augen über die Buchrücken wandern zu lassen und so zu entscheiden, welche Lektüre meine nächste sein soll.
Mein Stapel ungelesener Bücher steigt permanent. Ich sammle einfach gern und kann dem Impuls, immer wieder neue Bücher zu kaufen, nur schwer widerstehen. Wollt ihr wissen, was ich mir zu meinem Geburtstag nächsten Monat gewünscht habe? Ein neues Bücherregal. Schon jetzt erstreckt sich meine private Bibliothek fast über eine ganze Wand und sie platzt aus allen Nähten. Es wird Zeit, anzubauen, denn lieber schaffe ich ein neues Regal an, als auf den Kauf neuer Bücher zu verzichten. Zum Glück setze ich voll auf System-Bücherregale, die man beliebig erweitern kann.

Zusätzlich kann ich nicht immer etwas dafür, dass ständig neue Bücher hinzu kommen. Einerseits kauft auch meine Mutter fleißig neue Werke, die ich dann zum Teil bekomme, sobald sie sie ausgelesen hat. Das neuste Beispiel ist die „Mistborn“ – Reihe von Brandon Sanderson. Den ersten Band habe ich gekauft, kam aber noch nicht dazu, ihn zu lesen. Meine Ma bat mich vor ein paar Wochen, ihr diesen mitzubringen. Ich kam ihrer Bitte natürlich nach. Nach der Lektüre war sie so begeistert, dass sie die restlichen Bände besorgte; da die Reihe aber von mir begonnen wurde, wandern die Fortsetzungen in mein Regal und nicht in ihres.
Andererseits ist da noch immer die sehr umfangreiche Bibliothek meines Großvaters. Nach seinem Tod entschied meine Omi, dass sie einige seiner Bücher loswerden möchte. Mein Opi besaß unglaublich viele Werke „großer Autoren“. Goethe, Tucholsky, Frisch, Hemingway – ihr wisst, was ich meine. Diese Bücher sind wahre Schätze, alte DDR – Ausgaben (z.B. Verlag Volk und Welt), die teilweise schon 60 Jahre und mehr auf dem Buckel haben. Selbstredend, dass ich diese Bücher nicht verschenken oder verkaufen möchte. Also landen auch diese in meinem Regal.

Laut Goodreads umfasst mein Regal ungelesener Bücher („bought“-shelf) zur Zeit 214 Werke.
Ich habe mir angesehen, wie andere Buch-Blogger Ninas Frage beantwortet haben. Dabei stellte sich heraus, dass ich mit meinem dreistelligen SuB offenbar eine ziemliche Ausnahme bin. Diejenigen meiner kleinen Stichprobe, die die Frage konkret beantworten konnten und Zahlen genannt haben, variieren etwa zwischen zehn und 60 Büchern. Mir macht das allerdings nichts aus. Ich sehe das so: es wird sowieso immer mehr Bücher geben, als ich Lebenszeit zur Verfügung habe. Ich werde niemals alles lesen können, was ich lesen möchte. Aber ich kann mir zu meinen Lebzeiten eine Buch – Auswahl zusammen stellen, die mich davor bewahrt, jemals NICHT das Buch zur Hand zu haben, dass ich genau in diesem Moment lesen möchte. Ich liebe es, dass ich mir niemals Gedanken darüber machen muss, nicht genug Bücher im Haus zu haben. Ich liebe es, im Genre frei wechseln zu können, je nach aktueller Vorliebe. Vermutlich braucht man keine 200 Bücher in Reserve. Aber wisst ihr was? Bei Büchern gilt für mich: lieber erst mal haben als nicht haben. 😀

 

 

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13. 05. 2014 – Die Montagsfrage von Libromanie

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Die aktuelle Montagsfrage von Libromanie lautet: Autor oder Autorin? Von wem lest ihr mehr Bücher?
Ich habe mich – bewaffnet mit Zettel und Stift – vor meine Goodreads – Buchliste gesetzt und eine Strichliste angefertigt. Dabei habe ich lediglich diejenigen AutorInnen mitgezählt, die ich auch tatsächlich gelesen habe, die „To Read“ – Liste fiel also komplett weg. Das Ergebnis sieht aus wie folgt:

11949849671589982655male_symbol_dan_gerhards_01.svg.med  Männer: 123                           220px-Venus_symbol.svg   Frauen: 54

Offensichtlich sind die Männer eindeutig die Sieger, zumindest hinsichtlich der totalen AutorInnen – Anzahl. Das bedeutet nicht unbedingt, dass ich insgesamt mehr Bücher von Autoren im Regal stehen habe. Schließlich umfasst allein die Anita – Blake – Reihe von Laurell K. Hamilton bereits 13 Bände und die Chicagoland – Vampires – Serie von Chloe Neill sieben Bände, ich habe aber beide Autorinnen nur jeweils einmal dazu gerechnet.
Das Fazit, das ich aus dieser Zählung ziehen kann, ist also maximal eine Tendenz oder Neigung zu männlichen Autoren. Um ein genaues Verhältnis zu ermitteln, müsste ich erst einmal alle meine Bücher zählen, dann die Zahl der Bücher von weiblichen Autorinnen ermitteln und sie der Zahl der Bücher von männlichen Autoren gegenüber stellen. Wollte ich es ganz genau machen, würde das die Wunschliste einschließen, sowie alle Bücher, die ich mir irgendwann einmal ausgeborgt habe. Ich bin ehrlich: darauf habe ich absolut keine Lust. 😉 Laut Goodreads habe ich zur Zeit 801 Bücher in meinen virtuellen Regalen; gelesene, ungelesene, geborgte, verborgte, wieder verkaufte, verlorene, noch nicht gekaufte und so weiter und so weiter und so fort. Ich bin mir relativ sicher, dass diese Anzahl noch nicht mal vollständig ist, weil ich mich an die vielen Bücher, die ich mir von meinen Eltern geliehen oder gelesen habe, als ich noch bei ihnen wohnte, Großteils nicht mehr erinnern kann. Ihr seht, für ein absolut relevantes und aussagekräftiges Ergebnis müsste ich mir unfassbar viel Arbeit machen. Nehmt es mir nicht übel, dass ich davor ein wenig zurück schrecke und meine Zeit lieber sinnvoller nutze. Zum Beispiel zum Lesen. 😀

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 13.05.2014!++

 

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10. 05. 2014 – Gegen das Vergessen

DSCF8924Das Thema meines heutigen Eintrags ist mehr als ernst und liegt mir so sehr am Herzen, dass es wohl ein längerer Text wird, den ich hier verfassen werde. Ich war heute, begleitet von meinem Partner und meiner Hündin, auf dem Bebelplatz (vormals Opernplatz) in meiner Heimatstadt Berlin. Dort fand eine Veranstaltung der Partei Die Linke statt, die jährlich am heutigen Datum begangen wird; gegen das Vergessen, für das Erinnern.

Am 10. Mai 1933, also heute vor genau 81 Jahren verbrannten Studenten der Berliner Humboldt – Universität im Zuge der nationalsozialistischen „Aktion wider den undeutschen Geist“ auf dem Bebelplatz/Opernplatz etwa 25.000 Bücher von insgesamt 94 jüdischen, pazifistischen und/oder links eingestellten Autoren.
Kennt ihr die Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, in der die deutsche Archäologin Dr. Elsa Schneider einer Bücherverbrennung in Berlin beiwohnt und ihr Tränen über die Wangen laufen, obwohl sie mit den Nazis zusammen arbeitet? Für diejenigen, denen die Szene nicht geläufig ist, ich habe sie für euch verlinkt. Der Youtube-Clip ist zwar auf Englisch, doch das spielt keine Rolle, mir geht es nur um die Emotion, die Dr. Schneider vermittelt: Szene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (etwa ab Minute 01:00). Genau das, was Dr. Schneider in dem Film empfindet, fühle auch ich jedes Mal, wenn ich an dieses abscheuliche Verbrechen an der Literatur vor 81 Jahren denke.

DSCF8926Darum war es für mich selbstverständlich, dass ich an der heutigen Veranstaltung der Linken teilnehme. Sie trägt das Motto „Lesen gegen das Vergessen“ und beinhaltet Lesungen einiger öffentlicher Personen aus Texten, die entweder am gleichen Ort 1933 verbrannt wurden oder die aufgrund ihres Inhalts verbrannt worden wären. Eingerahmt wird diese Lesung von der Aktion „Ein Ort zum Lesen“; diese einfache, aber wunderschöne Kunstinstallation besteht aus 30 Stühlen (lt. Website der Aktion), die rund um eine Regalskulptur aufgestellt wurden. Sowohl auf den Stühlen als auch im Regal selbst wurden Werke platziert, die der „Liste der verbrannten Bücher“ entstammen. Dank der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Bookcrossing“ sind all diese Bücher ausdrücklich zum Verschenken gedacht; ein Stück Geschichte, das mit nach Hause genommen werden kann.
Die Lesung selbst wurde von Gesine Lötzsch geleitet und musikalisch von der Big Soul DSCF8922Band der Gustav-Heinemann-Schule untermalt. Ich empfand das ganze Event als sehr schön und dem Gedenken der Bücherverbrennungen 1933 würdig.
Als wir ankamen, war es bereits ziemlich voll (für so eine Veranstaltung, wenn zeitgleich Hertha BSC zu Hause gegen Borussia Dortmund spielt) und wir waren auch ein wenig spät dran, um 15 Uhr sollte es losgehen. Daher hatten wir nicht mehr viel Zeit, um in den Büchern der Aktion „Ein Ort zum Lesen“ zu DSCF8923schmökern und auch unsere Hoffnungen auf einen Sitzplatz verflogen recht schnell. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns ein Plätzchen hinter den Bankreihen zu suchen und dort Aufstellung zu beziehen. Immerhin konnte ich so ein paar annehmbare Fotos für euch schießen. 🙂

Als erstes las die mittlerweile 103 – jährige (!) Autorin Elfriede Brüning. Leider habe ich gepennt, als angesagt wurde, was sie vorlesen wird und habe mir keine Notizen dazu gemacht, aber ich vermute ganz stark, dass es die Novelle „Der Frankfurter Buchbrand“ von Heinrich Eduard Jacob war, die 1933 in der Sammlung „Novellen deutscher Dichter der Gegenwart“ erschien. Jacob selbst nannte das Werk die „Goethe – Novelle“, da er darin schildert, wie der 14 – jährige Goethe eine Bücherverbrennung erlebt. Unglücklicherweise konnte ich im Netz keine Version dieser Novelle finden. Ich fand es schwer, Frau Brüning zu folgen, da ihre Stimme natürlich nicht mehr ganz so kräftig ist. Trotzdem hat mich das, was sie gelesen hat, berührt, daher ist es umso enttäuschender, dass die Novelle online nicht zu finden ist. Micha Ullman
Vor dem nächsten Beitrag holte Gesine Lötzsch den israelischen Künstler Micha Ullman auf die Bühne, der das Mahnmal zum Gedenken an die Bücherverbrennung geschaffen hat. Das Denkmal ist eine unterirdische, leere, mit einer Glasplatte bedeckte Bibliothek. Ullman sagte im Wortlaut, dass es gerade die Leere seiner Bibliothek sei, die für sich spräche und ich muss ihm da zustimmen. Von den Bronzeplatten, die den Besucher über das Mahnmal aufklären, habe ich Fotos machen können.
Als nächstes las die Sängerin Barbara ThalheimBarbara Thalheim über ihren Vater. Ich muss zugeben, dass das Zuhören für mich ein wenig befremdlich war. Ihr Vater war Kommunist und flüchtete 1933 vor dem NS-Regime erst nach Frankreich und später nach Algerien, wurde jedoch von der Gestapo festgenommen und im KZ Dachau interniert, welches er glücklicherweise überlebte. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es sein mag, wenn die Vergangenheit des eigenen Vaters von Flucht, Gewalt und Angst geprägt war. Barbara Thalheim selbst sagte, dass sie mit ihrem Vater nie viel über die Umstände während der Nazizeit gesprochen hätte.
Während Barbara Thalheims Beitrag relativ lang war, glänzte der evangelische Theologe und ehemalige Rektor der Humboldt – Universität, Heinrich Fink, durch prägnante, eingängige Kürze. Er las aus seinem eigenen Werk „Wie die Humboldt – Universität gewendet wurde“ und erinnerte daran, dass das von Magnus Hirschfeld geleitete Heinrich FinkInstitut für Sexualwissenschaft am 06. Mai 1933 überfallen, die umfangreiche Bibliothek geplündert und zerstört, sowie der Bestand der Bibliothek später verbrannt wurde, das Institut jedoch bis heute nie wieder aufgebaut wurde.
Anschließend hieß es, Gojko Mitić würde nun lesen. Mitić, Mitić, Mitić… Den Namen kannte ich bereits. Doch woher? Ich fand es erst heraus, als ich zu Hause die verschiedenen LeserInnen recherchierte. Mitić wird auch der „Winnetou des Ostens“ genannt; er spielte in zahlreichen Gojko MiticDDR-Produktionen Vertreter der nordamerikanischen indigenen Bevölkerung. Heute las er Kurt Tucholskys „An das Publikum“ und Erich Kästners „Hymnus auf die Bankiers“. Bedenkt man, das beide Texte um 1930 herum erschienen sind, überraschen sie durch eine frappierende Aktualität. Ich kann nur empfehlen, sie beide zu lesen.
Die Schauspielerin und Sängerin Gina Pietsch wählte einen Text von Volker Braun; auch hier kann ich jetzt nicht mehr rekonstruieren, welchen sie vorlas. Das ist schade, weil mich Frau Pietsch Gina Pietsch 1durchaus beeindruckte, da sie ihren gesamten Beitrag auswendig rezitieren konnte, ohne ablesen zu müssen.
Als nächstes war ein Gruppe StudentInnen von der University of Michigan an der Reihe, die ein sehr kurzes Stück aufführten, von dem ich glaube, dass es um die Gefahren mangelnder Individualität ging. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, da die StudentInnen zum Teil erst seit Januar diesen Jahres Deutsch lernen und dementsprechend nicht so gut zu verstehen waren. Im Anschluss rezitierte ihre Dozentin gemeinsam mit einem etwas fortgeschritteneren Studenten und einer Violinistin das „Kriegslied“ von Erich Mühsam, ein wunderschönes Gedicht über die Sinnlosigkeit und Gewalt eines Krieges. Ich kannte es schon, doch es hat mir auch heute wieder einen Schauer über den Rücken gejagt.
Ernst-Georg SchwillDie Bühne wurde dann erneut an einen Schauspieler übergeben, nämlich an Ernst-Georg Schwill, der sich ebenfalls für einen Text von Kurt Tucholsky entschieden hatte: „Der Mensch“. Diesen verfasste Tucholsky jedoch unter dem Pseudonym Kaspar Hauser. Diese Wahl gefiel mir sehr gut, denn es ist ein satirisch-ironische Betrachtung der Gattung Mensch, die Schwill letztendlich auch einige Lacher einbrachte.
Es folgte der Auftritt der Schauspielerin Nadja Engel, die aus Käthe Reichels Werk „Dämmerstunde. Erzähltes aus der Kindheit“ vorlas. Ihre Lesung gefiel mir am besten, denn in dem Ausschnitt geht es um Demokratie und die Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit; er regte mich zum Nachdenken an und ich werde wohl versuchen, das Buch zu erstehen.
Nach diesem für mich beeindruckenden Auftritt folgte ein meines Erachtens nach eher schwacher: die Schauspielerin und Regisseurin Ursula Karusseit las den Epilog aus Ernst Tollers „Das Schwalbenbuch“. Dieser ist ein nette kleine Anekdote, die thematisiert, dass auch die Nazis in ihrem Kontrollwahn keine allumfassende Macht erreichen konnten. Symbolisch steht hier eine Schwalbenfamilie für den Widerstand im Dritten Reich. Mich hat dieser Text nicht sonderlich berührt, vermutlich unter anderem, weil ich mit Vögeln nicht viel anfangen kann. Zusätzlich war mir die Symbolik ein bisschen zu offensichtlich.
Nun wurde das Publikum erneut mit Kurt Tucholsky beglückt: der Student Fabian Wolf präsentierte „Aussage eines Nationalsozialisten vor Gericht“. Ich möchte zu diesem Text nicht zu viel sagen, da er sehr kurz ist und herrlich für sich selbst spricht. Bitte lest ihn einfach. 🙂
Erneut kam im Folgenden eine Sängerin zu Wort, Johanna Arndt. Sie hatte sich für drei kurze Texte entschieden, den Anfang machte Masha Kalékos Gedicht „Emigranten-Monolog“, das die Vertreibung wertvoller deutscher LiteratInnen und PoetInnen thematisiert. Als zweiten Text hatte sie Erich Kästners Zeugnis der Bücherverbrennung in Berlin ausgewählt. Als Augenzeuge erlebte Kästner hautnah mit, wie seine Werke auf dem Scheiterhaufen landeten. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sich für den großartigen Autor anfühlte, sein Schaffen in Flammen aufgehen zu sehen. Zu guter Letzt trug Frau Arndt noch ein weiteres Gedicht vor, allerdings ist mir auch hier der Titel entfallen. Ich habe mir zwar eine einprägsame Zeile notiert, doch leider reichte diese nicht aus, um das Gedicht im Netz zu finden.
Eine Rezitation ohne Ablesen finde ich immer beeindruckend. Doch der Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke Jens Uwe Bogadtkeüberzeugte mich auch durch seine volle, alles einnehmende Stimme und den lebhaften Stil seines Vortrags. Er hätte das Mikro nicht gebraucht. Er hat mich wirklich in die zwei Gedichte von Heinrich Heine, die er präsentierte („Die Wahlesel“ und „Die Wanderratten“), mitgenommen. Heine ist nicht immer leicht zu verstehen, doch Bogadtkes Intonation vereinfachte es, ihm zu folgen.
Der folgende Auftritt war vermutlich der emotionalste von allen. Beate Klarsfeld, Journalistin und sehr aktiv in der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen, hatte sich Auszüge aus dem „Tagebuch der Denise Bardet“ herausgesucht und las diese vor. Denise Bardet war eines von 642 Opfern des Massakers von Oradour in Oradour-sur-Glane und obwohl sie bereits vor ihrem gewaltsamen und grausamen Tod Schwierigkeiten durch die deutsche Besatzung durchlebte, empfand sie keinerlei Hass auf die Deutschen. Auf die Nazis, ja, vielleicht. Aber sie war in der Lage, zwischen Deutschen und Nazis zu unterscheiden, eine zu dieser Zeit wirklich außergewöhnliche Fähigkeit. Frau Klarsfeld konnte man die unterdrückten Tränen in ihrer Stimme anhören. Das hat mich berührt. Ich möchte Denise Bardets Tagebuch in jedem Fall haben und selbst Bekanntschaft mit dieser freundlichen jungen Frau machen.
Gregor Gysi 1Zu guter Letzt trat nun noch der vermutlich bekannteste „Promi“ auf, Linksfraktionsvorsitzender Gregor Gysi. Er las aus dem „Heeresbericht“ von Edlef Köppen, der vor 81 an genau der gleichen Stelle verbrannt worden war. Dieser ist quasi ein pazifistisches Manifest, das der Autor schrieb, um seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg zu verarbeiten. Köppen betont die Sinnlosigkeit des Krieges; dass Krieg, egal ob gewonnen oder verloren, immer mit Blut, Gewalt und Tod einhergeht.
Ich empfand diesen Auszug als gelungenen Abschluss der Lesung.

Mein Beitrag ist nun wirklich sehr lang geworden; so lang, dass ich nicht viel Hoffnung habe, dass ihn überhaupt jemand zur Gänze liest. Doch es war mir ein intensives Anliegen, von meinen heutigen Erfahrungen ausführlich zu berichten; Autoren und Werke zu verlinken und sie euch somit näher zu bringen. Vielleicht konnte ich ein paar unter euch ja auch dazu bewegen, sich ebenfalls an Aktionen wie dieser zum Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 zu beteiligen. Erinnern ist wichtig. Vergessen ist gefährlich. Und es geht so schnell. Ich finde, wir müssen lernen, einen Bezug zu den Verbrechen unserer Vergangenheit aufzubauen, um niemals wieder zuzulassen, dass solche Gräueltaten begangen werden können. Ich möchte mit einem Zitat von Peter Suhrkamp schließen, das er 1947 auf eben jenem Bebelplatz/Opernplatz formulierte:

„Die Flammen, die zuerst über den Bücherhaufen prasselten, verschlangen später im Feuersturm unsere Städte, menschliche Behausungen, die Menschen selbst. Nicht der Tag der Bücherverbrennung allein muß im Gedächtnis behalten werden, sondern diese Kette: von dem Lustfeuer an diesem Platz über die Synagogenbrände zu den Feuern vom Himmel auf die Städte.“

Book_Burning_by_MaruLovesStamps

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 10.05.2014!++

 
 

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28. 04. 2014 – Spontankauf

The Iron Druid Chronicles #1 - Hounded - Kevin HearneIch hab es wieder getan. Ich hab einfach spontan ein Buch bei amazon gekauft. Ich weiß nicht genau, wieso ich mich jetzt dafür entschieden habe, vermutlich konnte ich dem geringen Preis von 5,40€ einfach nicht widerstehen. Morgen sollte dann „Hounded“, der erste Band der Iron Druid Chronicles bei mir eintreffen. Ich freue mich sehr darauf, weil ich die Idee eines Druiden als Protagonist so wunderbar erfrischend finde. Außerdem hat der Roman auf Goodreads wirklich gute Bewertungen bekommen (4,11/5 Sternen). Ich hoffe, ich komme bald dazu, ihn auch zu lesen! 🙂

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 28.04.2014!++

 

 

 

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