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Robert V. S. Redick – The Rats and the Ruling Sea

Angesichts dessen, dass Robert V. S. Redick der Autor des vierbändigen Seefahrtabenteuers „The Chathrand Voyage“ ist, könnte man vermuten, er sei in der Nähe des Meeres aufgewachsen. Tatsächlich wuchs er jedoch mitten Iowa auf, so weit entfernt vom Ozean wie nur möglich. Redick glaubt, seine Faszination mit der See ist genau darauf begründet: Durch die große Entfernung erhielt sie für ihn eine magische, mystische Ausstrahlung. Diese spezielle Beziehung ließ er offenbar in sein High Fantasy – Epos einfließen, das er im zweiten Band „The Rats and the Ruling Sea“ fortsetzt.

Ihr Hochzeitstag sollte für eine junge Frau der glücklichste ihres Lebens sein. Für Tasha Isiq ist dieser Tag ein Opfer. Ihre Ehe mit einem mzithrinischen Prinzen soll den lang erhofften Frieden zwischen ihrer Heimat Arqual und dem ehemals verfeindeten Mzithrin besiegeln. Leider ist die Hochzeit nicht mehr als eine Täuschung, ein perfides Manöver des arqualischen Königs, um den alten Gegner endgültig in die Knie zu zwingen. Als Tasha und ihre Verbündeten den kaltblütigen Plan des Königs an Bord der ehrwürdigen IMS Chathrand aufdeckten, waren sie entsetzt. Sie waren bereit, die Wahrheit zu offenbaren – jedoch nicht um jeden Preis. Tasha geriet in die Gewalt des finsteren Magiers Arunis, der droht, sie zu töten, sollten sie plaudern. Pazel, Neeps und Hercól befinden sich in einer aussichtslosen Lage. Reden sie, wird Arunis Tasha ermorden. Reden sie nicht, werden die Mzithrin Tasha hinrichten, sobald der Verrat des arqualischen Königs ans Licht kommt. Können sie die Hochzeit vereiteln, ohne Tashas Leben zu riskieren und die IMS Chathrand daran hindern, Kurs auf die unkartierten Gewässer der Ruling Sea zu nehmen und in einen Krieg zu segeln, der ganz Alifros erschüttern könnte?

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Montagsfrage: Technische Skills?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Leute, diese Woche soll endlich unsere Küche komplettiert werden. Wie ihr euch sicher erinnert, haben wir sehr lange auf den Einbau unserer neuen Küche gewartet und als es dann endlich soweit war, passte auch alles – bis auf eine Kleinigkeit. Die neue Mikrowelle kam beschädigt aus dem Karton. Das wurde sowohl von der Liefer- als auch von der Montagefirma dokumentiert, weshalb es überhaupt keine Frage war, dass wir Ersatz erhalten würden. Allerdings zog sich die Organisation der Ersatz-Mikrowelle erneut monatelang. Offenbar ist selbst so ein vergleichsweise kleines Küchengerät aktuell eine Herausforderung. Als sie bei der Montagefirma ankam, musste noch ein Liefer-/Einbautermin gefunden werden, was sich wieder als schwierig herausstellte. Drei Wochen habe ich mich jetzt mit dieser Firma auseinandergesetzt, in denen erst kein Termin frei war, dann der Monteur nicht kam und wilde Geschichten darüber erzählte, er hätte versucht, mich am Ostermontag anzurufen und ich hätte nicht zurückgerufen, was sogar der Dame im Büro seltsam erschien, weshalb sie kurzerhand entschied, uns einen anderen Kollegen zu schicken. Am Donnerstag soll die Mikrowelle nun endlich hier ankommen. Ich bin sehr gespannt, ob es diesmal wirklich klappt. Alles in allem beschäftigt uns die Küche nun seit sage und schreibe sieben Monaten – so langsam ist es mal gut. 😉

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich daher in freudiger Erwartung.

Wie gut kennt ihr euch mit HTML und Java Script aus?

Diese Frage stammt von Sophia von WordWorld, die letztendlich wissen möchte, wie unser Kenntnisstand aussieht und wie wir ihn erworben haben.

Von Java Script habe ich keine Ahnung, das möchte ich gleich klarstellen. Ich weiß, wie der Code aussieht und in etwa, wie die Grammatik der Befehle aufgebaut ist, aber genauer habe ich mich damit nie auseinandergesetzt. Das ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig, weil Java meines Wissens eine Sicherheitsschwachstelle ist und es gut möglich ist, dass einige User*innen es ausgeschaltet haben, was immer bedeutet, dass ich eine Alternative bereitstellen muss. Daher verspüre ich kein großes Bedürfnis, das Coden in Java Script zu lernen.

In HTML würde ich mir Grundkenntnisse anrechnen. Ich verstehe HTML ausreichend, um mir Quellcode ansehen zu können und auch tatsächlich zu verstehen, was ich da sehe. Ich kann relativ simple Befehle schreiben, sowohl im HTML- als auch im CSS-Format. Mein Wissensstand ist an erster Stelle ein Ergebnis eines Kurses (Oder zwei? Ich bin mir nicht mehr sicher, das ist schon recht lange her) bei Codecademy, eine Seite, die ich wirklich sehr empfehlen kann, wenn jemand von euch programmieren bzw. coden lernen möchte, weil zumindest die Grundlagen gut und verständlich aufbereitet sind. Allerdings sind die Kurse ausschließlich auf Englisch verfügbar.
Darüber hinaus habe ich durch meinen Job sehr viel nebenbei gelernt, was sich nach meinem Arbeitgeberwechsel noch einmal potenziert hat. Das, was wir privat als Blogger_innen tun, mache ich ja auch beruflich und vieles, was mir dort begegnet, kann ich super auf meinen Blog übertragen, was sich gerade jetzt, da ich am Umzug des wortmagieblogs arbeite, bemerkbar macht.

Meiner Erfahrung nach müssen Blogger_innen nicht unbedingt HTML- oder Java Script-Profis sein. Natürlich ist es hilfreich, wenn man die eine oder andere Kleinigkeit händisch anpassen kann, aber worauf es wirklich ankommt, sind meiner Meinung nach Verständnis und Souveränität im Umgang mit Content Management Systemen. HTML wird auf Blogs ja meist für kleine optische Anpassungen verwendet, während die Funktionalität über das CMS gewährleistet wird, in meinem Fall also WordPress. Natürlich könnte man sich ein Basis-CMS so zurechtprogrammieren, dass es genau den eigenen Bedürfnissen entspricht (das geht zum Beispiel mit TYPO3), aber ich denke, das ist für die wenigsten Blogs tatsächlich notwendig, weil man den Großteil über Templates und Plugins lösen kann.

Ich habe mich deshalb entschieden, den neuen wortmagieblog weiterhin über WordPress zu verwalten, weil ich mich damit gut auskenne und es im Großen und Ganzen auch recht komfortabel finde, habe es allerdings zusätzlich um den Page Builder Avada erweitert. Die Basisversion von WordPress bietet mir nicht die Elemente, die ich für das Layout brauche und ich habe weder Lust noch Zeit, mich soweit mit Programmierung auseinanderzusetzen, dass ich fähig wäre, diese Elemente selbst zu ergänzen. Avada liefert mir alles frei Haus. In der Verwendung kommen mir meine HTML-Kenntnisse zu Gute, weil ich dadurch besser nachvollziehen kann, was eigentlich im Quellcode passiert, wenn ich Avada-Elemente einsetze und notfalls auch die CSS manipulieren kann, falls irgendetwas nicht so ausgegeben wird, wie ich es möchte.

Ich kann daher allen Blogger_innen nur raten, sich eine gesunde Mischung aus HTML- und CMS-Kenntnissen anzueignen, den Fokus jedoch eher Richtung CMS zu schieben. Letztendlich kommt es darauf an, dass man den Blog so gestalten kann, wie man ihn sich vorstellt und das ist heutzutage glücklicherweise auch mit schmalen Programmierfähigkeiten möglich.

Habt ihr Ahnung von Programmierung?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen motivierten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Ruth Emmie Lang – Beasts of Extraordinary Circumstance

Liest man häufig Interviews mit Autor_innen, stellt man fest, dass viele ähnliche Strategien nutzen, um Hürden in ihrem Schreibprozess zu überwinden. Die in Schottland geborene Schriftstellerin Ruth Emmie Lang berichtet hingegen von einer Technik, über die ich noch nie gestolpert bin. Hat sie Schwierigkeiten, die Stimme einer Figur zu finden, castet sie diese Figur in ihrer Fantasie. Sie stellt sich vor, welche Schauspieler_innen die Rolle übernehmen könnten und liest ihr Manuskript mit ihren Stimmen, visualisiert ihre Mimik und Gestik. Ihnen ein Gesicht zu geben, hilft ihr, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Je lebendiger diese mit Fortschreiten der Geschichte werden, desto seltener muss sie auf diese Krücke zurückgreifen. Dieses interessante Vorgehen unterstützte Lang dabei, ihren Debütroman „Beasts of Extraordinary Circumstance“ fertigzustellen, den ich als Rezensionsexemplar von Netgalley erhielt.

Als Weylyn und Mary einander das erste Mal begegneten, waren sie noch Kinder. Sie war das Mädchen, das ihm Kuchen brachte; er war der Junge, der im Wald unter Wölfen lebte. Gemeinsam erlebten sie ein Abenteuer, das in einer Tragödie endete. Mary wurde ihrem Vater zurückgebracht; Weylyn wurde den Behörden übergeben. Er traf viele Menschen, wurde Teil vieler Familien. Doch immer wieder ereigneten sich um ihn herum seltsame Naturphänomene, die nicht zu erklären waren. Tiere verhielten sich merkwürdig, Tornados und Flutwellen schienen seinem Willen zu gehorchen. So sehr er geliebt wurde, stets musste Weylyn weiterziehen und die Leben, die er berührte, hinter sich lassen. Erst, als er Mary wiedersieht, wünscht er sich, selbst berührt zu werden. Nur sind seine scheinbaren Kräfte unberechenbar und bisweilen gefährlich. Kann er riskieren, mit Mary zusammen zu sein – oder wird er ein einsamer Reisender bleiben?

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Montagsfrage: Realitätsflucht an Ostern?

Hallo ihr Lieben und frohe Ostern für euch alle! 🙂

Eigentlich sollte alle religiösen Feiertage, zu denen Ostern ja auch zählt, besinnlich genutzt werden. Aber ich kann nicht. Nicht nur zählt Ostern für mich, seit ich erwachsen bin und nicht mehr nach Geschenken im Garten suche, zu den niederen Feiertagen, ich kann auch einfach nicht verhindern, dass ich mich jedes Mal aufrege, wenn ich WordPress öffne. Hände hoch: Ist noch jemand so richtig schön angefressen von den Änderungen, die WordPress in Layout, Design und Funktionalität des Backends vorgenommen hat? Vor etwa drei Wochen wurde mein Backend umgestellt und seitdem habe ich mich jeden Tag darüber geärgert. Besonders nervt mich, dass es jetzt offenbar unmöglich ist, an den klassichen Editor für Beiträge zu kommen und Widgets in der Live-Preview des Customizers bearbeitet werden müssen, statt sie einfach ganz unkompliziert (und ohne Ladezeiten bei jedem Tippen) im Backend anzufassen. Wäre mein Blogumzug nicht bereits beschlossene Sache, spätestens jetzt würde ich ernsthaft darüber nachdenken. Ich verstehe ja, dass WP den Gutenberg-Editor (den ich verabscheue) als Standard etablieren will, aber die gesamte Funktionalität danach auszurichten, geht für meinen Geschmack zu weit. Ich bin nicht glücklich. Wie geht es euch damit (also denjenigen, die ihren Blog auch über WP hosten)?

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich deshalb mit einer Menge negativen Gefühlen, daher kommt mir das Thema nur recht.

Mit welchem Buch kann man dieses Jahr auf einen literarischen Osterausflug gehen, ohne das Haus verlassen zu müssen?

Habe ich Antonia korrekt verstanden, dürfen wir heute jedes Buch nennen, das sich dazu eignet, aus der Realität zu flüchten. Mich irritieren solche Fragen immer, denn wenn man nun nicht gerade ein wissenschaftliches Fachbuch über Virologie liest, sollte Lesen meiner Meinung nach grundsätzlich eine Möglichkeit sein, Zeit außerhalb der persönlichen Wirklichkeit zu verbringen. Zumindest alles, was sich Fiktion schimpft, ist dazu geeignet, also könnte ich heute einfach auf meine Lektüreliste der vergangenen Monate und Jahre verweisen. Doch da Antonia explizit einen Osterausflug erwähnt, möchte ich schon etwas konkreter werden. Mir ist ein Buch eingefallen, das wirklich hervorragend zu den Anforderungen der heutigen Frage passt: „Unten am Fluss: Watership Down“ von Richard Adams.

Dieser Kinderbuchklassiker von 1972 handelt von einer Gruppe tapferer Wildkaninchen, die ihr vom Menschen bedrohtes Gehege verlassen, um eine neue, sichere Heimat zu finden. Ihr Weg führt sie durch die südenglische Landschaft und konfrontiert sie mit vielen Abenteuern, die sie natürlich mutig und ehrenhaft bestehen. Ich habe es 2015 gelesen, weil ich wissen wollte, ob meine negativen Erinnerungen an die Zeichentrickverfilmung von 1978 gerechtfertigt sind. Als Kind hatte ich nämlich eine Heidenangst vor diesem Film. Nach der Lektüre kann ich resümieren, dass die Gründe der kleinen Elli, sich zu fürchten, vollkommen legitim waren. Meiner Ansicht nach ist es kein kindgerechtes Buch, trotz der sprechenden Tiere. Die Geschichte ist äußerst erwachsen und stellt eine überzeugende Metapher verschiedener Gesellschaftssysteme und Lebensweisen dar. Dadurch ist es definitiv eine passende Osterlektüre für ein älteres Publikum. Die Wildkaninchen wecken österliche Assoziationen, ihre Reise führt durch eine detailliert und liebevoll beschriebene Natur, die Leser_innen die mentale Flucht aus den eigenen vier Wänden erleichtert und bietet darüber hinaus einen gewissen gesellschaftskritischen Anspruch, der die grauen Zellen stimuliert, ohne allzu deutliche Parallelen zur Realität herzustellen. Ich empfand das Buch als sehr ruhig und gefasst, womit es gerade im Rahmen der Feiertage einen schönen Gegenentwurf zu unserem hektischen Alltag liefert. Als Pageturner qualifiziert es sich nicht, doch es muss ja auch nicht immer Nervenkitzel sein.

Ich kann euch „Unten am Fluss: Watership Down“ als wunderbares Osterbuch empfehlen, das euch garantiert hilft, die Pandemie-Realität zu vergessen. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, schaut gerne bei meiner Rezension vorbei, darin schildere ich ausführlich, wie mir der Ausflug mit den pelzigen kleinen Held_innen gefallen hat.

Welches Buch könnt ihr als literarischen Osterausflug empfehlen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen eierbunten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Kevin Hearne – Staked

Rezensionsheader von "Staked" von Kevin Hearne

Die Lesung von Kevin Hearne, die ich vor sechs Jahren besuchte, war Teil einer Tour, die ihn quer durch Europa führte. Neben Deutschland bereiste er damals Polen, Italien und die Tschechische Republik. Diese Tour war allerdings keine reine PR-Maßnahme, sie war auch als Recherchereise für „Staked“, den achten Band der „Iron Druid Chronicles“, gedacht. Hearne erzählte während der Lesung, dass ihn meine Heimatstadt Berlin besonders inspirierte und er wie verrückt schrieb. Sechs Jahre später freute ich mich sehr darauf, herauszufinden, wie er seinen Aufenthalt in meiner Stadt in „Staked“ verarbeitet hatte.

Atticus O‘Sullivan hat schon einmal erlebt, dass die Druiden beinahe vollständig ausgelöscht wurden. Er wird nicht zulassen, dass die Vampire vollenden, was sie vor 2.000 Jahren begonnen. Der Meistervampir Theophilus muss sterben, denn gerade jetzt kann Atticus keine Ablenkungen gebrauchen. Ragnarök rückt näher und unter den Göttern verhärten sich die Fronten. Lokis giftiger Einfluss ist überall spürbar, vor allem für Granuaile, die weiterhin sein Mal trägt. Sie muss das Brandzeichen unbedingt loswerden und am besten eine Möglichkeit finden, sich künftig vor allen neugierigen Blicken zu verbergen, um eine alte Rechnung zu begleichen. Währenddessen würde Owen gern weit entfernt von den Turbulenzen der Moderne ein friedliches Leben in der Natur führen. Doch leider kann er weder ignorieren, dass in Tír na nÓg alles drunter und drüber geht, noch kann er sich der Bedrohung durch die Vampire entziehen. Als die Situation eskaliert und ein Angriff der Vampire tödlich endet, bündeln Atticus, Granuaile und Owen ihre Kräfte, um das untote Problem ein für alle Mal zu beheben. Wie sagt man so schön? Alle Wege führen nach Rom.

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Verfasst von - 30. März 2021 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Kevin Hearne, Delilah S. Dawson & Chuck Wendig – Three Slices

Vor mittlerweile fast genau sechs Jahren war ich an einem Abend im April bei einer Lesung des Autors Kevin Hearne. Hearne ist vor allem für seine Urban Fantasy – Reihe „The Iron Druid Chronicles“ um den gewitzten Druiden Atticus O’Sullivan bekannt. Die Lesung sollte den damals aktuellen siebten Band „Shattered“ vorstellen, da sich jedoch herausstellte, dass niemand im Publikum bereits so weit gelesen hatte (mich eingeschlossen) und auf Deutsch auch erst drei Bände erschienen waren, warf Hearne das ursprüngliche Programm kurzerhand über den Haufen und lud stattdessen zu einer Frage-Antwort-Runde ein. Es wurde ein unterhaltsamer, fröhlicher und äußerst informativer Abend. Hearne plauderte bereitwillig und offen aus dem Nähkästchen und bewies, dass ihn sein ehemaliger Beruf als Lehrer hervorragend darauf vorbereitet hatte, in den direkten Kontakt mit seinen Fans zu treten.

Abgesehen davon, dass er einige verheißungsvolle Andeutungen bezüglich „Shattered“ einfließen ließ, berichtete er, dass er kurz zuvor sein erstes Projekt im Selfpublishing veröffentlicht hatte: Eine schmale Kurzgeschichten-Anthologie namens „Three Slices“. Hearne erklärte, dass ihm das Mitspracherecht, das ihm sein großer Verlag Del Rey über die Hauptreihe der „Iron Druid Chronicles“ zugestand, nicht ausreichte. Durch das Selfpublishing konnte er erstmals alles selbst entscheiden und umging die Entscheidungsträger_innen seines Verlages, die sich möglicherweise nicht bereit erklärt hätten, seine Kurzgeschichte „A Prelude to War“ zu veröffentlichen. Diese schrieb er nämlich nicht, weil er das Gefühl hatte, die „Iron Druid Chronicles“ bräuchten unbedingt eine Ergänzung zwischen dem siebten Band „Shattered“ und dem achten Band „Staked“, sondern weil er über ein skurriles Thema gestolpert war und nicht widerstehen konnte, dieses literarisch zu verarbeiten: Tyromantie.

Tyromantie ist Wahrsagerei mit Käse. Ja, ganz genau. Käse. Ich kann verstehen, dass ihn diese abgedrehte Praxis faszinierte. Sie reizte ihn so sehr, dass er zwei seiner Kolleg_innen fragte, ob sie nicht ebenfalls Geschichten schreiben wollten, in der Tyromantie eine Rolle spielt: Delilah S. Dawson, die für ihre „Blud“-Reihe bekannt ist, und Chuck Wendig, aus dessen Feder die „Miriam Black“-Reihe stammt. Alle drei steuerten für „Three Slices“ jeweils eine Kurzgeschichte bei, die in ihren bestehenden Universen stattfindet und in der die Zukunft mithilfe von Käse vorausgesagt wird: „A Prelude to War“ von Hearne, „Not my circus, not my monkeys” von Dawson und „Interlude: Swallow“ von Wendig.

Ich habe „Three Slices“ eigentlich nur notgedrungen gelesen. Obwohl ich vor sechs Jahren schwor, dass ich mir die Anthologie zulegen würde, war ich in der Zwischenzeit von diesem Vorhaben abgerückt, weil sie mich einfach nicht genug interessierte – den Fokus der Tyromantie hatte ich wohl vergessen. Doch als ich den achten Band der „Iron Druid Chronicles“, „Staked“, aufschlug, stand in der Einleitung, dass die Lektüre von „A Prelude to War“ notwendig sei, um zu verstehen, wieso „Staked“ nicht dort begann, wo „Shattered“ endete. Ich stöhnte auf und gab mich geschlagen. Dann würde ich die Anthologie eben lesen.

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Verfasst von - 23. März 2021 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Robert Menasse – Die Hauptstadt

Rezensionsheader zu "Die Hauptstadt" von Robert Menasse

Der österreichische Autor Robert Menasse ist ein glühender Verfechter der europäischen Idee. Er glaubt allerdings nicht an Europa als Nationalstaatenbund, sondern an das Konzept der Europäischen Republik. Seiner Meinung nach muss das langfristige Ziel der Europäischen Union sein, Nationen zu überwinden, Grenzen aufzulösen und gemeinsame demokratische Politik zu betreiben, weil nationaler Egoismus die EU in jeglicher Hinsicht beschneidet. Seine Kritik richtet sich demnach gegen den Europäischen Rat, während er Institutionen wie die Europäische Kommission, die tatsächlich europäische Interessen vertritt, als legitim und positiv betrachtet. Diese recht radikale Einstellung ist mehr als das Produkt halbgarer Stammtischdiskussionen. Menasse lebte einige Zeit in Brüssel und recherchierte vor Ort, wie die EU arbeitet und funktioniert, denn es wurmte ihn, dass er nicht verstand, wie Entscheidungen gefällt werden, die sein Leben direkt beeinflussen und lenken. Dort entwickelte er die Idee für „Die Hauptstadt“, der weltweit erste Roman über die Europäische Kommission, der von der Fachpresse gefeiert wurde und 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

Ein Schwein geht um in Brüssel. Ein lebendiges Schwein, das durch die Straßen läuft und Brüsseler_innen wie Medien in Aufruhr versetzt. In den Korridoren der EU geht hingegen eine Idee um. Der 50. Geburtstag der Europäischen Kommission steht bevor. Müsste man feiern. Sollte man auch, für ihr Image, meint Fenia Xenopoulou, Leiterin der Direktion C (Kommunikation) der Generaldirektion Kultur und Bildung. Auschwitz als Geburtsort des europäischen Einheitsgedankens in den Mittelpunkt stellen? Warum nicht. Überlebende müssen her, Überlebende, die sich noch erinnern und Zeugnis ablegen können. Überlebende wie David de Vriend, der in einem Altersheim auf den Tod wartet, dem er vor so langer Zeit in einem Zug nach Auschwitz von der Schippe sprang. Nur möchte er lieber vergessen als zu erinnern. Kommissar Émile Brunfaut wurde indes aufgetragen, zu vergessen. Ihm wurde ein mysteriöser Mordfall in einem Brüsseler Hotel entzogen. Anweisung von oben, politische Gründe. Welche, weiß Brunfaut nicht. Er ermittelt auf eigene Faust weiter und deckt höchst schockierende Verbindungen auf. Schockieren wird auch der emeritierte Volkswirtschaftler Alois Erhart. Er wird den Grünschnäbeln des Think Tanks der Europäischen Kommission zeigen, wie radikal Europa gedacht werden muss. Und das Schwein? Das braucht einen Namen.

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Verfasst von - 16. März 2021 in Politik, Realistische Fiktion, Rezension

 

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Montagsfrage: Hass, Hass, Hass?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Blog wird alt. Nein, keine Sorge, ihr habt keinen Bloggeburtstag verpasst. Diese Feststellung hat einen anderen Ursprung. Wie ich euch schon berichtet habe, arbeite ich im Hintergrund fleißig am Umzug meines Blogs. Derzeit bin ich dabei, alle Rezensionen an das neue Layout anzupassen. Das ist eine mühsame, zeitraubende Aufgabe, weil ich jede gepostete Rezension noch einmal anfassen und händisch bearbeiten muss. Ich gehe dabei sowohl alphabetisch als auch chronologisch vor. Dadurch ist mir aufgefallen, wie verdammt lange es bei einigen Büchern her ist, dass ich sie gelesen und rezensiert habe. Immer wieder bin ich überrascht und kann kaum glauben, wie lange die Rezension zurückliegt, weil ich geschworen hätte, dass ich das Buch erst vor drei Jahren gelesen habe, nicht vor sechs. Es fühlt sich beinahe an, als wäre es erst gestern gewesen. Außerdem ist mir noch einmal schmerzlich bewusst geworden, wie viele Rezensionen es mittlerweile sind. Ich habe absichtlich darauf verzichtet, sie anlässlich der Umgestaltung zu zählen, weil mich diese Zahl nur demotivieren würde, aber ich sehe ja trotzdem, wie lang meine To-Do-Liste ist. Rational weiß ich natürlich, dass sich eine Menge angesammelt hat, es schwarz auf weiß zu sehen, ist jedoch tatsächlich noch mal etwas anderes.

Dieselbe Arbeit erwartet mich später auch für alle Montagsfragen, was ebenfalls hunderte sein dürften. Heute kommt eine weitere dazu; schauen wir mal, was Antonia von Lauter&Leise wissen möchte.

Gibt es ein Buch, das du richtiggehend hasst?

Na das passt ja, da ich ja nun eh schon gedanklich bei alten Rezensionen war. Die Frage stammt übrigens von Aequitas et Veritas.

Nein. Nein, ich denke nicht. Hass ist ein äußerst starkes Wort. Ich glaube, dafür bin ich einfach nicht nachtragend genug. Selbstverständlich gibt es Bücher, die mich während der Lektüre furchtbar aufregen, über die ich schimpfe und meckere, gernervt die Augen rolle und denen ich drohe, sie aus dem Fenster zu werfen, wenn sie nicht bald besser werden. Dasselbe passiert vielleicht noch einmal, wenn ich die Rezension schreibe. Aber dann ist gut. Für mich ist eine schwierige Beziehung zu einem Buch abgeschlossen, wenn ich einen Verriss geschrieben habe. Es mag sein, dass ich mich in Zukunft mit Grauen an die Lektüre erinnere und allen, die leichtsinnig genug sind, zu fragen, ausführlich schildere, warum es meiner Meinung nach ein ganz schreckliches Buch ist, aber Hass? Nein.

Wahrscheinlich kann ich Bücher grundsätzlich nicht hassen. Nicht, weil es unbelebte Gegenstände wären – fragt mal nicht nach Sonnenschein, wie viel Hass zwischen mir und meinem alten Staubsauger existierte, ich bin durchaus in der Lage, Gegenstände mit brennender Leidenschaft zu hassen. Aus meiner Sicht sind Bücher nie Schuld. Schuld sind Autor_innen, Verlage, Lektor_innen und einfach alle, die dafür verantwortlich sind, dass eine Geschichte in der Form, die ich am Ende konsumiere, das Licht der Welt erblickt. Das Buch kann nichts dafür, dass es schlecht, langweilig, unausgereift oder was auch immer ist. Ich sehe die Verantwortlichkeit bei den Personen, die nicht verhindert haben, dass es so in meine Hände gelangte. Das können die Autor_innen selbst sein, weil sie es ihnen nicht gelang, objektiv zu urteilen, dass ihr Manuskript Murks ist. Es können Verlage sein, weil sie zum Beispiel die millionste Auflage eines ausgelutschten Stoffes auf den Markt bringen. Das kann auch das Lektorat sein, weil logische Fehler, Rechtschreibfehler oder Inkonsistenzen nicht korrigiert wurden. Es ärgert mich, dass manchmal Bücher veröffentlicht werden, die ganz eindeutig (noch) nicht bereit für den kritischen Blick der Öffentlichkeit sind. Doch Hass empfinde ich trotzdem nicht, sondern eher eine Mischung aus Bedauern, Fremdschämen, Fassungslosigkeit und Beleidigung.

Nehmen wir ein extremes Beispiel: „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Selbstverständlich habe ich dieses Buch nie gelesen und werde es auch nie tun, nicht nur, weil ich mich damit strafbar machen würde. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass es ein böses Buch ist. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, es in meiner Bibliothek stehen zu haben, weil ich fest überzeugt bin, dass seine Ausstrahlung alles in seinem Umfeld vergiften würde, denn was darin steht, ist falsch, bösartig und menschenverachtend. Allein der Gedanke, es hier zu haben, gruselt mich. Ich möchte es nicht besitzen. Niemals. Ich möchte nicht einmal in seine Nähe kommen, es macht mir Angst. Aber hasse ich es deswegen? Nein. Ich hasse den Mann, der es geschrieben hat. Ich halte es nicht an sich für böse, ich weiß sehr wohl, dass am Ende „nur“ gedruckte Worte auf Seiten aus Papier sind. Ich halte es für böse, weil ein Teil von mir ganz sicher ist, dass es ein Stück der Seele des Autors enthält und die war ja nun bekanntermaßen schwarz wie die Nacht. Auf gewisse Weise hasse ich den Verfasser auch dafür, dass er die Integrität des geschriebenen Wortes beschmutzte, doch sein Buch selbst … Nein, ich kann es nicht hassen.

Ihr seht, in meinem Kopf besteht eine klare Grenze zwischen Werk und den Personen, die für dessen endgültige Form verantwortlich sind. So sehr mich eine Lektüre aufregen mag, habe ich ein Buch ausgelesen, greift sofort diese Differenzierung. Ich möchte aber auch festhalten, dass das Leben meiner Meinung nach zu kurz für Hass ist. Meine Lebenszeit ist es nicht wert, dass ich sie darauf verschwende, ein kulturelles Objekt und/oder dessen Schöpfer_innen zu hassen. Schlimm genug, dass ich sie für die Lektüre selbst geopfert habe.

Empfindet ihr Hass für ein bestimmtes Buch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bezaubernden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Martin Millar – The Good Fairies of New York

Rezensionsheader von 'The Good Fairies of New York' von Martin Millar

Der britische Autor Martin Millar und ich haben eines gemeinsam: Wir sind beide große Buffy-Fans. Es ist absurd, wie oft es Millar in vergangenen Interviews gelang, das Gespräch auf seine Lieblingsserie zu lenken. Vor 20 Jahren fantasierte er sogar davon, ein Drehbuch für Buffy zu schreiben. Meines Wissens hat das leider nie geklappt. Generell hatte es Millar schwer, in den USA veröffentlicht zu werden. Wieder und wieder wurde er abgelehnt, bis sein Agent 2004 Neil Gaiman überzeugen konnte, eine Einleitung zu Millars Roman „The Good Fairies of New York“ zu verfassen. Mit diesem berühmten Namen im Rücken eroberte er endlich den US-amerikanischen Buchmarkt – und einen Platz in meinem Regal, denn auch ich wurde dadurch auf das Buch aufmerksam.

New York City ist eine große Stadt. Platz genug für alle, sollte man meinen. Aber als zwei 50 Zentimeter kleine schottische Feen durch das Fenster des übergewichtigen, sozial isolierten Dinnie fliegen, erst auf seinen Teppich kotzen und sich dann häuslich einrichten, scheint die Metropole zu schrumpfen. Morag und Heather richten überall unabsichtlich Chaos an und zwingen Dinnie sogar, unter Menschen zu gehen. Kein Wunder, dass sie aus Großbritannien rausgeworfen wurden. Ihre Probleme sind sie dadurch allerdings nicht losgeworden. Auf ihrem Weg in die USA verhalfen sie den Kindern des britischen Feenkönigs Tala zur Flucht, die jetzt im Central Park leben. Tala will seine Kinder um jeden Preis zurückhaben. Notfalls mit Gewalt. Zornig schickt er seine Armee nach New York, die die Stadt erobern und seine rebellische Brut nach Hause holen soll. Es liegt an Morag und Heather, die New Yorker Feenclans zur Verteidigung zu mobilisieren – vorausgesetzt, sie bleiben lange genug nüchtern.

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Claudia Gray – A Million Worlds With You

Rezensionsheader von "A Million Worlds With You" von Claudia Gray

Ich erinnere mich, dass jeder Band der „Firebird“-Trilogie im Buchblogkosmos ein kleines Erdbeben auslöste. Viele meiner lieben Kolleg_innen litten beim Anblick der traumhaft schönen Cover unter ernster Schnappatmung. Es amüsiert mich daher enorm, dass der heutige Bekanntheitsgrad der Autorin Claudia Gray eher wenig mit dieser Trilogie zu tun hat. In ihrem englischen Wikipedia-Eintrag wird sie nicht einmal genannt. Claudia Grays Erfolg basiert vielmehr darauf, dass sie 2015 begann, für ein extrem populäres Franchise zu schreiben: Star Wars. Beinahe jeder Artikel und jedes Interview dreht sich um ihre Beiträge zu diesem Fandom. Kaum ein Wort über „Firebird“, nicht einmal über das Finale „A Million Worlds With You“. Da sieht man mal, wie klein unsere Blase ist.

Die Trauer um ein verlorenes Kind kann Eltern in den Wahnsinn treiben. Marguerite versteht den Schmerz, den ihre Eltern der Home-Office – Dimension über den Verlust ihrer Schwester Josie empfinden. Auch sie sind schließlich – irgendwie – ihre Familie. Aber wie weit sie zu gehen bereit sind, um Josie zurückzubekommen, kann sie nicht begreifen. Sie planen, jede Dimension zu zerstören, in der sich ein Splitter von Josies Seele befindet. Der Firebird verfügt über das Potential, Materie und Antimaterie ins Gleichgewicht zu bringen, wodurch eine Dimension schlicht aufhört, zu existieren. Ausgerechnet eine Marguerite soll das kaltblütige Vorhaben in die Tat umsetzen: Ihre bösartige Home-Office – Version. Billionen Leben stehen auf dem Spiel. Marguerite muss sich selbst aufhalten. Nur, wenn es ihr gelingt, ihrem anderen Ich zuvorzukommen, kann sie die bedrohten Dimensionen retten. Mehr denn je braucht sie jetzt Pauls Unterstützung, doch seit seine Seele in Stücke gerissen wurde, ist er nicht mehr derselbe. Wird Marguerite stark genug für sie beide und das Multiversum sein?

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